Grafschaft Glatz (Schlesien) Neuigkeiten und Wissenswertes aus Schlesien

4.7.2019

Sommerfest des DFK Glatz 2019

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 16:29

Wir begannen unser Fest wie immer mit einem deutschen Gottesdienst bei den Klarissenschwestern in der Frankensteiner Straße in Glatz, wo auch unsere Geschäftsstelle zu finden ist.

Zur festlichen Ausgestaltung sangen der Chor des DFK Waldenburg, die Glatzer Sänger und der Chor der Klarissen.

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Zum Eingang sang der Chor des DFK Waldenburg, zelebriert wurde der Gottesdienst von unserem Großdechanten Franz Jung in Begleitung dreier Mitbrüder. Jochen Straube, der immer unsere Gottesdienste vorbereitet, hatte zur Eröffnung ein altes Bild mitgebracht, das er vor Jahren bei der Renovierung seines Hauses in Winkeldorf unter den Dielen versteckt gefunden hatte und das sich exzellent als meditativer Anstoß zur Liturgie des Herz-Jesu-Freitags eignete.

Die Glatzer Sänger folgten mit dem Kyrie von Ignatz Reimann und zur Kommunion sang der Schwesternchor der Klarissen. Auch die Pilger aus Deutschland nahmen am Gottesdienst teil und so war die Kirche wieder wie immer bei unseren Festen voll.

Nach der Kirche standen drei Busse bereit, um alle Gäste zu dem Gartenlokal Romano in Niedersteine zu bringen und dort starteten wir bei bestem Wetter unser Sommerfest. Während des Essens, weil es dann erfahrungsgemäß etwas ruhiger ist, begrüßte der Vorsitzende alle Gäste und ganz besonders die Abordnung aus Breslau, die seit langer Abstinenz wieder dabei sind. Unser Programm mussten wir bei den vielen Auftritten etwas zusammenstreichen, denn es sollte ja auch zum Sommer getanzt werden.

   

So gab sofort der Chor „Freundschaft“ des DFK Waldenburg sein Können zum Besten und wurde mit großem Applaus bedacht, bevor „Glatzer Mädchen, Glatzer Jungen“ und andere Lieder, deren Texte wir zu uns passend umgeschrieben haben, von den Glatzer Sängern vorgetragen wurden, unterbrochen nur von einer Mundarteinlage des DFK-Vorstands, von Herrn Keuten und Herrn Ulbrich.

   

Aber schon wurden die Kinder von Jochen Straube unruhig, denn auch sie wollten ihren Beitrag leisten und gaben ein Lied zum Besten, mit dem Andrzej bei einem Wettbewerb der Kindergärten den ersten Platz gewonnen hatte. Erst jetzt gab es Zeit für Kaffee und Kuchen, und Eleonora, die deutsche Schlagersängerin aus Grünberg und neuerdings „Ehrenmitglied“ im DFK Glatz, sang dazu aus ihrem reichhaltigen Repertoire deutsche Schlager.

   

Zwischendurch habe ich die Zeit genutzt, den Kontakt zum neuen Vorstand des DFK Breslau zu vertiefen und wir haben weitere Treffen vereinbart. Da gibt es Hoffnung, dass vielleicht in Kürze das lang ersehnte gemeinsame Treffen aller niederschlesischen DFK-Vorsitzenden nun doch endlich einmal stattfindet.

                                                                                 

Zum Schluss spielte Alleinunterhalter Adam zum Tanz auf, und als sich die Gäste mit weiter Anreise schon verabschiedet hatten, tanzten und sangen die Glatzer noch bis in die späten Abendstunden.

Bericht

Horst Ulbrich

Bundestreffen der Schlesier in Hannover vom 14. bis 16. Juni

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 10:57

Ja liebe Leser wir haben lange überlegt, ob wir die lange Reise aus Glatz, dazu noch 2 Übernachtungen finanzieren können. Aber in Zeiten wo die Heimatvertriebenen in Deutschland rapide abnehmen wollten wir doch einmal zeigen, dass die Betreuung der Heimat damit kein Ende findet. Wir in der Heimat lebenden Deutschen werden noch Generationen mit unseren Kindern und Kindeskindern deutsche Kulturarbeit gegen das Vergessen leisten was leider in Deutschland wenig bekannt ist.

   

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Also frisch ans Werk. Am Freitag schon unseren großen Infostand aufgebaut, damit zur Öffnung der Hallen alles fertig ist. Am Samstag dann Eröffnung mit Blasorchester in der Niedersachsenhalle und vielen Rednern aus den Verbänden und der Politik. Gegen 10 Uhr dann Öffnung der Eulenrieder  Halle wo alle angegeben Orte auch ihre Freunde treffen konnten und wo es auch die Info-und Verkaufsstände gab. Zugegeben hatten wir mehr Interesse an unserem wohl größten und auffäligsten Stand erhofft. Natürlich kamen zu uns wieder die guten Freunde, auch uns schon bekannte Politiker. Zu einem konkreten Gespräch kam es aber nur in seltenen Fällen.

   

   

Auch Herr Rauhut machte seine Rund und war auch bei uns, verständlich,dass er wenig Zeit für Gespräche hatte. Wir hatten gehofft einige Vorgespräche zur Zusammenarbeit mit Verbänden in Deutschland zu haben, vielleicht hat man die Möglichkeit noch nicht erkannt aber die Zeit läuft uns weg. Aber auch unsere Freunde aus Oberschlesien mit Herrn Lippa waren mit Bussen gekommen, mussten am Abend leider wieder abreisen und die ganze Nacht auf der Autobahn verbringen.

   

Auf der Bühne trat die oberschlesische Jugendtanzgruppe auf, die vor Jahren auch bei unserem Sommerfest in Glatz das Publikum erfreute, so wie der singende Tierarzt aus Bayern. Der Abend wurde musikalisch von Norbert Rasch, selbst Vorsitzender eines DFK in Oberschlesien, mit seiner Partnerin gestaltet und die Massen waren begeistert. Festzustellen bleibt, dass wir aus der Heimat einen wesentlichen Beitrag zum Bundestreffen beigetragen haben und das macht Hoffnung für die Zukunft.

Bericht

Horst Ulbrich

4.6.2019

Ein guter Freund und aktiver Grafschafter ist von Gott abgerufen worden.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 17:48

 

Georg Hoffmann, Initiator der Wittig Symposien und Gründer der Vereinigung „ Freunde des Wittighauses“ dessen Vorsitzender er viele Jahre gewesen ist, hat Gott zu sich gerufen. Ich hatte die Ehre, lt. Mitgliederbeschluss von ihm den Vorsitz zu übernehmen, als es unserem Georg gesundheitlich nicht mehr gut ging und er die weite Reise in die Heimat nicht mehr wagte.

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Wir alle trauern mit der hinterbliebenen Familie um einen aktiven Grafschafter, der Prof. Wittig noch kannte, dessen Haus und Museum ich als Nachfolger von Georg Hoffmann  mit den Sponsoren aus Deutschland immer noch in einem ordentlichen Zustand erhalten kann.

Gott gebe ihm die ewige Ruhe.

Horst Ulbrich

Vorsitzender des Freundeskreises Wittighaus.

 

2.6.2019

Prof. Dr. Bernd Fabrizius zu Gast in Niederschlesien.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 13:21

Am 1.6.2019 war Prof. Dr. Fabrizius, der Beauftragte für Aussiedler und Minderheiten der CSU, zu Gast bei unseren Freunden, dem DFK Waldenburg und da wir Glatzer 2010 als Ortsgruppe der Waldenburger unsere Reaktivierung begonnen hatten, wurde ich von der Vorsitzenden Frau Doris Stempowska auch zu dem Treffen eingeladen.

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Zu dem Termin kam Herr Fabrizius mit der Konsulin aus Oppeln was mich gewundert hatte, da sie eigentlich im wohlverdienten Urlaub war. Nach einem Rundgang durch die Räume des DFK Waldenburg, die ja im Gegensatz zu uns in Glatz über sehr viel Raum verfügen, saßen wir bei Kaffee und Kuchen beisammen, wo die Vorsitzende Doris Stempowska zunächst über ihre Vereinstätigkeit berichtete. Es folgten kleine Mundarterklärungen der Niederschlesier und auch ich konnte meine Geschichte mit dem Opa aus Eckersdorf zum Besten geben. Ich bin wie bekannt in Herford NRW geboren und als Opa und Oma dort zu uns zogen hatte ich als Junge mit 5 Jahren große Probleme mit der Verständigung, denn die Beiden sprachen nur ihren Dialekt aus ihrer Heimat und das war für mich zunächst eine Fremdsprache. Aber Kinder lernen schnell und so kann ich Dank dem Opa heute auch ……a bissla pauern…

                                                      

Es ergab sich eine rege Diskussion mit den geladenen Gästen und wegen der gemütlichen Atmosphäre habe ich meine Fragen zu den Kürzungen der Fördermittel im März und einer mittelfristigen Prognose unserer Finanzierung, nicht gestellt. Das werde ich bei anderer Gelegenheit nachholen, sehe aber mit Sorgen in die Zukunft unserer Projektfinanzierung. Nach ca 2 Stunden haben sich die Gäste verabschiedet und auch ich musste mich sputen, denn nach den Maltesern mit LKW und Hilfsmitteln für unser Zentrallager am Vortag warteten zu Hause schon neue Gäste aus München. Auch die Vorbereitungen zum Bundestreffen der Schlesier in Hannover laufen auf vollen Touren wie man so sagt.

Also auf ein Wiedersehen in Hannover am 14. bis 16.Juni.

Bericht

Horst Ulbrich

29.5.2019

Autorenlesung mit Frau Monika Taubitz beim DFK Glatz.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 15:14

Es ist schon fast so etwas wie eine Tradition, dass die aus Breslau gebürtige deutsche Schriftstellerin mit Grafschafter Wurzeln, Frau Monika Taubitz, uns im Frühjahr jedes Jahres im DFK Glatz besucht und aus ihren Werken liest. In diesem Jahr fand dieser literarische Höhepunkt des Jahres am Freitag, dem 24. Mai 2019, in Glatz statt.

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Wie immer, hatte sich wieder eine kleine Gemeinde aus treuen „Fans” und Interessierten versammelt, um den Worten der Autorin zu lauschen und ihre Werke aus dem Mund der Dichterin selbst zu hören. Und wie immer war es ein Genuss für Ohr, Herz und Verstand. Nach einer kurzen Einleitung las Frau Taubitz zuerst aus ihrer schon klassischen Gedichtesammlung „Ein Land gab mir sein Wort” (2007), dann aber auch aus der neueren Sammlung „Flußleben” (2014). Als Überraschung hatte die Autorin allerdings diesmal zwei Werke einer ganz anderen Art und auch anderen Gattung mitgebracht, nämlich zwei kurze amüsante Erzählungen, die bisher nur im Rahmen des Volkskalenders für Schlesier veröffentlicht wurden – „Der Umzug” sowie „Der Nachtwächter”. Bei beiden handelt es sich um wahre Geschichten, die Frau Taubitz nacherzählt, wie sie ihr im Kreis ihrer Familie zu Ohren gekommen sind. Das Publikum war recht amüsiert und angetan von diesen Erzählungen mit schlesischem Lokalkolorit – und da Frau Taubitz erklärte, noch einige Erzählungen ähnlicher Art zu besitzen und sie uns zur Verfügung stellen zu wollen, wird sich der DFK-Konversationskreis wohl in den kommenden Monaten noch öfters mit Texten dieser Art beschäftigen.

                                                

Den Abschluss der Veranstaltung, die durch den DFK-Vizevorsitzenden Heinz-Peter Keuten und unsere versierte Übersetzerin Irena Rogowska geleitet wurde und die unter dem Titel „Literatur, die die Herzen bewegt” durch Mittel zur Förderung des Zusammenhalts der Deutschen Minderheit in Polen gefördert wurde, bildete eine Frage- und Diskussionsrunde, in der es zu angeregten Gesprächen über Werk und Leben der Autorin kam. Im Anschluss war bei Wein und einem kleinen Imbiss noch Zeit für Autogramme sowie private Gespräche.

                                 

Es sei noch hinzugefügt, dass sich der DFK Glatz und die Schriftstellerin Monika Taubitz in diesem Jahr nicht weniger als drei Mal in einer Woche zu gemeinsamen Veranstaltungen in der Grafschaft Glatz trafen: Zur Feier des 700-jährigen Stadtrechts der Stadt Habelschwerdt am 22.5.19, zur oben beschriebenen Autorenlesung am 24.5.19 sowie zur Ausstellungseröffnung über die Besiedelung der Grafschaft Glatz im Gottwaldhof zu Winkeldorf am 25.5.19. Wie bemerkte doch Jurek Żelaszkiewicz, der Vorsitzende des Deutsch-Polnischen Freundschaftskreises zu Glatz, treffend während der Gesprächsrunde mit Frau Taubitz bezüglich der Frage, wo denn ihre Heimat liege: „Wenn Sie zu Besuch in der Grafschaft sind, dann sind sie unsere!”

Bericht: Heinz-Peter Keuten

Festakt zur 700-Jahr-Feier der Verleihung der Stadtrechte an die Stadt Habelschwerdt.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 12:04

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In diesem Jahr jährt sich zum 700. Male das denkwürdige Ereignis, dass der böhmische König Johann als Dank für die Verdienste des Stadtvogts Jakob Rücker im Jahre 1319 die ihm unterstehende Stadt Habelschwerdt in den Rang einer „selbstständigen königlichen Stadt“ erhob. Aus diesem Anlass hat die Stadt Habelschwerdt (auf polnisch Bystrzyca Kłodzka) am Wochenende des 18./19. Mai 2019 ein großes Stadtfest veranstaltet, zu dem auch viele Gäste aus den europäischen Partnerstädten sowie Vertreter der ehemaligen deutschen Bewohner Habelschwerdts eingeladen waren.

Herrn Heribert Wolf, dem Vorsitzenden der Heimatgruppe Habelschwerdt, der schon seit Jahren freundschaftlich mit dem DFK Glatz verbunden ist, ist es erneut gelungen, einen großen Reisebus zu füllen, so dass die Heimatgruppe Habelschwerdt als Vertreter der ehemaligen deutschen Einwohner der Stadt zahlreich zu diesem besonderen Fest vertreten war. Die Stadt hatte das Allgemeinbildende Schulzentrum, an dem der stellvertretende DFK-Vorsitzende Heinz-Peter Keuten als Fremdsprachenlehrer tätig ist, beauftragt, sich besonders um die Gäste der Heimatgruppe Habelschwerdt zu kümmern, und so hatte die Schulleitung zusammen mit den Lehrern und Schülern der Schule am 22. Mai 2019 zu einem Festakt nach Habelschwerdt in die Historische Schulaula eingeladen.

Die Veranstaltung war für alle Interessierten offen, so dass neben der Heimatgruppe Habelschwerdt auch Bürger und Vertreter der Stadt, andere Gäste aus Deutschland und Polen, aber natürlich auch die Lehrer und Schüler der Schule teilnahmen und die Aula bis auf den letzten Platz gefüllt war.

   

Überraschungsgast war die deutsche und schlesische Schriftstellerin Monika Taubitz, die die Gäste darauf aufmerksam machte, dass sie sogar familiär mit diesem Ort verbunden ist, da einer ihrer Vorfahren hier (am ehemaligen königlichen Lehrerseminar) seine Lehramtsausbildung absolviert und sein Diplom wahrscheinlich in dieser Aula überreicht bekommen hat – und zudem ihr Onkel Felix Taubitz der letzte deutsche Direktor der Schule gewesen war.

Durch die Veranstaltung führten zwei Schüler der Schule: Die Ansagen wurden zur Freude der deutschen Gäste immer auf Deutsch und dann auf Polnisch gemacht. Das Programm wurde feierlich eröffnet mit der Europahymne und einer Fanfare, die der Direktor der Habelschwerdter Musikschule speziell aus Anlass der 700-Jahr-Feier komponiert hat. Das zweistündige Programm war sehr abwechslungsreich und umfasste Begrüßungsreden, Musikeinlagen (Trompetenmusik, Solovorträge mit Liedern auf Russisch, Englisch und Französisch sowie Volks- und Kunstlieder, die durch ein Mitglied der Heimatgruppe Habelschwerdt, Herrn Ralf Lehmkühler, vorgetragen und spontan von einer polnischen Pianistin der Musikschule begleitet wurden) sowie drei Multi-Media-Vorträge über das frühere Habelschwerdt (Heribert Wolf), das heutige Habelschwerdt (vorbereitet von der polnischen Schule) sowie ein Kurzfilm über den deutschen Habelschwerdter und Ehrenbürger der heutigen polnischen Stadt, Karl-Heinz Ludwig, der zahlreiche Denkmäler in der Stadt auf eigene Kosten und mit eigener Hand renoviert hat.

Zum Schluss der Veranstaltung hatte der Chor des DFK Glatz unter seinem neuen Leiter Szymon Wołoch die Ehre, das Publikum mit vier Liedern aus seinem abwechslungsreichen Repertoire zu unterhalten. Besonders das Lied „Glatzer Mädchen, Glatzer Jungen“ (eine umgetextete Version des Karnevalsschlagers „Kölsche Mädcher, kölsche Junge, sin dem Herrjott jot jelunge“) ist gut angekommen und hat die Stimmung aufgelockert.

Es ist erfreulich, dass – trotz mancherlei politischer Irritationen im heutigen politischen Europa – eine solche gemeinsame deutsch-polnische Feier so harmonisch stattfinden kann und alle Anwesenden die Veranstaltung mit einem guten und freudigen Gefühl verlassen haben. Wir vom DFK freuen uns, dass wir einen kleinen Teil dazu haben beitragen dürfen.

Bericht: Heinz-Peter Keuten

27.5.2019

Große Aktion auf dem Gottwaldhof.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 15:27

Einer Einladung zur Eröffnung der Ausstellung auf dem Gottwaldhof in Winkeldorf sind wir gern gefolgt und so fuhren die interessierten Mitglieder des DFK Glatz mit einem extra bestellten Bus ab Kloster Glatz um 10 Uhr am Morgen ab.

Am Tag davor war unser Mitglied, die bekannte Buchautorin Monika Taubitz in unserer Geschäftsstelle zu einer Autorenlesung die wieder mit Begeisterung besucht wurde. Am gleichen Abend hatte ich auch noch einen zweiten Termin mit einer Gruppe Geschichtsforscher aus Dresden, die mich gebeten hatten etwas über die Situation der Deutschen in Niederschlesien zu berichten. Da das Thema Gottwaldhof gut zu dem Thema passte habe ich sie gleich darauf aufmerksam gemacht. Auch Frau Taubitz habe ich am nächsten Tag aus Bad Altheide nach Winkeldorf abgeholt, wo unser Bus und die Gruppe aus Dresden gerade eingetroffen war.

   

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Dort empfing uns sogleich Renate Fuglinska mit ihrer Tochter, der Vorsitzenden der Familienstiftung Gottwaldhof. Weitere Gäste aus der Umgegend sowie der Großdechant Franz Jung mit einer deutschen Abordnung waren auch dabei. Nach der Begrüßung der Gäste und einiger Grußworte war dann dem Großdechant die Ehre zuteil geworden, die Ausstellung zu eröffnen.

   

Eine sehr gut gemachte Information zur Geschichte Niederschlesiens und natürlich des Gottwaldhofs. Aber der ganze, ehemalige Bauernhof ist ein Museum und jedem zu einem Besuch zu empfehlen. Gruppen sollten sich bei Familie Fuglinska unter der Tel. Nr. 0048 748 147 802 oder per E-mail: info@gottwadowka.pl vorher anmelden.

     

Der Tag der Eröffnung wurde mit Musik begleitet, da der Ehemann der Vorsitzenden Musiker ist und in einer Band spielt . Aber auch die mitgefahrenen Chormitglieder des DFK Glatz hatten ihre Unterlagen dabei und haben die Gäste mit Gesangseinlagen unterhalten. Für das leibliche Wohl hatte wieder die Familie gesorgt und so ging ein sehr schöner und informativer Tag, bei bestem Sonnenschein am späten Nachmittag zu Ende.

Der Familienstiftung sei gedankt, dass hier ein Ort gegen das Vergessen der deutschen Vergangenheit in Niederschlesien entstanden ist.

Bericht

Horst Ulbrich

22.5.2019

Ein berühmter Sohn der Stadt Glatz wird geehrt.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 17:38

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Am 12. Juni 2019 jährt sich der Todestag von Andreas Ernst, einem Glatzer Architekten, zum neunzigsten Mal. Aus diesem Anlass wurde im Museum in Glatz eine Ausstellung über sein Leben und seine herausragenden Arbeiten eröffnet. Er lebte von 1891 bis 1929 in Glatz und Bad Altheide und hat in der Region zahlreiche Jugendstilbauten erschaffen.

                 

Hier nur einige Bilder und der Entwürfe des Architekten Andreas Ernst.

Mit der Ausstellung würdigt die Stadt seinen großen Sohn und präsentiert einige Arbeiten die sein Schaffen, aber auch die Innenausstattung der Glatzer Häuser um die Jahrhundertwende veranschaulichen. Die Ausstellung zeigt deutlich die architektonischen Stile vom Historismus über den Jugendstil bis hin zur Moderne. Eine sehr gute und präzise Präsentation. Geweckt wurde das öffentliche Interesse nach einem Vortrag von Dr. Schmack über den Architekten Ernst, im Museum vor zwei Jahren. Dr. Schmack hat in einem der Jugendstilhäuser in der ehemaligen Zimmerstraße gewohnt, wo er auch seine Arztpraxis hatte. Unser Mitglied Jurek Czelaskiewitcz hat maßgeblichen Anteil daran, dass diese Ehrung zustande kam. Auch die überwucherte Grabstätte hat er gefunden und mit Kollegen wieder zugänglich gemacht. Ihm sei hiermit ausdrücklich gedankt.

 

Einen Dank aber auch der Stadt Glatz und den Museumsdirektor, der mit Sponsoren diese Ausstellung erst möglich gemacht hat. Die Grabstelle wird wohl wieder eine Arbeit unserer Denkmalpflege werden, um einen guten Zustand wieder herzustellen.

Bericht Horst Ulbrich

17.5.2019

Verbandsratssitzung des SKGD am Annaberg.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 08:51

Am 13.5.2019 trafen sich die Delegierten zur jährlichen Sitzung, um

Tätigkeitsbericht, Finanzbericht und Bericht der Revisionskommission des Dachverbandes VDG zu diskutieren und neue Beschlüsse zu fassen.

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Auch in diesem Jahr waren wieder viele Gäste eingeladen. So waren eine Abordnung des BDV aus Thüringen, die Konsulin aus Oppeln, der Marschall der Region, unser Mitglied im Seim Herr Gala, der Vorsitzende des Seymik und andere anwesend. Mir ist die Verfahrensweise immer noch fremd, aus meiner Tätigkeit in anderen Organisationen in Deutschland gab es immer einen internen und danach öffentlichen Teil mit Gästen. Mein Vorschlag im letzten Jahr dazu wurde aber fast einstimmig abgelehnt.

                         

So verlief eine harmonische und gut vorbereitete Veranstaltung von Morgens 9 Uhr bis in die Abendstunden, denn es gab auch folgenschwere Entscheidungen zu treffen. So beendeten drei Organisationen ihre Tätigkeit, zwei neue wurden nach Vorstellung ihrer Tätigkeit und Diskussion in einen Bewährungszustand von zwei Jahren aufgenommen, um dann eventuell fest übernommen zu werden.

Auch über Resolutionen zur Europawahl in Polen, zur Lage der deutschen Sprache der DMI in Polen, zu den Gesprächen am deutsch-polnischen runden Tisch, zum Jahr der schlesischen Aufstände und zwei weiteren wurde abgestimmt.

Gefeiert wurde am Abend die Zusammenarbeit mit dem BDV über 25 Jahre, mit einem Konzert und Empfang mit kaltem Buffet zur Entspannung nach getaner Arbeit. Nach einigen deutschen Vorträgen der Kinder aus verschiedenen Schulen spielte das Orchester der Oppelner Philharmonie.

Während des Konzertes gab es einige Auszeichnungen, auch Geschenke wurden ausgetauscht.

     

Die Übernachtungsgäste trafen sich später noch im Speisesaal, um bei einem gemütlichen Bier sich besser kennen zu lernen. Unser Bernard, Vorsitzender des DFK Grünberg hatte auch seine Gitarre dabei und so gab es weitere musikalische Unterhaltung und auch sachliche Gespräche nach einem arbeitsreichen Tag.

Sonntagmorgen, nach einer hl. Messe in der Bsilika traten die letzten Teilnehmer dann ihre teils weite Heimreise an. Die Teilnehmer der Organisation kamen ja aus ganz Polen. Von Breslau und Glatz ganz im Süden bis zum Norden aus der Danziger Gegend.

Bericht

Horst Ulbrich

19.4.2019

Neues aus Schlesien, Ostern 2019.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 20:54

Deutscher Freundschaftskreis

Deutsche sozial-kulturelle Gesellschaft

Kreisverband Glatz

Niemieckie Towarzystwo Społeczno-Kulturalne w Kłodzku

                                                                                                       57-300 Kłodzko, ul. Łukasińskiego 11

                                                                  E-Mail: hulbrich@op.pl Tel./Fax: 0048 74-871 4361

                                                                                            Internet: Neues aus Schlesien.

Liebe Leser meiner Seite.

Vor dem Osterfest gab es noch viel Arbeit beim DFK in Glatz. Palmsonntag waren die Malteser aus Telgte wieder mit einem Hilfstransport bei uns. Wir waren dann gemeinsam auch bei unserer Wiktoria, über deren Schicksal mit 3 abgetrennten Gliedmaßen ich schon mehrfach berichtet habe. Eine Sammlung bei den Maltesern, die Einnahmen aus einem Jugendkonzert und die Sammlung der Stadtverwaltung in Telgte ergaben eine Hilfe von 3500,- €, die zum weiteren behindertengerechten Umbau der Wohnung eine große Hilfe sind.

      

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Nach dem Abladen des LKW an unserem Zentrallager in Schwenz waren alle Helfer von Familie Ulbrich zum Abendessen und Bier eingeladen.

Schon am Montag wurden dann einige von den Heimen vorbestellten Hilfsgüter weitergeleitet, bevor uns am Dienstag ein Großtransport der LKW-Fahrschule bei Münster erreichte.

 

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Herr Pollok war wieder mit 2 großen LKW bei uns und hat allein für das Krankenhaus 50 dringend benötigte Pflegebetten geliefert, das damit nun über insgesamt 200 gelieferte Pflegebetten verfügt. Aber weitere 100 Betten wären erforderlich, um die alten – viele sind noch aus deutscher Zeit –  zu ersetzen. Abladen und Weitertransport weiteren Materials sind immer wieder eine logistische Herausforderung, die mir aber bisher gut gelungen ist. Genügend Helfer und Stapler, um die vierfach gestapelten Betten zu entladen, sowie Fahrzeuge für den Transport in Kinder-und Altenheime sind immer erforderlich. Wieder eine große Hilfe für die kommunalen Einrichtungen im Rahmen der Völkerverständigung und wir sind dankbar für das Engagement unserer Sponsoren.

   

Zum ersten Mal war auch die polnische Presse geladen, damit unsere seit Jahren ehrenamtliche Arbeit endlich einmal der Bevölkerung bekannt wird. Auch die beiden Kirchengemeinden aus Berlin möchte ich in diesem Zusammenhang erwähnen. Sie liefern uns in der Oster- und Weihnachtszeit immer Süßigkeiten und gute Kleidung für unsere bedürftigen deutschen Mitglieder.

Natürlich war auch noch die Grab- und Denkmalpflege vor Ostern zu erledigen. Mit Putzmitteln und Lichtern in der Zimmerstraße angekommen, war leider das Tor am Samstag Mittag schon verschlossen.

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Allerdings war eine große Laterne am Gedenkstein schon mit einer Kerze versehen, so bin ich zum Glatzer Friedhof weitergefahren. Am Grab unseres ehemaligen Chorleiters Marek, der im Januar verstorben ist, traf ich seine Frau weinend auf der Bank sitzend. Dort werden wir einen Beitrag zu einem Grabstein leisten müssen. Nach langen Gesprächen war ich dann noch bei Paul Kaupert, dessen Grab ich vor ca. einem Jahr gekauft habe, weil unsere älteren Damen geweint haben.

                              

Das Grab des Glatzer Komponisten und Organisten der Stadtkirche sollte damals abgeräumt werden, wie viele sehr alte Gräber vor 1945. Der Friedhof hat zu wenig Platz. Nun sieht das Grab mit neuem Stein und Grabplatte wieder sehr gut aus und wird für die nächsten Generationen Zeugnis der Deutschen in der Grafschaft ablegen.

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Weiter ging es nach Eckersdorf, wo ich die Grabpflege der Grafen von Magnis übernommen habe.

Als letzter Termin dann zum ehemaligen Küster der Lorettokapelle, Heinrich Bender, oberhalb von Eckersdorf. Rasenmähen und Ordnung um den Stein und die Infotafel waren zu erledigen. Immer noch für alle Heimreisenden ein lohnenswerter Aussichtspunkt auf Eckersdorf und die Heuscheuer.

Aber auch alle kranken und alten deutschen Mitglieder sind vor dem Fest zu besuchen. Ich muss mir dann immer genügend Zeit nehmen, um alte Geschichten zu hören, auch, um weitere Hilfe zu organisieren. Ich denke, meinen Lesern ist die Lage der alten und kranken Menschen in Polen bei dem hiesigen Sozialsystem bekannt. Leider habe ich nicht alle besuchen können und habe auf die Zeit nach Ostern vertrösten müssen.

Nach Ostern hoffe ich auch die letzten Probleme mit dem Denkmalschutz wegen der Renovierung der Bergmanngräber in Neurode klären zu können, damit es auch dort endlich vorangeht.

So ist die Zeit von morgens bis abends ausgelastet und ich freue mich ab Samstag Nachmittag nach der Messe um 16 Uhr in der Kapelle in Schwenz endlich Zeit für ein Privatleben zu bekommen.

Allen, die mit Spenden auf unser Konto Schlesienhilfe

DE02 4945 0120 111 255 1179 unsere Sozialarbeit unterstützt haben oder für unsere Vereinstätigkeit in der Heimat unter De76 4945 0120 111 255 2854 einen Beitrag geleistet haben,

ein herzliches „Vergelt´s Gott“, wie wir Schlesier sagen.

Ich wünsche allen Lesern ein besinnliches und frohes Osterfest.

Bericht

Horst Ulbrich

11.4.2019

Joseph Wittig: 140. Geburtstag / 70. Todestag

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 10:18

 

Diese beiden diesjährigen Gedenktage sollen die Erinnerung an den Breslauer Theologen und Priesterdichter wachhalten, sein Werk der Nachwelt aufzeigen und näherbringen.

Der schlesische Joseph Wittig aus Neusorge in der Grafschaft Glatz erhielt aufgrund seines umfangreichen Lebenswerkes mannigfache ehrenvolle, aussagekräftige Titel wie Theologe, Volkslehrer, Pädagoge, Professor, Heimatpfleger, Volkskundler, Volkserzieher, schlesischer Denker und Schreiber, Chronist usw. Der Grafschafter emotional ausgeprägter Volksglaube schätzt vor allem seine ihm eigene dichterische Kunst, den Menschen in erzählender Form Glaubenswahrheiten zu erhellen, seine sog. „narrative Theologie“. Er sah sich als „Schreiber des Herrgotts“ in der Verpflichtung, „Verkünder der Frohbotschaft“ zu sein. Sein Versuch, „das Irrationale im ganzen Leben aufleuchten zu lassen“, um dadurch „ein Tröster der Trostlosen zu werden“, „daheim in Schlesien, in der Grafschaft Glatz, dem Lande der Wunder, dem Lande Gottes“. „Alles in meinem Hause und um mein Haus war voll Wahrheit und Liebe.“ „Gott hat mir die Feder in die Hand gegeben, damit ich der Welt seine Ehre und die Erkenntnis seiner Liebe verkünde.“

Titel seiner Werke deuten bereits seine Zielvorgabe an, wenn er sie zum Beispiel überschreibt mit „Getröst, getröst, wir sind erlöst“, „Tröst mir mein Gemüte“, „Leben Jesu in Palästina, Schlesien und anderswo“, „Die Kirche im Waldwinkel“, „Vom Warten und Kommen.“

Mir persönlich, der ich gebürtig aus Altgersdorf stamme, steht eine Erzählung besonders nahe: „Der Schulmeister aus Altgersdorf“. Dazu muß man ferner wissen, daß Joseph Wittig als Schüler zur Vorbereitung auf den Besuch des Matthiasgymnasiums in Breslau durch Pfarrer Heinrich May im Nachbarort Neugersdorf Unterricht erhielt und Altgersdorf ebenfalls gut kannte. Der Zufall wollte es, daß der Sohn Alfred des Lehrers Paul Rosenberg, der über 40 Jahre die Lehrerstelle in Altgersdorf inne hatte, von 1902-1908 als Kaplan in Schlegel eingesetzt wurde. Dort wuchs eine Freundschaft mit Joseph Wittig heran, die zu einem Besuch im Schulhaus in Altgersdorf führte, der als Aufhänger für die Erzählung dient.

Dabei erinnert sich Joseph Wittig an ein früheres Gespräch mit dem Dorfschulzen, bei dem jener über „ die Schönheit seines Dorfes und über die geistige und sittliche Haltung der Dorfleute“ äußerte: „Das hat alles der Schulmeister mit seinem lieben Wort gemacht“.

Das nimmt nun Joseph Wittig zur Grundlage seines Exkurses über die Wirkmächtigkeit des Wortes und geht der Sache auf den Grund, indem er auf das Johannesevangelium zurückgreift und nach Joh. 1, 1-3 frei zitiert:

Der Urgrund der Welt ist das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Und alles, was geschaffen worden ist, ist durch das Wort geschaffen, und ohne das Wort kann nichts geschaffen werden.“ Er grenzt die Aussage ein, indem er sagt, daß sie „nur von dem sogenannten Worte Gottes gilt, und von diesem auch nur in der Einschränkung auf das fleischgewordene Wort, auf die zweite Person in der Gottheit, …“. So beten wir gläubig täglich dreimal beim „Angelus“-Gebet: „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt!“

Schließlich betonen wir die Macht und Gewalt des Wortes bei der Anrufung vor dem Empfang der Hl. Kommunion, indem wir bereuen und analog mit der Formulierung des römischen Hauptmanns (Mt 8,8) um Vergebung unserer Schuld bitten: „Sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund!“ und so wie der königliche Beamte (Joh 4,46) dem Wort Jesu Glauben schenken.

Joseph Wittig verbindet diese religiösen Gedankengänge anschließend nach der Rede des Schulmeisters: „Ach, unsereiner hat halt bloß das armselige tägliche Wort!“ mit Überlegungen folgender Art: „Das Wort ist schöpferisch, es kann aber auch –zerstörerisch sein!“ Er läßt den Lehrer anmerken, dieser habe „jahrelang von der Ohnmacht seines Wortes gewußt und sei in diesen Jahren an seinem Beruf ganz verzweifelt.“

Der Dichter weitet die Gedankengänge noch aus: „Es ist in meiner Heimat Gesetz, daß man sich sowohl vor selbstrühmerischen Aussprüchen wie auch vor besonders lobender Erhebung leiblicher oder geistiger Güter eines anderen hütet, bei deren Verlust dann leicht gesagt wird: `Der oder jener hat mir`s beredet!´ Ich selber mag da nicht von Aberglauben reden. Zu deutlich sprechen die Erfahrungen. Lieber gebe ich das wissenschaftliche Dogma von der absoluten Neutralität und Harmlosigkeit des Wortes auf.“

Und er setzt letztendlich sein Urteil darunter:

Es kann in der vernünftigen Welt freilich kaum ein Wort ohne bestimmte Absicht gesprochen werden; aber die Absicht darf es nicht beherrschen wollen; sie muß es als freies Geschöpf in die Welt schicken, wo es das wirkt, was ein anderer will – ich darf … wohl sagen: was Gott will, das große, allmächtige und allein wahrhaft Wirkende.

Ich bitte, dem täglichen Wort zuzuerkennen, daß es nur eine kleine Strecke Weges unser ist, und daß wir es dann entlassen müssen in das von nahem kleine, von weitem große Werk des Lebens, oder – in der religiösen Sprache – daß wir es dem Herrgott befehlen müssen.“

Joseph Wittig erblickte das Leben am 22. Januar 1879 in Neusorge und verstarb am 22. August 1949 im niedersächsischen Göhrde-Forst.

Günther Gröger, Altgersdorf

24.3.2019

Neue Tafel am Standort der ehemaligen Synagoge in Glatz.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 13:59

Wie schon geschrieben, wurde die Tafel am Denkmal professionell abgesägt und gestohlen. Die Anzeige bei der Polizei hatte leider keinen Erfolg, daher war es wichtig, sich Gedanken um die Finanzierung einer neuen zu machen. Dazu hatte ich dem Bürgermeister geschrieben, dass der DFK und die Stadt Glatz zu gleichen Teilen die Kosten übernehmen könnten. Leider ist das Gelände Eigentum der Jüdischen Gemeinde und die besteht wohl nur noch auf dem Papier. Daher war eine Unterstützung auf privatem Gelände von Seiten der Stadt nicht möglich. Der Bürgermeister erwägt eine Übernahme des Geländes durch die Stadt, aber das kann dauern.

Danach sollte eine Bürgerinitiative gegründet werden und der DFK ein Spendenkonto zur Verfügung stellen. Das war wegen der Probleme bei der Bank nicht möglich. Wohl wegen unserer Steuerfreiheit. Am Ende hatte ich beschlossen: Die Tafel wird gefertigt und angebracht, ich suche Sponsoren in Deutschland.

                                  

Zum Vergrößern bitte auf die Bilder klicken.  In der Mitte die gestohlene Tafel aus Metall.

Henryk Grzybowski und Michael Cyprys hatten schon bei privaten Bürgern der Stadt etwas gesammelt und waren dann auch bereit die Organisation zu übernehmen. In Absprachen mit Herrn Roese –  er hatte vor Monaten ein Referat zum Jahrestag der Synagoge gehalten –  und einer Korrektur von H-P. Keuten, unserem Germanisten, ist nun auch ein verständlicher Text entstanden, der auch gut in die polnische Sprache zu übersetzen war. Ein Steinmetz, der auch die hebräischen Buchstaben setzen konnte, wurde gefunden und so gelang es am 22.3. 2019 die neue Tafel zu enthüllen. Zu der Zeremonie wurde noch einmal an die Zerstörung der Synagoge erinnert. Michael Cyprys, ein Kenner Israels, wo er schon viele Male gewesen ist, sang auch ein Lied in hebräischer Sprache und zur Enthüllung wurde auf einem Horn geblasen.

 

Ein gelungenes und überaus wichtiges Projekt, für das ich Euch um Spenden zur Finanzierung bitte.

Konto: Schlesienhilfe DE02 4945 0120 111 255 1179

Ein herzliches Vergelts Gott.

Bericht: Horst Ulbrich

20.3.2019

Neues aus Schlesien.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 12:10

Deutscher Freundschaftskreis

Deutsche sozial-kulturelle Gesellschaft
Kreisverband Glatz

Niemieckie Towarzystwo Społeczno-Kulturalne w Kłodzku

57-300 Kłodzko, ul. Łukasińskiego 11

E-Mail: hulbrich75@gmail.com Tel./Fax: 0048 74-871 4361

Internet: Neues aus Schlesien.
Konto in Deutschland: DE76 4945 0120 111 255 2854

Glatz / Kłodzko, den 15.3.2019

Öffentlicher Brief zum Thema Mittelkürzung 25% der DMI.

Am 13.2.2019 wurde bekanntgegeben, dass die Fördermittel des Auswärtigen Amtes für die deutschen Minderheit schon in diesem Jahr um 25% gekürzt werden. Durch eine weitere Kürzung wurden dem Konsulat so wenig Finanzmittel zur Verfügung gestellt, dass sogar eine Kürzung für unsere Kulturarbeit von 35% wirksam wurde.

Ja bitte wer hat sich diese Provokation nur ausgedacht. Es ist eine Beleidigung unserer ehrenamtlichen Arbeit im Ausland, um unsere deutsche Gesellschaft hier zusammen zu halten und die Verständigung zwischen den Völkern zu fördern. Nicht mehr oder weniger ist das unsere wichtigste Aufgabe für unser Heimatland, die Bundesrepublik Deutschland.

Man hat nicht einmal die Ankündigung für das nächste Jahr gemacht, nein man durchkreuzt wohl wissend unsere gesamte Planung für 2019 die bekanntlich am Ende des Vorjahres zu fertigen und auch an die Konsulate, den VDG und die Stiftung in Polen zu melden ist.

Seit Jahren ist zu bemerken, dass zu jedem neuen Jahr auch Anträge geändert und komplizierter werden, teilweise auch in zwei Sprachen gefertigt werden müssen. Viele ältere Vorsitzende beherrschen die extra komplizierte Verfahrensweise nicht mehr. Hat das nicht an Provokation gereicht? Die kleinen deutschen Gesellschaften haben kaum noch Möglichkeiten ihre Projekte in förderungswürdigen Verfahren finanziert zu bekommen. Große Vereine wie um Oppeln oder im Norden Polens mit vielen tausend deutschen Mitgliedern haben bezahlte Buchhalter. Wir, der DFK Glatz in Niederschlesien sind einer der aktivsten in ganz Polen, wie das Schlesien Journal nach Interview und der Bekanntgabe unserer Aktivitäten berichtet hat. Das hat nun leider eine Ende und das tut weh, nach jahrelanger ehrenamtlicher und aufopfernder Arbeit zum Wohle unserer Gesellschaft und der Völkerverständigung.

Aber was ist der Hintergrund solcher Entscheidungen? Bemerkt unser Außenminister nicht, dass man die Wähler von Landsmannschaften in Deutschland und deutscher Minderheit im Ausland in die Arme der AFD treibt?

Zur Klärung, wir sind politisch nie in Erscheinung getreten. Aber wie reagiert das Volk nach dem Umbau zu einem Vielvölkerstaat in Deutschland. Gibt es da nicht schon genug Probleme, will man auch noch die treuen Wähler an radikale Parteien verlieren?

Die Generation der Heimatvertriebenen in Deutschland und auch die Kriegserlebnisgeneration in der Heimat, die nun in Polen ist, stirbt uns weg und so lange hätte man mit solch gravierenden Entscheidungen warten können.

Wer glaubt, das wir so gut wie ausgestorben sind hat sich geirrt. Wir Deutschen in Schlesien haben die Nachkriegsgeneration zu deutscher Tradition begeistern können, unterhalten 5 Deutschkurse zur Erhaltung der Muttersprache. Auch die Jugend ist im BDJ organisiert. Also sind wir weit weg vom Aussterben der Deutschen im Ausland, nur die radikalen Kürzungen für unsere wichtigen Projekte können unsere Gesellschaften gefährden und das ist von der Politik in Deutschland wohl so gewollt.

Bericht

Horst Ulbrich

Vorsitzender DFK Glatz.

12.3.2019

Kurznachrichten März 2019.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 09:53

Deutscher Freundschaftskreis

Deutsche sozial-kulturelle Gesellschaft
Kreisverband Glatz

Niemieckie Towarzystwo Społeczno-Kulturalne w Kłodzku

57-300 Kłodzko, ul. Łukasińskiego 11

E-Mail: hulbrich@op.pl Tel./Fax: 0048 74-871 4361

Nach einer, wieder gut vorbereiteten und schönen Faschingsfeier am 2.3. bekam ich die Meldung der Familie Welyczko, das eines unser Gründungsmitglieder des DFK Glatz in 1993, nach langer und schwerer Krankheit verstorben ist. Wir hatten Barbara aus dem Konto Schlesienhilfe immer wieder mit Medikamentenhilfe unterstützt, da sie über 600,- PLN pro Monat für wichtige Tabletten und Spritzen selbst nicht aufbringen konnte. Am Dienstag 5.3. waren wir nun zu ihrer Beerdigung in Neugersdorf bei Sturm und Schneetreiben.

Gott gebe ihr die ewige Ruhe.

Durch meine Hilfe für einen polnischen Transporteur, der eine zu hohe Strafe in Deutschland bezahlen sollte und sich, wie viele, bei uns um Rat gemeldet hatte, ist er nun auch bereit bei Leerfahrten aus Deutschland Transporte für den DFK Glatz kostenlos zu übernehmen. Die Strafe konnte von 1486,- € auf 128,- reduziert werden. Der erste Transport aus dem Lager der Malteser in Telgte war am 6.3. Dem Transporteur herzlichen Dank.

Hilfe für das schwerbehinderte Mädchen Wiktoria das wir mit Spendenaufrufen und vor allem dem Einsatz der Malteser in Telgte unterstützen. Für den sehr teuren behindertengerechten Umbau der Wohnung sind aus Sammlung 750,- € eingegangen. Außerdem waren die Malteser sehr erfolgreich mit einem Wettbewerb zu Gunsten des Mädchens 1500,- € , die Musikschule in Telgte spendete die Einnahmen eines Konzertes 1562,- € und die Stadtwerke Telgte 500,- €. Eine große Hilfe bei der Abzahlung des hohen Kredites. Zur Info: Wiktoria, mit W da ich immer wieder gefragt werde, wurde ohne Beine und nur mit einem Arm geboren und von ihrer deutschen Mutter im Krankenhaus verlassen. Die betreuende polnische Krankenschwester hat das Kind adoptiert, kann die Finanzen aber nicht aufbringen. Weitere Spenden für Wiktoria bitte auf unser Konto in Deutschland. Schlesienhilfe DE02 4945 0120 111 255 1179 Stichwort Wiktoria zur Verbuchung.

In Gesprächen mit dem Vorsitzenden VDG aus Oppeln, Herrn Gaida am Tag nach unserer Faschingsfeier, erfuhr ich von den plötzlichen Kürzungen für unsere Kulturarbeit aus dem deutschen Außenministerium um 25 %. Das ist ein Schlag ins Gesicht unserer engagierten Arbeit in der Heimat der vertriebenen Deutschen und das wurde plötzlich im Februar schon für 2019 beschlossen. Warum dieses im laufenden Jahr unsere Planungen durchkreuzt ist nicht zu akzeptieren. Bernard Gaida war schon in Berlin, um zu protestieren, ich werde noch in dieser Woche an den Außenminister und die Vergabekommission schreiben.

Wer betreibt hier den Niedergang der „Deutschen Minderheit in Polen“ aus Deutschland??? Allein die AFD, mit der wir nichts zu tun haben wollen, hat dagegen protestiert. Ich hatte schon bei den jährlich komplizierter werdenden Anträgen protestiert und gefragt, wer zieht die Daumenschrauben für die Deutschen in Polen an? Aber wir Schlesier sind ein wehrhaftes Volk, hoffen aber auch auf Proteste der Landsmannschaften und Vertriebenenverbände, von denen bisher wenig Unterstützung war. Sollen wir uns zwischen den polnischen Interessen und den neuen deutschen Ideen zerreiben lassen? Wir müssen unsere Interessen gemeinsam vertreten, um weiter bestehen zu können.

Es grüßt aus Glatz

Horst Ulbrich

4.3.2019

Karneval 2019 beim DFK in Glatz.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 12:43

      

Zum Vergrößern bitte auf die Bilder klicken.

Ein traditionell wiederkehrendes Fest im Jahr ist unser Karneval oder auch Fasching wie die alten Schlesier das Fest nannten. In diesem Jahr zunächst mit Hindernissen, denn am Karnevalssamstag ist es schwierig ein Lokal zu bekommen.

Die meisten Lokale organisieren selbst Feiern mit horrenden Preisen. Auch eine passende Musik zu finden war nicht leicht, aber unser Adam hat dann doch bei uns zugesagt. Erst danach hatten wir durch Einladung des Vorstandes DFK aus Grünberg eine weitere Chance, denn mein Freund Bolek sagte sofort zu und auch mit seinem Freund musikalisch zur Stimmung beizutragen. So ist auch noch die uns gut bekannte deutsche Schlagersängerin ist aus Grünberg mitgekommen. Der Vorstand VDG aus Oppeln war unserer Einladung gefolgt wie auch eine Abordnung aus Waldenburg.

   

Natürlich macht sich der Vorstand aus Glatz immer Gedanken zu guten Einlagen und auch in diesem Jahr ist uns wieder was Neues eingefallen.

Als Überraschung hatten wir uns in diesem Jahr den Heino für Arme ausgedacht, es gab auch eine Büttenrede und wie im Karneval üblich haben wir uns über die komplizierten Antragsverfahren und die mangelnde Finanzierung lustig gemacht. Für das leibliche Wohl und passenden Wein zum Fest haben wir gesorgt und so war es wieder ein rauschendes Fest.

 

In vorgerückter Stunde trat der Vorsitzende VDG, Bernard Gaida als Herr Goethe in die Bütt und begeisterte das Publikum. Mit zwei Mal Tanzmusik und Eleonoras Schlagern wurde dann auch bis nach Mitternacht getanzt.

     

 

Am anderen Morgen haben wir mit den Übernachtungsgästen im Lokal gefrühstückt, auch bei den Franziskanern in Glatz noch den Sonntagsgottesdienst besucht. Gegen Mittag sind die Gäste aus Oppeln und Grünberg dann abgereist.

Wir danken allen, die kostümiert und mit guter Stimmung zum Gelingen beigetragen haben. Ganz besonders natürlich den Musikern und denen, die mit Hilfe und lustigen Einlagen zum Fest beigetragen haben.

Bericht

Horst Ulbrich

24.2.2019

Fasching in Polen???

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 21:19

Man glaubt es kaum.

Meine ersten Erfahrungen mit Fasching in Polen waren schön. Es wurde viele getanzt, aber alle Herren im Anzug mit Krawatte, die Damen in entsprechender Kleidung. Im Laufe der Zeit ist es mir gelungen Fasching des DFK Glatz zu einem Kostümfest umzuwandeln und unsere Mitglieder geben sich große Mühe. Unsere nächste Veranstaltung ist am 2. März.

Letzten Samstag, 23.2. waren meine Frau und ich, wie schon oft zu einer privaten Familienfeier eingeladen und wurden um entsprechende Verkleidung gebeten. Na gut, Cowboy geht immer und so sind wir mit Speisen und Getränken für uns zwei gestartet, denn alle Gäste wurden aus Kostengründen gebeten alles selbst mitzubringen.

Schon beim Eintritt hörten wir großes Gelächter und sahen auch bald woran das lag. Alle hatten sich zu meiner Überraschung große Mühe gegeben und der Beginn glich einer Foto Show.

      

Zum vergrößern die Bilder anklicken.

Ein D J mit zusätzlichem Entertainer der auch gesanglich talentiert war sorgte für gute Stimmung. Über 70 Mitglieder einer Familie hatten das organisiert und um 21 Uhr wurde das älteste Familienmitglied abgeholt, prämiert und alle tanzten um die Großmutter herum.

      

Danach Musik für das junge Volk unterbrochen von lustigen Tanzspielen die der Entertainer zelebrierte. Natürlich und wie üblich bei Festen mit Polen waren auch hier die Tische überladen mit unterschiedlichen Salaten und Speisen, ja natürlich auch mit viel Wodka. Zu bemerken bleibt aber, die ganze Nacht habe ich keinen richtig Betrunkenen gesehen, nur lustige Menschen in Feierlaune.

      

Kleiner Tipp von mir, Vodka als Drink mit Apfelsaft verträgt sich gut, ist nicht so aggressiv und schmeckt auch. So habe auch ich die Nacht durchgehalten und nach einem Superfest kamen wir dann erst in den Morgenstunden nach Hause.

Bericht

Horst Ulbrich

16.2.2019

Denkmal am Standort der zerstörten Synagoge in Glatz.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 19:34

Ein Thema, dass auch hier die Zeitungen füllt. In der Übersetzung ein Beitrag einer Abgeordneten des Sejm.

Im Rahmen der Völkerverständigung wird der DFK Glatz, in Kooperation mit der Stadt Glatz, eine neue Tafel mit dem bestehenden Text fertigen und anbringen lassen.

   Zum Vergrößern bitte das Bild anklicken.

Siehe schwarzen Beitrag.

Beitrag aus der Zeitung:

Hassreden sind der Anfang allen Übels. Bleiben sie unbestraft und toleriert, so bestärkt man sie noch. Bei Antisemitismus und Fremdenhass handelt es sich nicht um eine Frage von Ansichten. Sie müssen vielmehr mit aller Kraft bekämpft werden. Jemand hat des Nachts die Gedenktafel abgerissen, die an der Stelle der früheren Glatzer Synagoge an deren Zerstörung während des Pogroms im November 1938 erinnerte. Am 27. Januar war der Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust. Ich habe geschrieben, dass dieser Tag uns ermahnen und daran erinnern soll, wozu Hassreden führen.

Wir alle haben die gemeinsame Aufgabe und Verantwortung, an die Verbrechen und Opfer des Zweiten Weltkriegs zu erinnern und die junge Generation in diesem Sinne zu erziehen. Wir haben die Pflicht, Hass zu bekämpfen und davor zu warnen sowie Antisemitismus, Fremdenhass, Rassismus und Homophobie zu bekämpfen.

In besonderer Verantwortung stehen dabei die Regierenden, deren Schweigen und Unterlassung angemessener Reaktionen dazu führen, dass diese höchst negativen Erscheinungen und Vorgänge sich immer weiter ausbreiten und unbehindert die Straßen unserer Städte erobern. Und die Regierenden tragen hier eine Mitverantwortung. Eine Tolerierung von Hassreden endet nämlich stets in gefährlichen Aktionen.

So liegt die Mitverantwortung auf Seiten der PiS in der Tolerierung des wegen öffentlichen Verbrennens des Judensterns gerichtlich verurteilten Antisemiten Rybak sowie der Nationalisten, die gestern mit antisemitistischen Parolen durch Auschwitz marschierten. Unglaublich, dass die PiS-Regierung dies zulässt! Ich kann nur hoffen, dass die Glatzer Polizei den oder die Täter fasst und diese sich vor Gericht verantworten müssen.

Antisemitismus ist nicht eine Frage von Ansichten. Antisemitismus ist ein Übel, das es zu brandmarken gilt!

Ich bin während eines Gesprächs mit Herrn Michał Piszko, dem Glatzer Bürgermeister, übereingekommen, dass wir mit Hilfe aller Bürger des Glatzer Landes das zerstörte Denkmal wieder aufbauen wollen.

Monika Wielichowska

Abgeordnete des Sejm Republik Polen

Übersetzung aus dem Polnischen von H.-P. Keuten, Originalartikel in der „Gazeta Kłodzka“ von 08.02.2019, auch im Internet nachzulesen unter http://klodzko24.eu/448404159/rasizm-w-klodzku.

12.2.2019

Wer kennt Paul Kaupert?

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 21:19

Was lange währt, wird endlich gut. Vor ca. einem Jahr kamen unsere älteren Frauen zu mir und haben geweint. Am Glatzer Friedhof werden die Grabstellen knapp und Gräber mit abgelaufener Zeit werden abgeräumt. Das Grab von Paul Kaupert, Organist, Komponist und Chorleiter in der Stadtpfarrkirche Glatz, sei auch schon gekennzeichnet.

Horst, das musst Du verhindern…. So habe ich dann sofort die Friedhofsverwaltung aufgesucht und um lange Diskussionen zu vermeiden und sicher zu sein, die Grabstelle sofort neu gekauft.

  Der Name war auf dem eisernen Kreuz kaum noch zu erkennen.  Zum Vergrößern das Bild anklicken.

Am nächsten Tag dann mit den Frauen die Grabstelle aufgesucht und sie in einem erbärmlichen Zustand angetroffen. Nun hatte ich die Grabstelle erworben, aber in dem Zustand konnte sie auch nicht bleiben. Wie bekannt, kümmern wir uns auch um alte deutsche Denkmäler, wie bei Heinrich Bender oberhalb von Eckersdorf oder dem schönen Denkmal in Schwenz, wo uns die Restaurierung mit der finanziellen Hilfe einiger heimattreuer Sponsoren gelungen ist.

  Nach der Restaurierung.                  Denkmal in Schwenz.

Nun eine neue und notgedrungen spontane Herausforderung mit dem Grab eines verdienten Glatzers. Der neue Organist der Kirche, Szymon Woloch, hat sich sofort verpflichtet, sich langfristig um einen guten Zustand der Grabstelle zu kümmern. Nun hatte ich einen Plan und mit der Friedhofsverwaltung die Neuordnung geplant. Leider wurde es in der Zwischenzeit Winter und die Steinmetze stellen dann immer ihre Produktion ein. Aber nun im Frühjahr war der Stein für Paul Kaupert die erste Maßnahme und die Grabstelle ist wieder in einem guten Zustand. Wir werden uns am kommenden Samstag zu seinen Ehren mit dem Chor dort versammeln und seiner gedenken.

Wer unsere Arbeit in der Heimat und die Renovierung der Grabstelle unterstützen möchte.

Die Ko. Nr. Schlesienhilfe in Deutschland ist                 DE02 4945 0120 111 255 1179.

Unsere nächste Aufgabe gegen das Vergessen sind die Gräber der Bergmänner in Neurode. Auch dort werden wir bald mit der Arbeit beginnen können.

Bericht

Horst Ulbrich

11.2.2019

Besuch bei Sponsoren unserer Hilfsaktion für Schlesien.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 12:59

Wie schon mehrfach geschrieben, erreicht uns immer vor Weihnachten eine Spendensammlung aus den Kirchengemeinden Bukow und Königs Wusterhausen bei Berlin mit Süßigkeiten, Backzutaten, auch guter Winterkleidung für unsere Bedürftigen. Aber es gibt auch finanzielle Unterstützung für unser Sozialprojekt, wie die Unterstützung des Mädchens Wiktoria, der nach der Geburt drei Gliedmaßen amputiert werden mussten. ( Ich habe mehrfach darüber berichtet.)

      Zum Vergrößern bitte das Bild anklicken.

Eine Einladung zu einem Schlesierabend mit der Präsentation unserer Arbeit in der Grafschaft Glatz habe ich gern angenommen. Nach der Abendmesse versammelten sich dann viele Interessierte im Gemeindesaal und ich konnte mich dort persönlich für die geleistete Hilfe über Jahre bedanken. Natürlich haben wir auch Werbung für die schlesische Heimat und unsere Projekte mit den Rollups gemacht, die viele Interessierte anlockte. Meinen Vortrag habe ich dann mit Bildern unserer Präsentation und per Beamer anschaulich machen können.

   

Die Organisatoren des Abends bedankten sich dafür mit einem außergewöhnlichem Geschenk. Der Abend klang aus mit Heimatliedern und vielen Gesprächen mit Freunden, auch für das leibliche Wohl war sehr gut gesorgt. So kamen wir erst nach Mitternacht bei Andreas Klose, einem der Organisatoren, an. Ich möchte nicht vergessen Ludolf Sonntag zu erwähnen, denn er hat mit seiner Frau und Helfern wohl die größte Vorarbeit des Abends geleistet.

      

Wieder ein wunderbarer Abend mit Freunden, die unsere Arbeit im Glatzer Land unterstützen. Ohne Euch wäre vieles in der Heimat nicht zu realisieren.

Bericht

Horst Ulbrich

30.1.2019

Neues aus Glatz.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 19:39

Liebe Freunde Schlesiens.

Es gibt wieder Neues aus der Grafschaft. Von Samstag auf Sonntag, den 27.1.2019, wurde die Tafel am Holocaust- Denkmal in Glatz gestohlen.

   Zum Vergrößern das Bild anklicken.

Eine Begutachtung mit Polizei, Staatsanwaltschaft und einem Steinmetz hat eine professionelle Entfernung festgestellt. Die Tafel sei nicht einfach zerschlagen und abtransportiert, sondern fachlich abmontiert worden.

Wir werden nun, in deutsch – polnischer Kooperation mit der Stadt Glatz für eine neue Tafel sorgen. Dazu werde ich später einen Spendenaufruf schreiben.

Natürlich kocht gleich wieder die Gerüchteküche, welche Radikalen hüben oder drüben für den Diebstahl in Frage kommen könnten. Vielleicht wäre eine Prämie für die Wiederbeschaffung angebracht, um die Diebe zu finden. Es könnte sogar sein, dass eine Überwachungskamera an der Kreuzung den Abtransport gefilmt hat.

Warten wir die Ermittlungen ab.

In Sachen Gräber der Bergleute in Neurode wird in der nächsten Woche ein Gremium des Kulturamtes beraten. Ich hatte auch auf Unterstützung der Botenleser gehofft, warum an vielen Gräbern keine Tafeln sind. Aber man hat mir jetzt glaubhaft versichert, nur die Bergleute, deren Gräber mit Tafeln versehen sind, wurden auch dort begraben. Die anderen Gräber sind symbolisch, da viele Kumpel nicht zu bergen waren. Das wäre eine plausible Erklärung. Nach der Beurteilung des Kulturamts Neurode werde ich die Renovierung mit dem Denkmalschutz absprechen und hoffe im Frühjahr mit den Arbeiten beginnen zu können.

Bericht

Horst Ulbrich

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