Grafschaft Glatz (Schlesien) Neuigkeiten und Wissenswertes aus Schlesien

11.11.2018

Präsentation zum Gedenktag des Brandanschlags der Synagoge in Glatz.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 14:02

 

Ein voller Saal interessierter Bürger im Museum zur Präsentation der Reichskristallnacht von Gerhard Roese.

      

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Gerhard Roese (geb. 14. Februar 1962 in Darmstadt) – deutscher Bildhauer, Kunsthistoriker und Architekt berichtete in seiner spannenden Präsentation über den Brandanschlag, aber auch über den mutigen jungen Mann aus Glatz, der trotz absolutem Dokumentationsverbot viele Bilder vom Brand der Synagoge gemacht hat.
Die Präsentationen erinnerte an das Schicksal der Synagoge in Glatz und die beginnende Judenverfolgung. Das Objekt, das 1938 aus dem Panorama der Stadt verschwand. Die Synagoge wurde nach Plänen des Breslauer Architekten Albert Grau (1837–1900) in den Jahren 1884 / 1885 im Stil des Historismus erbaut.

      

Am 9. November 1938 wurde die Synagoge durch einen Brandanschlag der Nazis zerstört. Die Geschichte von Ruth Prager und Shoshana Efrati, die während der Präsentation diskutiert wurde, ist die Geschichte der Frauen aus Glatz, die sich noch an die Synagoge erinnern.
Der im Jahre 1995 aufgestellte Gedenkstein mit einer Bronzetafel erinnert in mehreren Sprachen an die zerstörte Synagoge. Die Inschrift lautet: „Hier stand die Glatzer Synagoge, entweiht und verbrannt durch die Nationalsozialisten in der Pogromnacht des 9. November 1938.“   

Eine umfassende Dokumentation der beginnenden Judenverfolgung durch die Nazis. Der Bürgermeister und Vertreter der jüdischen Gemeinde bedankten sich bei dem Referenten.

Das Modell der Synagoge aus Aluminiumguss verbleibt im Museum mit der gesamten Ausstellung.

      

Nach der Veranstaltung trafen wir uns noch mit Vertretern der jüdischen Gemeinde im Hotel Korona zu einem Abschlussgespräch.

Bericht

Horst Ulbrich

9.11.2018

Gräber der Bergmänner nach Grubenunglück in Hausdorf.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 12:32

Es sind zum Glück weitere Spenden für das Projekt eingegangen und nun bin ich in den Vorbereitungen für die Restaurierung.

Die erste Besichtigung auf dem Friedhof bremste meine Euphorie ein wenig, denn ich wurde nach meiner Erkundigung sofort auch auf die anderen deutschen Grabmale angesprochen. Aber dazu später.

      

Zum Vergrößern die Bilder anklicken.

Nach ersten Gesprächen mit dem Friedhofsamt ist die Prozedur folgende:  Ich versuche so schnell wie möglich einen Termin beim Bürgermeister zu bekommen, denn scheinbar gab es ein Abkommen mit der Stadt Castrop-Rauxel zu dem Gräberfeld der Bergmänner. Ich denke nicht, dass die Gräber vor einer Renovierung neu zu erwerben sind. Das ergeben die Verhandlungen mit dem Bürgermeister, das Friedhofsamt hält sich da raus. Danach muss das Denkmalamt informiert werden was geplant wird. Haben wir auch die Zustimmung können wir im Frühjahr beginnen. Zu Klären bleibt noch, wo sind die Grabplatten geblieben.

      

Wer letztendlich die Grabplatten entfernt hat wird sich schwer herausfinden lassen. Viele Grabsteine, wie in Eckersdorf wurden, zu kommunistischen Zeiten, zum Straßenbau verwendet. Später haben auch Deutsche bei ihren Besuchen transportable Inschriften und Grabplatten mitgenommen. Wer kann da zur Aufklärung beitragen? Auch den Bürgermeister in Castropp-Rauxel werde ich dazu befragen.

Ein weiteres Problem auf dem Friedhof sind die beiden großen Grabmale der Familien Rose und Nave. Letzter Name ist schlecht zu erkennen. Wer kann mir dazu Angaben machen, eventuell auch den Kontakt zu den Familien herstellen. Die Familien können das Grab weiterhin nutzen, wenn jemand in der Heimaterde begraben werden möchte. Hier wird man nicht vergessen wie am Blumenschmuck der deutschen Grabmale zu sehen ist. Beide sind gut erhalten aber total verdreckt vom damaligen Kohlenstaub. Mit einem Sandstrahler ist das in einem Tag erledigt und alles ist wie neu. Wir haben das am Denkmal in Schwenz und bei Heinrich Bender mit Erfolg praktiziert.

      

Nun muss man wissen, dass der Totenkult in Polen ein ganz besonderer ist und an Allerheiligen kommen die Menschen aus ganz Europa, um zum Grab ihrer Lieben zu gehen und in stillem Gebet zu verharren. Alle Gräber werden ganzjährig gepflegt und besucht. Dazu passen unsere alten, noch erhaltenen deutschen Grabmale überhaupt nicht mehr und das ärgert die vielen Besucher des Friedhofs. Schauen wir mal ob wir das ändern können.

Nach Renovierung wird  der Bergmannsverein Neurode und Schlegel mit Uniform an der neuen Einweihung teilnehmen. Auch die Bergmannskapelle wird spielen. Zusage unseres Onkels der 2. Direktor der Grube Neurode bis zum Ende war.

Ich bitte alle Leser dabei zu helfen.

Bericht

Horst Ulbrich

5.11.2018

Filed under: Allgemein — admin @ 15:13

Liebe Leser!

Diese Website BLOG „Grafschaft Glatz (Schlesien) – Neues aus Schlesien“ erreichen Sie unter der Internetadresse:

http://blog.grafschaft-glatz.de/

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Beste Grüße
Christian Drescher

3.11.2018

Liebe Freunde dieser Internetseite.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 16:56

Deutscher Freundschaftskreis

Deutsche sozial-kulturelle Gesellschaft

Kreisverband Glatz e.V.

Niemieckie Towarzystwo Społeczno-Kulturalne w Kłodzku

57-300 Kłodzko, ul. Łukasińskiego 11

E-Mail: hulbrich@op.pl Tel./Fax: 0048 74-871 4361

 

Liebe Freunde der Grafschaft Glatz.

Ja, es ist eine hektische Zeit. Nach dem großen Aufwand, der für unser Jubiläumsfest 25 Jahre DFK Glatz nötig war, und weil ich fast gleichzeitig mit dem Filmteam MDR die ganze Woche unterwegs war, ist zu Hause vieles liegengeblieben.

Sendezeit 24.11. um 18.15 Uhr beim MDR Sachsen.

Wir danken dem Vorstand unseres Dachverbandes VDG, dass sie unsere Vorhaben unterstützen und wir zur Präsentation unserer Projekte in der Öffentlichkeit einen neuem Beamer finanziert bekamen. Zur Weiterentwicklung unseres Chores nun auch eine Gesangsanlage. Unser alter Bandrecorder hat damit endlich ausgedient.

Am Samstag, dem 17.11. kommt ein weiteres Filmteam vom Schlesien Journal in unsere DFK-Geschäftsstelle nach Glatz.

Auch sie wollen über unsere Arbeit berichten und es freut uns, dass man unsere Bemühungen für die deutsche Minderheit, aber auch für die Verständigung der Völker einem größeren Publikum vermitteln wird. Leider ist aus Deutschland immer noch wenig Resonanz, obwohl wir über 40 Einträge auf unserer Internetseite mit den Aktivitäten des DFK Glatz in der Heimat unserer Eltern publizieren, aber in der hiesigen Presse wird über uns berichtet. Das nächste, große Projekt werden die Bergmannsgräber in Neurode sein. Bisher sind 750,- € zusammengekommen und ich bin dabei die Modalitäten der Renovierung zu erkunden. Zu beachten ist, nach dem Kommunismus gibt es neue Verordnungen, auch zu den Besitzverhältnissen. Da wir vor einiger Zeit mit der Unterstützung von Fam. Sich ein ganzes Haus in der Friedhofstraße renoviert haben, wird die Stadt sich voraussichtlich wohlwollend zeigen. Einen guten Restaurateur habe ich ausfindig gemacht, die Arbeiten werden allerdings erst im Frühjahr beginnen können. Die bisher gespendeten Gelder werden für die 53 Gräber auch nicht ausreichen. Wer das Vorhaben unterstützen möchte, bitte Spende mit Stichwort Bergmannsgräber.

Wir geben uns trotz minimaler finanzieller Ausstattung viel Mühe deutsche Kultur in der Heimat unserer Eltern zu erhalten und zu zeigen. Natürlich kümmern wir uns um die Erhaltung der Muttersprache in 5 Deutschkursen für die Generationen, die nach dem Krieg geboren wurden. Danke allen Spendern, die uns immer wieder finanziell unterstützen. Ohne Euch wäre vieles nicht möglich in politisch schwierigen Zeiten. Leider sterben viele Grafschafter, die uns jahrelang geholfen haben. Deshalb erlauben wir uns um Unterstützung zu bitten.

Ko. DFK in Deutschland:

DE76 4945 0120 111 255 4349

Allen ein Vergelt`s Gott

Horst Ulbrich

Allerheiligen in Schlesien 2018.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 16:27

Der Totenkult im heutigen Polen ist wirklich ein ganz besonderer und, da ich im Westen Deutschlands geboren bin, habe ich das früher so nie erlebt.

In Eckersdorf, Kreis Glatz wurden viele meiner Familienmitglieder vor 1945 begraben. Seit über 20 Jahren wohne ich nun im Nachbardorf Schwenz und als Rückkehrer in die Heimat meiner Eltern erlebe ich dort jedes Jahr an Allerheiligen den gleichen Ablauf.

      Denkmal  Heinrich Bender oberhalb von Eckersdorf.

Zunächst eine kath. Messe in der Kirche um 12 Uhr, dann die Prozession mit 5 Stationen auf dem Friedhof. Alle Menschen stehen in stillem Gedenken am Grab ihrer Lieben und werden am Ende der Prozession vom Ortspfarrer gesegnet. Am Abend kommen alle Besucher noch einmal, wenn die Dunkelheit anbricht, um weitere Kerzen für die Nacht aufzustellen und dann gibt es immer viel zu erzählen, denn Polen kommen zu Allerheiligen aus ganz Europa nach Hause.

      

Für mich immer wieder ein bewegendes Erlebnis, hier werden die Verstorbenen nicht vergessen.

Noch eine Bemerkung:

Auch meine Schwester und meine Cousine wollten in der Heimaterde begraben werden. Ihre Urne ist aus Deutschland an den Bestatter in Eckersdorf geschickt worden und sie sind in ihrem Heimatdorf auf unserem Familiengrab beerdigt worden. Wer in der Heimaterde seine letzte Ruhe finden möchte, wir können das organisieren.

Bericht

Horst Ulbrich

Hier möchte ich noch ein Gedicht von Erhard Gertler zu Allerheiligen einfügen.

 

Gedanken beim Heimattreffen

Wer weiß noch was? – Wie sieht es aus,

Im Heimatdorf, um’s Vaterhaus?

Denn wissen möcht‘, bevor ich geh‘,

Was da, – was neu, – ich nicht mehr seh‘?

Wir alle gehen den Weg zurück,

In’s Vaterhaus, oh, welch ein Glück.

Des Lebenslauf, kein Einerlei,

War’s gut, – war’s schlecht, – es ging vorbei.

War nötig alles, was geschah?

Gedanklich ist es wieder da.

Gedanklich bäumt sich alles auf!

Nur Ohnmacht heißt der Lebenslauf.

Doch nun zu der Zufriedenheit,

Gesellt sich die Bescheidenheit.

Mögen Wege wir verschieden gehn,

Am Ende‘ … nur ein Weg….. der zu geh’n.

Erhard Gertler

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