Grafschaft Glatz (Schlesien) Neuigkeiten und Wissenswertes aus Schlesien

24.2.2019

Fasching in Polen???

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 21:19

Man glaubt es kaum.

Meine ersten Erfahrungen mit Fasching in Polen waren schön. Es wurde viele getanzt, aber alle Herren im Anzug mit Krawatte, die Damen in entsprechender Kleidung. Im Laufe der Zeit ist es mir gelungen Fasching des DFK Glatz zu einem Kostümfest umzuwandeln und unsere Mitglieder geben sich große Mühe. Unsere nächste Veranstaltung ist am 2. März.

Letzten Samstag, 23.2. waren meine Frau und ich, wie schon oft zu einer privaten Familienfeier eingeladen und wurden um entsprechende Verkleidung gebeten. Na gut, Cowboy geht immer und so sind wir mit Speisen und Getränken für uns zwei gestartet, denn alle Gäste wurden aus Kostengründen gebeten alles selbst mitzubringen.

Schon beim Eintritt hörten wir großes Gelächter und sahen auch bald woran das lag. Alle hatten sich zu meiner Überraschung große Mühe gegeben und der Beginn glich einer Foto Show.

      

Zum vergrößern die Bilder anklicken.

Ein D J mit zusätzlichem Entertainer der auch gesanglich talentiert war sorgte für gute Stimmung. Über 70 Mitglieder einer Familie hatten das organisiert und um 21 Uhr wurde das älteste Familienmitglied abgeholt, prämiert und alle tanzten um die Großmutter herum.

      

Danach Musik für das junge Volk unterbrochen von lustigen Tanzspielen die der Entertainer zelebrierte. Natürlich und wie üblich bei Festen mit Polen waren auch hier die Tische überladen mit unterschiedlichen Salaten und Speisen, ja natürlich auch mit viel Wodka. Zu bemerken bleibt aber, die ganze Nacht habe ich keinen richtig Betrunkenen gesehen, nur lustige Menschen in Feierlaune.

      

Kleiner Tipp von mir, Vodka als Drink mit Apfelsaft verträgt sich gut, ist nicht so aggressiv und schmeckt auch. So habe auch ich die Nacht durchgehalten und nach einem Superfest kamen wir dann erst in den Morgenstunden nach Hause.

Bericht

Horst Ulbrich

16.2.2019

Holocaust Denkmal in Glatz.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 19:34

Ein Thema, dass auch hier die Zeitungen füllt. In der Übersetzung ein Beitrag einer Abgeordneten des Sejm.

Im Rahmen der Völkerverständigung wird der DFK Glatz, in Kooperation mit der Stadt Glatz, eine neue Tafel mit dem bestehenden Text fertigen und anbringen lassen.

   Zum Vergrößern bitte das Bild anklicken.

Siehe schwarzen Beitrag.

Beitrag aus der Zeitung:

Hassreden sind der Anfang allen Übels. Bleiben sie unbestraft und toleriert, so bestärkt man sie noch. Bei Antisemitismus und Fremdenhass handelt es sich nicht um eine Frage von Ansichten. Sie müssen vielmehr mit aller Kraft bekämpft werden. Jemand hat des Nachts die Gedenktafel abgerissen, die an der Stelle der früheren Glatzer Synagoge an deren Zerstörung während des Pogroms im November 1938 erinnerte. Am 27. Januar war der Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust. Ich habe geschrieben, dass dieser Tag uns ermahnen und daran erinnern soll, wozu Hassreden führen.

Wir alle haben die gemeinsame Aufgabe und Verantwortung, an die Verbrechen und Opfer des Zweiten Weltkriegs zu erinnern und die junge Generation in diesem Sinne zu erziehen. Wir haben die Pflicht, Hass zu bekämpfen und davor zu warnen sowie Antisemitismus, Fremdenhass, Rassismus und Homophobie zu bekämpfen.

In besonderer Verantwortung stehen dabei die Regierenden, deren Schweigen und Unterlassung angemessener Reaktionen dazu führen, dass diese höchst negativen Erscheinungen und Vorgänge sich immer weiter ausbreiten und unbehindert die Straßen unserer Städte erobern. Und die Regierenden tragen hier eine Mitverantwortung. Eine Tolerierung von Hassreden endet nämlich stets in gefährlichen Aktionen.

So liegt die Mitverantwortung auf Seiten der PiS in der Tolerierung des wegen öffentlichen Verbrennens des Judensterns gerichtlich verurteilten Antisemiten Rybak sowie der Nationalisten, die gestern mit antisemitistischen Parolen durch Auschwitz marschierten. Unglaublich, dass die PiS-Regierung dies zulässt! Ich kann nur hoffen, dass die Glatzer Polizei den oder die Täter fasst und diese sich vor Gericht verantworten müssen.

Antisemitismus ist nicht eine Frage von Ansichten. Antisemitismus ist ein Übel, das es zu brandmarken gilt!

Ich bin während eines Gesprächs mit Herrn Michał Piszko, dem Glatzer Bürgermeister, übereingekommen, dass wir mit Hilfe aller Bürger des Glatzer Landes das zerstörte Denkmal wieder aufbauen wollen.

Monika Wielichowska

Abgeordnete des Sejm Republik Polen

Übersetzung aus dem Polnischen von H.-P. Keuten, Originalartikel in der „Gazeta Kłodzka“ von 08.02.2019, auch im Internet nachzulesen unter http://klodzko24.eu/448404159/rasizm-w-klodzku.

12.2.2019

Wer kennt Paul Kaupert?

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 21:19

Was lange währt, wird endlich gut. Vor ca. einem Jahr kamen unsere älteren Frauen zu mir und haben geweint. Am Glatzer Friedhof werden die Grabstellen knapp und Gräber mit abgelaufener Zeit werden abgeräumt. Das Grab von Paul Kaupert, Organist, Komponist und Chorleiter in der Stadtpfarrkirche Glatz, sei auch schon gekennzeichnet.

Horst, das musst Du verhindern…. So habe ich dann sofort die Friedhofsverwaltung aufgesucht und um lange Diskussionen zu vermeiden und sicher zu sein, die Grabstelle sofort neu gekauft.

  Der Name war auf dem eisernen Kreuz kaum noch zu erkennen.  Zum Vergrößern das Bild anklicken.

Am nächsten Tag dann mit den Frauen die Grabstelle aufgesucht und sie in einem erbärmlichen Zustand angetroffen. Nun hatte ich die Grabstelle erworben, aber in dem Zustand konnte sie auch nicht bleiben. Wie bekannt, kümmern wir uns auch um alte deutsche Denkmäler, wie bei Heinrich Bender oberhalb von Eckersdorf oder dem schönen Denkmal in Schwenz, wo uns die Restaurierung mit der finanziellen Hilfe einiger heimattreuer Sponsoren gelungen ist.

  Nach der Restaurierung.                  Denkmal in Schwenz.

Nun eine neue und notgedrungen spontane Herausforderung mit dem Grab eines verdienten Glatzers. Der neue Organist der Kirche, Szymon Woloch, hat sich sofort verpflichtet, sich langfristig um einen guten Zustand der Grabstelle zu kümmern. Nun hatte ich einen Plan und mit der Friedhofsverwaltung die Neuordnung geplant. Leider wurde es in der Zwischenzeit Winter und die Steinmetze stellen dann immer ihre Produktion ein. Aber nun im Frühjahr war der Stein für Paul Kaupert die erste Maßnahme und die Grabstelle ist wieder in einem guten Zustand. Wir werden uns am kommenden Samstag zu seinen Ehren mit dem Chor dort versammeln und seiner gedenken.

Wer unsere Arbeit in der Heimat und die Renovierung der Grabstelle unterstützen möchte.

Die Ko. Nr. Schlesienhilfe in Deutschland ist                 DE02 4945 0120 111 255 1179.

Unsere nächste Aufgabe gegen das Vergessen sind die Gräber der Bergmänner in Neurode. Auch dort werden wir bald mit der Arbeit beginnen können.

Bericht

Horst Ulbrich

11.2.2019

Besuch bei Sponsoren unserer Hilfsaktion für Schlesien.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 12:59

Wie schon mehrfach geschrieben, erreicht uns immer vor Weihnachten eine Spendensammlung aus den Kirchengemeinden Bukow und Königs Wusterhausen bei Berlin mit Süßigkeiten, Backzutaten, auch guter Winterkleidung für unsere Bedürftigen. Aber es gibt auch finanzielle Unterstützung für unser Sozialprojekt, wie die Unterstützung des Mädchens Wiktoria, der nach der Geburt drei Gliedmaßen amputiert werden mussten. ( Ich habe mehrfach darüber berichtet.)

      Zum Vergrößern bitte das Bild anklicken.

Eine Einladung zu einem Schlesierabend mit der Präsentation unserer Arbeit in der Grafschaft Glatz habe ich gern angenommen. Nach der Abendmesse versammelten sich dann viele Interessierte im Gemeindesaal und ich konnte mich dort persönlich für die geleistete Hilfe über Jahre bedanken. Natürlich haben wir auch Werbung für die schlesische Heimat und unsere Projekte mit den Rollups gemacht, die viele Interessierte anlockte. Meinen Vortrag habe ich dann mit Bildern unserer Präsentation und per Beamer anschaulich machen können.

   

Die Organisatoren des Abends bedankten sich dafür mit einem außergewöhnlichem Geschenk. Der Abend klang aus mit Heimatliedern und vielen Gesprächen mit Freunden, auch für das leibliche Wohl war sehr gut gesorgt. So kamen wir erst nach Mitternacht bei Andreas Klose, einem der Organisatoren, an. Ich möchte nicht vergessen Ludolf Sonntag zu erwähnen, denn er hat mit seiner Frau und Helfern wohl die größte Vorarbeit des Abends geleistet.

      

Wieder ein wunderbarer Abend mit Freunden, die unsere Arbeit im Glatzer Land unterstützen. Ohne Euch wäre vieles in der Heimat nicht zu realisieren.

Bericht

Horst Ulbrich

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