Grafschaft Glatz (Schlesien) Neuigkeiten und Wissenswertes aus Schlesien

31.5.2020

Erster deutscher Gottesdienst nach Coronapause.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 11:29

Deutscher Freundschaftskreis

Deutsche sozial-kulturelle Gesellschaft

Kreisverband Glatz

Niemieckie Towarzystwo Społeczno-Kulturalne w Kłodzku

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Am 30.5.2020 haben wir zu Pfingsten endlich wieder einen deutschen Gottesdienst mit Pater Marian Arndt feiern können. Ein herzliches Wiedersehen mit einigen, ohne Umarmung. In der Kirche dann mit viel Abstand, bis auf Familien.

   

Ich habe Euch vermisst sagte der Vorsitzende und alle waren der gleichen Meinung. Unserem Aufruf sind dann auch nur einige gefolgt, ein Problem ist für viele ältere der Transport den wir zum nächsten Gottesdienst am 27.6. wieder organisieren wollen. Bisher waren nur 2 Personen im PKW erlaubt, ausgenommen Familien. Musikalisch wurde die Messe wieder mit Heinz Peter Gitarre und Jochen Flöte begleitet.

     Zum Vergrößern bitte auf die Bilder klicken.

Jochen sei Dank, er übernimmt schon seit Jahren Vorbereitung und Ablauf des Gottesdienstes mit Einführung,Gesängen und Fürbitten. Schön einen Religionspädagogen in unseren Reihen zu haben.

Nach der Kirche haben wir uns auf dem Kirchhof versammelt, um wichtiges zu besprechen. Die plötzliche Lockerung der Coronamaßnahmen wollen wir abwarten, denn wie im vorigen Beitrag geschrieben haben wir in Schlesien plötzlich keine Maskenpflicht mehr und Versammlungen bis 150 Personen sind wieder erlaubt. Hoffentlich geht das gut denn auch in Glatz sind die Fallzahlen steigend. Ich werde die Zeit bis zur geplanten Öffnung unserer Geschäftsstelle zum nächsten Gottesdienst am 27.6. nutzen, um den Fortgang unserer Ortsgruppe DFK Kudowa zu organisieren. Durch Wegfall der Maßnahmen können wir jetzt auch dort eine Versammlung abhalten. Ein neuer Vorstand muss gewählt werden, Öffnungszeiten sind fest zu legen, auch die Messe für die verstorbene Vorsitzende Elisabeth, wie auch die Hirschfelder Messe sind zu organisieren.

Es gibt viel zu tun, packen wir es an.

Grüße aus Glatz

Horst Ulbrich

Was ist los in der Welt?

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 10:41

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30.5.2020

Nun hört man in Deutschland ja im Fernsehen über Milliarden, ja Billionen Hilfen für die Wirtschaft und auch für alle Bürger. Aber wie geht das? Früher war das Prinzip: Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not!

Nun wurden wir in den letzten Jahren zum Ausgeben unserer Ersparnisse ermuntert, weil die Zinsen ja das Sparen unattraktiv machten. Also Schulden war das Wort der Zukunft und so haben sich viele auch in Abenteuer mit Lokalen, Geschäften und vielen, nicht sicheren Kapitalanlagen mit viel Schulden gestürzt.

Und jetzt?

Der Staat war wohl der Einzige, der in den letzten Jahren, mit den vielen Steuern davon profitierte und gespart hatte. Nun soll aus den Mitteln alles finanziert werden und auch der Staat soll sich hoch verschulden. Firmen die nur auf schwacher finanzieller Basis ihren Profit in der Zukunft sahen, der Finanzrahmen bei Minuszinsen war ja per Kredit nicht das Problem. Aber ist das Realistisch? Jetzt haben wir den Salat. Und der Staat, das heißt die Zukunft unserer Kinder spendiert jedem, noch so maroden Unternehmen Hilfe. Warum? Ja gut, es geht nur um die Arbeitsplätze und um sie zu erhalten, bevor ein totaler Wirtschaftskollaps kommt. Viel Spielraum gibt es nicht mehr. Da gibt es auch so merkwürdige Vorstellungen allen Familien 300,-€ zu spendieren, damit sie das Geld sofort wieder ausgeben, egal wie viel sie verdienen, um die Wirtschaft am Rollen zu halten. Auch die Renten sollten erhöht werden und das in der heutigen Situation. Wohin sind wir eigentlich gekommen? Ich habe eine Rente von ca 1000,-€ und kann gern auf weitere Erhöhungen verzichten, wenn die Preise so bleiben. Wer kümmert sich eigentlich darum? In jeder Zeit sind Firmen in die Insolvenz gegangen weil das Management unfähig war auch schwache Zeiten zu kalkulieren. Aber seit Jahren haben viele Unternehmen nur noch auf Wachstum und weiteren Profit gesetzt. Sind wir wirklich so unersättlich? Wachstum, Wachstum? Ich denke nach der Abwicklung der ganzen momentanen wirtschaftlichen Probleme in Europa werden wir eine andere Welt erleben. Zurück zu den Wurzeln einer Wirtschaftspolitik die in ihrer Gesamtheit Krisen übersteht und keine so große Abhängigkeit mehr von anderen Ländern, vor allem China.

Manchmal kann man auch den Eindruck gewinnen, dass auch Familienplanung mit Kindern erst dann beginnt wenn man sicher ist Kinder bald in Kita oder Kindergarten geben zu können. Nun bei home office ist das ein weiteres Problem, für die Kinder und die Eltern. Da ist die staatliche Unterstützung in Polen mit dem Gesetzt 500+ weitaus kinderfreundlicher, ein Kostenrahmen der aber auch finanziert werden muss. Eine Familie mit drei Kindern hat dann also zusätzlich 1500,- Zloty pro Monat und das ist ca. der Nettomindestlohn eines Arbeiters. Da bleiben viele Frauen zu Hause und betreuen ihre Kinder selbst, eben wie es früher normal war.

Das Neueste aus Schlesien:

Ab 30.5.um 24 Uhr, also heute, weitere Lockerung der Verordnung zum Wohle der Wirtschaft: Keine Maskenpflicht mehr in Geschäften und der Stadt. Versammlungen bis 150 Personen sind wieder erlaubt. Die große Freude bricht aus und es gibt schon Verabredungen für Heute um 24 Uhr, um die Freiheit entsprechend zu feiern. Mit Countdown und runterzählen wie zu Sylvester ist das bei einigen Gruppen geplant. Und dann mit Hurra und Küsschen? Aber geht das gut?

Durch unsere Kontakte weiß ich von einer Klinik in Breslau die überfüllt ist und der zuständige Virologe dringend von Lockerungen abrät. Die App des Glatzer Bürgermeisters zeigt einen Anstieg der Infizierten im Glatzer Raum auf 177 und 42 werden im Krankenhaus betreut. Wir, der Vorstand des DFK Glatz werden abwarten wie sich die Situation nach Lockerung der Maßnahmen entwickelt und planen unseren normalen Betrieb mit Öffnungszeiten ab dem nächsten deutschen Gottesdienst am 27.6. Ich werde frühzeitig hier berichten. Hoffen wir zunächst, dass die Befürchtungen des Virologen nicht eintreten und wir den ganzen Horror überleben.

Ich wünsche allen von Herzen, bleibt gesund.

Es grüßt aus Glatz

Horst Ulbrich

30.5.2020

Corona in Schlesien.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 09:59

Deutscher Freundschaftskreis

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 Glatz, den 20.5.2020

Die Fallzahlen und deren Auswirkungen:

Nun sehen wir in Glatz ja deutsches Fernsehen und sind bestens über die Zustände in Deutschland informiert. Dazu sind die veröffentlichten Zahlen in Polen moderat mit 18.000 Infizierten und ca. 700 Todesfällen. Wie weit man den Zahlen trauen kann? Schön wäre es, aber wer wenig testet, hat wenig Infizierte. Die Zahlen in unser geliebten Heimat scheinen jedoch noch gering zu sein.

Anders in Oberschlesien. Seit Anfang Mai bildet Ruda Śląska neben anderen Städten im oberschlesischen Ballungsgebiet, in dem 4,5 Millionen Menschen leben, den größten Pandemie-Hotspot Polens. Derzeit gibt es rund 18.000 gemeldete Corona-Fälle im ganzen Land, darunter 5000 in Schlesien und davon etwa1000 Bergarbeiter (Stand vom 15.05.). Die Tendenz ist steigend. Von den täglich neu gemeldeten Fällen kommen derzeit regelmäßig zwei Drittel aus Oberschlesien.

Derzeit wurde die Produktion in drei von den 30 oberschlesischen Gruben eingestellt. Größtes Problem ist die Enge in den Förderkörben, wo 48 bis 120 Arbeiter dicht an dicht einfahren. Ein Weiteres ist die Nähe in der Umkleide und den Duschen. Viele Leser, die im Bergbau Neurode und Schlegel gearbeitet haben, kennen das aus eigener Erfahrung.

Polens Energieversorgung basiert zu 80 Prozent auf Kohle. Im Bergbau arbeiten 90.000 Menschen, weitere 90.000 sind in den Unternehmen beschäftigt, die mit dem Bergbau zusammenarbeiten und wir hoffen, nicht auch noch ein größeres Energieproblem zu bekommen, wenn die Zahlen weiter fortschreiten.

Wirtschaft:

Eine Nachricht des Breslauer Bürgermeisters würde in Deutschland jeden Kleinunternehmer und Restaurantbesitzer erfreuen. Er gab Folgendes bekannt:

Breslau erweitert sein Hilfspaket für Unternehmer. Für einen symbolischen Zloty – Miete für die Anmietung eines Geländes und kostenlos für gastronomische Gärten.

Die Verordnung ist im Zusammenhang mit der Coronavirus-Epidemie bei Dienstleistungen und Handel anzuwenden. Es geht unter anderem um die Eigentümer von Restaurants, Cafés, Schönheitssalons, Buchhandlungen, Bekleidungsgeschäften, Schuhgeschäften und Geschäften mit Haushaltsgeräten. Das Angebot kann von Personen genutzt werden, die keine Zahlungsrückstände bei der Zahlung von Gebühren und Mieten von mehr als zwei Monaten bei der Gemeinde haben – betont Marcin Urban, der Schatzmeister von Breslau, und fügt hinzu, dass diese Form der Unterstützung mindestens bis zur Aufhebung der Epidemie andauern wird, während ihre mögliche Verlängerung davon abhängt, wie sich die Situation entwickelt.

Situation in der Grafschaft:

Ich war erstaunt, wie diszipliniert die Bevölkerung alles befolgt, was gefordert wird. Natürlich in der Innenstadt und den Geschäften Masken und Handschuhe. Da wir privat in der Zeit der Einschränkungen renovieren, bin ich oft im Baumarkt, wo ein Wachmann sofort auf das Desinfektionsgerät hinweist. Ohne Maske kein Einlass und bisher nur doppelt so viele Kunden wie es Kassen gab. Dort auch nur mit Absperrungen auf 2 Meter zur Kasse. Kommt ein Kunde raus, darf der Nächste rein. Von 10 bis 12 Uhr in den Lebensmittelläden haben nur Rentner Einlass. Das war bis zur Lockerung ab 15.5. der Fall. Ein drastisches Beispiel erlebte ich beim Kauf eines Kasten Bier in Eckersdorf, wo ich ohne Handschuhe war und den leeren Kasten in den Händen hielt. Ich wurde sofort des Geschäftes verwiesen, durfte dann am Eingang neue Handschuhe nehmen. Die Besitzerin erzählte, dass die Polizei auch auf den Dörfern kontrolliert und sofort Strafen, 500,- Zloty für den Kunden und 1000,- für den Ladenbesitzer, verhängt. Die Stadt war bis zu den neuesten Lockerungen wie ausgestorben. Nur Lebensmittelgeschäfte und Baumärkte waren offen. Viele unserer Freunde renovieren wie wir ihre Wohnungen und die Baumärkte profitieren davon.

Der DFK Glatz:

Nun hatten wir Ende 2019 den Fäkalienschaden, wo aus der Toilette plötzlich eine meterhohe Fontäne kam und sich ins Büro, die Küche und den Gemeinschaftsraum ergoss und sich plötzlich alle Fäkalien bis aus dem 4. Stock in unseren Räumen verteilten. Bis Februar haben wir mit Entsorgung und Möbelbau verbracht, da auch die Möbel die Jauche angesaugt hatten und entsorgt werden mussten. Und gerade, wo ein normaler Betrieb mit unseren Deutschkursen, Chor, Buchbesprechungen und Treffen der Mitglieder begann, da mussten wir wegen Corona und den Versammlungsbeschränkungen schließen. Ich hatte auf unserer Internetseite Neues aus Schlesien berichtet. Dazu kam jetzt auch noch der Tod unserer geliebten Elisabeth Kynast, Leiterin unserer Ortsgruppe DFK Kudowa, und ein Haufen Arbeit. Unsere alten und kranken Mitglieder versorgen wir mit wichtigen Medikamenten, auch Hilfsmitteln von Gehstöcken bis Pflegebetten aus unserem Zentrallager. Der nächste Hilfstransport kommt nun auch erst am 1. August, der uns sonst immer in der Karwoche erreichte. Täglich telefonieren wir nun, um auch Einkäufe für unsere älteren, gehbehinderten Mitglieder zu bewerkstelligen. Ein Treffen mit einigen Mitgliedern vom DFK Kudowa in Tscherbeney habe ich dann im Freien organisiert, denn eine Mitgliederversammlung ist ja nicht möglich. Frau Maria Twertetschka wird voraussichtlich den Vorsitz übernehmen, wenn eine ordentliche Wahl der Mitglieder im Grenzbezirk Polen / Tschechien wieder möglich ist. Bis dahin hoffen wir alle gesund zu bleiben.

Das wünsche ich von Herzen auch allen Lesern.

Ihr / Euer Horst Ulbrich

4.5.2020

Flaggenwegsel zum 1. Mai

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 14:00

Na was ist denn richtig?

So……..

 

       oder so….. 

und damit meine ich nicht die Richtung rechts oder links.

In Schlesien war es ja nach dem Krieg, bei Androhung von Strafe, Pflicht die polnische Fahne an jedem Haus, möglichst an jedem Fenster zu zeigen. Das ist natürlich seit der Wende in Polen nicht mehr so. Aber an vielen Häusern ist das, nun freiwillig , immer noch Brauch.

Da unsere Fahnen an der Reithalle über den Winter sehr gelitten haben und jedes Jahr erneuert werden, war das auch am 1.Mai wieder fällig.

Aber was ist das denn? Wer hat sich da so vertan? Aber schnell wieder auf das Hallendach und umgedreht.

Beim DFK Glatz immer noch kein normaler Vereinsbetrieb. Ich hoffe aber auf baldige Lockerungen der Versammlungsfreiheit damit wir uns in den Vereinsräumen wieder treffen können. Wir hoffen dann auf einen Neustart unserer Deutschkurse die zur Zeit natürlich auch nicht stattfinden können. Bei der letzten Vorstandssitzung mussten wir einen anderen Finanzierungsrahmen festlegen und hoffen das so realisieren zu können. Die Jugend hat mit dem Unterricht schon online mit Frau Patzwald begonnenen. Von der Uni Breslau gab es dazu ein Programm wo alle Schüler mit dem Lehrer Verbindung haben und Aufgaben übernehmen können. Voraussetzung ist natürlich ein PC und Onlineanschluss für alle. Das werden wir nach Corona neben dem Unterricht in unseren Räumen auch weiter beibehalten.

In Schlesien hat es endlich geregnet und wir hoffen auf weitere Niederschläge denn es ist immer noch viel zu trocken. Vielleicht passt ja mal der Kalenderspruch:

Ist der Mai kühl und nass, füllt es dem Bauern Scheuer und Fass.

Horst Ulbrich

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