Grafschaft Glatz (Schlesien) Neuigkeiten und Wissenswertes aus Schlesien

15.1.2026

Wiktoria findet ihren Weg:

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 19:56

DFK Glatz will Wiktoria dabei auch 2026 helfen

Nein, es ist kein guter Start ins Leben für die kleine Wiktoria:  2004 kam sie im Krankenhaus in Bad Altheide zur Welt, sie besitzt nur einen Beinstumpf und nur den linken Arm – die anderen Gliedmaßen fehlen ihr. Ihre deutschsprachige Mutter hat den Säugling damals wohl aus Verzweiflung im Krankenhaus gelassen und dort zur Obhut übergeben. Sie hat sich weiter auch nicht um ihr Kind gekümmert.

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Doch die kleine Wiktoria hatte Glück im Unglück: Eine Krankenschwester, die sie im Leiden ihrer ersten Jahre begleitete und pflegte, adoptierte dann das behinderte Kind, als es drei Jahre wurde, und gab ihre ganze Kraft für dieses besondere Mädchen. Sie hatte wohl bemerkt, wie viel Stärke und positive Energie in diesem scheinbar so hilflosen kleinen Patienten steckten.  Liebevoll behütet und von großer Fürsorge durch ihre neue Mutter umgeben, fand der Lockenkopf seinen Weg: Zum Kindergarten, zur Schule – ihre Mutter hat sie im Kindergarten und später in der Schule über die Treppen in die Klassenräume getragen, in der großen pause zur Toilette und wieder zurück in den Unterricht, dass aus Wiktoria, entsprechend ihrem Namen, trotz der vielen Behinderungen eine Siegerin werden konnte.                                                                                                                      Diese volle emotionale Zuwendung kostete der Mutter aber auch viel Kraft und Geld.  So wurde schließlich auch der DFK Glatz durch unser Mitglied Mirek aus Rückers auf Wiktorias Schicksal aufmerksam. Zunächst eine Bestandsaufnahme durch den Vorsitzenden Horst Ulbrich, der die schwere Situation der kleinen Familie kennenlernte und alle Mängel notierte und fotografierte und sofort eine Hilfsaktion für das Kind startete.

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Durch Bekanntmachung im Internet, dem Grafschafter Boten und anderen Zeitungen, sowie dem Malteser Hilfsdienst in Telgte kam die erste Unterstützung zustande. Ein elktrischer Rollstuhl wurde gespendet, aber ein Schlammweg führte zum Haus und dort über 2 Stufen in die Wohnung. Der DFK organisierte Steine über den zuständigen Bürgermeister, Schotter und Bagger von einem Bauunternehmen. Auch unsere Mitglieder halfen beim Anlegen eines trockenen und festen Zugang zum Haus.

           Bei einem der vielen Besuche. Hilfe der Malteser.

Nun konnte Wiktoria über die ebenerdige Garage das Haus erreichen und im Sommer selbstständig zur Schule in der Nähe fahren. 2014, Wiktoria war schon 9 Jahre wurde sie langsam für die Mutter die sie ständig in vielen Anlässen noch tragen musste, zu schwer. Auch die hygienischen Umstände im Haus, sowie die Erreichbarkeit von Toilette und Bad waren mit dem E-Rolli wegen der zu engen Türen im Altbau nicht zu erreichen. Durch die Initiative der Malteser wurde auch die Zeitung in Münster auf das Kind aufmerksam und beim nächsten Hilfstransport war auch ein Reporter dabei, der über das Schicksal in der Zeitung berichtete. Eine große Hilfsaktion wurde gestartet, auch eine Musikschule in Münster hatte bei einer Veranstaltung für Wiktoria 3065,-€ gesammelt. So entstand aus dem Garagentor eine Glaswand mit einer breiten und ebenerdigen Tür. Aus der Garage wurde Wiktorias Zimmer, das sie nun selbstständig erreichen konnte.

   

Der DFK Glatz hat weiterhin überall das Schicksal bekanntgemacht und Spenden gesammelt. Dazu nahm die Mutter einen hohen Kredit auf das Haus auf. Aber so konnte das Bad behindertengerecht umgebaut werden. Eine Wanne, in den Boden eingelassen, kann sie nun ohne Hilfe zum Baden und Duschen selbstständig erreichen. Auch ein höhenverstellbares Waschbecken kann sie nun mit dem verbleibenden Arm in die gewünschte Höhe bewegen.

Für den gesamten Umbau konnten damals ca 40 000,- € gesammelt werden, die je nach Spendeneingang der Familie übergeben wurde. Allen Spendern ein großes „DANKESCHÖN“, insbesondere den Maltesern, der Musikschule Münster, den Lesern des Grafschafter Boten und weiteren Helfern aus Deutschland und Österreich. Trotzdem hat die Pflegemutter noch einen hohen Kredit zu zahlen. Die staatliche Hilfe zum Umbau war lediglich 8000,- Zloty, ca 1800,-€.

Auch Wiktoria und ihre Mutter sind allen deutschen Unterstützern sehr dankbar. Nach erfolgreichem  Umbau hatten wir lange Zeit keinen Kontakt. Als zu Weihnachten 2025 wieder Spenden eingegangen sind habe ich Wiktoria besucht und eine junge Frau, Wiktoria ist nun 22 Jahre alt, empfängt mich an der Tür.

Dank ihrer erfolgreichen Schullaufbahn – bestes Abitur ihres Jahrgangs am Gymnasium studiert Wiktoria nun schon im 3. Semester in Breslau Psychologie. Auch diese Veränderung hat die Mutter mit großem Einsatz ihrer schwerbehinderten Tochter ermöglicht: Beide wohnen nun zusammen im Studentenwohnheim in Breslau weil Wiktoria noch Unterstützung in allen Lebensbereichen benötigt.

Psychologie ist kein einfaches Studium. Vielleicht deshalb hat die Universität Breslau die entsprechenden Lehrveranstaltungen in die oberen Stockwerke des ehrwürdigen historischen Gebäudes gelegt, zu denen es aber bisher keinen Aufzug gibt. Nicht nur ich war zu Tränen gerührt, dass die Mutter an jedem Studientag ihre Tochter zwei Stockwerke hoch in den Hörsaal trägt und dann wieder zurück, um Wiktoria das Studium zu ermöglichen.

Auch die Universität hatte ein Einsehen und baut derzeit tatsächlich – vielleicht wegen Wiktoria? – einen Fahrstuhl in das Gebäude. Zum Semesterbeginn 2026, also nicht mehr fern, soll der Fahrstuhl fertig sein. Dann kann Wktoria mit ihrem elektrischen Rollstuhl die Vorlesungen ohne Hilfe in den höheren Stockwerke erreichen.

Am PC hat sie unglaubliche motorische Fähigkeiten entwickelt: Sie schreibt mit den Fingern ihrer einen Hand sehr viel schneller als viele andere, die mit zehn Fingern schreiben. Sie ist eine wissbegierige, erfolgsbetonte junge Frau geworden. Dennoch bleibt ihr großer Traum, nun, da sie ausgewachsen ist, endlich eine Prothese für den fehlenden rechten Arm zu bekommen. Jedoch kann die Mutter die Zuzahlung, die dafür in Polen erforderlich ist, allein nicht leisten, wie sie mir versichert hat.

So brauchen Wiktoria und ihre Mutter auch weiterhin Zuwendungen und finanzielle Unterstützung. Besonders sollten wir Wiktorias großen Traum der Prothese als rechten Arm unterstützen. Das wird im lebenspraktischen Bereich eine große Hilfe sein. Helfen Sie weiterhin Wiktoria auf ihrem Weg?!

     Letzter Besuch Weihnachten 2025.

Vielleicht finden wir in Deutschland auch eine Klinik, die alle Maßnahmen und Operationen für die Anpassung der Prothese bei Wiktoria kostengünstig durchführt? Jedenfalls sind wir derzeit ebenfalls auf der Suche nach einer solchen Klinik.         Alle die Wiktoria kennen gelernt haben sind von ihren Fortschritten und ihrer Entwicklung begeistert; wir sehen aber auch den großen materiellen Bedarf, den die Mutter allein unmöglich abdecken kann.

Wiktoria ist die große Ausnahme einer ehemals hoffnungslosen Situation, die zu einem selbstständigen Leben und eigenem Beruf kommen kann.

Wiktoria hat ein Kämpferherz und sie wird bei einer solch aufopfernden Mutter eine gute Psychologin. Vielleicht gelingt es auch, sie einmal sie zu einem Urlaub einzuladen, oder den Beiden eine gemeinsame Freizeit zu organisieren. Die Mutter hat alle Orden dieser Welt verdient und wirkt so erfolgreich  im Verborgenen für einen Menschen, der ohne sie keine Chance im Leben hätte. Ich habe die allergrößte Hochachtung vor dieser Frau.

Ja, Wiktoria bleibt eine große Aufgabe für unsere sozial engagierten Mitglieder, Freunde und Partner. Deshalb bitten wir als Vorstand des DFK alle unsere Mitglieder, Freunde, Förderer und Partner auch 2026 wieder um ihre Unterstützung und ihre Spende für Wiktoria.

Wer unser Engagement für Wiktoria unterstützen möchte:
Konto Schlesienhilfe,   DE02 4945 0120 111 255 1179     Stichwort Wiktoria

Schon jetzt, auch im Namen von Wiktoria und ihrer Mutter ein herzliches „Vergelts Gott“!

DFK Glatz, Horst Ulbrich

 

2.1.2026

Zum Neuen Jahr.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 17:35

Zum Neuen Jahr –
wir starten sofort wieder am 03. Januar!

Zu Beginn des Neuen Jahres wünschen wir allen Mitgliedern des DFK, unseren vielen Freunden sowie ganz besonders den Förderern und Unterstützern in Deutschland, in Österreich, in der Schweiz .

Viel Erfolg, alles Gute und positive Erfahrungen
bei allen Aktivitäten in der Heimat und auch sonst 2026!

Der DFK lebt mit Ihnen und Dank Ihnen –
wir bleiben in der Heimat aktiv.

Ja, Kultur und Tradition unserer Grafschaft Glatz leben und lassen sich erleben – auch 2026.

Umso lieber laden wir an jedem Samstag ab ca. 11 h bis ca. 14 h in unsere Geschäftsstelle in.Glatz ein.

Auch schon am Samstag, 03. Januar 2026 geht es dort mit Gesprächen und Planungen weiter –

Der DFK lädt auch 2026 ein!

Viele liebe Grüße

Peter Becker

22.12.2025

DFK offen auch am Samstag 27.12. 2025

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 17:54
DFK Glatz – auch „zwischen den Jahren“ für jedermann geöffnet

Der DFK Glatz ist ganzjährig aktiv. Deshalb laden wir alle Interessenten
herzlich ein zu unseren regelmäßigen Treffen am Samstag – nun auch
„zwischen den Jahren“:
Auch am Samstag, 27. Dezember, von 11 h bis ca. 14 h 
werden wir uns über aktuelle Themen austauschen und bestimmt auch
Rückblick auf die dann zurückliegenden Festtage 2025 halten.
Übrigens: Schon steht die nächste Unternehmung des DFK an.
Unser rührige Chor unter Leitung von Ilse Hirschner wird am
letzten Dienstag des Jahres wieder im Schloss Fürstenstein (Ksiaz)
bei Waldenburg am Treffen der Chöre teilnehmen.
Ein weiteres Zeugnis, wie sehr die deutsche Kultur auch gegenwärtig
im Glatzer Land und in Schlesien gelebt und gepflegt wird.
Es berichtet Peter Becker.

19.12.2025

Weihnachtsfest des DFK Glatz e.V.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 18:34

Am Samstag 13. Dezember und Vorabend des 3. Advent haben wir unser Weihnachtsfest des Vereins gefeiert.

In diesem Jahr im kleineren Rahmen und ohne Den DFK Waldenburg zu denen eine große Verbundenheit besteht. Viele Feste feiern wir gemeinsam, denn in den schwierigen Zeiten müssen wir uns gegenseitig unterstützen.

In diesem Jahr hatten wir zu einer größeren Veranstaltung keine Finanzen und so haben trotzdem über 40 Mitglieder teilgenommen.

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Wir begannen traditionsgemäß mit einem deutschen Gottesdienst in der  Klosterkirche der Klarissen. Unser Chor, unter der Leitung von Frau Ilse Hirschner begleitete die Messe musikalisch. Danach nur einige Schritte zum Gemeindezentrum in unserer Straße, wo unsere Helfer schon Tischdekoration und Verstärkeranlage vorbereitet hatten. Da viele ältere Mitglieder einen weiten Weg von Kudowa oder Habelschwerdt hinter sich hatten, gab es zunächst ein deftiges Mittagessen.

Bei Glühwein und Plätzchen von einem treuen, fördernden Mitglied aus Berlin, sorgten die Glatzer Sänger für die richtige Weihnachtsstimmung. Natürlich gab es bei den meist älteren Mitgliedern, die nur noch selten teilnehmen können, auch viel zu erzählen. Zu Kaffee und Kuchen berichtete der Vorsitzende über die geplanten und durchgeführten Projekte im Jahr und über die Zukunftsaussichten, da institutionelle Förderung abnimmt und eine Beantragung der Fördergelder auch immer komplizierter wird. Zum Glück haben wir immer noch unsere fördernden Mitglieder, die oft auch dann finanziell helfen, wenn es sonst keine Aussicht zur Durchführung unserer Projekte geht. So hoffen wir, auch im nächsten Jahr mit unserer Jugend wieder am Kirchweihfest in Königswusterhausen bei Berlin teilnehmen zu können.

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Zum Abschluss, und nach gemeinsamen Weihnachtsliedern gab es auch kleine Geschenke für alle. So gingen wir gegen 18 Uhr auseinander und unser Fahrdienst brachte Mitglieder, die nicht mehr so mobil sind, mit dem Auto nach Hause. Zum Abräumen der schönen Dekoration, Abwasch und Verladen der Musik u.s.w. sind immer hilfreiche Hände dabei, um den Saal wieder ordentlich zu verlassen, denn der ist in diesem Jahr Dank E U Projekt noch kostenlos und ganz in der Nähe der Kirche und unserer Geschäftsstelle des DFK Glatz.

 

Bericht

Horst Ulbrich

16.12.2025

Rechenschaftsbericht 2025 für Mitglieder und Sponsoren. 

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 16:17

Und wieder ist ein Jahr vorüber mit schönen, aber auch schlechten Erlebnissen. Also wie immer.

Zum Glück werden unsere Deutschlehrer über ein Projekt „Lernraum“ des VDG direkt aus Oppeln bezahlt und ich bin mit dieser  Beantragung und Abrechnung wenigstens teilweise entlastet. Glücklicherweise hat sich auch unsere Jugendabteilung unter der Leitung von Amelia Patzwald gut entwickelt. Durch unsere guten Kontakte zur Landsmannschaft in Österreich und deren finanzielle Unterstützung werden wir mit den Jugendlichen im Juli 2026 nach Berlin fahren können.

Auch der Kontakt zu einer Bundestagsabgeordneten ist positiv und sie wird uns im Bundestag empfangen und den Jugendlichen  die dortige Arbeit näherbringen. Wir werden auch am Kirchweihfest der kath. Gemeinde in Königs Wusterhausen teilnehmen, die uns immer wieder materiell und finanziell unterstützen. Bedanken möchten wir uns auch bei den großen Transporten des Sozial-Ehrenamtlichen Vereins Ostfriesland  die mit LKW 40 to. jedes Jahr in die Grafschaft kommen und uns großzügig mit Lebensmitteln und vor allem auch Süßigkeiten für die Kinderheime bringen. In dem Projekt unserer Sozialbetreuung eine ganz große Unterstützung auch für sozial Schwache. Die Großtransporte der Fa. Pollok haben uns in diesem Jahr nicht erreicht. Aber wie bekannt, konnten wir mit deren Unterstützung über 230 Pflegebetten an das Krankenhaus Scheibe liefern. Dort gab es bis Dato noch Betten mit Nachtschrank und einer genieteten Plakette mit der Aufschrift Deutsches Reichspatent. Für sozial Schwache haben wir immer noch über 50 E-Betten in der ständigen Ausleihe. Der Malteser Hilfsdienst hat auch in diesem Jahr wieder 3 Spezialbetten geliefert, sowie Pampers und Hygienemittel.

Ja, unser Sozialprogramm macht viel Arbeit, ist aber mit der Unterstützung sehr erfolgreich.

Das hat auch zu einem guten Verhältnis zur Bevölkerung und der Verwaltung beigetragen.

Leider in Deutschland immer noch zu wenig bekannt sind unsere Bemühungen deutsche Kultur nicht nur zu pflegen, sondern weiter in der Heimat bekannt zu machen.

Unter den, von den Russen vertriebenen und nun in Niederschlesien ansässigen Polen gibt es großes Interesse an der Geschichte unserer alten und ihrer neuen Heimat und unserer Zusammenarbeit.

Seit Beginn unserer Neugründung der „Deutschen sozial-kulturellen Gesellschaft Glatz e.V.“ in 2010 geben wir uns Mühe zur Aussöhnung zwischen den Völkern denn nur das hat Zukunft. Dazu haben wir in diesem Jahr unser 15. Jubiläum nach Neugründung gefeiert. Es gab auch 2 Auszeichnungen mit Orden, vom polnischen Innenministerium und dem Niederschlesischen Landtag für unser Engagement in der Heimat unserer Eltern.

Weitere gemeinsame Projekte:

Wir beteiligen uns seit Jahren an der Planung und Durchführung des Reimann Festivals damit der berühmte deutsche Komponist nicht in Vergessenheit gerät. Auch mit einer Kostenbeteiligung von 5000,- PLN, die wir bisher durch private Spenden finanzieren konnten.

Unsere Bemühungen zur Verbreitung und Förderung  der deutschen Sprache in den Schulen hat große Erfolge. Jedes Jahr im November veranstalten wir für die hiesigen Schulen einen Wettbewerb deutscher Lyrik. Zu dem Wettbewerb in diesem Jahr haben sich wieder über 50 Kinder aus den Schulen bis nach Breslau angemeldet. Ein großer Erfolg die Jugend für unsere Sprache und deutsche Dichtkunst zu begeistern.

Denkmal und Grabpflege in der Heimat können nur wir leisten.

Da habe ich, nach meiner Anfrage und Vorschlag, seit einiger Zeit Differenzen mit der Stiftung Grafschaft Glatz. Aber sind unsere Bemühungen in der Heimat nicht mehr gewollt? Sollen wir mit dem Ende der Kriegserlebnisgeneration der Heimatvertriebenen in Deutschland auch aufgeben? Wir haben die besten Voraussetzungen die Heimatpflege für unsere Eltern weiter zu führen.

Schon vor einiger Zeit haben sich polnische Historiker an uns gewandt, um unsere schlesische Mundart nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, und das hat uns total überrascht.

Natürlich auch mit der Anfrage einer Kostenbeteiligung und da sind wir bei allen Projekten seit langer Zeit in Finanzierungsnot.

Um nicht sofort absagen zu müssen habe ich die Abnahme von 20 Büchern zugesagt, falls das Projekt überhaupt gelingt.

Zu unserer großen Überraschung hat die „Stiftung zur deutsch-polnischen Zusammenarbeit“ die vorläufige Finanzierung übernommen und es ist ein sehr schönes,  illustriertes Buch mit Gedichten in unserer schlesischen Mundart entstanden.

Alle Gedichte sind auch auf Polnisch übersetzt und das trägt zum Verständnis der Polen für unsere schlesische Muttersprache bei. Zur Buchvorstellung am 30.August habe ich daraus Gedichte in schlesischer Mundart  vortragen, natürlich auch mit Gedichten unseres geliebten Erhard Gertler. Bei einer weiteren Veranstaltung zur Erhaltung unserer schlesischen Mundart hat der Vizevorsitzende Heinz-Peter Keuten den DFK Glatz vertreten, auch noch einmal Bücher dazugekauft.

Nun habe ich unsere Zusage eingehalten und 20 Bücher für 1500,- PLN übernommen und gezahlt. Wir können die Bücher für 19,50 € oder 80,- Zloty verkaufen.

Bei Interesse bitte um Info, wir senden das Buch per Post.

Zahlung Ko: Schlesienhilfe  im Briefkopf.

Wer hätte eine solche Wendung erwartet, wo in Deutschland die Heimatpflege und unsere Mundart ein Ende nimmt.

Wir können nur soweit tätig sein wie unsere Sponsoren in Deutschland noch mitfinanzieren können und das sind, zur Zeit noch  Leser des Boten und „ Neues aus Schlesien“ im Internet. Deshalb bin ich so aktiv, mögen unsere Gegner in Deutschland wenigstens das anerkennen.

Ich habe auf meinen Artikel: „In eigener Sache“ Zustimmung vieler Leser bekommen, aber auch Kritik aus der Stiftung Grafschaft Glatz. Ich wünsche mir immer noch eine bessere Zusammenarbeit und eine zeitgerechte Beurteilung der Situation in Deutschland.

Wir sind der Heimat Schlesien verpflichtet und  beim DFK Glatz in der Lage das zu leisten.

Ich bitte wieder den Jahresbeitrag von 20,- € auf das

Ko. DFK Glatz DE76 4945  0120  1112  5528  54 zu überweisen

 

Spenden für Sozialarbeit, Grab- und Denkmalpflege und Kulturarbeit bitte auf

Ko. Schlesienhilfe  DE02 4945 0120 1112 5511 79

Allen ein frohes Weihnachtsfest und vor allem Gesundheit im neuen Jahr.

 

Horst Ulbrich

 

 

Oh Du fröhliche……

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 16:12
 
„Oh Du fröhliche…“ schon am Samstag vor Weihnachten
 
Nach dem gut besuchten „Weihnachstag des DFK“ am letzten Samstag geht es locker
und entspannt weiter mit dem gemütlichen Beisammensein in Glatz:
Für Samstag, 20.Dezember, sind alle Weihnachts-Fans und Muffel eingeladen, ab 11 h bei Glühwein
und winterlichen Spezialitäten Erfahrungen und Tipps für die Weihnachtstage auszutauschen.
Geschichten und Erinnerungen tragen ihren Teil dazu bei, dass Körper und Geist sich in diesen
Stunden wohl fühlen werden – „Oh Du fröhliche Zeit“ soll für alle Anwesenden gelten.
Wo: Natürlich beim DFK, ul. lukasienskego
Wann: Ab 11  bis ca. 14 h oder länger
Mitzubringen: Nichts außer guter Laune
Versorgung: Gibt es bestimmt!
Geschenke: Gab es schon letzten Samstag.
Der DFK lädt ein.
Freundliche Grüße

Peter Becker

15.12.2025

Die Glatzer Mundart lebt – eine bemerkenswerte Veranstaltung in Kłodzko

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 11:59

Pauersch und Polnisch im November in Glatz: 

Der rührige Verlag Pressforum aus Altheide Bad veranstaltete am 22. November 2025 in Glatz/Kłodzko eine bemerkenswerte Konferenz zur Glatzer und schlesischen Mundart. Anlass war eine weitere Vorstellung des deutsch-polnischen Buches „Ze starego kufra („Aus dem alten Koffer“) mit dem Untertitel: „Wie es früher üblich in der Grafschaft Glatz und in Niederschlesien war“ – s. auch Blog vom 02. September 2025: Texte und Gedichte in Deutsch und Polnisch.

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Nachdem der Verleger Zbigniew Franczukowski gemeinsam mit der Autorin Joanna Kraczkowska Intentionen und Inhalt des neuen Werkes vorgestellt hatte, machte Peter Becker, übersetzt und unterstützt von Heinz-Peter Keuten (beide DFK Glatz) die Bedeutung des Dialekts aus germanistischer Sicht deutlich.

Dialekt bzw. Mundart, die in der Gegenwart eindeutig wieder an Wertschätzung gewinnen, stehen u.a. für die klare Absicht, „anders“ als Hochdeutsch zu sprechen und dabei mutig die eigene Sprachvariante auch öffentlich anzuwenden. In dieser lebendigen Kommunikation werden durch die besondere Sprache Identität, Heimatbewusstsein und regionale Tradition erhalten und anschaulich vermittelt – und genau damit sind zentrale Themen des Erhalts des Glatzer und des schlesischen Erbes in Gegenwart und Zukunft angesprochen.

Für die weitere Diskussion formulierten die beiden DFK-Vertreter die drei Fragen:

– Ist die „Glatzer Mundart“ eine schlesische Mundart?

– Oder lebt in der Glatzer Mundart der Gedanke der Grafschaft Glatz weiter?

– Sprechen wir heute „Pauersch“ im Glatzer Bergland?!

Der Abschluss im Glatzer Pauersch: „Vielen Dank on hoot an schiin’n Noochmettich doohier ei Glootz“, geäußert durch Heinz-Peter Keuten, führte dann die Konferenz vom Allgemeinen zum Konkreten des Glatzer „Pauersch“.

Um die Praxis der Mundart vorzuleben, folgte zunächst ein besonderer Höhepunkt der Veranstaltung: Heinz-Peter Keuten und sein Kollege Janusz Kobryń aus Habelschwerdt – einer der wenigen (vielleicht der einzige?) in der Grafschaft wohnenden Polen, die den deutschen Grafschafter Dialekt fließend sprechen (!), trugen in Glatzer Mundart als Zwiegespräch Texte und Gedichte aus dem neuen Buch vor, u.a. das bekannte Gedicht „Die Huxt eim Aprille”. Der reiche Beifall der ca. fünfzig Anwesenden belohnte Mut und Können der Mundart-Experten.

                                              

Sodann griff die Moderatorin des Nachmittags, Agnieszka Wideł aus Habelschwerdt, dankbar die genannten drei Fragen auf. Die lebhafte Diskussion in polnischer Sprache veranschaulichte das große Interesse am Glatzer Erbe auch in der Gegenwart. Dabei waren sich Deutsche und Polen einig: Der Erhalt der spezifischen Eigenheiten der einstigen Kultur der Grafschaft Glatz stellt in Gegenwart und Zukunft eine wichtige Aufgabe aller Kulturinteressierten dar, in Polen wie in Deutschland. Der anwesende Lokalpolitiker Adam Łąski unterstrich in diesem Zusammenhang die Bedeutung der reichen Kulturgeschichte des Glatzer Landes für die touristische Förderung der Region.

Die Anregung, in Zukunft einen Gesprächskreis z.B. in Form von Online-Meetings einzurichten, um Pauersch lebendig zu erhalten und an künftige Generationen weiterzugeben, beendete diesen Nachmittag, der einmal mehr Deutsche und Polen mit gemeinsamen Interessen zusammengeführt hat.

Die Autorin und der Verleger mussten im Anschluss zahlreiche Exemplare des neuen Buches mit einer Widmung und Unterschrift signieren. Das Werk, das auch direkt und günstig beim DFK zu erwerben ist, wird in diesen Wochen vermutlich auf etlichen Gabentischen seinen Platz finden.

Verfasst von Peter Becker (Berlin / Altheide Bad) und Heinz-Peter Keuten (Wölfelsdorf)

17.11.2025

Deutscher Lyrikwettbewerb 2025.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 16:35

Deutscher-Lyrikwettbewerb 2025 mit 50 Schülerinnen und Schülern aus der gesamten Grafschaft Glatz. 

Am 13. November 2025 fand, wie jedes Jahr, in der historischen Aula des Allgemeinbildenden Schulzentrums in Habelschwerdt der Wettbewerb der deutschsprachigen Lyrik statt, der durch den DFK Glatz und die gastgebende Schule organisiert wird. In diesem Jahr hat sich die Zahl der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler noch einmal erhöht – es traten genau 50 Kandidatinnen und Kandidaten aus 13 verschiedenen Schulen auf, in allen Altersstufen von der 1. bis zur 13. Klasse. Wie immer fand der Wettbewerb in vier Alterskategorien statt (1.-3./4.-6./7.-8. Volksschulklasse sowie weiterführende Schulen).

    

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Begrüßung der Teilnehmer durch den DFK Vorsitzenden Horst Ulbrich mit der  Übersetzung von Frau Irena Rogowska.

Durch die Veranstaltung führten der Vizevorsitzende DFK und Herr Keuten und Frau Barbara Nitecka.

Was die 50 jungen Deutschlerner nach der Begrüßung durch die Stellvertretende Schulleiterin Małgorzata Mrzygłód und den DFK-Vorsitzenden Horst Ulbrich darboten, war nach übereinstimmender Meinung der Jury und der Organisatoren ein kleines „Feuerwerk” von aufgeführten Gedichten – das Niveau der Vorführungen hat sich noch einmal deutlich gesteigert, und es war eine Freude mitzuerleben, mit welcher Kreativität die Schülerinnen und Schüler ihre Vorträge vorbereitet hatten und mit welcher Motivation und welchem Talent sie ihre kleinen „Werke” auf Deutsch vortrugen.

   

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Die Jury hatte eine schwierige Aufgabe, die Gewinner in jeder Kategorie zu ermitteln, und auch die Teilnehmer, die keinen der begehrten Preise erhielten, wurden durch die Jury und die stellvertretende Schulleiterin für ihre Auftritte ausdrücklich gelobt.

Alle Teilnehmer und auch die begleitenden Lehrkräfte erhielten ein Diplom für ihren Einsatz. Besonders hervorzuheben ist außerdem, dass alle Gewinner in diesem Jahr erstmals zu den ausgeschriebenen Preisen in Form von Einkaufsgutscheinen zusätzlich wertvolle Buchpreise erhielten, die freundlicherweise von einer Anzahl deutscher Verlage gestiftet worden waren und über die sich die jungen polnischen Deutschlerner sichtlich gefreut haben.

Die 50 Teilnehmer kamen in diesem Jahr aus 13 verschiedenen Schulen in Altheide Bad, Eckersdorf, Gabersdorf, Glatz, Habelschwerdt, Neurode, Rengersdorf, Seitenberg und Waldowitz. Zur Aufführung kamen je nach Altersstufe lustige Kindergedichte, humoristische Kurzgedichte von Heinz Erhardt, Klassiker wie Johann Wolfgang von Goethe, Heinrich Hoffmann von Fallersleben, Heinrich Heine und Clemens Brentano, aber auch moderne ernste Poesie von Brecht und Morgenstern sowie last but not least ein Gedicht des großen schlesischen Dichters Joseph von Eichendorff.

Als diesjährige Gewinner(innen) ermittelte die Jury:

 

Die Gewinner  des Wettbewerbes.

Kat. 1 (Kl. 1-3):

  1. Platz – Kaya Noga aus Gabersdorf mit „Der Schneemann auf der Straße“ von R. Reinick
  2. Platz – Julia Cichowska aus Gabersdorf mit „Der Weg zur Schule“ von H.H.v. Fallersleben
  3. Platz – Nikola Piekarz aus Gabersdorf mit „Der Regen“ von Andreas Schoba

 

Kat. 2 (Kl. 4-6):

  1. Platz – Liliana Zaborska aus Seitenberg mit „Das Rotkäppchen“ von Rita Deuchler
  2. Platz – Wiktoria Burek aus Seitenberg mit „Die Katze tanzt allein“ von F.E. Vahle
  3. Platz – Andrzej Straube aus Seitenberg mit „Mondnacht“ von Joseph von Eichendorff

 

Kat. 3 (Kl. 7-8):

  1. Platz – Alicja Juraszek aus Neurode mit „Der Erlkönig“ von Johann Wolfgang von Goethe
  2. Platz – Lena Sienkiewicz aus Habelschwerdt mit „Mignon (Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn?)“ von Johann Wolfgang von Goethe
  3. Platz – Nadia Bis aus Glatz mit „Der Traum“ von Christian Morgenstern

 

Kat. 4 (Weiterführende Schulen):

  1. Platz und Grand Prix – Gabriela Potempa und Patrycja Juraszek aus Altheide Bad mit „Graf von Klettenberg“ von Ludwig Bechstein
  2. Platz – Daniel Szerch aus Neurode mit „Nachtgedanken“ von Heinrich Heine
  3. Platz – Roman Kubas aus Glatz mit „Neue Liebe, neues Leben“ von Johann Wolfgang v. Goethe

   Jury des Wettbewerbes.

Die Jury bestand, wie in den Vorjahren, aus den Germanistinnen Irena Rogowska, Sabina Zawada, Amelia Patzwald sowie dem Diplomierten Sozial Pädagogen und DFK-Vorsitzenden Horst Ulbrich. Während der Jurysitzung zur Ermittlung der Gewinner führten Schülerinnen und Schüler der Habelschwerdter Schule und anschließend spontan auch einige Gäste musikalische Einlagen vor.

Abschließend bedanken sich die Organisatoren (H.-P. Keuten, L. Brzezicka sowie B. Nitecka) bei allen Teilnehmern, den Moderatoren, den Musikern und Künstlern, dem Techniker, den Lehrern und Schülern, die den Saal, die Pausencafeteria und diverse Klassenräume für den Wettbewerb vorbereitet haben, sowie allen andern, die im Hintergrund für das Gelingen der Veranstaltung gesorgt haben, für ihren wertvollen Einsatz sowie bei allen Sponsoren (Konsulat Oppeln, DFK Glatz und Verlage aus Deutschland) für die finanzielle Unterstützung bzw. die Sachpreise. In einem Jahr treffen wir uns hoffentlich wieder!

Bericht: Heinz-Peter Keuten

 

12.11.2025

Jubiläumsfest des DFK Glatz nach Neugründung am 25.10.2025

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 12:57

 

Nach langer Vorbereitung und Terminabsprache mit der Tanzmusik, einem freien Termin für den Saal in unserer Nähe zu bekommen, haben wir unsere Mitglieder zu dem Jubiläum eingeladen und mit 76 Teilnehmern war der Saal des ehemaligen Casinos in Glatz gut gefüllt. Viele unserer älteren Mitglieder, die auch weiter entfernt wohnen, können an unseren Feiern selten teilnehmen. Dafür werden einige zum Weihnachtsfest von unseren Mitgliedern abgeholt und wieder nach Hause gefahren.

Schon in der Woche vor dem Jubiläum hatten wir der Öffentlichkeit in unserem Schaufenster am DFK Büro in der Innenstadt alle Projekte, aber auch Danksagungen der Kinder-und Altenheime, sowie dem Krankenhaus in Glatz bekannt gemacht.

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Natürlich auch die Auszeichnungen vom polnischen Kultusministerium und dem Niederschlesischen Landtag für unser Engagement. Viele interessierte Glatzer Bürger haben sich die Ausstellung unserer Arbeit   schon angeschaut.                                                                                                                                      Leider hatte im, von uns gemieteten Konzertsaal am Morgen des 25.10. noch ein medizinischer Vortrag für die Glatzer Ärzte stattgefunden und so konnten wir erst in der Mittagszeit den Saal festlich dekorieren.

     

Wir begannen, wie bei uns üblich mit einem deutschen Gottesdienst um 13 Uhr bei den Klarissenschwestern in unserer Nähe. In der Messe, zu der wie immer unser Pater Marian Arndt aus Breslau anreist. Unsere Freunde vom Chor des DFK Waldenburg und natürlich unsere Sänger haben den Gottesdienst musikalisch begleitet. Danach zu Fuß in den nahegelegenen Festsaal, wo unsere engagierten Helfer mit der Dekoration für die Feier schon während des Gottesdienstes beschäftigt waren.  Bigos wurde gerade geliefert, wie auch der Kuchen. Um wenig Geschirr zu benötigen hatten wir recyclingbare Schalen u.s.w. im Großhandel eingekauft. Die Portionierung und das Servieren haben unsere helfenden Mitglieder übernommen. Nach dem Essen Begrüßung der  Ehrengäste durch den Vorsitzenden Horst Ulbrich.

                                      

Die Vorsitzende der Stiftung zur Erneuerung des Neuroder Landes, Frau Bazala, der Vorsitzende der Zentralstelle Grafschaft  Glatz, Herr Daniel Spitzer, und aus dem Vorstand des VDG aus Oppeln, Herr Damian Stefaniak gaben uns die Ehre, auch mit Grußworten und Geschenken.

Anschließend ein kurzer Abriss der Schwierigkeiten unseres Neubeginns im Jahr 2010 und unsere Erfolge bei Jugendarbeit, Chor, Förderung der deutschen Sprache und unserer umfangreichen Sozialarbeit in den 15 Jahren von Horst Ulbrich. Ja, es gibt gute Gründe zu feiern.

Nach einigen Ehrungen für unsere engagierten Mitglieder Amelia Patzwald Jugendabteilung, Ursula Patzwald Deutschkurse, die Seele des Vereins, unsere Olga Kawalec für Küche, Einkauf und Ordnung in der Geschäftsstelle und die Chorleitung Ilse Hirschner dann der Übergang zum normalen Festprogramm.                                                                                                                                                             Der Chor unserer Freunde vom DFK Waldenburg begann den musikalischen Reigen, gefolgt von unserem umfangreichen Programm der Glatzer Sänger. Durch das Programm führte der Vizevorsitzende Heinz-Peter Keuten.

                                                                                                                                 Ehrung unserer Olga für Küche, Sauberkeit u.s.w.

Den Gästen wurden in der Zeit zu Bier, Wein oder alkoholfreien Getränken, auch Brezel gereicht, wie bei unseren Festen im Oktober seit Jahren üblich. Wie bekannt, haben wir mit anderen Sponsoren gerade ein Buch mit Gedichten der deutschen, schlesischer Mundart und der Übersetzung in die polnische Sprache herausgegeben, damit unsere Tradition nicht in Vergessenheit gerät.

                                                  V.Li. Martin Reichert, Irena Rogowska, Hilde Sawada, Horst Ulbrich

Ich hatte auch unsere Mitglieder Hilde Sawada und aus Waldenburg Martin Reichert auf die Bühne gebeten, um über unsere schlesische Mundart im Dialekt etwas vorzutragen. Sie sind mit dem Dialekt aufgewachsen und können sich noch in der Muttersprache mit mir gut unterhalten.

                                        Im Anschluss bei Kaffee und Kuchen begann die bestellte Musik, um danach mit Tanzmusik die Gäste zu erfreuen. So wurde noch lange gefeiert und trotzdem haben unsere fleißigen Helfer des DFK am Ende noch alle Tische wieder aus dem Konzertsaal in andere Räume geschafft, Deko eingesammelt und den Saal gesäubert. Der Saal, weil europäisch gefördert, ist für uns noch kostenlos, natürlich ist damit auch immer viel Arbeit verbunden. Aber nur so sind Feste mit so vielen Menschen überhaupt zu finanzieren. Allen fleißigen Bienchen herzlichen Dank.

Schlussbemerkung: Leider ist Martin Reichert, ehemaliger Vorsitzende des DFK Waldenburg, kürzlich verstorben.

Gott gebe ihm die ewige Ruhe.

 

Bericht Peter Becker und Horst Ulbrich.

 

29.10.2025

Zusammenfassung unserer Projekte im Oktober.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 21:35

 Die Malteser mit ihrem letzten Hilfstransport für 2025 sind bei uns. Wieder mit nötigen Pflegebetten und viel Pflegematerial für Behinderte. Dazu gab es von der Geschäftsstelle der Malteser aus Deutschland eine Auszeichnung für die langjährige gute Zusammenarbeit. Ganz herzlichen Dank und wir hoffen auf weitere Hilfe für die Zukunft.

Aber auch der Ehrenamtliche Verein aus Norddeutschland ist wieder bei uns in der Grafschaft mit einem Hilfstransport. Deren Lagerhalle in Seitenberg war durch die  Flut letztes Jahr zerstört, deshalb hatten wir 40 to. bei Ulbrich auf dem Hof gelagert und schnell verteilt. Ich hatte hier berichtet.

Sie sind am 30.10. bei uns zum Kaffee und Abladen in unserem Zentrallager..

Nach der Aufarbeitung der liegengebliebenen Post und unbeantworteten E Mails ging es  sofort an die Vorbereitung für das Chortreffen Beati Cantoris im Kurtheater Bad Salzbrunn.

         Zum Vergrößern bitte auf die Bilder klicken.

 

Auch ein Vertreter der Landsmannschaft aus Österreich war zu einem Treffen in unserer Geschäftsstelle. Wir haben den Ausflug unserer Jugend im nächsten Jahr nach Berlin geplant. Die Landsmannschaft Österreich unterstützt großzügig unsere Jugendarbeit, damit unser Deutschunterricht und die begleitenden Projekte finanziert werden können. Es gibt auch einen Bericht über unsere Jugendarbeit in der Zeitung in Österreich. Die Jugend hat in unseren Räumen ihr Hallo Ween mit viel Kostümierung und Musik gefeiert.

                       

Im Anschluss daran haben wir mit den großen Vorbereitungen für unser Jubiläumsfest,

15 Jahre nach Neubeginn des DFK Glatz am 25.10 2025 viel Arbeit. Dazu werden wir in unserem Schaufenster der Geschäftsstelle eine Bilder Ausstellung zu unseren vielfältigen Projekten zeigen. Das Fest beginnen wir mit einem deutschen Gottesdienst in der Kirche der Schwestern des Klarissenordens in unserer Straße. Danach im Gemeindezentrum zum Mittagessen mit Vorführungen der Chöre und einiger Einlagen des Vorstands. Auch für Tanzmusik und Getränke ist gesorgt.

Wir erwarten 75 Gäste und ich bin sicher, es wird ein Erfolg wie bei allen unseren Festen.

Später ein extra Bericht dazu.

 

Bericht

Horst Ulbrich

 

2.9.2025

Buchvorstellung zu unserer Glatzer Mundart im Schloss Mittelwalde.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 20:10

 

              Deutscher Freundschaftskreis

Deutsche sozial-kulturelle Gesellschaft

Kreisverband Glatz e.V.

57-300  Kłodzko, ul. Łukasińskiego 11

             E-Mail:  hulbrich75@gmail.com 

Ko.  Schlesienhilfe:  DE02 4945 0120 1112 551179                                                                                      Tel. Handy  0049 152 376 856 49 oder 0048 502 908 533

 

Ein erstes Treffen interessierter Polen und Deutschen zu unserer Glatzer Mundart im Schloss in Mittelwalde, wo gerade eine große Renovierung stattfindet, aber ein gutes Restaurant schon im Betrieb ist.

Der renovierte Ballsaal.              Zum Vergrößern bitte auf die Bilder klicken.

Am 30. August 2025 eine Buchvorstellung der besonderen Art im Ballsaal des Schlosses. Durch die Deutschlehrerin Joanna Kraczkowska sind die ersten polnischen Übersetzungen der Gedichte aus unserer schlesischen Mundart  entstanden. Das Interesse der heutigen Bewohner im Glatzer Gebiet an der Vergangenheit vor 1945 und wie die Deutschen hier gelebt haben, ist beachtlich. Das war wohl auch der Anlass unser Pauersch nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, was  mir fast wie ein Wunder vorkam, denn aus Deutschland bestand da leider bisher wenig Interesse und vor allem keine Initiative.

                 Langsam füllt sich der Saal.

Mit der Unterstützung der Stadt Bad Altheide, der Gemeinde Menselecze,   Stiftung der deutsch-polnischen Zusammenarbeit  und dem DFK Glatz, entstand ein sehr schönes Buch mit Gedichten von Erhard Gertler, Hermann Günzel, Ernst Schenke, Franz Schönig und anderen, mit der Übersetzung in die polnische Sprache zum Verständnis.

                                                          Bitte auf das Bild klicken zum Vergrößern.

Vin links:  1.Herr Jellin, Bürgermeister Bad Altheide. 2.Dr. Pacholski, UNI Breslau. 3.Frau Kraczkowska, Initiatorin und Übersetzung des Buches. 3. Herr Dywanski, Vorsitzender der hiesigen Reiseleiter.  4. Herr Ulbrich,  DFK Glatz, 5. Frau Ulbrich Dolmetscher, 6. Herr Franczukowski, Verleger.

In der Planungsphase war der Herausgeber des Buches, Herr Franczuskowski bei uns in Schwenz mit der Bitte einer finanziellen Unterstützung für das Projekt. Diese Anfragen bringen uns immer wieder in Verlegenheit, wie schon einmal geschrieben. Natürlich ist eine Unterstützung wichtig, wie auch in diesem Fall, aber die finanziellen Mittel sind wie immer das Problem. Trotzdem hatte ich  die Abnahme der fertigen Bücher im Rahmen für 1500,- PLN zugesagt.

Nun versuche ich die Bücher zum Preis von 20,-€ in unserer Geschäftsstelle in Glatz, oder 25,- € incl. Versand zu verkaufen.                                                                                                                                                Und wer hätte das gedacht, ein sehr schönes  Buch ist entstanden. Die Vorstellung fand im neuen Ballsaal des Schlosses statt und mit vielen interessierten Zuhörern.

 

Zu einer Podiumsdiskussion und einem Vortrag in unserer Mundart wurde ich eingeladen und die vorgetragenen Gedichte in unserer Mundart bekamen viel Applaus. Auch die Geschichte mit meinem Großvater, der nur sein schlesisches Platt sprach, aber kein Hochdeutsch trug zur Erheiterung bei. Die Großeltern zogen 1953 zu uns nach Herford und so habe ich mit fünf Jahren zwangsläufig unser Glatzer Platt gelernt. Ja, trotz der langen Zeit ist die Sprache der Heimat immer noch gegenwärtig.

Auch der Vorschlag des Vorsitzenden  der hiesigen Reiseleiter zu einem Treffen mehrerer Deutscher, die noch die Muttersprache beherrschen, mit interessierten Polen in unserer Geschäftsstelle in Glatz zusammenzubringen, wurde positiv aufgenommen. Ein schönes Beispiel gegenseitiger Akzeptanz und des Interesses an der anderen Volksgruppe. Auch Dr. Jan Pacholski von der Uni Breslau wird mit seinen Studenten das Thema behandeln. Interessant zu hören war auch, dass er das Wort Vertreibung der Deutschen verwendete, was im polnischen Sprachgebrauch unüblich ist. Und der Bürgermeister aus Bad Altheide fügte hinzu, dass erst zu polnischer Zeit die Schlösser so verwüstet wurden und deshalb viele in einem so desolaten Zustand sind. Ja, im Verständnis der Völker hat sich in den letzten Jahren sehr viel bewegt.

         Blumen für die Deutschlehrerin Frau KRaczkowska.

Aber auch aus dem Publikum gab es Beiträge zu den heutigen Besitzverhältnissen und welche Diskussionen es mit den Betroffenen um dieses Thema gab. Auch Karina Fuglinska war dabei und konnte die Probleme ihrer Mutter in der damaligen Zeit schildern.

Also schauen wir mit Zuversicht in die Zukunft mit der Hoffnung, dass unsere Bemühungen unterstützt werden und wir weiterhin in unserer Heimat aktiv bleiben können.

Bericht

Horst Ulbrich

25.8.2025

Neues vom DFK in Glatz.                   25.8.2025

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 19:10

Nun sind ja offiziell noch Ferien in Schlesien und da war früher unsere Geschäftsstelle immer geschlossen. Aber schon seit einigen Jahren auch in der Zeit immer geöffnet.

Dazu gab es eine Woche Jugendfreizeit in unseren Räumen, um die Kinder, die nicht mit den Eltern in Urlaub fahren sinnvoll zu beschäftigen.

                 

Innerhalb eines speziellen Projektes haben sie bei einer Stadtrally einen Film mit den Sehenswürdigkeiten von Glatz gedreht, immer verbunden mit dem Gelernten aus dem Deutschunterricht zur Erklärung der Brücktorbrücke, der Pestsäule und anderen Sehenswürdigkeiten. Zwischendurch mit Spielen auf dem Sportplatz, auch mit einem Ausflug nach Breslau. Unter der Führung unserer Jugendbetreuerin Amelia Patzwald wieder hervorragend vorbereitet und durchgeführt.

               

Schon am 30. Juli war das Hauskonzert bei unserer Chorleiterin Ilse Hischner. Im Rahmen des Chopin Festivals in Bad Reinerz kommen immer herausragende Künstler zusammen, die unsere Ilse von ihrer Opernkariere gut kennt. So wurde uns Musik aus Oper und Operette von Künstlern aus USA, Mexiko und Japan präsentiert. Ein Erlebnis der besonderen Art im privaten Bereich bei unserer Ilse.

        Zum Vergrößern bitte auf die Bilder klicken.

 

Unser Chor war auch für fünf Tage im Berliner Raum unterwegs. Übernachtung bei Cottbus auf der polnischen Seite, um Kosten zu sparen. Es wurde natürlich viel gesungen, aber auch  ein Tag im Tropical Island , Besuch im Fürst Pückler Park und andere Sehenswürdigkeiten standen auf dem Programm. Mit viel finanzieller Eigenbeteiligung, aber auch den Mitteln unserer Sponsoren, wurde das möglich. Bei wöchentlichen Übungsstunden über das ganze Jahr und den Auftritten bei unseren deutschen Gottesdiensten, Beati Cantoris im Theater Bad Salzbrunn und weiteren, war es ein Erlebnis auch einmal entspannt beisammen zu sein.

           

Auch die Berliner Wanderdohlen waren wieder in Niederschlesien und wir trafen uns im Gottwaldhof bei Karina zu einer schönen Feier bei bestem Wetter. Herrmann mit seiner Trompete und Franz am Akkordeon sorgten für eine tolle Stimmung.

              

Wir haben bei dem Treffen auch eine Einladung für unsere Jugend zum Kirchweihfest in Königs Wusterhausen bei Berlin für das nächste Jahr bekommen und werden mit Kindern und Jugendlichen wieder für eine Woche im Albertusheim wohnen. Eine schöne Anlage mit Sportplatz, Grillstätte, einem großen Haus mit Schlafzimmern und einer Kapelle. Wir waren vor zwei Jahren schon einmal dort. Der nahegelegene Müggesee und die Anbindung zu Berlin ist ein großer Vorteil für die Beschäftigung. Auch ein Besuch im Bundestag ist geplant.

 

Am 30.8. ist die Buchvorstellung der schlesischen Mundart bei der Stiftung der Deutsch-polnischen Zusammenarbeit. Ich wurde gebeten ein Gedicht von Erhard Gertler vorzutragen und habe das mit Freude angenommen. Wer hätte gedacht, dass in Polen so ein Interesse für unsere schlesische Mundart entstanden ist. Wir können die Bücher für 19,50 € verkaufen, um das Projekt hier zu unterstützen. Bei Interesse bitte bei uns melden, wir können Euch die Bücher schicken..

           

Leider geht in Deutschland die Heimatbetreuung, mit der Kriegserlebnisgeneration dem Ende entgegen. Schade, es sind zu viele Fehler gemacht worden.

Wir in der Heimat sind aber gut aufgestellt und werden das Andenken unserer Eltern in der Heimat weitertragen, soweit die finanziellen Mittel es erlauben. Da es eine institutionelle Hilfe der Stiftungen nicht geben wird und auch aus der Sozialpolitik in Deutschland geht die Unterstützung dem Ende entgegen, so hoffen wir immer noch bei einer Erbschaft eines Schlesiers bedacht zu werden, was unsere jährlich auftretenden finanziellen Sorgen für eine längere Zeit beenden würde.

 

Bericht    Horst Ulbrich

 

 

31.7.2025

Buchvorstellung unserer schlesischen Mundart.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 13:14

Leider in Deutschland immer noch zu wenig bekannt sind unsere Bemühungen deutsche Kultur nicht nur zu pflegen, sondern weiter in der Heimat bekannt zu machen.

Unter den, von den Russen vertriebenen und nun in Niederschlesien ansässigen Polen gibt es großes Interesse an der Geschichte unserer alten und ihrer neuen Heimat und unserer Zusammenarbeit.

Seit Beginn unserer Neugründung der „Deutschen sozial-kulturellen Gesellschaft Glatz e.V.“ in 2010 geben wir uns Mühe zur Aussöhnung zwischen den Völkern denn nur das hat Zukunft.

Dazu gibt es immer wieder gemeinsame Projekte:Wir beteiligen uns seit Jahren an der Planung und Durchführung des Reimann Festivals damit der berühmte deutsche Komponist nicht in Vergessenheit gerät. Auch mit einer Kostenbeteiligung von 5000,- PLN die wir bisher durch private Spenden finanzieren konnten.

Unsere Bemühungen zur Verbreitung und Förderung  der deutschen Sprache in den Schulen hat große Erfolge. Jedes Jahr im November veranstalten wir für die hiesigen Schulen einen Wettbewerb deutscher Lyrik und zu dem Wettbewerb kommen jedes Jahr weit über 50 teilnehmende Kinder. Deutschlehrer kommen mit ihren besten Schülern bis aus Breslau.

Denkmal und Grabpflege in der Heimat können nur wir leisten.

Da habe ich, nach meiner Anfrage und Vorschlag, seit einiger Zeit Differenzen mit der Stiftung Grafschaft Glatz. Aber sind unsere Bemühungen in der Heimat nicht mehr gewollt? Sollen wir mit dem Ende der Kriegserlebnisgeneration der Heimatvertriebenen in Deutschland auch aufgeben? Wir haben die besten Voraussetzungen die Heimatpflege für unsere Eltern weiter zu führen.

Und nun eine Buchvorstellung unserer schlesischen Mundart.                                                                       Schon vor einiger Zeit haben sich polnische Historiker an uns gewandt, um unsere schlesische Mundart nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, und das hat uns total überrascht.

Natürlich auch mit der Anfrage einer Kostenbeteiligung und da sind wir bei allen Projekten seit langer Zeit in Finanzierungsnot.                                                                                                                                            Um nicht sofort absagen zu müssen habe ich die Abnahme von 20 Büchern zugesagt, falls das Projekt überhaupt gelingt.

Zu unserer großen Überraschung hat die „Stiftung zur deutsch-polnischen Zusammenarbeit“ die vorläufige Finanzierung übernommen und es ist ein sehr schönes,  illustriertes Buch mit Gedichten unserer schlesischen Mundart entstanden.

         

Zum Vergrößern auf die Bilder klicken

Alle Gedichte sind auch auf Polnisch übersetzt und das trägt zum Verständnis der Polen für unsere schlesische Muttersprache bei. Zur Buchvorstellung am 30.August werde ich daraus zitieren und schlesische Gedichte vortragen, natürlich auch mit Gedichten unseres geliebten Erhard Gertler.

Nun habe ich unsere Zusage eingehalten und 20 Bücher für 1500,- PLN übernommen und gezahlt. Wir können die Bücher für 19,50 € oder 80,- Zloty für unsere Kosten verkaufen.

Bei früherer Zusage einer Kostenbeteiligung hätten wir mehr Einfluss auf die Gestaltung der Buchausgabe gehabt, jetzt können wir nur durch eine Verbreitung der ersten Auflage einen Kostenbeitrag leisten.

Aber wer hätte eine solche Wendung erwartet, wo in Deutschland die Heimatpflege und unsere Mundart ein Ende nimmt. Wir können nur soweit tätig sein wie unsere Sponsoren in Deutschland noch mitfinanzieren können und das sind, zur Zeit noch  Leser des Boten und „ Neues aus Schlesien“ im Internet. Deshalb bin ich so aktiv, mögen unsere Gegner in Deutschland wenigstens das anerkennen.

Ich habe auf meinen Artikel: „In eigener Sache“ Zustimmung vieler Leser bekommen, aber auch Kritik aus der Stiftung. Ich wünsche mir immer noch eine bessere Zusammenarbeit und eine zeitgerechte Beurteilung der Situation in Deutschland.

Wir in der Heimat Schlesien sind gut aufgestellt.

Grüße aus Glatz           Horst Ulbrich

 

16.7.2025

Treffen und Beschäftigung der DFK Jugend in den Ferien.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 11:19

 

Treffen und Beschäftigung der DFK Jugend die nicht mit Eltern in die Ferien fahren.

Seit Jahren haben wir in Glatz das Minieuroland mit vielen Attraktionen für Jung und Alt. Seit diesem Jahr auch mit einem Tierpark einiger Exoten. Ein Tipp den wir auch gern weitergeben.

         Zum Vergrößern bitte auf die Bilder klicken.

Die Jugend traf sich dann am Nachmittag bei Ulbrich zum Grillen mit Pferdekontakt und kleinen Spielen.

                           

Zum Glück war die Vorbereitung durch die Leiterin Amelia Patzwald sehr gut. Ich hatte nur noch die Aufgabe zum Einkauf von Grillgut und Getränken. Cola, Fanta und Wasser war auch sehr erforderlich, da die Temperaturen um die 30 Grad waren. So wurden alle, bis auf die Abordnung zum Grillen, zunächst beschäftigt und die ersten 3 Sieger bekamen kleine Präsente der Firma Haribo.

        Bitte auf die Bilder klicken.

Langsam waren dann auch die  Bratwürste fertig und alle saßen bei der Hitze im Schatten. Es wurde viel diskutiert, auch 3 Kinder aus einem privaten Heim waren mit der Leiterin dabei. Alle Jugendlichen nehmen natürlich auch an unserem Deutschkursen teil, und so wurde dann auch ein deutsches Lied gesungen. Der Text: Der Mai ist gekommen war zwar ein wenig zu spät, aber gut gelungen und trug zur allgemeinen guten Stimmung bei.  Gegen 18 Uhr wurde aufgeräumt und die Heimreise war mit privaten Autos organisiert.

Ein schöner Start in die Ferien, aber einige Male am Samstag treffen sie sich in den Räumen des DFK zu Spielen mit deutschen Unterweisungen.

 

Bericht

Horst Ulbrich

15.7.2025

Buddhistisches Kloster im Glatzer Bergland

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 17:33

Ein lohnenswertes Ziel:
Spiritualität und Landschaft – diese Verbindung lässt sich für das heutige Glatzer Land
wohl schon vor Jahrtausenden vermuten. Das Heuscheuergebirge und das Panorama der
vielen mehr als 1.000 m hohen Berge beeindrucken auch heute und tragen zur
besonderen Atmosphäre der gesamten Region bei.

       Zum Vergrößern bitte auf die Bilder klicken.

Katholische und Protestantische Gemeinden sowie etliche andere christliche
Glaubensgemeinschaften lassen sich hier finden; einige hussitische Familien sollen in der
Nähe von Kudowa leben, jüdische Familien haben sich wieder im Glatzer Bergland
angesiedelt: Das Glatzer Land ist reich an Religionen.
Eine aber ist erst vor wenigen Jahren hinzugekommen: Bei Darnkow / Dönigkau hat sich
in den Bergen die einzige buddhistische Gemeinde Polens angesiedelt. Schon seit 1997
finden hier Zeremonien der Khordong – Gruppe des Buddhismus statt.
Khordong ist eine besondere buddhistische Orientierung, die wohl den Dalai Lama nicht
als ihr Oberhaupt anerkennt.

Jedenfalls hat Khordong im Glatzer Bergland eine völlig neue Anlage geschaffen und
bezeichnet sie als Kloster. Viele spirituelle Angebote ziehen Khordong-Anhänger aus
Europa nach Darnkow.
In der Nähe von Kudowa biegt man von der E 8 ab und gelangt nach Darnkow / Dönigkau.
Zu dem Kloster führt eine zunächst gut ausgebaute schmale Landstraße, Ca. 2 km
unterhalb der Khordong – Einrichtungen endet allerdings die ausgebaute Strecke.
Entweder zu Fuß oder mutig mit dem Auto über einen Weg mit etlichen Schlaglöchern
erreicht man schließlich das Ziel, das schon äußerlich einen ganz unerwarteten Eindruck
vermittelt und deutlich an buddhistische Einrichtungen in Asien erinnert.
1999 wurde der Grundstein für den Tempel (lt. Homepage) gelegt, heute der
beeindruckende Mittelpunkt der kleinen Anlage auf den Höhen bei Darnkow / Dönigkau.
Reich geschmückt ist dieser Tempel; besonders sein Inneres veranschaulicht die
spirituelle Kraft des Khordong und vermittelt eine so ganz andere Glaubensrichtung
ausgerechnet im Glatzer Bergland.

 Weiter gehören zu dem Kloster eine Stupa, die beim Besuch im Mai 2025 innen noch nicht
fertiggestellt war. Diese Stupa soll zu den größten Gebäuden ihrer Art in Europa gehören.
Ein Versorgungs- und Bürogebäude mit einigen einfachen Gästezimmern.vervollständigt
die Anlage in der beeindruckenden Höhenlage.
Das Kloster ist für Touristen täglich von 14 h bis 16 h zu besichtigen.
Mehr Eindrücke auf den Fotos.

Bericht von DFK Mitglied Peter Becker.

Quellen:
https://www.khordong.de/DE/2012-02-06-23-20-08/polen/273-khordong-dharmazentrum-
qdrophan-lingq-in-darnkow
https://khordongweb.wixsite.com/khordong-pl-eng

11.7.2025

Reimann Festival in der Basilika der Franziskaner in Albendorf

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 13:41

Reimann Festival in der Basilika der Franziskaner in Albendorf vom 13. Bis 15. Juni in Albendorf.

Wieder ein gelungenes Projekt in Zusammenarbeit mit dem Kloster der Franziskaner in Albendorf und der Stadt Wünschlburg, mit vielen Teilnehmern aus verschiedenen Ländern.

             Zum Vergrößern bitte auf die Bilder klicken.

Das Reimann Festival ist ein fester Bestandteil der Jahresplanung des DFK Glatz. Seit Jahren organisieren wir zur Erhaltung an das Gedenken des prominenten deutschen Komponisten Ignaz Reimann das Festival. Wir hoffen wieder auf die finanzielle Unterstützung des deutschen Konsulats, denn bei einer Veranstaltung für den berühmten, deutschen Komponisten sollten sich auch Deutsche beteiligen. Das ist seit Jahren in guter Zusammenarbeit auch gelungen, in diesem Jahr durch den Regierungswechsel in Deutschland noch nicht sicher.

Das Festival begann am Freitag, den13.6. mit einem Orgelkonzert mit mit dem Organisten Stefan Kargel, der viele Jahre in meiner deutschen Heimat, in Herford als Organist beschäftigt war. Ein überraschendes  Wiedersehen mit ihm in meiner neuen Heimat Schlesien.

 

In diesem Jahr wieder mit besten Chören aus Polen und Tschechien zum Konzert am Samstagabend 14.6. und zur Messe der vier Nationen am Sonntag den 15.6.

         Wieder mit einer Konzertbühne auf den Stufen der Basilika und einem Blasorchester aus Tschechien, die nach der Messe der drei Nationen am Sonntag um 12 Uhr die Zuhörer begeisterten. Zu jeder Veranstaltung eine volle Basilika, auch die Pilgergruppe aus Deutschland nahm am  Konzert am Samstag und der Messe am Sonntag teil.

         Der mitgereiste Großdechant Franz Jung war mit anderen Geistlichen Zelebrant in der Messe der drei Nationen am Sonntag. Hoffen wir das Festival zu Ehren des Komponisten Ignatz Reimann  noch viele Jahre organisieren zu können. Vielleicht ermöglicht eine Organisation oder Stiftung aus Deutschland auch wieder einmal die Teilnahme eines deutschen Chores. Bisher ist das wegen der hohen Kosten für Anreise und Übernachtung nur einmal gelungen.

Bericht Horst Ulbrich

 

 

 

8.7.2025

Gebt Altheide das Bad zurück!

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 09:23

 

„Natürlich Altheide Bad“, antwortete Georg Pohl, 90, im Sommer 2025 auf die Frage, wie
er heute seinen Geburtsort nennt.
Natürlich Altheide Bad – das hatte nämlich Kurdirektor Georg Berlit 1925 durchgesetzt:
Altheide durfte als große Ausnahme das Prädikat seit 1925 auf den Namen folgen lassen.
Der auch sonst so erfolgreiche Kurdirektor hatte diese Besonderheit, sicher in
Abstimmung mit den Besitzern, der Fam. Haase, mit dem Handel und mit den lokalen
Politikern erreicht, damit sein Altheide in allen Übersichten und Listen von Kurorten in
Deutschland immer ganz oben stand – A wie Altheide Bad!
Bis 1945 ist es bei dieser Bezeichnung geblieben. Berlit hat dann noch die polnische
Leitung des Kurortes beraten, bis auch er 1946 sein geliebtes Altheide Bad verlassen
musste. Wenige Monate später, am 01.Oktober 1946, ist er in Braunschweig verstorben
und wurde in Bad Hersfeld beigesetzt.
Natürlich Altheide Bad! Dieser Ortsname lässt sich seit 1925 in so vielen Dokumenten der
Gemeinde wiederfinden, in den Prospekten des hochgelobten Kurortes, in Unterlagen der
damaligen Unternehmen, auf Briefbögen und auf Rechnungen, auf Straßenschildern und
auf Ortstafeln – kurzum Altheide Bad war jahrzehntelang ein eingeführter und erfolgreicher
Begriff, der wie selbstverständlich benutzt wurde.
Auch wenn sich die andere Reihenfolge leichter sprechen lässt, auch wenn
„gewohnheitsmäßig“ das Bad eben vor dem Ortsnamen ausgesprochen wurde – offiziell
hieß es zwanzig Jahre Altheide Bad.
Dabei gehörte Altheide Bad zu den führenden Kurorten Deutschlands, wurde oftmals z.B.
mit Bad Nauheim verglichen und konnte vor dem 2.Weltkrieg jährlich ca. 16.000 Kurgäste
verzeichnen: Berlit und seine Mitarbeiter sind für ihre erfolgreichen Aktivitäten
deutschlandweit ausgezeichnet worden, auch wenn der Kurdirektor sich deutlich gegen
das Nazi-Regime positioniert hatte.
Altheide Bad! So steht es natürlich noch immer in den 21 Ausgaben der Altheider
Weihnachtsbriefe, die bis 2017 erschienen sind und die so viele Erinnerungen an Altheide
Bad am Leben erhalten und immer wieder neu geweckt haben.
So steht es ebenfalls in den Familiennachrichten des Grafschafter Boten, die von Georg
Pohl und Werner Bartsch betreut werden. Und sonst?
Altheide Bad? Wem das so wohl nicht gefallen hat? Wie aus diesem besonderen, fast
einmaligen Etikett das übliche und fast schon langweilige (Bad vor dem Namen) Altheide
geworden ist?
Altheide Bad? Nur aus Gewohnheit eben nicht mehr in dieser Reihenfolge? Oder zufällig?
Altheide Bad? Sonst wurde und wird doch viel Wert auf die Benutzung des korrekten
deutschen Namens der nun z.B. polnischen Orte gelegt. Warum nicht bei Altheide Bad?
Ob der Deutsche Bäderverband im Westen seinerzeit froh war, nicht mehr an Altheide Bad
da tief im Süden von Schlesien, im Glatzer Land erinnern zu müssen?
Ob so mancher Redakteur dankbar war, diese Besonderheit des Namens nicht mehr
beachten zu brauchen?
Ob die deutschsprachigen Reiseveranstalter diese spezielle Auflistung lieber nicht mehr
angewandt haben?

Oder ob gar die Konkurrenz der mehr als 350 Kurorte allein in Deutschland recht gern
diese spezielle Auszeichnung vergessen und schnell abgeschafft hat?
Oder wer könnte sonst noch ein Interesse gehabt haben, nicht mehr „Altheide Bad“ sagen
und schreiben zu müssen?
Statt weiter über Beweggründe und Gewohnheiten zu spekulieren: Zumindest hier sollte
es wieder „Altheide Bad“ heißen, auch wenn Gewohnheiten geändert werden müssen.
Die Weihnachtsbriefe haben es vorgemacht und viele Jahre dokumentiert: Kurdirektor
Berlit hat 1925 ganze Arbeit geleistet – Altheide Bad lebt!
Quellen: Altheider Weihnachtsbriefe bis 2017.

Bericht von Peter Becker,  DFK Glatz

22.6.2025

Preisverleihung des Hirschfelder-Malwettbewerbs in Habelschwerdt.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 17:38

 

Wie in jedem Jahr seit der Errichtung des Hirschfelder-Denkmals im Schulpark vor dem
Allgemeinbildenden Schulzentrum in Habelschwerdt 2014 fand auch in diesem Jahr
wieder ein Wettbewerb für Schüler der Volksschule (Klassen 1-8) und der Gymnasialen
Oberstufe (Klassen 9-12) statt. Im Rahmen des Kunstunterrichts unter Anleitung der
Kunstpädagogin Emilia Idzi-Ważgint fertigten die jüngeren Schülerinnen und Schüler
Porträts und Collagen über den Seligen Kaplan Hirschfelder an, während die
Oberstufenschülerinnen und -schüler aufgefordert waren, im Rahmen des
Religionsunterrichts unter Anleitung des Religionspädagogen Dr. Andrzej Prasał eine
zweisprachige Multimedia-Präsentation mit Texten und Bildern über die Person und das
Leben des Seligen vorzubereiten.

                          Zum Vergrößern bitte auf die Bilder klicken.

Die Überreichung der Preise für die drei besten Arbeiten
in den zwei Kategorien, die Großdechant Franz Jung aus Deutschland gestiftet hatte, fand
während der Grafschaft Glatzer Wallfahrtswoche im Rahmen einer Feier am Schulzentrum
Habelschwerdt statt, die der Stellvertretende DFK-Vorsitzende und Fremdsprachenlehrer
an der Schule Heinz-Peter Keuten zusammen mit Kollegen organisiert hatte.

           
In einer – wie Großdechant Franz Jung mehrmals betonte – würdigen Veranstaltung in der
Schulaula am 13. Juni 2025, an der neben den Organisatoren und Teilnehmern auch der
Direktor der Schule als Gastgeber, der DFK-Vorsitzende Horst Ulbrich sowie Großdechant
Prälat Franz Jung und Pater Hubertus Deuerling in Begleitung von Wallfahrern aus der
Wallfahrtsgruppe des Großdechanten teilnahmen, stellten der Schuldirektor, Großdechant
Jung sowie der Religionspädagoge Dr. Prasał in ihren Ansprachen die Bedeutung des
Seligen Kaplans Hirschfelder auch für die heutige Jugend heraus. Umrahmt von einem
ansprechenden Musikprogramm (die Oberstufenschülerin M. Łapińska führte zwei
klassische Gitarrenwerke vor und eine Schülergruppe der Klasse 7C sangen das Lied
„Stand Up“), stand im Mittelpunkt der Veranstaltung die Verleihung der Preise (s. Fotos)
an: 
Kategorie 1 (Volksschule): 1. Platz Julia Gacek Kl. 6A, 2. Platz Zuzanna Choińska Kl. 7B,
3. Platz Pola Kilian Kl. 5A, Sonderpreise für Milena Hampel Kl. 4a, Maria Michałek Kl. 7b,
Aniela Grudzień Kl. 5b, Lena Mnich Kl. 6b, Lena Gwizdak Kl. 4A.
Kategorie 2 (Oberstufe): 1. Platz Sandra Michalak Kl. III B, 2. Platz Milena Judecka u.i
Wiktoria Karmelita Kl. II B, 3. Platz Anna Fąfara Kl. II C.
Durch die Veranstaltung führten auf Polnisch und auf Deutsch drei Schülerinnen aus der 6.
Klasse und der 3. Klasse der Oberstufe.

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Zum Abschluss der Veranstaltung begaben sich
alle Anwesenden zum Hirschfelder-Denkmal im Park vor der Schule, wo ein Gesteck
niedergelegt und Kerzen entzündet wurden, das Hirschfelder-Gebet auf Deutsch
(Großdechant Jung) und Polnisch (Direktor Popiel) gesprochen sowie alle Strophen des
Hirschfelder-Liedes gesungen wurden.
Die Organisatoren bedanken sich bei allen Mitwirkenden, die zum Gelingen dieser
würdigen Veranstaltung beigetragen haben, und hoffen, dass auch in die Zukunft die
Tradition des Gedenkens an den seligen Jugendseelsorger und Kaplan in Habelschwerdt,
Gerhard Hirschfelder, fortgeführt wird.
Bericht: Heinz-Peter Keuten

Glatz dankt Habelschwerdt mit einem Ständchen.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 17:18

Schon im März 2025 war es so weit: Der DFK Glatz machte bei der „Digitalisierung“ einen

großen Schritt nach vorn. Die altmodische Kreidetafel im Vereinsraum wurde ersetzt durch

eine moderne elektronische interaktive Multifunktionstafel, und diese wird nun vielseitig

ihre Dienste für den Verein tun – nicht nur als Schreibtafel für die Deutschkurse, sondern

auch als Radio, Fernsehgerät, Computer, zur Musikwiedergabe für Chor und Karaoke, zur

Teilnahme an Videokonferenzen, als Bildschirm für Präsentationen bei Vorträgen u.v.a.m.

Möglich gemacht hat dies die Heimatgruppe Habelschwerdt mit ihrem Vorsitzenden

Heribert Wolf, der der Unterstützung dieses Projekts sofort zugestimmt hat, als seinerzeit

alle anderen Stellen keine finanzielle Hilfe geben konnten oder wollten. Zum Ausdruck

seiner großen Verbundenheit hat der DFK-Vorstand zusammen mit dem Vereinschor

entschieden, bei der Grafschaftreise der Habelschwerdter im Juni 2025 ein „Privatkonzert“

für die Förderer aus Deutschland zu singen. Dieses fand am 17. Juni

2025 im frisch renovierten Saal des Zentrums für Lokale Aktivitäten statt, das sich in

derselben Straße wie die DFK-Geschäftsstelle unweit des Glatzer Rings befindet.

      Zum Vergrößern bitte auf die Bilder klicken.

Nach einer herzlichen Begrüßung und Ehrung sang der Glatzer Chor unter Leitung von Ilse

Hirschner ein buntes Potpourri aus seinem inzwischen ansehnlichen Repertoire,

angefangen mit „Willkommen – Bienvenue – Welcome“ aus dem Musical „Cabaret“, über

Evergreens der Comedian Harmonists, von Katja Ebstein („Theater“), Udo Jürgens

(„Griechischer Wein“) oder Drafi Deutscher („Marmor, Stein und Eisen bricht“) sowie

Gospels und Friedenslieder bis hin zu bekannten Melodien, die der DFK-Vorsitzende Horst

Ulbrich mit neuen, für uns Glatzer zugeschnittenen Texten versehen hat (wie z.B. eine

neue Version des Riesengebirgslieds oder der bereits zur Chorhymne gewordenen

Neufassung eines Kölner Karnevalslieds mit dem Titel „Glatzer Mädchen, Glatzer

Jungen“).                   Bitte auf die Bilder klicken.

Das etwa 45 Minuten dauernde Konzert wurde durch das Publikum (das nicht nur die

Gruppe der Habelschwerdter, sondern auch noch Privatgäste aus Deutschland und Polen

umfasste) begeistert aufgenommen – es wurde mitgeklatscht und -gesungen und natürlich

gab es auch zwei Zugaben. Der gelungene Nachmittag fand mit einem gemütlichen

Schwätzchen bei Kaffee und Kuchen („Mookucha“) einen schönen Ausklang und alle

Beteiligten freuten sich über die gute Stimmung bei dieser außergewöhnlichen

Veranstaltung.

Bericht: Heinz-Peter Keuten

6.6.2025

„Versöhnung“ – eine Veranstaltung in der Papiermühle Duszniki

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 08:48

60 Jahre Briefwechsel der polnischen und deutschen Bischöfe

Unter dem Titel „Dolny Śląsk po 1945 r. – widziany z różnych perspektyw“

(Niederschlesien nach 1945 – aus verschiedenen Perspektiven betrachtet) fand am 25.

April in der historischen Papiermühle Duszniki eine bemerkenswerte öffentliche Tagung

statt.

Dies war eine weitere Debatte, die vom Geschichtszentrum Zajezdnia in Breslau im

Rahmen der Reihe „Zwischen Stadt und Region“ organisiert wurde.

Bemerkenswert zum einen wegen der anhaltend wichtigen Inhalte der Beiträge:

Ziel des Treffens war es, den Gedanken der Versöhnung aus unterschiedlichen Ansätzen

zu erläutern. Dabei machte schon die Einladung die Schwierigkeit und Komplexität

deutlich, über „Versöhnung“ im Rahmen der deutsch-polnischen Beziehungen und

ergänzend auch der tschechisch-polnischen Beziehungen zu sprechen.

Diese anspruchsvollen Aufgaben wurden in den Darstellungen der drei Referenten vertieft:

Dr. habil. Małgorzata Ruchniewicz, Professorin am Institut für Geschichte der Universität

Wrocław, Dr. habil. Piotr Pałys von Instytut Śląski w Opolu (Schlesisches Institut in Opole)

und Dr. habil. Maciej Szymczyk, Direktor des Papiermuseum in Duszniki-Zdrój.

Prof. M. Ruchniewicz stammt aus Bystrzyca Kłodzka, sie wurde für ihre wissenschaftlichen

Publikationen, von denen einige auch auf Deutsch erschienen sind, mehrfach

ausgezeichnet. In der Region ist als Co-Autor (mit Prof. Arno Herzig) der folgenden

Studien bekannt: Geschichte des Glatzer Landes (2006), W kraju Pana Boga. Im Land des

Herr Gottes. Quellen und Materialien zur Geschichte der Region Glatz vom 10. bis zum

  1. Jahrhundert (2003). Ihr Ehemann Prof. Krzysztof Ruchniewicz ist ein polnischer

Historiker, Deutschlandforscher, Professor der Uni Breslau und Direktor des dortigen Willy-

Brandt-Zentrums für Deutschland- und Europastudien sowie Direktor des Witold-Pilecki-

Instituts in Warschau. Dr. habil. Piotr Pałys ist Autor zahlreicher Werke über die polnisch-

tschechischen Beziehungen, insbesondere seit 1945.

Die Diskussion wurde von Dr. Emilia Dziewiecka von der Abteilung „Weltweite

Papierherstellung“ des Museums geleitet.

Die Vorträge der Wissenschaftler widmeten sich der Entwicklung der Region Glatz nach

dem Zweiten Weltkrieg sowie den polnisch-deutschen und polnisch-tschechischen

Beziehungen seit 1945.

Im Anschluss an diese Vorträge verdeutlichten in der Diskussionsrunde u.a. Henryk

Grzybowski (Klodzko) am Beispiel Altheide / Polanica sowie Julian Golak (Nowa Ruda)

aus seinem Schaffen positive Gedanken zur deutsch-polnischen Versöhnung.

Die Diskussion war stürmisch, auch kritische Sichtweisen aus einer betont einseitigen

polnischen Perspektive kamen zu Wort, stießen aber bei den vielen Teilnehmern nicht auf

Akzeptanz.

Die Veranstaltung wurde wissenschaftlich begleitet und ergänzt durch Dr. habil. Wojciech

Kucharski, der zum Abschluss die Vorträge sowie die Diskussionsbeiträge

zusammenfasste und als Historiker in die richtigen Zusammenhänge stellte.

Bemerkenswert war die Veranstaltung aber zum anderen und ganz besonders durch das

persönliche Gespräch mit Dr. Kucharski nach dem offiziellen Ende der Tagung: In dieser

Unterhaltung fragte er mich, ob ich den Briefwechsel der polnischen und deutschen

Bischöfe kenne. Selbstverständlich – aber die folgende Frage war für mich die

Überraschung des Tages: „Kennen Sie auch den Entwurf der polnischen Bischöfe für ihr

berühmtes Schreiben?“

Ebenso selbstverständlich nicht – wer kennt schon diesen Entwurf, der laut Dr. Kucharski

viele Jahre verschollen war und erst vor kurzem im Vatikan wiedergefunden wurde.

Aus seiner Aktentasche zog der polnische Gesprächspartner dann als Faksimile den

kompletten Entwurf des Schreibens der polnischen Bischöfe hervor und gestattete auch mit

ausgiebigen Fotografien.

Dabei stellte er den Briefwechsel näher dar (in Vorbereitung einer Ausstellung, die im Mai

in Warschau eröffnet werden soll).

Anmerkung: Manfred Spata wies mich in der Zwischenzeit dankenswerterweise darauf hin,

dass dieser Entwurf in Deutschland bereits in Bonn in einer Ausstellung zu sehen war.

Zwei Erkenntnisse überraschten mich in diesem persönlichen intensiven Gespräch

besonders:

– Der Entwurf der polnischen Bischöfe ist bereits in Deutsch geschrieben!

Offensichtlich war nicht nur der Hauptautor, Bischof und spätere Kardinal Bolesław

Kominek (Wrocław), als Oberschlesier der deutschen Sprache ohne Probleme mächtig,

sondern auch weitere polnische Bischöfe, die den Brief korrigiert bzw. geändert haben,

wandten Deutsch wie selbstverständlich an.

– Der Briefwechsel fand nicht über Ländergrenzen hinweg statt, sondern die Briefe wurden

in Rom während der letzten Monate des II.Vatikanischen Konzils ausgetauscht.

Am 18. November 1965 ist der Brief der polnischen Bischöfe unterschrieben worden.

Die berühmten Worte der polnischen Bischöfe „Wir gewähren Vergebung und wir bitten

um Vergebung“ wurden nach der Veröffentlichung 1965 jedoch in beiden Ländern heftig

und kritisch diskutiert – zwanzig Jahre nach Kriegsende, fast zwanzig Jahre nach der

Vertreibung.

Am 05.Dezember 1965 antworteten die deutschen Bischöfe ihren polnischen

Amtskollegen, die „ von der Zurückhaltung dieser Antwort enttäuscht sind“ (Katalog der

Ausstellung 2016 „Kardinal Kominek“, Wrocław 2015, S. 18).

Die deutschen Bischöfe hingegen hatten ihren Brief natürlich in deutscher Sprache

entworfen – er musste dann in aller Eile übersetzt werden. Dabei sind von dem deutsch-

polnischen Priester, der lt. Dr. Kucharski diesen Brief ins Polnische übertragen hat, viele

Feinheiten der deutschen Antwort nicht beachtet worden..

Zur weiteren historischen Einordnung dieses Briefwechsels ist auch die Denkschrift der

EKD vom 01.Oktober 1965 zu beachten: Die Evangelische Kirche hatte sich unter dem

Titel „Die Lage der Vertriebenen und das Verhältnis des deutschen Volkes zu seinen

östlichen Nachbarn“ deutlich zur Schuld des deutschen Volkes positioniert – was ihr in

Deutschland sofort große Kritik einbrachte.

 

Wer mehr über diese fast sechzig Jahre zurückliegende vorsichtige Annäherung und die

Folgen in Deutschland wie in Polen wissen möchte, findet z.B. im Online-Lexikon zur

Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa der Universität Oldenburg

ausführliche Hinweise und Erläuterungen.

Die dortige Kurzbeschreibung lautet: „Am 18. November 1965 wandten sich die polnischen

Bischöfe an ihre deutschen Amtsbrüder mit einem Brief, der den berühmt gewordenen

Satz „[Wir] gewähren Vergebung und bitten um Vergebung“ enthielt. Die deutschen

Bischöfe antworteten am 5. Dezember desselben Jahres. Obwohl der Briefwechsel

zeitgenössisch durchaus kontrovers aufgenommen wurde, gilt er heute als Meilenstein der

deutsch-polnischen Versöhnung nach dem Zweiten Weltkrieg.“ ( https://ome-lexikon.uni-

oldenburg.de/begriffe/briefwechsel-der-polnischen-und-deutschen-bischoefe ).

Treffend auch die Anmerkung und Erinnerung meines (Schul-)Freundes Michael Güttler zu

meinem Erlebnis in Duszniki:

„Hochinteressant! Habe das damals 1965 als junger Bursche trotzdem schon recht gut

und intensiv nachverfolgt. Natürlich durch Herkunft geprägt.“ (Zitat 2025)

Und so sind an diesem bemerkenswerten Abend in Duszniki sowohl der Briefwechsel (in

Rom überreicht, in Deutsch von den polnischen Bischöfen entworfen) verdeutlicht als auch

der umfassende geschichtliche Bezug zumindest angedeutet worden:

Die Schritte der Kirchen, auch der EKD, und der vertrauensvollen Kontakt der Bischöfe

(auch schon vor 1965) haben ihren Teil zu Entwicklungen wie der geänderten deutschen

Ostpolitik und dem Kniefall Willy Brandts in Warschau vor dem Denkmal der Helden des

Ghettos sowie dann auch 1978 zur Wahl des polnischen Kardinals Wojtyla zum Papst

beigetragen.

 

Autor: Peter Becker: Mitglied des DFK Glatz.           Mitarbeit: Henryk Grzybowski

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