Grafschaft Glatz (Schlesien) Neuigkeiten und Wissenswertes aus Schlesien

27.9.2016

Oktoberfest beim DFK Glatz.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 08:54

In München ist Oktoberfest, beim DFK in Glatz auch.

Aber ein Start mit Hindernissen, denn Jochen Straube, der bisher immer den Gottesdienst so gut vorbereitet hatte, war verhindert, ebenso wie Pater Dr. Marian Arndt, der normalerweise in Glatz den deutschen Gottesdienst am Ende jeden Monats mit uns feiert. Auch unser Chorleiter und Organist Marek Knopinski war verhindert.

Dazu kam ein weiteres Problem, denn der bestellte Pfarrer, der Pater Arndt vertreten sollte, vom Kloster der Franziskaner ist auch nicht gekommen und nach vielen telefonischen Versuchen bekamen wir lediglich die Auskunft, dort wisse man nicht Bescheid.

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Nun hätte aber der Gottesdienst schon vor 15 Minuten beginnen sollen, um den Termin im Restaurant zum bestellten Mittagessen irgendwie einhalten zu können. Aber zum Glück war auch Andreas Klose aus Königswusterhausen bei uns zu Gast und in der Sakristei wurde schnell umgestellt. Also Wandlung geht nicht, dieses und jenes aus dem Ablaufplan streichen, dafür die Chöre singen lassen und so haben wir einen improvisierten, aber fast perfekten Wortgottesdienst gehalten.

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Danach alle schnell in die bereitgestellten Busse und nach Bad Altheide in das Restaurant, wo wir schon erwartet wurden. Horst Ulbrich nutzte die Stille während des Essens für seine Begrüßungsworte, damit danach mit dem vorbereiteten Programm begonnen werden konnte. Natürlich waren wieder unsere Freunde aus Waldenburg mit ihrem Chor dabei, ganz besonders haben wir uns über den Schönwälder Trachtenchor aus der Gegend um Gleiwitz gefreut. Entstanden aus den Mitgliedern einer Ortsgruppe, und das ist ein schönes Beispiel dafür, was eine kleine Ortsgruppe leisten kann, wenn alle zusammenhalten. Es gab großen Applaus und ein großes Kompliment auch für ihre Trachten beim Auftritt. Belohnt wurden die Chorsänger durch den Vorsitzenden des DFK Glatz mit je einem Glas Wodka. Da unser Chorleiter nicht dabei war, hatten sich die Glatzer Sänger nicht vorbereitet, wurden aber lautstark aufgefordert zu singen, und so wurden Lieder wie „ Glatzer Mädchen, Glatzer Jungen sind dem Herrgott gut gelungen“ und weitere selbst gedichtete Lieder vorgetragen und mit viel Applaus belohnt. So verging die Zeit wie im Flug und es wurde Zeit für Kaffee und Kuchen.

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Danach spielte die Adam-Combo zum Tanz mit allerlei spielerischen Einlagen. Leider musste uns der Chor aus Gleiwitz früh am Abend verlassen, da sie einen weiten Heimweg vor sich hatten. Wir haben einen Gegenbesuch vereinbart, den wir wohl im November realisieren werden.

Bis in den Abend wurde dann weiter getanzt und „gelorbert“ wie es wohl im schlesischen Platt heißt. So ging ein Oktoberfest mit viel Improvisation, aber trotzdem gelungen zu Ende.

Bericht

Horst Ulbrich

26.9.2016

Einweihung des Hirschfelder Denkmals in Habelschwerdt

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 15:54

Große deutsch-polnische Feier in Habelschwerdt am 19. September 2016 anlässlich der Einweihung des neuen Denkmals zu Ehren des Seligen Kaplans Gerhard Hirschfelder am Habelschwerdter Gymnasium

Was lange währt, wird endlich gut: Dies gilt auch für das Projekt des Hirschfelder-Denkmals in Habelschwerdt, das am 19. September 2016 feierlich gemeinsam von Polen und Deutschen eingeweiht wurde.

Geplant und finanziert wurde das Projekt von Großdechant Franz Jung, dem Hirschfelder-Biografen Prof. Dr. Hugo Goeke aus Münster sowie der deutschen Hirschfelder Stiftung. Anlass war der 75. Jahrestag der Schändung des Wegekreuzes sowie eines barocken Bildstocks durch SS und HJ, die sich im Sommer 1941 auf der Wustungspromenade zwischen Habelschwerdt und Hohndorf ereignete und mit der der Leidensweg von Kaplan Hirschfelder gewissermaßen seinen Anfang nahm, da diese Untat der Nazis Kaplan Hirschfelder als Jugendseelsorger der Grafschaft Glatz dazu bewegte, am 27. Juli 1941 von der Kanzel der Habelschwerdter Pfarrkirche die mutigen Worte zu sagen: „Wer der Jugend den Glauben an Christus aus dem Herzen reißt, ist ein Verbrecher“, die ihn wenig später ins Glatzer Gefängnis und danach ins KZ Dachau brachten, wo er am 1. August 1942 den Märtyrertod starb.

Die ursprüngliche Idee eines Gedenksteins an der Stelle, an der die Untaten 1941 begangen wurden, also auf der Wustung zwischen Habelschwerdt und Hohndorf, wurde verworfen, weil der Ort sich kaum für Gedenkveranstaltungen eignet. Stattdessen wurde der Park vor dem Allgemeinbildenden Schulzentrum in Habelschwerdt (der ehem. Hermann-Stehr-Aufbauschule) gewählt, und der DFK-Vorstand setzte alle Räder in Gang, um die nötigen Genehmigungen einzuholen – Einverständnis der Schulleitung, der Bürgermeisterin sowie des Landratsamts Glatz, der offizieller Träger der Schule und Grundstückseigentümer ist. Da DFK-Schatzmeister Heinz-Peter Keuten gleichzeitig Lehrer am Allgemeinbildenden Schulzentrum in Habelschwerdt ist und der Vorsitzende Horst Ulbrich vor allem mit Hilfe des im Landratsamt beschäftigten DFK-Mitglieds Frau Magda Basińska erfolgreich und schnell die notwendigen behördlichen Genehmigungen einholte, konnte noch während der Sommerschulferien mit der Errichtung des geplanten Denkmals begonnen werden. Gleichzeitig wurde am 1.9., dem ersten Schultag in Polen, ein Schülerwettbewerb über den Seligen Kaplan Gerhard Hirschfelder in Habelschwerdt ausgerufen, zu dem sich nicht weniger als 70 Schüler der Mittel- und Oberstufe meldeten.

Somit war tatsächlich am 19. September 2016 – auf den Tag genau 6 Jahre nach der Seligsprechung Kaplan Hirschfelders im Dom zu Münster – alles fertig und vorbereitet, und es fand eine denkwürdige und unvergessliche Einweihungsfeier statt. Lehrer und Schüler der Schule hatten drei Wochen lang auf diesen Tag hingearbeitet, mit Proben, Übersetzungen, Szenarien und vielerlei anderen Vorbereitungen.

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Die Feier begann in der St. Michaels-Pfarrkirche zu Habelschwerdt, mit einem zweisprachigen Festgottesdienst, zelebriert durch Prof. Dr. Fitych aus Tscherbeney (der sich einen Namen als polnischer Hirschfelder-Biograph gemacht hat), Großdechant Prälat Franz Jung sowie Diakon Georg Olbrich aus Deutschland und Kaplan Gabriel Horowski aus Habelschwerdt in Vertretung des erkrankten Prälaten Smoter. Bei dem Gottesdienst in der Habelschwerdter Kirche waren ca. 600 Schüler und Lehrer, viele geladene Prominente sowie eine Delegation von ca. 50 Gästen aus Deutschland anwesend. Die Predigt von Großdechant Franz Jung, in der er sich insbesondere an die polnischen Jugendlichen aus Habelschwerdt wandte, wurde in polnischer Sprache durch Prof. Fitych vorgelesen. Lesung, Evangelium und Fürbitten wurden sowohl auf Deutsch als auch auf Polnisch vorgetragen. Auch das Hirschfelder-Lied wurde in deutscher sowie in polnischer Sprache gesungen (was die polnischen Schüler vorher im Religions-, Musik- und Deutschunterricht geübt hatten!). Die deutsch-polnische Messe war von Großdechant Franz Jung in Anlehnung an die Hirschfelder-Seligsprechungsnachfeier in Bad Kudowa am 10. Oktober 2010 entworfen und durch Dr. Andrzej Prasał (Organist und Religionslehrer aus Habelschwerdt) in Zusammenarbeit mit H.-P. Keuten und J. Straube vom DFK Glatz im Detail geplant worden. Während der gesamten Messfeier waren die Schulstandarten sowie die Fahnen der deutschen Delegation zugegen. Anschließend begaben sich alle Teilnehmer in einer Fahnenprozession durch die Stadt zum Schulpark, wo nach Verlesung eines Grußwortes der polnischen Schulministerin, Frau Anna Zalewska, sowie den Ansprachen des Landrats Maciej Awiżen, der Bürgermeisterin Renata Surma sowie der Schulleiterin Krystyna Magierowska-Kasza der neue Gedenkstein feierlich enthüllt und durch Großdechant Franz Jung sowie Kaplan Gabriel Horowski eingeweiht wurde. Bei der Einweihung waren auch diverse Pressevertreter, u.a. auch das Glatzer Regionalfernsehen, anwesend.

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Nach der Einweihung hatten die Schüler der Schule ein musikalisches Festprogramm vorbereitet, das in der historischen Schulaula des Schulzentrums stattfand. Zwischen den musikalischen Darbietungen wurden Texte von und über Kaplan Hirschfelder auf Deutsch und Polnisch gelesen. Einen originellen Abschluss des Musikprogramms bot der spontan entstandene Chor der deutschen Gäste (unter Leitung von Großdechant Franz Jung!), die zwei Volkslieder „auf Pauersch“, also in dem Dialekt, der zur Zeiten des Seligen Kaplans Hirschfelder in der Grafschaft Glatz gesprochen wurde, zu Gehör brachten. Für viele polnische Gäste sicherlich das erste Mal, dass ihnen solche Töne zu Ohr kamen …

Gegen Ende der Veranstaltung wurden die Gewinner des Hirschfelder-Wettbewerbs ausgezeichnet. Die Schüler hatten besonderen Einsatz bei der Zeichnung von Bildern über das Leben des Seligen sowie bei einem Wissensquiz über Kaplan Hirschfelder gezeigt. Die Preise waren von der deutschen Hirschfelder Stiftung finanziert worden.

Zum Schluss überreichte Großdechant Franz Jung der Schulleiterin, Frau Krystyna Magierowska-Kasza, ein großes Porträt des Seligen Kaplans Gerhard Hirschfelder zum Verbleib in der Schule. Bei einem anschließenden Treffen im engeren Organisatorenkreis wurde beschlossen, den Hirschfelder-Wettbewerb in den kommenden Jahren fortzuführen und u.U. sogar auf Diözesanebene auszuweiten.

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Im Anschluss an die offizielle Veranstaltung nutzten die deutschen Gäste die Zeit noch für einen Rundgang durch Habelschwerdt unter Führung von H.-P. Keuten. Nicht zuletzt die beiden Geistlichen freuten sich besonders – denn Georg Olbrich, der selbst noch in Habelschwerdt geboren ist, konnte sein Familienhaus unweit des Willmannsturms besuchen, und auch Großdechant Franz Jung hatte in Habelschwerdt gewissermaßen ein „Heimspiel“, da sein Onkel Pius Jung von 1910 bis 1940 Pfarrer und Stadtdechant von Habelschwerdt war und auf dem hiesigen deutschen Friedhof begraben liegt.

Insgesamt ist die Einweihungsfeier des neuen Hirschfelder-Denkmals am Habelschwerdter Gymnasium ein denkwürdiges Ereignis für Habelschwerdt und die Hirschfelder-Verehrung in der gesamten Grafschaft Glatz geworden. Zahlreiche Publikationen in der lokalen Presse, Internet und Fernsehen zeugen davon. Für die Gruppe der deutschen Stifter war die Feier nach eigener Aussage ein hervorragendes Ereignis und hat auch zu vielen neuen deutsch-polnischen Begegnungen geführt. Es bleibt zu hoffen, dass das neue Denkmal mithilft, die Erinnerung an Kaplan Hirschfelder in der Stadt, in der er die letzten drei Jahre seines priesterlichen Dienstes als Jugendseelsorger der Grafschaft Glatz verbracht hat, wach und lebendig zu halten – als an einen mutigen Kämpfer für den christlichen Glauben und gegen das Unrecht, der Vorbild für Deutsche und Polen zugleich sein kann, gemäß dem Motto, das über dem Wirken des Seligen steht und mit dem Großdechant Franz Jung seine Predigt am 19.9.2016 geschlossen hat: „Seliger Kaplan Hirschfelder – Hoffnungsträger, Mutmacher, Brückenbauer“.

Bericht

Heinz-Peter Keuten

25.9.2016

Terminstau beim DFK Glatz.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 11:04

Liebe Freunde dieser Seite,

leider komme ich zur Zeit nicht dazu neue Berichte zu schreiben. Nach dem 10. Oktober soll es besser werden. Hier nur eine Auflistung der erledigten und kommen wichtigen Termine. Einiges musste ich wegen Terminüberschneidung streichen und hoffe da auf Verständnis.

15.9. Treffen mit der Zentralstelle Grafschaft Glatz

17.9. Feier DFK Breslau 25 Jahre

18.9. Tscherbeney: Messe mit dem Großdechanten und Treffen im  Hirschfelderhaus mit den Deutschen im Grenzgebiet.

19.9. Einweihung des Gedenksteines Hirschfelder in Habelschwerdt. Ca. 600 Teilnehmer mit Schülern des Lyzeums,  Abordnungen der Lokalpolitik und  des Kultusministeriums, sowie der Kirche mit Großdechant Jung und Prof. Fitych.

24.9. Oktoberfest des DFK Glatz mit 103 Teilnehmern.

26.9. Polnisch/Tschechisches Forum. Einladung der Landesregierung Niederschlesien. Ein wichtiger Termin auch der polnisch/deutschen Zusammenarbeit.

29.9. Hilfstransport der Malteser Telgte für unser Zentrallager.

30.9. Hilfstransport mit 2 LKW 40 to  für das Krankenhaus Scheibe. Kosten trägt Herr Pollok, Organisation DFK Glatz.

3.10. Tag der Deutschen Einheit. Einladung der Generalkonsulin Breslau.

6.-7.10. Wissenschaftsfestival in Zusammenarbeit mit der UNI Breslau. 27 Schulen beteiligen sich am deutschen Lyrikwettbewerb.

15.10. Beati Cantoris. Chortreffen im Kurtheater Bad Salzbrunn.

Dann ist hoffentlich Pause bis zu den Weihnachtsfeiern.

Euer

Horst Ulbrich

6.9.2016

25 Jahre deutsch-polnischer Nachbarschaftsvertrag und 25. Jahrestag der Gründung des VDG in Oppeln

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 09:18

Wahrlich ein außergewöhnliches Datum mit einem großen Rahmenprogramm am 3. und 4. September 2016.

Es begann im Saal des Marschallamtes in Oppeln mit einer Podiumsdiskussion unter Beteiligung des deutschen Botschafters in Polen, Herrn Rolf Nickel, des Staatssekretärs im Ministerium für nationale Minderheiten, Herrn Sebastian Chalek, des Beauftragten der Bundesrepublik für nationale Minderheiten, Herrn Hartmut Koschyk, und des Direktors des Willy-Brandt-Zentrums für Deutschland- und Europastudien in Breslau, Herr Prof. Krzysztof Ruchniewicz. Die Moderation übernahm unser VDG-Vorsitzender Bernhard Gaida. Dazu nur ein kurzes Statement, es wurden die Errungenschaften der Zusammenarbeit zwischen beiden Seiten betont und auch für enge wirtschaftliche und persönliche Kontakte in Zukunft geworben.

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Weiter ging es um 16 Uhr in der Kathedrale in Oppeln mit einem ökumenischen Gottesdienst mit der Anwesenheit vieler prominenter Gäste aus Deutschland und Polen. Der kath. Bischof Andrzey Czaja und der evangelische Pastor  Wojciech Pracki hatten in ihrer Ansprache nicht nur lobende, sondern auch mahnende Worte bei den derzeitigen politischen Verhältnissen in Polen, und ich war eigentlich erstaunt von den Kirchenmännern auch kritische Einwände zu hören, was später ausdrücklich gelobt wurde, geht es doch nicht nur darum die guten Beziehungen, sondern auch die Baustellen anzusprechen, die es noch zu bearbeiten gilt.

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Nach der Andacht blieb nur wenig Zeit für ein kaltes Getränk am Ring in Oppeln, denn schon um 18 Uhr ging es in der Philharmonie in Oppeln weiter im Programm. Es eröffnete Herr Gaida, welcher alle Gäste herzlich willkommen hieß. Symbolisch wurde ihm als Vorsitzenden unseres Dachverbandes VDG eine Geburtstagstorte in Miniformat mit Kerze überreicht. In seiner Ansprache berichtete er über die Arbeit der weit über 500 Deutschen Freundschaftskreise in Polen, auch über die erfreuliche Entwicklung der Jugendarbeit. Hier erwähnte er besonders die neu entstehenden Fußballvereine für Kinder und Jugendliche, die sich nach dem Vorbild Miroslaw Klose nennen. Polenweit sollen es über 50.000 Kinder und Jugendliche in der deutschen Minderheit sein. Die deutsche Minderheit wurde staatlicherseits und nach der letzten Volkszählung mit 175.000 angegeben. Tatsächlich seien es aber noch über 360.000, da sich viele als Schlesier und nicht als rein Deutsche eingeordnet hatten. Auch kritische Anmerkungen zur politischen Lage gab es in seiner Ansprache, die mit großem Applaus bedacht wurden. Danach spielte das Orchester der Oppelner Philharmonie Werke von Franz Schubert. Dazwischen die Grußworte von Harmut Koschyk, Rolf Nickel und Andrzej Bula, deren Titel ich hier schon erwähnt hatte. Gegen 21 Uhr wurden wir noch zu einem Imbiss in den Nebensaal der Philharmonie geladen, damit niemand hungrig nach Hause gehen muss, wurde bekannt gegeben. Immer wieder ein Anlass alte Freunde zu treffen, kritische Bemerkungen zu hinterfragen und sich privat einmal auszutauschen. So ging der erste Tag voller Eindrücke zu Ende und mit meiner Frau wollten wir noch ein ruhiges Glas Wein im Hotel genießen. Aber wen treffen wir dort? Alte Freunde aus der Heimatgemeinschaft Altwilmsdorf, die wir schon oft in der Grafschaft begrüßen konnten. Und so wurde der Abend doch länger als geplant.

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Morgens am 4.9. im Hotel stellten wir fest, dass Herr Dr. Vollmert aus der CDU-Fraktion des Bundestages im gleichen Hotel wohnte. Beim Frühstück haben wir uns noch eingehend über den Besuch beim DFK Glatz vor Jahresfrist mit Herrn Brähmig MDB unterhalten und uns über die besondere Problematik in der Diaspora der deutschen Minderheit in Niederschlesien ausgetauscht.

Aber bald mussten wir aufbrechen, um unseren Stand beim großen Fest der deutschen Minderheit am Amphitheater in Oppeln zu organisieren. Zum Glück erwarteten uns dort schon unsere Glatzer DFK-Mitglieder, die mit einem Bus zu dem Fest angereist waren. Bei meinem Handycap nach ausgerenkter Schulter war ich beim Aufbau keine große Hilfe. Nachdem alles seinen Platz hatte, begann pünktlich um 12 Uhr das Jugendblasorchester mit einem kleinen Umzug durch die Zelte. Danach folgte ein buntes Programm mit Tanz- und Gesangsgruppen, vielen Einzelakteuren, der Auftritt der Kindertanzgruppe mit ….. tanz   ???, Schlagersängerinnen, die aus der deutschen Minderheit erwachsen sind, einem ganz besonderen Kindertheater und vielen anderen Attraktionen. Das außergewöhnliche Kindertheater werden wir im Frühjahr 2017 in Glatz erleben können. Mit der Leiterin der IFA aus Breslau habe ich das schon fest vereinbart. Das Festprogramm ging bis in die Abendstunden und wir waren erstaunt, welche Vielfalt die deutsche Minderheit in Polen zu bieten hat. Das macht Mut für die Zukunft und lässt auf die nächsten 25 Jahre erfolgreicher Arbeit hoffen. Da unser Busfahrer gegen 17 Uhr zur Abreise mahnte, haben mir unsere Mitglieder noch schnell beim Abbau geholfen, da es mit meiner Armbinde doch problematisch geworden wäre.

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Wie immer, gibt es einen Wermutstropfen, und das betrifft den DFK Glatz. Wir hatten mit Abstand den größten Stand, den ich frühzeitig beantragt hatte, und ich war enttäuscht von den Miniinfoständen der anderen, aber doch sehr großen deutschen Vereinen in und um Oppeln. War das der Grund, warum unser Vorsitzender Bernhard Gaida den Weg zu uns nicht gefunden hat? Lediglich Norbert Rasch, Vorstandsmitglied des VDG, war als Gast bei uns und wir freuen uns über diesen Kontakt. Danke.

Aber unser Stand war umlagert wie schon vor Jahresfrist in der Jahrhunderthalle in Breslau, siehe Bilder. Viele alte Freunde aus der deutschen Minderheit aus ganz Polen, aber auch viele Interessierte aus der Oppelner Gegend hatten Fragen zu unseren umfangreichen Projekten. Es ist bekannt, dass der DFK Glatz, in Bezug auf seine Größe, der aktivste deutsche Verein in ganz Polen ist, und darauf können wir stolz sein. Der Einsatz in den über 8 Jahren Aufbauarbeit hat sich also gelohnt, leider bin ich für die Zukunft in Niederschlesien skeptisch. Ich werde mich später einmal dazu äußern.

 

Bericht

Horst Ulbrich

31.8.2016

Einladung des BDV Sachsen und Treffen der Minderheiten in Liegnitz.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 17:14

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Am Samstag 27.8. 2016 ein großes Stadtfest mit internationalen Tanz – und Musikgruppen auf der Showbühne. Auch aus Dresden war ein russischer Chor angereist. Um 19 Uhr dann das offizielle Treffen mit Politikern aus Sachsen und dem Stadtpräsidenten aus Liegnitz und mit Gästen aus Deutschland und Polen. Nachdem Herr Fiolka, Landesgeschäftsführer des BDV Sachsen die Gäste begrüßt hatte, kamen zunächst die Referenten, Herr Hirche MDL Sachsen und Herr Grapatin, Beauftragter der Landesregierung Sachsen zu Wort. Man möge auf der Grundlage des 25jährigen Vertrages die Zusammenarbeit der beiden Länder weiter ausbauen, obwohl es schon die größte regionale Zusammenarbeit in ganz Europa sei, war der gemeinsame Tenor.

Danach gab es eine ungezwungene Diskussion aller Beteiligten und spät am Abend zeigte uns der Hotelbesitzer noch seine große Disco auf dem Dach des Hotels, wo am Sandstrand ca 300 Gäste Platz finden.

Am nächsten Tag ging es dann erst nach dem Mittagessen um 14,30 weiter mit der Vorstellung der angereisten Vorsitzenden der Minderheiten aus Deutschland und Polen. Den Auftritt des Chores “Silberklang” haben wir leider verpasst. Ich musste mit meiner Frau etwas früher abreisen, da wir eine weitere wichtige regionale Einladung unseres Glatzer Landrates nicht verpassen wollten. Das Treffen in Liegnitz soll in 2017 wieder stattfinden, um die Kontakte zwischen den deutschen und polnischen Vereinen der Minderheiten  zu festigen.

Bericht

Horst Ulbrich

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26.8.2016

Kulturtagung der Landsmannschaft Schlesien, Landesgruppe Baden-Württemberg, im Eichendorffzentrum Lubowitz.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 14:22

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Es ist nicht nur eine Kulturtagung, sondern jedes Jahr auch ein Wiedersehen mit guten Freunden, und wir freuen uns immer dabei sein zu dürfen.

Auch in diesem Jahr war die Tagung mit interessanten Vorträgen gefüllt und die Referenten vermittelten einen Einblick in das Lebenswerk bedeutender schlesischer Persönlichkeiten.

Zu Beginn des ersten Tages stellten sich alle Teilnehmer vor, denn aus Nah und Fern waren die geladenen Gäste aus verschiedenen Deutschen Freundschaftskreisen angereist. Der Tag war dann gefüllt mit Vorträgen und Diskussionen. Dr. Schoch begann mit seinen Betrachtungen der Geschichte der Juden in Schlesien, es folgte der Vortrag des Vorsitzenden der Landsmannschaft, Herrn Zimmermann, über zehn bedeutende schlesische Erfinder und Entdecker. Am Abend wurde noch der sehr interessante Film, „Gloria und Exodus“ über die Geschichte des schlesischen Adels gezeigt.

Am zweiten Tag eine Exkursion und Frau Barbara Grzegorczyk führte uns sachkundig durch ihre Stadt. Weiter ging es nach Friedersdorf, wo die DFK-Vorsitzende, Frau Rosa Zgorzelka, uns durch das bemerkenswerte deutsche Museum führte. Es ist immer wieder erstaunlich, was engagierte Menschen bewerkstelligen können. Es ist ihr nicht nur gelungen die alte sehr große Scheune vor dem Verfall zu retten und in einen guten Zustand zu versetzen, sie hat auch die Exponate aus dem ganzen Umland gesammelt und die Scheune zu einem sehr interessanten deutschen Museum umgestaltet.

Am Abend bei einem gemütlichen Beisammensein bot sich einer der Teilnehmer an, den Abend musikalisch zu gestalten, und so wurde sogar auch noch getanzt. Da meine Frau an dem Tag Geburtstag hatte und wir einige Flaschen Wein mitgebracht hatten, wurde es doch ein wenig später als so mancher Gast es vielleicht vorhatte.

Aber am nächsten Morgen, zum Vortrag von Helga Wüst über „Sophie von Hatzfeld“, waren alle wieder aufmerksam dabei. Gudrun Linzel stellte den verwegenen, intelligenten und zwiespältigen Zeitgenossen „Franz Jung“ in ihrem Beitrag vor. Erst gegen 18 Uhr kamen wir zur Auswertung des Seminars, bevor wir den Heimweg nach Glatz antreten konnten.

Wieder eine erfolgreiche Kulturtagung, und wir hoffen alle im nächsten Jahr gesund wiederzusehen. Ein gutes Beispiel der Landesgruppe Baden-Württemberg, Tagungen zusammen mit den in der Heimat verbliebenen Deutschen durchzuführen. Hoffen wir, dass andere Landsmannschaften auch den Weg der Zusammenarbeit suchen, denn nur darin liegt die Zukunft unserer deutschen Traditionen in den ehemaligen deutschen Gebieten.

Zu bemerken bleibt, dass auch mit dem Landesverband der Vertriebenen im Freistaat Sachsen gute Kontakte gepflegt werden. Schon am nächsten Wochenende haben wir eine gemeinsame Tagung in Liegnitz.

Bericht

Horst Ulbrich

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21.8.2016

Deutsche Wallfahrt in Albendorf

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 19:00

 

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Wie jedes Jahr am zweiten Sonntag im August sind auch am 14. August 2016 wieder Wallfahrer aus dem In- und Ausland zur deutschen Wallfahrt nach Albendorf, unserem „Glätzischen Jerusalem“, gepilgert. Im Vorgespräch mit Pater Arndt konnte festgestellt werden, dass zu diesem Anlass Wallfahrer aus Paderborn, Wiesbaden, Berlin und München aus Deutschland angereist waren, ebenso wie aus Oppeln, Waldenburg und Glatz im heutigen Polen. Der VDG-Vorsitzende Bernhard Gaida begrüßte die Gäste aus Nah und Fern, ein Chor aus Oppeln und der Chor des DFK Waldenburg begleiteten die Hl. Messe mit Gesang. Der Hauptzelebrant, Pfarrer aus Ratibor  wurde am Altar durch unseren Franziskanerpater und Seelsorger für die Deutsche Minderheit in Niederschlesien, Dr. Marian Arndt aus Breslau, unterstützt.

Noch lange wurden nach der Messe Marienlieder gesungen, während alle die Möglichkeit hatten, die Marienstatue von Nahem zu verehren.

Nach der Messe wurde ich zum Mittagessen eingeladen, denn wir hatten noch das Programm unseres Oktoberfestes zu besprechen, das die Waldenburger mit ihrem Chor immer unterstützen. Leider hatte Pater Arndt zu unserem traditionellen Fest keinen Termin mehr frei, weil er bereits bei einer anderen Einladung zur Feier einer polnisch-deutschen Trauung zugesagt hatte. Er wird zu unserem deutschen Gottesdienst in Glatz einen anderen, deutschsprachigen Priester bitten. Es gab auch wieder viele Gespräche mit Freunden wie dem singenden Tierarzt aus München, den ich lange nicht gesehen hatte. Die Wallfahrt ist eben auch immer ein Treffen mit Freunden – und gebe Gott, dass dies noch lange so bleibt.

Bericht

Horst Ulbrich

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15.8.2016

Jugendchor und Orchester auf dem Gottwaldhof.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 12:26

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Ja, da wurde uns ein Kunstgenuss geboten. Von den Chören und dem Orchester wohl auch als Generalprobe für das nächste Konzert in Bad Flinsberg im Riesengebirge gedacht, erlebten wir bei bestem Wetter auf dem Gottwaldhof Musik und Gesang der Jugend aus dem oberschlesischen Zawiercie (Kreis Kattowitz).

Der Orchesterleiter, Herr Stawarza, gab auch immer wieder Informationen in Deutsch zu den einzelnen Solisten und den Orchesterstücken. Die Gruppe kommt jährlich auf den Gottwaldhof und Leopold Stawarza ist ein Freund der Familie Fuglinska, die uns Gäste auch mit selbst gebackenem Brot und allerlei Zutaten verwöhnte. Erstaunlich, dass Jugend in solch großer Zahl noch für Chorgesang und Orchesterproben zu begeistern sind. Gesamt waren es über vierzig Sänger und Musikanten, in gleicher Anzahl wohl auch die begeisterten Zuschauer. Die Gruppe sucht Kontakte zu deutschen Musikgruppen und ich denke da helfen zu können. Das Telgter Jugendblasorchester des Gymnasiums war vor Jahresfrist in Glatz und wir hatten Werbung und Auftritte organisiert. Vielleicht können wir ein gemeinsames Orchestertreffen organisieren und damit einen weiteren Beitrag zur Verständigung zwischen den Völkern leisten.

 

Bericht

Horst Ulbrich

 

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4.8.2016

Vorläufige Termine DFK Glatz ab August:

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 09:05

5.8. Konzert zum 25 jährigen Freundsch. Vertrag mit Polen.

13.8. Ifa beim DFK und Stdtfest Glatz.

14.8. 13 Uhr Altlomnitz Messe mit Bisch. Dec/

12 Uhr Albendorf deutsche Wallfahrt.

20.8. DFK Projekt Trachten ( Konsolidierung Renia)

22. – 24.8. Lubowitz. Kulturtagung im Eichendorfzentrum.

27.8. Buchauthor Magerski beim DFK Glatz.

27. – 28.8. Landesverb. der Vertriebenen Hotel im Gwarna Liegnitz.

3.9. Philharmonie Oppeln Konzert zu 25. Freundschaftsvertr.

4.9. VDG Tag der offenen Tür ( DFK Glatz mit Infostand)

10.9. Hochzeit Dr. Süß in Erfuhrt.

15.9. Zentralstelle Grafsch. Glatz 13 Uhr Herford.

16.9. Hirschfelder Tafel aus Detern Abholung.

17.9. DFK Breslau 25 jähriges Bestehen. Einladung.

19.9. Habelschwerdt Einweihung Hirschfelder Gedenkstein.

15. – 21.9. Altwaltersdorfer Heimreise. (Villa Polanica) Einladung.

24.9. Oktoberfest DFK Glatz.  (Bitte frühzeitig anmelden.)

29.9. Malteser Telgte Hilfstransport. Anreise.

30.9. Hilfstransport mit Herrn Pollok.

Ca. 12 bis 15 Uhr Abladen am Krankenhaus Glatz.

6. -7.10. Wissenschaftsfestival DFK Glatz mit Uni Breslau.

Referate und deutscher Lyrikwettbewerb.

26.11. Erste DFK Weihnachtsfeier und Hilfstransport aus Berlin.

6.12. Nikolaus bei den Kindern.

 

Horst Ulbrich

28.7.2016

Bericht eines Kurzurlaubes in Schlesien.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 18:13

Eine Reise mit unserem Wohnmobil nach Polen zum Deutschen Freundschaftskreis und zur Silberhochzeitsfeier von Renata und Horst Ulbrich in Schwenz / Eckersdorf bei Glatz.

Dank der Einladung unser Freunde Renia und Horst zu der Silberhochzeitsfeier sind wir am 13.7. auf dem Reiterhof sehr freundschaftlich empfangen worden. Dann wurde unser Wohnmobil mit vielen Kleidern – Brillen und Hörgeräte, alles Spenden aus unserem Dorf in Detern, erst einmal entladen. Wir hatten alle Stauräume im Mobil voll, um bedürftigen Menschen zu helfen.

In den Tagen bis zur Feier haben wir oft gemütlich zusammen gesessen und über die Arbeit der Ulbrichs im sozialen Bereich und Gedenken an die alte Heimat geklönt. Am 14. bekam Horst einen Hilferuf aus dem Krankenhaus Glatz, die benötigten Rollstühle haben wir dann mit seinem Transporter in die Ambulanz gebracht.

Wir haben einige Touren mit dem Fahrrad unternommen und sind auch nach Eckersdorf gefahren, dem Geburtsort meiner Frau Stefanie, deren Familie ja aus der Heimat vertrieben wurde.

Wir sind ja fast jedes Jahr bei unseren Freunden und somit sehen wir auch die Veränderungen in und um Eckerdorf. Wir stellten fest, dass im Ortskern nach Kanalerneuerung auch die Straße mit neuem Asphalt versehen wurde, auch ein neuer Fußweg ist angelegt worden. Die Kirche ist ja nach wie schön, lediglich das Denkmal St. Peter u Paul vor der Kirche ist in sehr schlechtem Zustand. Horst sieht aber eine Möglichkeit über eine deutsche Stiftung auch das Denkmal renovieren zu lassen. In Schwenz an der Kapelle und bei Heinrich Bender ist das auf privater Basis schon gelungen. Eine Tafel über die Geschichte der Eckersdorfer Kirche im Garten wäre auch zu erneuern.

Verbessert haben sich die alten deutschen Grabsteine an der Friedhofsmauer, wurden scheinbar renoviert. Horst hat die defekte Mauer an den Kindergräbern und einigen Grabstellen der Grafenfamilie, in Absprache mit Graf Constantin von Magnis, in einen besseren Stand versetzt. Die Gräber sollen neue Grabplatten mit neuer Inschrift bekommen, die Arbeiten sind beim Steinmetz schon in Auftrag gegeben.

Am Schloss sieht es nach wie vor nicht gut aus und ein Schandfleck ist gegenüber die Bauruine. Der Vordergiebel fällt bald auf die Straße. Horst hatte vor zwei Jahren einen Investor aus Österreich für das Schloss, zur Bedingung wurde aber die Erneuerung der Dorfstraße und Abriss der Ruine gemacht und das scheint eine fatale Angelegenheit zu sein, da dort im hinteren Teil immer noch der verwirrte Besitzer wohnt und zu keinen Verhandlungen bereit ist. Ob in weiterer Zukunft der Investor noch zur Verfügung steht wird von Horst bezweifelt. Auch im Ortskern ist keine Verbesserung zu sehen, lediglich das Rondell mit den schönen Blumen und dem Hinweisschild auf den Rundweg von Professor Wittig ist in Ordnung. Insgesamt ist im Ort eine weitere Bebauung und Renovierung der Häuser zu sehen. Unverändert und gut erhalten ist die große Eiche in Eckersdorf, ich habe mal die Astweite  in etwa ausgemessen und kam auf über 40 Meter. Das ist wirklich sehenswert.

Erstmals haben wir an manchen Häusern Schilder mit deutscher Aufschrift „Zimmer frei „ gesehen.

Dank der Elektroräder haben wir den Doktorberg geschafft und sind zum Heinrich Bender Gedenkplatz gefahren. Auch die Hauptstraße von Ulbrich bis nach Schlegel ist komplett neu, mit neu angelegter Bushaltestelle und neuer Einfahrt zur Bender- Gedenkstätte. Dort ist alles in Ordnung und auch die Bank die wir ja letztes Jahr aufgestellt haben ist an einem schönen Platz mit der Aussicht nach Eckersdorf und dem Heuscheuer Gebirge. Super Blick.

Eines ist uns noch erwähnenswert. Wir hören oft von Reisenden nach Eckerdorf oder Schlesien, sie können dort nicht Parken. Das ist komplett falsch, einmal ist in der Nähe der Gedenkstätte die Bushaltestelle zum Parken großer Fahrzeuge und es sind nur einige wenige Schritte auf festem Untergrund neben der Straße. Für PKW und auch etwas größere Fahrzeuge ist extra eine Auffahrt zum Parken am Gedenkplatz. Horst ärgert sich nur immer über den Müll den die Menschen hinterlassen und er wird dort einen Müllkasten aufstellen.

Also der Platz ist sehr gut zu erreichen.

Ja und dann kam der 16.7. die Feier der Silberhochzeit von Renia und Horst. Am Frühen Vormittag kam erst noch ein schwerer LKW vom Malteserdienst Telgte, voll beladen mit Hilfsgüter für den DFK und Rollstühle – Betten – Bettbezüge – elektr. Rollstühle usw wurden entladen. Alles Hilfsmittel die dringend benötigt werden und es gab keinen anderen Liefertermin. Im Oktober kommt noch ein großer Transport mit zwei Sattelschleppern für das Krankenheus in Glatz und Neurode, berichtete Horst. In diesem Jahr schon der zweite Großtransport, gesponsert von Herrn Pollok aus Alversloh. Wir selber haben schon insgesamt 4 Transporte in den letzten Jahren mit Abladen können, ein großer Dank an alle die Horst und Renia in ihrem Engagement unterstützen.

Danach wurde es  etwas hektisch, die Zeit lief davon und die Beiden mussten sich zu ihrer Silberhochzeit noch hübsch machen.  Vor der Kirche gab es dann auch etwas Unruhe und Horst musste erst einmal alles in geordneten Bahnen bringen. In der schönen Eckersdorfer Kirche dann die Messe, davon hat ja im Blog schon H. P. Keuten geschrieben. Renia und Horst ergriffen vor der Messe das Wort und Horst erklärte den Anwesenden, es sei die Kirche seiner Ahnen, denn  seine Eltern wurden dort getraut und seine Geschwister gingen vor der Vertreibung in Eckersdorf noch zur Kommunion. Beim Ave Maria, vorgetragen vom Organisten und  Chorleiter des DFK Glatz kamen wirklich vielen die Tränen. Der DFK Chor hat gesungen und mit der Gemeinde unser Heimatlied „ Über die Berge schallts“ Auch da hatte meine Frau mit Tränen zu kämpfen, denn es ist Ihr Lieblingslied.

Nach der Kirche wurde das Silberpaar mit Küssen und Geschenken bedacht. Es gab auch Überaschungsgäste aus Prag und Köln und es dauerte lange bis alle in den bereitgestellten Bus gestiegen sind, der die geladenen Gäste ins Restaurant zur Feier brachte. Mehre Gäste wollten von Stefanie  wissen, wie es vor und während der Vertreibung war, denn die jüngeren Polen, die ja dort geboren sind, können sich das nicht so richtig vorstellen. Der Kontakt mit den Polen war sehr freundlich, es stimmt nicht wie uns vorher von Deutschen berichtet wurde, dass die Polen nach dem Regierungswechsel unfreundlich gegenüber Deutsche wären, wir haben das Gegenteil erlebt. Auch Horst hat das bestätigt. Politik und das Volk sind zweierlei Ding hat er gesagt.

Nach dem Essen gab es mehrere musikalische Darbietungen, Renia und Horst zeigten per Multimedia Bilder ihrer Jugend und wie sie sich kennengelernt haben. Eine sehr schöne Feier, auch der Rücktransport war organisiert, da  wohl alle von dem guten deutschen Wein getrunken hatten.

Mit Tränen bei der Verabschiedung sind wir dann am folgenden Mittwoch mit unserem WOMO wieder zurück gefahren. Wir danken dem Ehepaar Ulbrich, dem Sohn Dominik und den Eltern von Renia für die wunderschönen Tage auf dem Reiterhof.

Klaus Barth

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