Grafschaft Glatz (Schlesien) Neuigkeiten und Wissenswertes aus Schlesien

23.5.2011

Schlesiens deutscher Denkmalschützer

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 22:08

Helmut Göbel wieder in der Heimat aktiv.

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Gleich nach seiner Ankunft in Bad Altheide in Schlesien rief er den Verein Erzangel Michael zusammen, den er eigens zur Erhaltung der deutschen Denkmäler vor Jahren in seinem Niederschwedeldorf gegründet hatte. Seit dieser Zeit organisierte er immer wieder neue Projekte um deutsches Kulturgut zu erhalten und sein Heimatdorf zu verschönern. Mannigfache Auszeichnungen hat er von polnischer Seite erhalten und ist bei den Verwaltungen auch überregional bekannt, denn bei größeren Objekten ist natürlich die Erlaubnis der Kulturreferenten und Denkmalschützer einzuholen. Heute, nach vielen Jahren, in denen er mit Schaufel und Schubkarre in seinem Dorf bekannt wurde, kann er auf sein Lebenswerk in der Heimat zurückblicken. Die meisten Denkmäler sind in seinem Dorf renoviert und dokumentiert, damit die nächsten Generationen über die deutschen Zeiten hier informiert werden.

Der Verein Erzengel Michael wurde gegründet, um über die Zeit hinaus die Pflege der Objekte zu gewährleisten. Helmut Göbel dankte in der Versammlung allen Helfern mit kleinen Geschenken und hatte natürlich schon wieder neue Ideen, denn wer rastet der rostet. Auch mit schon einigen Jahren über 80.

Danke Helmut

Bericht

Horst Ulbrich

25.4.2011

Neues vom DFK in Glatz.

Filed under: Allgemein — Horst Ulbrich @ 19:48

Liebe Grafschafter,

lange habe ich nichts Neues im Boten und im Internet geschrieben.

Dafür möchte ich mich entschuldigen, aber die Probleme hier vor Ort hatten mich zur Gänze in Anspruch genommen. Wie vielen bekannt war, hatte der DfK sein altes Domizil in einem Hinterhof ohne Heizung und Toilette aufgegeben und neue Räume bezogen. Die Mitglieder waren bis auf einige wenige, wegen fehlender Angebote und der Öffnungszeiten im Winter, einmal im Monat für zwei Stunden, nicht mehr gekommen. Im März 2010, nachdem auch noch die Vorsitzende gestorben war und Frau Weinhold als Letzte des Vorstandes übrig blieb und gänzlich schließen wollte, habe ich als Vorsitzender mit einem verjüngten und kompetenten Vorstand, den DFK in eine neue Zukunft geführt. Durch den guten Kontakt zu dem Sejmikabgeordneten Herrn J. Golak und dem Bürgermeister aus Glatz haben wir in der Innenstadt, in der Nähe der Polizei neue und adäquate Räume zu einer günstigen Komplettmiete beziehen können.In 2010 gelang es uns dann mit Sponsoren aus Deutschland und Mitgliedsbeiträgen viele Projekte zu realisieren,von Denkmal und Grabpflege deutscher Gräber, Unterstützung der bedürftigen deutschen Rentner in der Heimat, Deutschunterricht für die Nachkommen, Kulturprojekte , Feste und Ausflüge unternommen, um den Zusammenhalt zu unterstützen. Insgesamt für ca. 30.000,- PLN aber von der deutschen Botschaft, die uns hier eigentlich bei unserer Kulturarbeit unterstützen sollte, nicht einen Zloty erhalten, und das trotz mannigfach gestellter Anträge. Wir waren früher Ortsgruppe unter dem DFK Waldenburg und unsere Projektanträge mussten wir dort stellen. Die haben sie dann zur Beurteilung und Begutachtung zum DFK Kreisverband nach Breslau geschickt, die dann nach Oppeln zum Dachverband VDG. Erst danach weiter an die Botschaft, Miete und Bürokosten weiter an die deutsche Stiftung.

Auf diesem Weg sind all unsere Projekte wohl nicht weiter gereicht worden. Nach Rücksprache mit Herrn Gaida, dem Vorsitzenden VDG, also dem Dachverband für die gesamte deutsche Minderheit in Polen, haben wir beim Amtsgericht einen eigenen Verein angemeldet, um die Antragsprozedur zu verkürzen. Plötzlich bekam ich am 16.12.2010 per E-mail die offiziellen Anträge der Botschaft, von denen ich bis Dato keine Kenntnis hatte. Dazu schrieb man, dass auch die formlos eingereichten Anträge berücksichtigt werden könnten. Am 18.12. habe ich dann originale Anträge geschickt, um danach am Telefon zu erfahren, schon am 12.12.2010 seit der Jahresrechnungsabschluss gewesen. Das bringt einen Vorsitzenden zur Verzweiflung! Unsere Registrierung als eigener Verein stellte uns mit den anderen DFK`s auf eine Stufe und es gab keinerlei Probleme aus polnischer Sicht. Das führte aber dazu, das auch die Miete seit Dezember 2010 von der deutschen Stiftung nicht mehr übernommen wurde. Argument war, wir, der Vizevorsitzende und ich gehören nicht zur deutschen Minderheit.

Es gibt Vorsitzende, die als Mittelempfänger auch in der Vergabekommission der Stiftung sitzten und daher in der Lage sind, unsere Zuwendungen zu blockieren. Nun haben wir im Internet, bei Rechtsanwälten Erkundigungen eingezogen und bei der deutschen Botschaft protestiert. Meine Ahnen liegen seit Generationen in Eckersdorf auf dem Friedhof,

meine Eltern sind dort in der Kirche getraut und meine Schwestern getauft worden. Durch Vertreibung wurde ich im Westen gezeugt und bin in der Heimat zurück. Wohl denen die Vertreibung nicht erleben mussten und ich soll nicht zur deutschen Minderheit in Schlesien gehören? Das habe ich ausführlich dem Konsul Brassak bei einer Sitzung erläutert und er hat auf meinen Protest hin, mir einen versöhnlichen Brief geschrieben. Aber was hilft es in unserer Situation? Also stehen wir vor dem finanziellen Aus und werden wieder auf ein Kaffeekränzchen reduzieren müssen, wenn nicht bald etwas Positives passiert. Die beiden Deutschkurse, von unserer Monika Malaszuk geleitet, den Deutschkurs unserer Schülergruppe, geleitet von Heinz-Peter Keuten, zur Erlangung des Zertifikates beim Goetheinstitut und das Schülertreffen mit einer Klasse aus Deutschland sind gefährdet und müssen bis Juni enden, und wenn man schon Pech hat, kommt noch etwas hinzu. Die Stadt Glatz ist hoch verschuldet, deshalb hatte sich unser Freund J. Golak auch nicht zur Wahl des Bürgermeisters gestellt. Der neue muss nun das Tafelsilber verkaufen und damit auch das Haus, in dem wir seit 6 Monaten uns neu eingerichtet haben. Die Kündigung ist zum 15. Juni 2011.

Hätten wir einen Sponsor, der unsere Räume, ca. 145 qm, Innenstadt ebenerdig neben einer Bibliothek für ca. 60.000,- € ersteigert und uns dann vermietet, könnten wir dort verbleiben. Die Lage des Bürgermeisters ist ja noch verständlich, denn er steht genau so mit dem Rücken zur Wand wie wir, wenn es um die Finanzen geht. Aber die Behandlung unserer deutschen Administration hier in Schlesien ist ein Desaster und gehört öffentlich gemacht. Als ich die Kündigung der deutschen Stiftung übermittelt habe, sagt eine Mitarbeiterin, ja dann suchen Sie doch ein anderes Vereinslokal!!! Ja, aber bitte erst nach der Zusage der Übernahme der Mietkosten, die uns zustehen. Ein Lichtblick gibt es, denn am 19.4. soll ich zu einem Treffen mit der Stiftung und dem VDG nach Breslau kommen, um die Lage noch einmal zu erörtern, und ich bin eigentlich sicher, dass danach die Mietkosten übernommen werden. Wegen der Gleichbehandlung aller DFK` im ganzen Land und unserer Argumente wird man nicht weiter blockieren können. Der VDG Vorsitzende ist seit der Tagung beim Pastoralrat unser Freund und auf unserer Seite. Kontakte für neue Vereinsräume habe ich genug. Einem Freund gehört das Kaufhaus gegenüber dem Rathaus in Glatz und dort sind Räume zu vermieten. Ein anderer Kollege hat das große Haus gegenüber vom Kloster gekauft. Das ist leer und Etagenweise zu mieten. Ohne finanzielle Zusage werde ich aber keine Verträge unterschreiben können und wenn die Verhandlungen mit der Stiftung nicht positiv verlaufen,werden wir weitere Schritte unternehmen müssen. Briefe an den Bundespräsidenten, den ich in Breslau beim Forum für Politik und Wirtschaft kennengelernt habe, wie auch an Herrn Dr. Berger, Staatssekretär und zuständig für die Minderheiten, mit dem ich wegen des fehlenden Deutschunterrichtes in den Schulen hier in Kontakt stehe, außerdem an Ifa, Agmo und BDV sind von uns vorbereitet. Ich bin aber sicher, da unser Vorgehen bekannt ist, wird es nicht dazu kommen. Wir werden also sehen, ob man uns zum Wohle der deutschen Minderheit in der Grafschaft weiter arbeiten lässt, denn wir können unsere Jugend, die gerade wieder zurückgekommen ist, und die bedürftigen deutschen Rentner nicht allein lassen. Am letzten Samstag haben wir einen Transport Hilfsgüter vom Malteser Hilfsdienst bekommen und die Sachen müssen an unsere Bedürftigen verteilt werden.

Horst Ulbrich

Wir haben nun eine weitere Aufgabe. Mit Eingaben in Berlin werden wir protestieren, dass Kinder der Vertriebenen, die in nächster Generation in der Heimat zurück sind, auch als deutsche Minderheit in Polen anerkannt werden. Damit hatte man wohl vor der Wende nicht gerechnet und daher ein fehlerhaftes Gesetz entworfen. Die Zugehörigkeit war für uns bisher vollkommen klar, und dass wir von der deutschen Administration hier ausgegrenzt werden sollen, empfinden wir Betroffenen als Provokation. Wir sind aber guter Hoffnung, denn nach Europäischer Gesetzgebung, die Minderheiten betreffend, ist nach Aussage einiger Rechtswissenschaftler die Situation nicht ausreichend geklärt. Also wird sich der kleine DFK Glatz auch noch mit der großen Politik beschäftigen müssen. Wir sind um jeden Rechtsbeistand in dieser Frage dankbar.

Euer

Horst Ulbrich

Vorsitzender DFK Glatz

6.1.2011

Sylvester in Eckersdorf

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 19:18

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Am 28.12. hatten wir unsere Helferfete im DFK für engagierten Mitglieder, die über das ganze Jahr tatkräftig geholfen haben. Bei Pizza, Kuchen und Glühwein haben wir über die Jahreserfolge und Misserfolge diskutiert, nach einigem Glühwein auch noch die Weihnachtslieder aus dem Liederbuch der Weihnachtsfeier gesungen. Für Sylvester wurde zunächst nichts geplant, denn eigentlich wird in der Reiterstube bei Ulbrich gefeiert. Durch die Schneelast ist leider ein Teil der Decke eingebrochen und so musste ein anderer Ort zum Feiern gefunden werden. Keiner hatte mehr so richtig Lust, bis unser Hofarbeiter bei den Reitern erzählte: Ulbrich gehen nach Eckersdorf. Er war schon mit den Vorbereitungen und Dekoration in Eckersdorf aktiv gewesen.

Auf einmal erwachten zu unserem Erstaunen die feierwütigen Klubmitglieder und da mussten wir natürlich dabei sein.

Gefeiert wurde im Saal des ehemaligen Gasthauses Kluge, der von der Gesamtschule im Winter auch als Sporthalle genutzt wird. 110,- Zloty pro Person für 3X warmes Essen in der Nacht, eine Flasche Sekt pro Paar, Wurst, Salat und Kuchen auf allen Tischen, wie es bei den Polen so üblich ist. Dazu eine gute Lifeband, die schon spielte als wir dort ankamen. Zu meiner Überraschung ca 100 tanzwütige Leute und es wollte kein Ende nehmen. Da vielen wir 23 Deutsche kaum ins Gewicht, aber aus der Dorfgemeinschaft kenne ich fast jeden. Das Problem ist dann immer, wenn ich mit einer anderen Frau getanzt habe und sie wohlbehalten an den Tisch zurückbrachte, ohne auf die Füße getreten zu haben, wurde mir überall ein Vodka eingeschenkt. Morgens um 4 Uhr 30 hat sich die Musik verabschiedet und es wurde dann auch endlich an die Heimfahrt gedacht. Ja mit dem Vodka komme ich nun auch besser zurecht. Viel essen und laufend die Mädel auf die Tanzfläche zerren. Ich habe die ganze Nacht nicht einen Betrunkenen gesehen nur meine Frau sagte, ich sei beim Heimgang doch etwas merkwürdig gelaufen.

Sonntag haben sich dann die Landfrauen wieder zum Putzen getroffen, denn am Montag war wieder Schulbetrieb. Der Reingewinn wurde zu gleichen Teilen der Dorfgemeinschaft und der Gesamtschule gutgeschrieben. Schule und Dorfgemeinschaft arbeiten gut zusammen und es war ein tolles Fest. Nächsten Sylvester werden wir dort wieder ins neue Jahr tanzen. Bei entsprechender Vorbereitung werden wir auch mehr Teilnehmer vom DFK Glatz sein, denn nach unseren Berichten wollen beim nächsten Jahreswechsel viele mitmachen.

Horst Ulbrich

19.12.2010

Weihnachtsgruß

Filed under: Allgemein — Horst Ulbrich @ 16:53

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Liebe Freunde,

es wird Weihnachten, der Stress lässt in der letzten Woche bei Euch hoffentlich etwas nach und man schaut in den Briefkasten, ja heutzutage eher in die Mail Post, wer sich denn zum heiligen Fest so gemeldet hat.

Es ist der 4. Advent, draußen nach den Nachttemperaturen von unter 18 Grad Minus jetzt immer noch Minus 8 Grad, also die richtige Zeit zu schreiben. Morgen soll der Tannenbaum besorgt werden und da fallen mir so einige Schmankerl dazu ein.

Mein erstes Weihnachtsfest in Schlesien werde ich nicht vergessen. Schon Tage vorher hatte mein Schwiegervater 3 Bäume aus unserem Wald geholt, die aber von unseren Frauen gleich abgelehnt wurden. Da Bronek der Meinung war, es wären die Schönsten aus unserem Wald gewesen, machten wir uns auf den Weg in die Tannenschonung unseres bekannten Försters, der uns auch allein den sogenannten schönsten Baum suchen ließ. In teilweise bauchhohem Schnee kämpften wir uns durch die Schonung und immer wenn ich meinte, den Allerschönsten gefunden zu haben, glaubte Bronek einen noch besseren zu sehen und umgekehrt. Als wir uns nach langem Suchen endlich einig waren, ja das ist der schönste Baum um unser Wohnzimmer zu verschönern und der Förster wegen der alten Bekanntschaft auch kein Geld verlangte, machten wir uns stolz auf den Heimweg. Aber auch mit etwas skeptischen Gedanken, ob der Baum auch den kritischen Blicken unserer Frauen stand halten werde. Zu Hause wurde unser Wunderbaum auch kaum kritisiert. Als ich aber nach dem Aufstellen sah, das Schwiegervater mit Bohrmaschine und Gartenschere bewaffnet ins Haus ging, kamen mir Zweifel. Er hat dann nach Anweisung noch den einen störenden Ast entfernt und mit der Bohrmaschine Löcher in den Stamm gebohrt um Lücken mit den Ästen aus unserem Baummagazin aus dem Schuppen zu füllen. Nachdem unsere Frauen dann ein ganzes Schmucklager darauf dekoriert hatten, ja da war es endlich der aller wunderprächtigste Weihnachtsbaum, den ich je gesehen habe.

Wer es nicht weiß. Auch die Traditionen sind natürlich anders als ich es gewohnt war. Bei uns gab es früher schlesische weiße Bratwurst, die regelmäßig geplatzt ist, weil sie ungebrüht war und es eine Kunst ist, diese speziell nur zu Weihnachten produzierte Bratwurst unversehrt zu braten. Dazu Sauerkraut und Kartoffelbrei, die alten Schlesier werden es wissen. In Polen wird nach dem Frühstück und bis es dunkel ist nichts gegessen, Kinder sind eine Ausnahme. Bei uns auf dem Dorf ist die Christmesse schon um 18 Uhr, weil der Pfarrer mit seinem Vikar sonst die fünf zu betreuenden Kirchen nicht schafft. Zum Abendessen wird ein Gedeck mehr aufgelegt, denn es könnte ein armer oder hungriger Gast an der Tür klingeln, der immer willkommen wäre. Das Essen ist aufwendig und mit 12 Zutaten bereitet, wegen der 12 Jünger. Der Hausherr betet vor, danach bekommt jeder ein geweihtes Hostienblatt und geht von Einem zum Anderen, bricht ein Stück der Hostie ab, isst es und man wünscht sich so fröhliche Weihnachten.

Die geweihten Hostienblätter werden schon Tage vorher in der Kirche gekauft und auch oft mit der Weihnachtspost an Freunde im Ausland verschickt. Danach wird gegessen, nein die Völlerei geht los. Immer wieder unterbrochen von einem besonderen Verdauungsschnaps, oder einem Glas Wein. Nach dem deftigen Essen gibt es im Laufe des Abends Kuchen und Plätzchen, später auch etwas Saures wie Hering und Gurken. Es wird gesungen und wie bei uns quält jeder, der sich als Musiker berufen fühlt schon in der Vorweihnachtszeit sein Instrument, das oft übers Jahr nicht angesehen wird aber, um am heiligen Abend dann den weihnachtlichen Gesang mit Musik zu untermalen. Bei uns wird Gitarre, Geige, Akkordeon, Keebord und auch Blockflöte gequält und die Musik der nicht gestimmten Instrumente trägt oft zur Erheiterung des Abends bei. Spätestens dann, wenn niemand zu der angestimmten Dur singen kann. So findet unser Weihnachtsabend immer ein lustiges Ende und ich bin sicher, es wird auch dieses Jahr wieder so sein.

Liebe Freunde dieser Seite, ich wünsche Euch von Herzen ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gesundes Neues Jahr.

Ganz herzlich möchte ich mich bei allen Spendern bedanken, die mit Zahlung auf unsere Konten in Deutschland die DFK Arbeit hier in Schlesien unterstützt haben. Ohne Eure Hilfe wären viele Projekte nicht realisierbar. Spender, die auch DFK Mitglieder sind, haben einen Rechenschaftsbericht erhalten, damit Ihr seht was 2010 erreicht wurde. Auch das Konto  Schlesienhilfe für bedürftige deutsche Rentner habt Ihr mit Spenden bedacht und wir konnten wieder Medikamente und Winterkohle in finanziellen Notlagen bezahlen.

Dafür ein ganz herzliches Vergelts Gott.

Es grüßt Euch aus dem eingeschneiten Schlesien,

Horst Ulbrich

Vorstandsvorsitzender des DFK Glatz

13.12.2010

Weihnachtsfeier DFK 2010

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 13:48

Weihnachtsfeier beim DFK Glatz am 11.12.2010

Vorwegnehmen möchte ich, es war ein voller Erfolg. Aber schon die Vorbereitungen waren sehr schwierig. Nun hatten wir im Oktober geplant und nach dem Sommerfest mit über 140 Teilnehmern, auch zur Weihnachtsfeier mit ca 100 Personen gerechnet und ein bezahlbares Fest geplant, denn hätten wir die Unterstützung unserer Mitglieder und Spender aus Deutschland nicht, wäre das nicht möglich gewesen.

Unser DFK Mitglied Helmut Stage verfügt in seiner Pension über entsprechende Räumlichkeiten und bot an, zu einem Pauschalpreis warmes Essen und Kaffee mit Kuchen zu bereiten. Wir sagten zu, hatten aber die schlesischen Wetterkapriolen nicht berechnet. Schon am Vortag der Feier, wir hatten angeboten Tische, Stühle und fehlendes Geschirr zu bringen, da hatte ich große Probleme mit unserem Pferdeanhänger überhaupt die Villa Sol zu erreichen. Zum Transport hatten wir wieder den günstigen Schulbus aus Eckersdorf bekommen, meine Frau ist dort im Schulausschuß, aber der Fahrer hatte sich geweigert von der Hauptstraße bis zu Helmut zu fahren. Na gut, meine Frau zählt die Häupter der Lieben bei der Abfahrt am Kloster Glatz, den wir für 12 Uhr dorthin bestellt hatten. Ich bin mit dem PKW voraus gefahren, um einen Parkplatz an der Hauptstraße in Reichenau für den Bus zu suchen, denn der Schneepflug hatte solche Berge an den Straßenrändern aufgetürmt, da war Parken unmöglich. Aber es fand sich in der Nähe eine Einfahrt zu einem Bauernhof und der Besitzer war einverstanden, wollte auch mit dem Trecker helfen, falls der Bus inzwischen einschneit. Zum Glück haben Franz und Reiner Allradfahrzeuge und übernahmen den Transport vom Bus zu unseren Feierdomiziel. Aber da kam schon die erste Hiobsbotschaft: Heinz Peter war in einer abschüssigen Kurve geradeaus gerutscht und zum Glück an einem Abhang hängengeblieben. Also Männer in die Allradfahrzeuge und zur Hilfe gefahren. Aber auch die bekamen das Fahrzeug nicht wieder auf die Straße und ein vorbeikommender LKW mit kräftigem Seil hatte dann geholfen. So war das Mittagessen schon vorbei und musste gewärmt werden, als die Retter und unser Heinz Peter endlich eintrafen.

Nach dem Essen gab es den Rechenschaftsbericht von mir, den auch alle Mitglieder in Deutschland erhalten haben, damit sie sehen was wir geleistet haben. Mit Computer und Beemer haben wir dazu passende Bilder an der Wand gezeigt. Auch die Kaffeezeit begann mit Verzögerung, weil fast alle zur Tombola in dem großen Flur verschwanden, die unser Franz organisiert und aufgebaut hatte. Bei einem Lospreis von 3 Zloty und ohne Nieten war der Andrang entsprechend groß. Inzwischen war auch der angekündigte Besuch aus München eingetroffen und Alois hat mit Mundartliedern uns alle erfreut. Nach dem Kaffee wurde dann kräftig aus dem selbstgefertigten Liederbuch gesungen und mit zwei Gitarren und Keebord begleitet. Gegen 18 Uhr hatte dann der Busfahrer doch einige Bedenken und mahnte zum Aufbruch. Der Abtransport zum Bus wieder mit den Allradfahrzeugen und im ersten Transport der Fahrer, um rund um den Bus den Schnee zu räumen. Die meisten PKW sind dann über Mittelsteine gefahren um nicht am hohen Berg Richtung Bad Altheide im Schnee stecken zu bleiben.

Mit Jochen Straube waren wir die Letzten und froh, das alles trotz der Widrigkeiten so gut geklappt hat. Alle sind auch wohlbehalten wieder zu Hause angekommen, nur mein Anhänger und die Tische werden noch einige Zeit bleiben müssen, denn nach Tauwetter haben wir Glatteis und es schneit und friert jetzt wieder.

Auf diesem Wege möchte ich allen, die unsere Arbeit in der Heimat unterstützen, noch einmal ganz herzlich danken, denn weder von der Botschaft, noch der deutschen Stiftung in Oppeln haben wir für unsere Projekte in 2010 Unterstützung erhalten, trotz vieler Anträge, die wir berechtigter Weise gestellt hatten. Vom Konto Schlesienhilfe habe ich unseren deutschen Rentnern hier, die eine kleine Rente bis 800,-Zloty = ca 200 € haben wieder 200,-Zloty bar ausgezahlt, damit sie zu Weihnachten etwas kaufen können. Medikamente werden ganzjährig gegen Quittung der Apotheken erstattet. Kranke werden von mir vor Weihnachten besucht um Lebensmittel und die 200,-Zloty zu bringen.

Wir werden bald selbstständig. Zur Zeit sind wir noch ein Ortsverein unter der Verwaltung Kreisverein Waldenburg. So sind unsere Förderanträge zur Begutachtung zunächst dorthin geschickt worden, nach Aussage des Vorsitzenden Martin Reichert schicken sie es dann weiter nach Breslau zum Kreisverband. Sollten dort unsere Anträge nicht dem Rotstift zum Opfer fallen, geht es weiter nach Oppeln zum Dachverband, der Pläne für ganz Polen beurteilt. Erst dann geht es weiter zur Botschaft oder deutscher Stiftung, die, die Fördermittel zur Verfügung stellen. Dort sind unsere Anträge nicht angekommen und hätte ich nicht gleichzeitig sie auch direkt geschickt, so wäre dort nichts bekannt geworden. Aus diesem Grund haben wir in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung beschlossen einen eigenen Verein beim Amtsgericht Breslau anzumelden und werden unsere Ansprüche in Zukunft direkt bei Botschaft und Stiftung einreichen. Dazu werde ich noch einmal einen eigenen Bericht schreiben, die gesamte Prozedur würde hier den Rahmen sprengen.

Bericht
Horst Ulbrich

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Advent DFK

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 13:41

Singen im Advent beim DFK Glatz

Schon am nächsten Tag nach Nikolaus ging das Programm beim DFK weiter mit dem Singen im Advent. Trotz des andauernden Schneetreibens haben sich noch 26 unermüdliche Sänger eingefunden und man muss schon sagen, von Nah und Fern, denn unser Einzugsgebiet ist von Bad Kudowa bis Habelschwert.

Zum Aufwärmen gab es Glühwein aus Deutschland, den unser Vizevorsitzender Jochen Straube von seinen vielen Deutschlandfahrten mitbrachte. Mein Schwiegervater hatte den Grill in der Halle übernommen und für knackige Bratwurst gesorgt, war aber froh nach einer Stunde endlich ins Warme kommen zu können, denn bei Minus 15 Grad um 19 Uhr wärmt auch die Nähe am Grill die Füße nicht und die Halle wird natürlich nicht geheizt.

Drinnen hatte unser Protokollführer Heinz Peter Keuten die Rolle des Entertainers übernommen. Er war Kellner, Unterhalter der Gruppe und Musiker in einer Person und ich war von seinen Qualitäten überrascht. So wollte das Singen kein Ende nehmen. Das war auch als Probe für unsere Weihnachtsfeier bei unserem Mitglied Helmut Stage in Niwa gedacht. Im Laufe des Abends stellte sich heraus, dass es auch weitere Musikanten für Gitarre und Keebord gab. Ich hatte schon vorher Weihnachtslieder, von Ihr Kinderlein kommet bis Oh Tannenbaum kopiert und geheftet um den Nachgeborenen, die der deutschen Lieder nicht so richtig textsicher waren, eine Hilfe zur Hand zu geben. Aber auch in unserem Deutschkursus, Montags in den DFK Vereinsräumen hatte man sich schon mit den deutschen Texten befasst und so ging es sehr lustig zu. Auch der Glühwein trug wohl zur ausgelassenen Stimmung bei, aber gegen 23 Uhr wollten die Fahrer, die natürlich den Abend ohne den leckeren Glühwein zubrachten, nach Hause und mussten teilweise ihre sangesfreudige Gattin erst überreden.

Es war ein gelungener Auftakt in die Weihnachtszeit.

Bericht Horst Ulbrich

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DFK Nikolaus

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 13:36

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Nikolaustag in der Reithalle bei Ulbrich.

Da haben die Enkel der in der Heimat verbliebenen Schlesier gestaunt. Am Nachmittag hatten die Kinder des Reitvereins zunächst ihr Können gezeigt und in verschiedenen Reitergruppen, von den ganz kleinen Kindern und Pferden bis zu den Jugendlichen ihre Quadrille gezeigt. Mit Saft und Plätzchen wurden die Kinder bewirtet, für die Erwachsenen gab es Kaffee und Glühwein. Auch der Grill war in der Halle aufgebaut und so war mit heißer Bratwurst auch für den großen Appetit gesorgt. Nach Eintreten der Dunkelheit kam dann der Nikolaus zu Pferd und brachte auch Knecht Ruprecht als Gehilfen mit.

Die Eltern hatten schon Geschenktüten mit Namen versehen bei der Reitlehrerin abgegeben, aber jedes Kind musste zunächst etwas vorführen, um vom Nikolaus beschenkt zu werden. Ein Gedicht oder Lied sollte es sein und wer nicht vorbereitet war konnte sich bis zum Ende noch schnell etwas überlegen.

Unser Dominik sollte was in Mundart bringen, hat dann aber drastisch abgekürzt:

Niklaus bist a guder Mon
ich will der a Gedichtla sän
do krieg ich keene Hiebe.

Nach der Bescherung der vielen Kinder sind viele frühzeitig den Heimweg angetreten, denn die Wetterkapriolen sind in diesem Jahr in Schlesien fatal. Von 25 Grad Minus in der Nacht plötzlich Tauwetter und dann wieder Frost, was zu vielen Unfällen geführt hat.

Grüße aus der Heimat

Horst Ulbrich

Theater in den DFK Vereinsräumen

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 13:29

Am 27.11. hatten wir die Theatergruppe einer Grundschule aus Glatz zu Gast. Eine unserer Deutschlehrer hatte den Kontakt hergestellt und die verantwortliche Lehrerin dort, wie auch die Kinder waren sofort von dem Vorschlag begeistert.

Nun sind wir in der glücklichen Lage, durch unsere neuen Vereinsräume, die durch eine breite Tür teilbar sind, eine Bühne zu improvisieren.

Während wir in in dem einen Raum gespannt warteten, kamen die Kinder vom Flur in den anderen Raum zur Ankleide, denn alle Kostüme hatte Jurek schon vorher dort deponiert.

Dann ging die Bühne auf und die Kinder haben uns mit ihrem Theaterstück sehr viel Freude gemacht. Zur Aufführung kam ein Stück über Prinzessin Marianne von Oranien und wir waren erstaunt, dass die Kinder mit 9 und 10 Jahren Mimik, Gestik und lange Monologe so perfekt beherrschten. Als kleines Dankeschön gab es nach der Vorstellung Süßigkeiten von uns, die wir in Tüten vorbereitet hatten.

Bericht

Horst Ulbrich

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16.11.2010

Kommunalwahlen in Polen

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 14:17

Am 21.11.2010 sind wieder Kommunalwahlen in Polen. Auch aus unserem DFK
Glatz stellen sich Kandidaten zur Wahl.

Im Wahlkreis Habelschwert unser Protokollführer Heinz Peter Keuten für einen Sitz im Kreisrat. Im Kreis Neurode Frau Veist aus Neudorf. Beide Kandidaten sind neu nach Schlesien gezogen und betätigen sich nun auf politischer Ebene.

In Neudorf gibt es große Proteste gegen eine geplante Steingrube die nahe dem Ortskern eröffnet werden soll. Viele Proteste hat es schon gegeben und die Wahl wird nun entscheiden, wie es weitergeht.

Von unserem Freund Julian Golak, der zum Landtag wieder kandidiert, stehen überall große Plakate und wir hoffen alle, dass er auch dieses Mal wieder in den Landtag einziehen kann. Wir teilen den Eingang unseres DFK Vereinslokals mit dem Bürgerkomitee und einem angrenzenden Büro eines Europaabgeordneten. Dadurch haben wir guteVerbindungen zur hiesigen Politik.

Persönlich habe ich mich bisher zurückgehalten und mein Wahlrecht in Deutschland behalten. Das erlischt automatisch, wenn man das Wahlrecht hier beantragt. Es ist aber auf kommunaler Ebene eine Überlegung wert, denn das würde meiner öffentlichen Kritik hier mehr Gewicht verleihen. Wir werden sehen wie es für unsere deutschen Kandidaten am Sonntag ausgeht, denn das Wahlrecht mit nur einer Daueraufenthaltsgenehmigung in Polen ist relativ neu. Früher konnte man nur mit polnischer Staatsangehörigkeit wählen und gewählt werden.

Aber wir werden immer mehr Deutsche, auch in Schlesien.

Im Jahr 2009 sind ca. 123.000 deutsche Bundesbürger nach Polen umgezogen und damit die höchste
Zahl der Auswanderungsgruppen nach Ländern!!!!

Das sollte den Dfk´s zu denken geben, denn der Anteil der „Rückwanderer“ liegt bestimmt bei 80%.

Hier weitere Neuigkeiten:

Polen ist seit 2005 Jahr für Jahr Weltmeister was die Zahl der Übersetzungen deutscher Bücher angeht. 2009 wurden 525 Lizenzen vergeben, im Jahr davor 765.

Das Zertifikat der Deutschkenntnisse des Goetheinstitutes haben bisher über 50 000 polnische Schüler und Studenten erhalten.

Mit 2. 345.480 registrierten Deutschlehrern, ist Polen das Land in Europa, in dem flächendeckend als erste Fremdsprache Deutsch gelehrt wird.

Horst Ulbrich

9.11.2010

Was die Mitglieder des DFK Glatz so leisten

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 20:26

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Liebe Freunde,

heute möchte ich Euch unser DFK Mitglied und Vizevorsitzenden JochenStraube aus Winkeldorf vorstellen.

Schon zu der Zeit, als er noch in München wohnte und Vorsitzender des Schlesiervereins dort war, hatte unser Jochen das marode Haus seiner Ahnen in Winkeldorf gekauft und es zu einer wunderschönen kleinen Pension ausgebaut. Viele Heimreisenden der Vertriebenen werden es kennen, weil ganz in der Nähe das Derhämtehäusla liegt.

Aber die Totalrenovierung seines Hauses war erst der Anfang. Als ihn die Liebe, er hatte zwischenzeitlich eine polnische Ärztin kennengelernt, ihn ganz in die alte Heimat, nach Winkeldorf umziehen ließ, da kümmerte er sich aufopfernd um die alte Dorfkirche. Dort wurden dann beim Abschlagen des Mörtels in der Kirche sogar alte Fresken gefunden und auch die ausgebauten Orgelpfeifen hatte er aus Landek wieder zurückgeholt,damit die Kirchgänger bald wieder zu Orgelklängen singen können.
Ja und weil neben der Kirche die Ruine einer Kapelle stand, hatte Jochen Straube die Idee, auch diese wieder in Stand zu setzen. Was für ein gewaltiger Kraftakt für einen Idealisten. Aber es gelang. Durch seinen Bekanntheitsgrad fand er Gleichgesinnte und Sponsoren, die ihn nach Kräften unterstützen. Da die Seligsprechung unseres schlesischen Kaplans, Hirschfelder näher rückte und der nun Selige zu Lebzeiten auch in Winkeldorf seine Wirkungsstätte hatte, wurde die Kapelle nach dem Wiederaufbau zur „Hirschfelder Kapelle“ geweiht. An den letzten Arbeiten auf dem Friedhof, um die vielen deutschen Gräber für die Feier her zu richten, waren dann auch wieder die Mitglieder des DFK Glatz mit Fleiß dabei.

Am 09.10.2010 war die Messfeier zur Einweihung mit unserem Großdechanten und dem Diakon Ewald Polhl. Bei schönstem Wetter waren viele Gläubige auch aus Deutschland dabei und der Tag bleibt allen noch lange im Gedächtnis. Alle tatkräftigen Helfer und Sponsoren sind zum Dank auf Messingtafeln in der Kapelle aufgelistet.

Wir vom DFK Glatz sind glücklich, wieder ein so tatkräftiges Mitglied im Vorstand zu haben.

Horst Ulbrich
Vorsitzender des DFK Glatz
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7.11.2010

Allerheiligen in Eckersdorf

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 23:04

Allerheiligen in Eckersdorf                 .alles-019.JPGalles-029.JPG

Ein Grund in Eckersdorf, in Schlesien begraben zu werden ist der heimische Totenkult. An Allerheiligen, nach der Messe, beginnt die Prozession auf dem Friedhof mit 5 Stationen, damit in der Nähe eines jeden Grabes die dort stehenden Angehörigen mit einbezogen werden. Zu diesem Tag reisen die Familien aus nah und Fern, viele aus Deutschland an, um bei ihren lieben Verstorbenen zu sein. Blumenschmuck und Kerzen mögen für manchen Betrachter zu üppig sein, aber jedes Familienmitglied bringt seinen eigenen Grabschmuck als Aufmerksamkeit. Der Friedhof ist dann übervoll und auch 3 Stunden Messe und Prozession sind keinem zu lang. Zum Glück dieses Jahr bei bestem Wetter, denn wir hatten an Allerheiligen auch manchmal Schnee und Kälte.

Abends bei Dunkelheit kommen alle noch einmal und der Friedhof gleicht einem Lichtermeer und leuchtet den Ankommenden schon von Weitem.

Wahrlich hier wird man nicht vergessen und auch unsere Verwandtschaft in Deutschland wird eines Tages hier die letzte Ruhe finden, das ist testamentarisch festgelegt.

Horst Ulbrich

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Eine Meinung aus Schlesien

Filed under: Allgemein — Horst Ulbrich @ 20:53

Kastor und kein Ende.

Liebe Freunde, mal etwas anderes, aber ein Thema das nervt.

Ach was für ein schönes Spektakel und man könnte fast annehmen, es wäre extra für die Medien inszeniert.

Da wurde ja speziell der Transporttermin auf das Wochenende verlegt, um nicht nur Arbeitslosen und Studenten die Gelegenheit zu geben sich in Szene zu setzen, nein auch Schulkinder wurden mit auf Demotour
genommen, damit man endlich aus dem ach so grauen Alltag wieder ein Erlebniswochenende machen kann. Auch die 20 000 Polizisten profitieren endlich von Überstunden und Wochenendzuschlägen.

Da hatten wir hier in Schlesien schon Bedenken, es würden keine Radikalen erscheinen und die Organisatoren hätten keinen Grund auf die Polizei zu wettern, weil ja um friedliche Demonstration gebeten wurde. Aber nein, auf die Radikalen ist Verlass. So war es wieder ein ereignisreiches Wochenende und es gab zum Demofest sogar einen neuen Ausdruck zu feiern: Das Schottern!!!

Die Grünen werden sich freuen mit hohen Teilnehmerzahlen glänzen zu können, denn Dank der Politik und der zeitlichen Wahl konnten neue Höchstzahlen der Demonstranten bekannt gegeben werden. Der
Steuerzahler wird die Zeche schon bezahlen und der Fernsehzuschauer bekommt, wie die Demonstranten gemeldet, wo der nächste Einsatzort der Randalierer sein wird. So verpassen auch die Reporter nicht die Übertragungsorte. In Polen wird es in Zukunft auch bald das erste Atomkraftwerk geben und falls in Deutschland einmal das Licht ausgeht, wird Polen als Nachbarland bestimmt aushelfen, denn hier wäre ein solches sinnloses Spektakel nicht möglich. Bei aller Kritik an Atomstrom steht die Versorgung an erster Stelle und wenn die Erneuerbaren, wie auch Wind und Solar nicht reichen muss eben für eine gewisse Zeit Strom aus Atomkraftwerken kommen, bis es eine bessere Lösung gibt.

Das schreibt ein Atomstromkritiker aus Schlesien.

Horst Ulbrich

30.10.2010

Seligsprechungsfeier in Kudowa

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 21:06

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Bild 1 Die Gläubigen versammeln sich im Kurpark       Zum Vergrößern auf das Bild klicken!

Bild2 Großdechant Franz Jung mit seinem Cheforganisator Dieter Schöngart

Bild 3 Ansprache des Großdechanten

Bild4 Festgottesdienst in der Wandelhalle

Bild4 Bischof Dec

Bild5 Am Grab des seligen Kaplan Hirschfelder

Bild6 DFK Stand auf der Pfarrwiese

Liebe Freunde Schlesiens,

nun ist über unseren seligen Kaplan Hirschfelder in allen Medien berichtet worden, es hat außer den Zeitungsberichten auch Sonderausgaben, Bücher und für Kinder ein informatives verständliches Büchlein gegeben.

Die Aufregung der letzten Wochen legt sich und so mancher Insider und Organisator ist auch froh, dass alles so reibungslos abgelaufen ist.

Allein die Hauptfeier in Münster im Dom und mit zwei Videowänden in weiteren Kirchen konnten die ca 4000 Gläubigen nicht fassen und es gab am Rande einige Tränen, weil nicht alle Platz gefunden hatten. Uns Grafschaftern wurde eine besondere Ehre zuteil. Wir haben mit dem Glatzer Bürgermeister und Glatzer Landrat die Hostien zum Altar gebracht. Der Besuch in Münster war allerdings für einige Teilnehmer unseres DFK auch anstrengend, denn 12 Stunden Busfahrt nach Münster und am anderen Tag wieder zurück, muss für ältere Menschen auch verkraftet werden.

Da war für uns die Anreise zu den Feierlichkeiten in Kudowa und Grenzeck natürlich kurz und die Busse aus Deutschland hatten die lange Reise zu bewältigen. Hier ist besonders zu bemerken, das unter der Leitung des Bischofssitzes in Schweidnitz die Feierlichkeiten auch hier perfekt organisiert waren. Wir Deutschen waren glücklich auch Beiträge und Lesungen in Deutsch zu hören,waren wir bei den Feierlichkeiten der Mutter Gottes in Albendorf noch enttäuscht, weil während des Hochamtes nicht ein deutsches Wort gesprochen wurde und auch für unseren Großdechant keine Redezeit einkalkuliert war.

Um so zufriedener konnten wir sein, dass sich Bischof Dec, vielleicht auf Grund des Briefes eines enttäuschten deutschen Gläubigen, eines Besseren besonnen hat und die Dankesmesse gleich Dreisprachig gehalten wurde, zur Zufriedenheit aller Anwesenden. Unserem Großdechanten wurde sogar eine besondere Ehre zuteil. Siehe Bild.

Nach der Messe dann die Prozession vom Kurpark zum Grab des Seligen in Grenzeck. Das Wetter war ideal und so konnten wir noch auf der Pfarrwiese beisammen sein, dort wurden Bigos und Getränke angeboten. Der DFK Glatz war mit einem Bücher- und Informationsstand präsent und wir haben dort wie überall uns bekannt gemacht.

Horst Ulbrich

Vorsitzender DFK Glatz

26.10.2010

Neues aus der Grafschaft

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 12:35

zeitung1.jpg Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken

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                                                                                 Schwarzer Strich  re. im Bild der Kaufhausbau vom letzten Jahr mit 500 Parkplätzen

Schwarzer Strich unten neuer Teil mit 3 D Kino links im Bild,

Kaufhäusern    und weiteren 480 Parkplätzen.  Mc. Donalts baut zur Zeit

re. im  Bild  ein Restaurant mit 130 Plätzen.

 

Info für interessierte Freunde Schlesiens

 Aufwärtstrend in Polen hält an, wie aus den Wirtschaftsmagazinen zu lesen ist.

 Auch dieses Jahr wird Polen zu den wachstumsstärksten Volkswirtschaften Europas gehören, die Banken sind stabil und der Ausblick auf die wirtschaftliche Entwicklung ist besser als fast überall in West- und Ost­mitteleuropa. In den westeuropäischen Medien wird Polen daher (noch) als »Wirtschaftswunderland« gefei­ert. Die bislang günstige Entwicklung verleitet indes zu wirtschaftspolitischer Trägheit, vor allem bei der Budgetkonsolidierung. Die aktuelle fiskalpolitische Gratwanderung ist gefährlich, da die Erwartungen an Polen angesichts des relativ guten Abschneidens in der globalen Krise hoch sind.

Diese Entwicklung ist auch in Glatz und der ganzen Grafschaft zu sehen. Überall wird gebaut und endlich erlebt auch der Straßenbau bessere Zeiten. Das Einkaufszentrum in Glatz ist gut platziert, denn die 1000 Parkplätze sind immer gut gefüllt, denn das Einzugsgebiet ist groß, da die nächsten Zentren in Waldenburg ca. 50 Km und Breslau ca. 90 Km relativ weit entfernt sind. Die Kaufhäuser, sowie Bau- und Elektrogroßmärkte und 32 mittlere Geschäfte sind in dem Zentrum fertig. Gegenüber wird nun mit Mc. Donald`s und anderen weitergebaut. Wer hätte die Entwicklung 1989 vorausgesehen? Nur das 3D Kino ist immer noch nicht eröffnet, trotz mehrerer Ankündigungen. Da hat sich wohl jemand verkalkuliert und das Geld ist ausgegangen. Auf einer großen Infotafel ist die Bekanntmachung vom Bürgermeister. Endlich soll nun die große Umgehungsstraße gebaut werden um den Transitverkehr Breslau / Kudowa und Neiße / Habelschwert aus der Stadt zu verbannen. Freitags gibt es immer einen riesen Stau um überhaupt in die Stadt zu kommen.

Die Fußballeuropameisterschaft wird wohl komplett in Polen stattfinden. Die Ukraine kann sich die Stadien nicht leisten. Polen ist da auf einem guten Weg. Auch die Autobahn um Breslau soll 2012 fertig sein . Dort entsteht zur Zeit auch die längste Brücke Europas.

Da hat man langsam Angst, das alles zu schnell geht und es keinen Motorplatzer gibt wie bei unserem deutschen Formel 1 Piloten, dem armen Vettel, der zwei Runden vor seinem Sieg am Sonntag mit Motorexplosion ausgeschieden ist.

Die Politik ist im Wahlkampf und es gibt ein Hauen und Stechen wie in Deutschland. Ein Mitglied unseres Reitvereins ist auch Kandidat zur Bürgermeisterwahl in Glatz und wollte bei der Autorallay letzte Woche einen Pokal übergeben, der aber plötzlich vom Podium verschwunden war und erst wieder auftauchte, als der Bürgermeister seine Trophäen übergeben hatte und die Presse abgezogen war. Da hatte doch jemand aus der Partei die Konkurrenz blockieren wollen. Der Schuss ging dann aber nach hinten los, denn die Presse hat dann groß über den verschwundenen Pokal geschrieben. Unser Freund und Landtagsabgeordneter Julian Golak hatte am Samstag auf die Harenda zum Empfang der Zeitungen aus Neurode und Glatz geladen. Bürgermeister, Landespräsidenten und alle die noch vor der Wahl mit den Zeitungen liebäugeln waren da.Natürlich auch die Abordnung vom DFK Grafschaft Glatz. Nach Wildschwein und gegrillten Garnelen haben wir dann getanzt, bis meiner Frau die Füße wehgetan haben.

Es grüßt aus der Heimat

Horst Ulbrich

19.10.2010

Das größte kirchliche Fest der Schlesier seit Kriegsende

Filed under: Allgemein — Horst Ulbrich @ 18:06

Liebe Freunde dieser Seite,

lange habe ich mich hier nicht mehr gemeldet, aber es gab sehr viel Arbeit. In der nächsten Zeit wieder mehr aus der Grafschaft.

Mit Erlaubnis des Autors Günther Gröger darf ich das hier veröffentlichen.

munster-001.jpgZum vergrößern auf das Bild klicken!
Wir haben bei der Seligsprechung mit dem Glatzer Bürgermeister und dem Oberkreisdirektor die Hostien zum Altar bringen dürfen.

Gerhard Hirschfelder:
Seliger der Grafschaft Glatz

Feierliche Zeremonie mit Joachim Kardinal Meisner
bei der Seligsprechung in Münster/Westfalen
am 19. September 2010

Auf den Tag genau 12 Jahre nach der Eröffnung des Seligsprechungsprozesses für Gerhard Hirschfelder im Hohen Dom zu Münster erfolgte nun am selben Ort die lang ersehnte Erhebung in den Stand der Seligen zur Verehrung durch die Gläubigen. Papst Benedikt XVI. unterzeichnete am 27. März 2010 in Rom das Dekret und bestimmte die Diözese Münster, die offizielle Seligsprechungsfeier zu gestalten.

Der Hohe Dom zu Münster

Das Gotteshaus trägt den Namen des Völkerapostels Paulus. Insofern besteht ein Bezug zum neuen Seligen, der sich besonders mit den Briefen des Hl. Paulus auseinandersetzte und ihm nacheiferte. In einer Seitenkapelle des Doms ruhen die Gebeine des Kardinals Clemens August Graf von Galen, des „Löwen von Münster“, ebenfalls ein Widerstandskämpfer gegen die unheilbringenden Lehren der Nazischergen. Kaplan Hirschfelders Ermutigung der Jugend, „Christus-Träger“ zu sein und zu bleiben, wird hier im Kirchenraum durch eine überdimensionale Christophorus-Statue symbolisiert. Ein wahrhaft sinnvoller Ort, den neuen Seligen zu würdigen. Eine Seligsprechung gab es bisher im Bistum Münster noch nicht, insofern bleibt es ein herausragendes Ereignis!

Erster Seliger aus dem Bereich der Grafschaft Glatz

Bisher richtete das Grafschafter Gottesvolk seine Bitten um Fürsprache durch die Jahrhunderte besonders an den „seligen Arnestus von Pardubitz“, der in Glatz die Schule besuchte und dessen Gebeine in der Dekanatskirche ruhen. Er wirkte als erster Prager Erzbischof (1344), erster Kanzler der Prager Universität (1348) und enger Berater des Kaisers und böhmischen wie auch römisch-deutschen Königs Karl IV., jedoch wurde er nie von der Kirche seliggesprochen.

Für Kaplan Andreas Faulhaber, der während der schlesischen Kriege vom Preußenkönig Friedrich II. 1757 persönlich zum Tode am Galgen verurteilt wurde, weil er angeblich im Beichtstuhl einem Soldaten die Fahnenflucht erlaubt haben sollte, wurde zwar eine Seligsprechung angestrebt, aber nie ausgesprochen. Ein offizielles Verfahren wurde bisher nicht eröffnet.

Lebensdaten des Seligen

Der in Glatz angesehene Kaufmann Oswald Wolff überließ seinen Sohn Gerhard Franziskus Johannes der Mutter Maria Hirschfelder, die ihn am 17. Februar 1907 als ihr einziges Kind zur Welt brachte, während der leibliche Vater Olga Einspenner ehelichte und mit ihr fünf Kinder zeugte. Gerhards Mutter verdiente ihren Lebensunterhalt als Schneiderin. Sie schaffte es, ihrem Sohn – mit finanzieller Unterstützung der Pfarrei – eine Ausbildung zum Priester zu ermöglichen. Auf eigene Bitte hin erhielt er als uneheliches Kind eine Dispens vom Weihehindernis – ab 1983 aus dem Kanon herausgenommen -, durfte allerdings seine Primizmesse am 1. Februar 1932 nicht – wie sein mit ihm zusammen geweihter Freund Ernst Heinze – in seiner Heimatpfarrkirche St.-Maria-Himmelfahrt in Glatz feiern, sondern mußte zu den Herz-Jesu-Schwestern im Kurort Bad Langenau ausweichen.

Er wurde in Tscherbeney/Grenzeck Pfarrer Augustin Hauffen als Kaplan zugeteilt und erfüllte seine Aufgaben in der Pfarrei mit 4500 Katholiken zu dessen vollster Zufriedenheit. In väterlicher Zuneigung nannte dieser seinen eifrigen Kaplan sein „Hirschla“.

Nach der Machtergreifung Hitlers kam es zu immer heftigeren Auseinandersetzungen mit den Nationalsozialisten, vor allem mit dem fanatischen und herrschsüchtigen Ortsgruppenleiter. Ständig wurde der Kaplan überwacht und bespitzelt; es folgten Vorladungen, Verhöre, zunehmend einschränkende Auflagen und gar ein Ermittlungsverfahren durch die Staatsanwaltschaft in Breslau.

Inzwischen hatte Dr. Franz Monse seine Arbeit als Großdechant begonnen und beorderte ihn im Februar 1939, um ihn vermutlich etwas aus der Schußlinie zu nehmen, nach Habelschwerdt. Dort traf er auf den Stadtpfarrer Dechant Pius Jung, einen Großonkel unseres jetzigen Großdechanten Franz Jung und übernahm zugleich die Seelsorge für die gesamte katholische Jugend der Grafschaft. Er selbst hatte fleißig bei der Jugendorganisation Quickborn mitgearbeitet, dort Anregung und Prägung erfahren, und gestaltete jetzt eine rege Jugendarbeit, mit Fröhlichkeit und Geselligkeit, mit Flöte und Gitarre beim Gruppenunterricht, und er führte Wallfahrten mit mehr als 2000 Jugendlichen durch.

Die Übergriffe und Bedrohungen durch die Nazis wurden immer deutlicher und heftiger, so daß er z. B. auch einmal überfallen und zusammengeschlagen wurde. Die Beobachtungen und Drangsalierungen, die Provokationen und das Mitschreiben der Predigten durch Parteispitzel wuchsen zur Regelmäßigkeit. Nachdem er im Zusammenhang mit der mutwilligen Zerstörung eines Bildstocks der Krönung Mariens in seiner Predigt am 27. Juli 1941 den bekannten Kernsatz an die schändlichen Übeltäter richtete: „Wer der Jugend den Glauben an Christus aus dem Herzen reißt, ist ein Verbrecher!“, wurde er am 1. August 1941 von der Gestapo ins Gefängnis nach Glatz gebracht, von dort am 15. Dezember 1941 nach einer 14-tägigen Zugfahrt mit 5 Personen in einer Einmannzelle mit einem Zwischenaufenthalt in einer Wiener Haftanstalt am 27.12.1941 unter der Nummer 28972 ins KZ Dachau eingeliefert. Nach einem Jahr voller Demütigungen, bei ungewohnt harter Arbeit, ausgehungert, fast zum Skelett abgemagert, verstirbt der Häftling Gerhard Hirschfelder am 1. August 1942. Die Lagerleitung gab als Todesursache eine Rippenfellentzündung an.

Inzwischen erschienen in deutscher und polnischer Sprache ausführliche Lebensbeschreibungen. Diese können unter den eMailadressen: glatzer-visitatur@t-online.de und frost@netgate.com.pl abgerufen werden.

Überwältigende Teilnehmerzahl

Die feierliche Erhebung Gerhard Hischfelders zur Ehre der Altäre erfolgte am 19. September 2010 im Hohen Dom zu Münster. Wegen der zu erwartenden hohen Anteilnahme wurde die heilige Handlung zeitgleich auf große Bildwände in der Überwasser- und der St.-Lamberti-Kirche übertragen. Diese Maßnahme erwies sich als sehr sinnvoll, denn alle drei Gotteshäuser waren dicht gefüllt! Rund 4000 Gläubige hatten sich hier versammelt.

Zahlreiche Bischöfe, Visitatoren, Prälaten, Priester und Diakone sowie Ordensleute und etwa 40 „Ritter vom Heiligen Grab zu Jerusalem“ nahmen an der Feier teil, die vom Metropoliten von Köln, Joachim Kardinal Meisner, geleitet wurde. Alle wurden von Domprobst Josef Alfers herzlich willkommen geheißen.

Das Grün der Bischofsgewänder, das Violett des Domkapitels und der Prälaten sowie die weißen Mäntel der etwa 40 Ordensritter mit dem leuchtend roten Jerusalem-Kreuz und 18 Fahnen ergaben zusammen ein farbenfrohes Bild!

Die festliche Zeremonie

Brausendes Orgelspiel des Domorganisten Thomas Schmitz eröffnete die heilige Handlung.

Die musikalische Ausgestaltung wurde zudem vom Grafschaft Glatzer Chor unter dem Dirigat von Georg Jaschke und dem Grafschaft Glatzer Orchester unter der Leitung von Mona Veit mit der Festmesse von Ignaz Reimann, dem Grafschafter Komponisten aus Albendorf, sowie lateinischen Gesängen der Schola Ludgeriana mit Domkapellmeister Andreas Bollendorf übernommen, ergänzt durch Lieder der Gemeinde aus dem Gotteslob.

Im Altarraum hatten die Münsteraner Bischöfe em. Dr. Reinhard Lettmann, Friedrich Ostermann, Heinrich Timmerevers Platz genommen, dazu die Vertriebenenbischöfe Dr. Reinhard Hauke, Erfurt, und em. Gerhard Pieschl, Limburg, Franz-Josef Overbeck, Essen, sowie die Visitatoren Dr. Joachim Giela, em. Winfried König, Dr. Wolfgang Grocholl, Dr. Alexander Hoffmann, Dr. Lothar Schlegel , ferner unter anderem der Prälat Martin Hülskamp, Münster, und Prälat Helmut Moll, Köln, sowie Franz M. Herzog, Bonn, Leiter der Arbeitsstelle für Vertriebenen- und Aussiedlerseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz.

Feierliche
Konzelebration beim Pontifikalamt

Joachim Kardinal Meisner zelebrierte das heilige Meßopfer zusammen mit Bischof Dr. Felix Genn, Münster, Erzbischof Dominik Duka, Prag, Bischof Dr. Ignac Dec, Schweidnitz, Nuntius em. Erzbischof Dr. Erwin Josef Ender, Rom, Bischof Joachim Reinelt, Dresden, und Großdechant Prälat Franz Jung, Münster. Es assistierten die Diakone Johannes Gröger und Ewald Pohl, während Diakon Arnold Bittner bei Ein- und Auszug mit dem Tragekreuz voranschritt.

Der Akt der Seligsprechung

Als das Kyrie aus der „Missa de Angelis“ verklungen war, wurde die offizielle Beatifikation nach der von Bischof Dr. Felix Genn vorgetragenen Bitte und der Vorstellung des neuen Seligen durch Großdechant Prälat Franz Jung von Joachim Kardinal Meisner feierlich verkündet, indem er die „Apostolische Bulle“ vom 14.09.2010 aus Rom verlas, in der Papst Benedikt XVI. kraft seiner apostolischen Autorität Gerhard Hirschfelder zur Ehre der Altäre erhebt. Sein Festtag wird auf den 2. August gelegt.

Daraufhin wurde das 3 x 5 m umfassende Kunstwerk eines Hirschfelder-Porträts enthüllt und eine neugestaltete prächtige Gedächtniskerze entzündet. Auf den Gesang des neugetexteten Hirschfelder-Liedes und die Dankesworte des Bischofs Dr. Genn folgten das Gloria der Festmesse von Ignaz Reimann und die Lesungen.

Eine aufrüttelnde Predigt

„Jugendseelsorger von solchem Format möge Gott unserer geplagten Jugend gerade heute schenken.“ und „Bei diesem jungen Priester können auch ältere Priester und Bischöfe in die Schule gehen.“

Kardinal Meisner zeigte sich einerseits begeistert von diesem „forschen, sympathischen und schwungvollen Jugendseelsorger“, andererseits auch von dessen „tiefen theologischen Kommentaren zu den Paulusbriefen“ und den Kreuzwegbetrachtungen, die der Eingekerkerte im Gestapo-Gefängnis in Glatz niederschrieb. „Die Liebe Christi drängte ihn über alle Gefahren und Widerstände hinweg.“. Sie habe ihm die Tapferkeit, die Energie des Glaubens verliehen, ein Zeuge des Evangeliums zu werden; sie gab ihm die Kraft, alle Vorsicht und Angst zu vergessen und als Prediger mutig anzuklagen: „Wer der Jugend den Glauben an Christus aus dem Herzen reißt, ist ein Verbrecher!“ „Mit seinem Gott sprang er gleichsam über Mauern von Angst, Vorurteilen, Feigheiten und Leisetretereien.“

„Und Gott ließ ihn leiden. Er hat gleichsam die horizontale Lebenslinie … durch die vertikale Gotteslinie durchkreuzt, so daß aus dem Minus seiner Widersacher das Plus seines Zeugnisses geworden ist. … Gerhard Hirschfelder ist durch und durch ein solcher Plustyp.“

3.8.2010

Sommerfest beim DFK Glatz

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 11:44

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Sommerfest beim DFK Glatz

 Nachdem wir unser Fest vom Mai wegen des andauernden Regenwetters verschieben mußten, hatten wir zu
unserem Sommerfest am 31.Juli endlich Sonne mit einigen Wolken. Da war es für unsere Senioren nicht zu heiß und die Tanz und Sangeslustigen kamen nicht zu sehr ins Schwitzen.

Eingeladen war die ganze Familie unserer Mitglieder, damit auch die Nachfolgegeneration wieder beim DFK aktiv wird. Angemeldet zum Fest waren zunächst 70, zwei Tage vor dem Termin 90 und gezählte Gäste am Festtag ca 140. Da gab es nicht einmal genügend
Sitzplätze. Aber das war kein Problem, denn Familien mit Kindern waren immer wieder auf dem Spielplatz hinter der Reithalle oder auf den bereitgehaltenen Ponys zum Reiten.

Zum Glück hatten wir genügend Grillgut und Getränke eingekauft und die Organisation hat hervorragend funktioniert. Unser 2. Vorsitzender Jochen Straube hatte mit seinem Bus den Transfer vom Kloster Glatz und zurück übernommen. Aber der größte Teil kam im Familienverband mit dem Auto und unser Parkplatz war mit über 40 PKW und dem Bus gut gefüllt. Die Jugendabteilung hatte Getränke und Kuchenausgabe übernommen, wo es zu Beginn eine lange Schlange gab, wie auch am großen Grill, wo unser Jochen der Chefkoch war und immer wieder die Hände in einem Eimer Wasser kühlte, weil sein Grill über mehrere Stunden auf Hochtouren laufen musste. Die bestellten Musiker bewiesen viel Geschick in ihrer Musikauswahl, um Jung und Alt auf die improvisierte Tanzfläche zu locken. Bei der Polonaise konnte ich endlich die ungefähre Teilnehmerzahl feststellen und die vom Spielplatz und Reithalle dazu addieren. Gern hätte ich ein gemeinsames Foto gemacht, aber die Festteilnehmer waren auf dem Gelände und den  Ställen immer unterwegs. Einige mitgereiste Chormitglieder aus Waldenburg sangen zur Freude aller und mit Ulbrichs Liederbüchern hat sich dann der DFK Glatz revangiert. Wir waren bestimmt noch nicht so gut, dafür aber laut, den alle hatten uns unterstützt. Über lange Zeit waren die Musiker arbeitslos, denn das Singen der deutschen und polnischen Lieder wollte kein Ende nehmen.  Ein rundum gelungenes Fest, das mit dem sogenannten harten Kern und den Helfern gegen 21 Uhr zu Ende ging. Es hat uns gefreut, auch eine Abordnung vom DFK Waldenburg mit dem Vorsitzenden Martin Reichert begrüßen zu können, wie auch Mitglieder des Polnisch / deutschen Freundschaftskeises aus Glatz, die wir eingeladen hatten um uns besser kennen zu lernen. Wir werden in Zukunft enger zusammenarbeiten um die Kräfte zu bündeln. Es war seit vielen Jahren wieder einmal ein großes Fest des DFK Glatz und es läßt hoffen, das Mitglieder und deren Kinder sich wieder öfter in dem neuen und größeren Vereinslokal in Glatz einfinden. Es wird dazu auch weitere Öffnungszeiten geben. Die neue Adresse ist:

DFK Glatz Okrzei Nr. 20  Glatz / Klodzko

( in der Nähe der Polizei, im Haus ist auch die Bibliothek) Es soll bald ein großes DFK Schild an der Hauswand auf uns aufmerksam machen, wir haben dazu leider noch keine  Mittel. Es fehlt auch noch an Mobiliar, z. B. Bestuhlung des großen Raumes u.s.w.

Bericht Horst Ulbrich

Vorsitzender DFK Glatz

26.7.2010

Umzug des DFK Glatz

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 10:58

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Liebe Freunde, hier eine kurze Info.

Wir sind am 24.7. endlich in neue Räume umgezogen. Es ist noch ein wenig chaotisch, weil sich in den Jahren in allen Schränken viel angesammelt hat was nicht gebraucht wird, oder zu alt ist.

In dieser Woche kommen die schöneren Arbeiten auf uns zu, wie Bilder aufhängen und alles  sortieren. Es fehlt an Regalen für die Bibliothek, viele Bücher lagen bisher in Kartons, Bestuhlung des großen Raumes, eine Tafel an der Außenfassade und vieles mehr. Aber wir sind auf dem besten Weg.

Es wird in Zukunft neue Öffnungszeiten geben, die wir im Vostand noch festlegen müssen. Aber zunächst kommt das Sommerfest bei Ulbrich, mit hoffentlich gutem Wetter am 31.7. Danach planen wir weiter. Danke für das Interesse per E-mail. Ich werde sofort informieren, wenn die Termine feststehen.

Bilder anklicken zum Vergrößern!

Horst Ulbrich

1.7.2010

Volles Programm beim DFK Glatz und viel Arbeit

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 18:29

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Da hatten wir bei schönstem Wetter, am Samstag 25.6. eine Kleinkindergruppe aus Problemfamilien bei uns. Sie leben zeitweise, oder auch für lange Zeit in Gastfamilien und wurden vom Jugendamt nach Gerichtsbeschluß dort untergebracht. Viele sind auch frei zur Adoption, wie vor Jahren auch unser Dominik zu uns gekommen ist. Die Betreuer vom Jugendamt hatten ein großes Unterhaltungsprogramm und so waren wir mehr für Technik und Beköstigung zuständig. Es wurde viel gesungen, getanzt und natürlich durfte auch jedes Kind reiten. Allerdings musste schon gegen 17 Uhr wieder gefahren werden, denn der fehlende Mittagsschlaf bei den Kleinsten machte sich nach der Aufregung dann doch bemerkbar. Wer sich für  eine Adoption mit einem polnischen Kind interessiert, möge sich bei uns melden. Wir können die Kontakte herstellen.

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Sonntag 26.6. eine Gruppe Behinderter, teilweise Rosllstuhlfahrer bei uns zu Gast. Da brauchten wir Tische und Bänke vom Vortag nicht erst wegräumen. Nur ein wenig mehr Sonnenschirme, denn es wurde sehr heiß. Da wurde gegrillt und bei Kaffee und Kuchen gab es auch einen Erfahrungsaustausch über Zuschüsse der Hilfsmittel. Auch aus unserem eigenen Magazin für deutsche Behinderte helfen wir immer wieder mal mit einem Rollstuhl für kurze Zeit aus, wenn der eigene zur Werkstatt muss. Wie bekannt verfügen wir über Roll – und Toilettenstühle, sowie Gehhilfen für bedürftige deutsche Rentner hier in der Heimat. Auch ein Pflegebett und spezielle Matratzen für  Langzeitpatienten haben wir zum Ausleihen. Für die Teilnehmer war der gemeinsame Tag wieder ein schönes Fest, denn Behinderte haben dazu wenig Gelegenheiten. Der DFK Jugend sei Dank, daß alles so reibungslos vonstatten ging. Nach den Aufräumarbeiten war um 20 Uhr dann das Wochenende ein aufregendes und arbeitsreiches. Aber es tut dem Herzen gut, denen helfen zu können, die es im Leben nicht so gut haben.

Bericht

Horst Ulbrich

DFK Glatz

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 17:53

DFK Glatz und seine Aktivitäten.Liebe Freunde des DFK Glatz.

Es ist uns nach Verhandlungen mit dem VDG Oppeln gelungen einen weiteren Kostenzuschuß für unsere neuen Räume zu bekommen. Am 25.6. hat der Stiftungsrat positiv entschieden. Wir werden also umziehen. Unser Versammlungsraum hatte incl. Küche, Flur und Büro 36,8 qm in einem Hinterhof ohne Toilette und Heizung. Dank unserer Verbindung zu unserem Seimik Abgeordneten Julian Golak mieten wir seine Büroräume in Glatz und verfügen nun über einen großen Versammlungsraum 80qm, dazu Küche, Toilette und vor allem Zentralheizung. Die alten Räume sind gekündigt und ab der nächsten Woche werden wir mit unseren Habseligkeiten umziehen. Nun fehlt uns Mobiliar, vor allem Tische und Stühle, Regale und Geschirr damit sich  unsere steigenden Mitgliederzahlen auch setzen können.

Wir unterhalten seit der Neuwahl im März 2010 auch weitreichende Kontakte zu anderen Vereinen und  Organisationen. So war auf Einladung des DFK am 27.6. eine Behindertengruppe mit Rollstühlen zum Grillen bei uns. Am Tag davor ca 30 Kleinkinder aus Problemfamilien, die nun in  Pflegefamilien leben. Enge Kontakte gibt es zu dem polnisch / deutschen Verein in Glatz, mit dem wir in Zukunft gemeinsame öffentliche Aktionen haben werden. Die Finanzierung für das nächste Jahr steht noch in den Sternen, aber es ist noch immer gut gegangen und so sehen wir optimistisch in die Zukunft.

Unsere neue Adresse ist Ul. Okrzei Nr. 20.  In der Nähe der Polizei, im Haus ist auch eine Bibliothek. Das Haus wird gerade renoviert und grün gestrichen. Später ist ein großes Schild DFK an der Hauswand.

Horst Ulbrich

Vorstandsvorsitzender DFK Glatz

Deutsches Kulturtreffen in Kreisau

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 16:02

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Niederschlesisches Kulturtreffen am 19.05.2010 in Kreiau.

Wieder einmal trafen sich die Mitglieder der deutschen sozial – kulturellen Gesellschaften,um einen gemeinsamen Tag mit viel Ramenprogramm zu verbringen.

Wir wurden  Begrüßt durch unseren  Vorsitzenden der deutschen Minderheit in Polen Herrn Gaida, durch die Vorsitzende des Bezirksvorstandes in Breslau Frau Zajaczkowska, wie auch durch den Beauftragten für Ethnische Minderheiten in Polen, Herrn Dariusz Tolearz und sie wünschten unserem Treffen einen guten Verlauf. Allerdings waren wir etwas erstaunt, daß trotz der Einladung weder der Konsul, noch ein Botschaftsvertreter an unserem Treffen teilgenommen hat. Nach den Begrüßungsansprachen begannen die vielen Gesangs- und Tanzvorführungen. Besonderen Applaus bekamen die Tanzgruppe der kleinen Kinder aus Breslau, wie auch die Musik und Theatergruppe aus Waldenburg. Wieder einmal eine gelungene Demonstration, daß die Jugend in Trachten, mit Gesängen und Tanz deutsches Kulturgut weiterhin pflegen wird. Viele Chöre in Trachten und mit Liedern aus der Heimat sorgten für gute Stimmung. Nach dem Mittagessen spielte eine Musikgruppe aus Ratibor und lud immer wieder zum Mitsingen der bekannten deutschen Lieder ein. In der Kaffeepause hatten wir Gelegenheit zu vielen Gesprächen, da sich die Gruppen wegen der Entfernungen nicht so oft treffen. Auch ich habe die Zeit genutzt, um mit Herrn Gaida und der Buchghalterin des VDG über meinen Antrag auf Zuschüsse für unser neues Vereinslokal in Glatz zu sprechen und die Dringlichkeit vorzutragen. Mit einem gemeinsamen Lied beendeten wir wieder einmal einen schönen gemeinsamen Tag. Die Abreise verzögerte sich allerdings um über eine Stunde, weil die vielen PKW die schmale Zugangsstraße zugeparkt hatten und unsere Busse dadurch nicht pünktlich abfahren konnten. Die Heimreise durch verpasste Busverbindungen aus Glatz musste unterwegs neu organisiert werden, aber unsere mobilen Mitglieder haben mit dem PKW alle sicher nach Hause gefahren.

Bericht

Horst Ulbrich

 

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