Grafschaft Glatz (Schlesien) Neuigkeiten und Wissenswertes aus Schlesien

15.4.2012

Workshop Konsolidierung der Begegnungsstätten 2012

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 19:56

Rauchende Köpfe beim Workshop im Rahmen des Projekts: Konsolidierung der Begegnungsstätten organisiert vom VDG und unterstützt vom Haus der Deutsch – Polnischen Zusammenarbeit.
Am 13. bis 14.4. 2012 fand in Breslau ein VDG Workshop mit Schulung für die Beantragung der Fördermittel aus dem Fond der Konsolidierungsmittel.
Durch die lange Anreise mit teilweise über 400 Km einiger Teilnehmer, gab es zu Beginn um 17 Uhr zunächst ein Abendessen und um 18 Uhr begrüßte dann der Vorstandsvorsitzende des Verbands der deutschen      sozial – kulturellen Gesellschaften in Polen, Herr Gaida die Teilnehmer.
Danach wurde das Konzept zur Belebung der lokalen DFK`s vorgetragen und die Ergebnisse der beiden vorherigen Editionen zur Diskussion gestellt.
Um 20 Uhr begann eine Podiumsdiskussion unter der Moderation von Herrn Norbert Rasch, Vorstandsvorsitzender der Gesellschaften im Oppelner Schlesien. Hier ging es um die Erfolge der bisherigen Projekte und der aktuelle Stand der Organisationen der deutschen Minderheit.
Der nächste Tag begann zunächst mit der Vorstellung der Entwicklungsstrategie für die Jahre 2010 bis 2015.
Anschließend stellte Regionalkoordinatorin Frau Kaminska die Projektbedürfnisse und Strategie der DMI vor.
Nach einem Mittagessen begannen dann die praktischen Informationen zur Antragstellung und Projektabrechnung. Frau Neumann, Büroleiterin des VDG in Oppeln und die Landeskoordinatorin des Projektes Frau Dzumla hatten schon die ersten Probleme zu verkünden.
Nun ist bekannt das die Mittel aus Deutschland so ihre Probleme mit der Beantragung mit sich bringen, aber pünktlich zur Schulung hatten sich einige Kriterien schon wieder geändert, die nicht einmal in die Unterlagen verbracht werden konnten, weil sie so kurzfristig erst bekannt wurden.
Es folgte eine lange Liste was nicht beantragt werden kann und wir Teilnehmer mussten immer wieder nachfragen, was denn nun endlich beantragt werden darf. Nun sind wir Vorsitzenden der DFK`s froh, das uns Regionalbetreuer zur Seite stehen werden, die Beantragung und Durchführung der Projekte übernehmen, wie auch bei der Abrechnung behilflich sind. Hier sehen wir endlich eine Unterstützung unserer Arbeit denn schon die komplizierte Beantragung vieler Projekte, teils in Deutsch, teils in Polnisch und teilweise auch in beiden Sprachen mit vielen Seiten und komplizierter Abrechnung lässt viele Vorstände resignieren. Teilweise werden dann überhaupt keine Projekte mehr gestartet, worunter wieder die Attraktivität der Dfk`s und der deutschen Gemeinschaft leidet.
Die netten Mitarbeiter, wie Frau Neumann VDG, wie auch die Projektleiter sind nicht zu beneiden, denn in der nächsten Zeit wird es von den engagierten DFK Vorsitzenden eine Antragsflut geben, die es zu bearbeiten gilt.
Erst gegen 17 Uhr verabschiedeten sich die Teilnehmer um ihren teilweise weiten Heimweg anzutreten.

Bericht
Horst Ulbrich

Auf dem Bild hinten re. Herr Gaida, Mitte Frau Neumann, li, Frau Dzumla
001.JPG  Zum Vergrößern auf das Bild klicken.

7.4.2012

DFK Glatz baut Lagerraum für Hilfsmittel

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 13:59

Lagerraum für Hilfsgüter fertiggestellt!
Es wurde tatkräftig gearbeitet um den Lagerraum für die Hilfslieferung in letzter Minute fertig zu stellen, denn schon kam der zweite Transport von einem privaten Sponsor, Herrn Pollok. Zum Glück auch weitere Pflegebetten und Rollstühle, die dringend benötigt werden. Über jedes ausgeliehene Hilfsmittel wird Buch geführt, damit alles zurückkommt wenn kein Bedarf mehr besteht, um damit dann anderen Kranken helfen zu können.

Aber auch Stapelstühle für unser DFK Vereinslokal,die wir uns aus Eigenmitteln nicht kaufen könnten waren auf dem Transport. Die sind bei den steigenden Mitgliederzahlen dringend erforderlich und dafür ganz herzlichen Dank. Dank auch Frau und Herrn Haferkamp, die als Privathilfe ihre Freizeit opfern, mit PKW und großem Anhänger die vielen Kilometer von Münster in Westfahlen nach Glatz fahren, um uns hier in der Hilfe für Bedürftige bei zu stehen.

Horst Ulbrich

malth-004.JPG malth-006.JPG Zum Vergrößern auf die Bilder klicken

2.4.2012

Hilfstransport der Malteser für den DFK Glatz

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 11:15

Malteser Hilfstransport beim DFK Glatz.

Wieder einmal waren die Malteser aus Telgte in der Grafschaft, um unsere soziale Arbeit bei der deutschen Minderheit zu unterstützen. Der DFK hat ein neues Domizil in der Innenstadt, leider dort aber keinen Platz mehr für die dringend benötigten Hilfsmittel. Auf dem Reiterhof Ulbrich wurde nun ein Lagerraum gebaut, um Platz für Rollstühle, Toilettenstühle, Pflegebetten, Kleidung und Pflegemittel zu schaffen. Die Malteser auf ihrer Jubiläumsfahrt, seit 30 Jahren mit Hilfsmitteln in Schlesien, waren dieses Mal mit vier Fahrzeugen unterwegs, denn sie unterstützen auch Krankenhäuser, wie auch Alten – und Kinderheime. Der DFK bekam unter anderem zwei dringend benötigte Pflegebetten. Allerdings haben wir für Schwerstkranke drei Anfragen. In der nächsten Woche kommt aber schon ein weiterer Transport von einem privaten Sponsor, Herrn Pollok. Er bringt uns mit seinem LKW auch dringend benötigte Stapelstühle für das Vereinslokal in Glatz und weitere Hilfsmittel. Hoffentlich ist dabei auch ein weiteres Pflegebett.
Wir sind den Helfern der Malteser sehr dankbar, sind doch unsere alten Mitglieder mit kleiner Rente auf Unterstützung angewiesen. Aus unseren aktiven Mitgliedern wird jemand die Verwaltung und Ausgabe übernehmen, damit die kostenlos überlassenen Hilfsmittel auch zurückkommen wenn sie nicht mehr benötigt werden, um weiteren Menschen helfen zu können.
Wie immer nach getaner Arbeit laden wir die ehrenamtlichen Helfer der Malteser abends zu einem Imbiss und geselligem Beisammensein ein. Am anderen Morgen ging ihre Fahrt weiter nach Oppeln.
Bericht
Horst Ulbrich

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Helfer beim Ausladen
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Verabschiedung der Malteser
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Malteser beim Umtrunk nach getaner Arbeit. Der Leiter, Herr H. Lodenkötter gibt noch Anweisungen für den nächsten Tag.

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25.3.2012

Erster vom DFK Glatz organisierter deutscher Gottesdienst.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 16:53

Deutscher Freundschaftskreis
Deutsche Sozial-Kulturelle Gesellschaft Glatz
57-300 Glatz / Kłodzko, Frankensteiner Str. Nr. 11
E-Mail: hulbrich@op.pl – Tel./Fax: 0048 74-871 4361

DFK organisiert wieder deutschen Gottesdienst in Glatz

Am 24.3. 2012 hatten wir endlich wieder einen deutschen Gottesdienst in Glatz! Er fand in der Georg- Adalbertskirche auf der Frankensteiner Straße (der früheren evangelischen Kirche) statt, also in unmittelbarer Nähe der DFK-Vereinsräume.

Der Gottesdienst war durch unseren Vizevorsitzenden und Religionspädagoge Jochen Straube gut vorbereitet worden. Er hatte auch den gesamten Ablauf mit Gebeten und Liedern in einem Heft zusammengefasst, um denen eine Hilfe zu geben, die mit der deutschen Sprache noch Probleme haben. Die nach dem Krieg geborenen deutschen Mitglieder hatten bis zur Wende weder Möglichkeiten deutsch zu sprechen noch es in angebotenen Kursen zu erlernen. Aber unser Schatzmeister H.-P. Keuten, der im Habelschwerdter Gymnasium als Fremdsprachenlehrer für Französisch, Englisch und Deutsch tätig ist, hatte im Rahmen der Deutschkursangebote unseres DFK auch deutsche Kirchenlieder und das Vaterunser auf Deutsch mit seinen Schülern geübt, damit alle aktiv am ersten deutschen Gottesdienst teilnehmen konnten. Auch die Kinder aus einem unserer Deutschkurse, von Ursula Patzwald unterrichtet, waren gut vorbereitet und nahmen am Gottesdienst teil. So waren seit langer Zeit wieder Lieder wie „Großer Gott wir loben Dich“ in der heute von den Glatzer Klarissinnen geführten Kirche zu hören. Leider war der für die deutsche Minderheit zuständige Pater Arndt aus Breslau verhindert. Er hatte mit Pfarrer Rajmund aus Grunwald aber für einen guten deutschsprachigen Ersatz gesorgt. Das Ehepaar Ulbrich übernahm die zweisprachigen Fürbitten und es wurde für alte und kranke Grafschafter wie auch ein friedvolles Zusammenleben beider Völker gebetet. Leider konnten wir aus finanziellen Gründen keinen Kirchenbus für unsere alten Mitglieder einsetzen. Aber 48 Mitglieder aus dem Raum Glatz kamen zum Gottesdienst. Unser Einzugsgebiet ist allerdings von Bad Kudowa bis Mittelwalde, also ca. 80 km. Unsere alten Mitglieder, die nicht mehr gut laufen und weiter entfernt wohnen, konnten leider nicht teilnehmen.

Wir wollen aber in Zukunft jeden letzten Samstag im Monat gemeinsam einen deutschen Gottesdienst feiern, auch um den Zusammenhalt der Gemeinschaft zu erhalten und zu fördern. Vorher bitten wir zu Kaffee und Tee in unseren Klubraum auf der Frankensteiner Straße, ganz in der Nähe der Kirche. Dorthin laden wir natürlich auch alle Heimatreisenden ganz herzlich zu einem Besuch ein.

Einladung zum Kaffee jeden Samstag 11 bis 14 Uhr. Danach ist Chorprobe.

Den Mitgliedern aus Deutschland sei für ihren Mitgliedsbeitrag gedankt. Da wir als in Polen registrierter Verein keine Möglichkeit haben, in Deutschland ein Konto zu eröffnen, und das DFK-Konto deshalb auf meinen Namen läuft, haben Neider unserer Arbeit in der Heimat leider böse und unhaltbare Gerüchte in die Welt gesetzt. Das hat uns ehrenamtlich Tätige in der Heimat sehr traurig gemacht, sind wir in 2010 doch neu gestartet, führen nun 6 Deutschkurse, vom deutschen Konsulat gefördert, durch und haben ein schönes Vereinslokal in der Innenstadt, unweit des Glatzer Rathauses, eine Kindergruppe „Violinchen“, ab 31.3.2010 wieder einen DFK-Chor und so weiter. Wegen der uns bekannt gewordenen Ungereimtheiten erwägen wir das Konto unter dem Namen des Großdechanten zu führen, obwohl sich in Ablauf und Kontrolle durch die Revisionskommission nichts ändern würde. Ein kurzes Vorgespräch mit dem Großdechanten hat in Münster stattgefunden.

Wer unsere Arbeit in der Heimat unterstützen möchte, möge sich bitte bei uns melden.  Unsere Kontodaten dürfen wir hier leider nicht veröffentlichen.

Und noch einmal für alle Zweifler: Das ist nicht mein Privatkonto und steht ausschließlich dem DFK zur Verfügung, wird vom Schatzmeister verwaltet und durch eine Revisionskommission kontrolliert.

Grüße aus der Heimat
Horst Ulbrich
DFK Glatz

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23.3.2012

75. Geburtstag des Großdechanten Franz Jung

Filed under: Allgemein — Horst Ulbrich @ 17:19

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Die kirchliche Feier

An diesem Sonnabend, dem 17. März 2012, drängten sich etwa 600 Gläubige in den Bänken und auf Zusatzgestühl in der St.-Clemens-Kirche in Hiltrup, um dem Festgottesdienst mit Weihbischof Dr. Reinhard Hauke aus Erfurt, dem seit 2009 „Beauftragten der Deutschen Bischofskonferenz für die Vertriebenen- und Aussiedlerseelsorge“ beizuwohnen. Sein Vorgänger (32 Jahre lang!), Weihbischof em. Dr. Gerhard Pieschl, Weihbischof em. Friedrich Ostermann von Münster, Propst Heinz Erdbürger von Telgte, Propst i. R. Josef Kuschel von Magdeburg und weitere Prälaten und Konsistorialräte zählten zu den 45 Priestern dieser herausragenden Zeremonie. In den Blick fielen auch einige Schwestern,  Ordensbrüder und Diakone. Fünf Ordensritter vom Hl. Grab zu Jerusalem, unter ihnen der Großkomtur Heinz Blaser,  und fünf Fahnenabordnungen zogen in die Kirche ein.

Weihbischof Dr. Hauke feierte das Meßopfer in Konzelebration mit Weihbischof em. Dr. Gerhard Pieschl, Visitator Dr. Joachim Giela, Prälat Johannes Adam, Propst Heinz Erdbürger, Pater Marian Arndt sowie Großdechant Franz Jung am Altar, assistiert von den Diakonen Ewald Pohl und Klaus Elsner. 19 Meßdiener/innen ergänzten das farbige Bild im Altarraum, alle in bewährter Art „dirigiert“ von Dieter Schöngart.

In seiner Predigt bezog sich Weihbischof Dr. Hauke auf das vom Jubilar Franz Jung 2005 herausgegebene Buch „Auf dem Weg durch die Jahrhunderte“. Er habe darin sein besonderes Interesse auf die Arbeit der Großdechanten nach 1946 gerichtet, die sich einerseits bemüht hätten, mit den Gläubigen das Leben in der Fremde zu bewältigen, andrerseits auch Kontakte zur alten Heimat zu erhalten. Dabei sei er auf ein Wort des Großdechanten Dr. Franz Monse gestoßen, das er wie folgt zitierte: „Man solle die Vertreibung nicht als Schicksalsschlag sehen, sondern als Erfahrung der Vorsehung Gottes.“ Er gebe gern zu, daß dieses mutige Wort nur zu verstehen sei, wenn man auf dem sicheren Boden der Kirche stehe, wenn man sich angenommen fühle durch Gott.

Es folgten eine Auslegung des Evangeliums vom wunderbaren Fischfang und die Klage über fehlendes Glaubenswissen in unserer Zeit. Die christlich-katholische Tradition der Glatzer durch die Jahrhunderte müsse an die kommenden Generationen weitergegeben werden. Er sei glücklich darüber, daß Dr. Giela für die Stabübergabe sein Ja gegeben habe.

Auf die Verabschiedung des bisherigen Amtsinhabers, der über annähernd drei Jahrzehnte – unermüdlich, wohl häufig übermüdet – mit Herz und Seele für die Grafschaft Glatzer Katholiken segensreich gearbeitet hat, ging Dr. Hauke nicht ein.

Den Höhepunkt des gottesdienstlichen Zeremoniells bildete die Einführung des neuen Visitators Dr. Joachim Giela, der zu seinem Aufgabenbereich für Breslau und Branitz nun noch die Betreuung der Katholiken aus dem ehem. Generalvikariat Glatz  aufgebürdet erhielt. In einem Treueversprechen gelobte er dem Bischof seine volle Einsatzbereitschaft.

Der Grafschafter Chor gab der Feier ein festliches Gepräge. 60 Sänger/innen ließen ihre Stimmen, 20 Musizierende ihre Instrumente zum Lobe Gottes erklingen. Der Dirigent Georg Jaschke und die Orchesterleiterin Mona Veit hatten die „Festmesse in C“  von Ignaz Reimann (1820-1885), dem Grafschafter Komponisten aus Albendorf, ausgewählt und brachten sie zur Freude und Erbauung der Gottesdienstbesucher zu Gehör.

75-grosdechant-034.JPGHalle Hiltrupp mit den Gästen

img_1797.jpgDFK Glatz überreicht ein Geschenk

Festakt in der Stadthalle Hiltrup

Hatte die kirchliche Feier die Einführung des neuen Visitators im Blickpunkt, so widmete sich der anschließende Festakt in Grafschafter Atmosphäre mit überaus herzlichem Dank und guten Wünschen ganz dem Jubilar und emeritierten Visitator Franz Jung, der 1983 auf dem Annaberg bei Haltern durch Weihbischof em. Dr. Gerhard Pieschl ins Amt eingeführt worden war und nun das Amt abgeben mußte.

In der mit 600 Gratulanten gefüllten Festhalle wurden die zahlreichen Ehrengäste nach einer Essenspause durch den Moderator Michael Güttler, der von Anfang an dem nun aufgelösten Pastoralrat angehörte, namens des Großdechanten und der Grafschafter Gremien begrüßt und vorgestellt.

Er hieß die große Zahl der Ehrengäste herzlich willkommen, allen voran Weihbischof Dr. Reinhard Hauke (Erfurt), dann Weihbischof Friedrich Ostermann (Münster), Weihbischof em. Dr. Gerhard Pieschl (Limburg), Visitator Dr. Joachim Giela (Münster) und viele, weitere Ehrengäste.

Die lange Liste bekunde, welchen Umfang dieses Fest genommen habe und wie viele sich verbunden fühlten.

Eine ganze Reihe von ihnen trat ans Mikrofon und formulierte dort ihre Glück- und Segenswünsche.

Der Grafschaft Glatzer Chor eröffnete mit einem frischen „Hoch soll er leben“ und „In dem Schneegebirge“.

Die großartige Feier, „ein rauschendes Fest“, klang aus mit Kaffee und schlesischem Kuchen, mit heiteren und freundschaftlichen Gesprächen in kleinen Gruppierungen .

Blick in die Zukunft:

Nicht entmutigen lassen!

Voll Dankbarkeit schauen die Grafschafter auf das segensreiche Wirken von Großdechant Prälat Franz Jung. Seine herausragende Leistung wurde 1990 durch die Verleihung des Titels „Apostolischer Protonotar“ gewürdigt, die staatliche Anerkennung 2001 durch die Verleihung des „Bundesverdienstkreuzes am Bande“, und von polnischer Seite erhielt er 2010 die höchste Auszeichnung der Diözese Schweidnitz, den „Stanislaw-Orden“.

Es steht eine Neuordnung der bisherigen Gremien an: Neue Namensgebungen, neue Zuordnungen, neue Wege der Zusammenarbeit müssen gefunden werden. Die seelsorglichen Zielsetzungen bleiben natürlich bestehen.

Unter der Führung von Dr. Giela wird die bewährte Arbeit fortgesetzt werden. Die Gläubigen erwarten weiterhin Wallfahrten, Heimattreffen, schriftliche Äußerungen zu religiösen und heimatbezogenen Themen sowie terminliche Informationen. Es ist zu wünschen, daß es Dr. Giela gelingt, aufgrund seiner uneingeschränkten polnischen Sprachkenntnisse die bereits bestehenden Kontakte zu den heutigen Bewohnern der Grafschaft Glatz weiter zu festigen und zu beiderseitiger Bereicherung auszubauen.

Die Grafschaft Glatz wird noch immer gern und liebevoll als „Herrgottswinkel“ und „Marienland“ gekennzeichnet. Die heutige polnische Bevölkerung zeigt ebenfalls eine ins Auge fallende, inbrünstige Marienverehrung. Die vorgefundenen Marienwallfahrtsorte werden ausnahmslos gepflegt und von frommen Pilgerscharen eifrig besucht.

Auf dieser gemeinsamen christlichen Grundhaltung kann ein gedeihlicher Zusammenhalt ausgebaut werden.

Günther Gröger, Altgersdorf

10.3.2012

Deutscher Generalkonsul zu Gast beim DFK Glatz

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 19:46

Der deutsche Generalkonsul Dr. Zeitz zu Gast bei der Deutschen sozial-kulturellen Gesellschaft in Glatz/Kłodzko

Auf Einladung des DFK Glatz kam der deutsche Generalkonsul aus Breslau am 8.3.2012 in die Grafschaft Glatz, um sich über die kulturellen und sozialen Projekte der Gesellschaft zu informieren.

Nach der offiziellen Begrüßung berichtete der Vorsitzende, Herr Ulbrich, im Rahmen einer Multimedia-Präsentation über die vielen Aktivitäten des DFK. Im kulturellen Bereich gehören zu den herausragenden Projekten die Renovierung eines Denkmals oberhalb von Schwenz/Święcko zu Ehren des Küsters Heinrich Bender, der in den letzten Kriegstagen von Soldaten der Roten Armee umgebracht wurde. Auch die von ihm versorgte Kapelle war dabei zerstört worden. In den Rahmen der Kulturarbeit fällt auch die Zusammenarbeit mit Professor Fitych, mit dem zusammen eine Ausstellung über sakrale Bildstöcke im Raum Kudowa erstellt wurde.

Im Rahmen der sozialen Arbeit wird jährlich eine Gruppe Behinderter aus Waldenburg/Wałbrzych zum gemeinsamen Grillen eingeladen. Es werden ebenfalls Kinderheime aus der Region zum Spielen und Reiten auf dem Reiterhof des Vorsitzenden eingeladen. Gemeinsame Feste mit dem Polnisch- Deutschen Freundschaftskreis aus Glatz/Kłodzko, dessen Vorsitzender Herr Jerzy Żelaszkiewicz ist, gehören seit langer Zeit zur Tradition. Es ist zu einer engen Zusammenarbeit gekommen, da beide Vereine die gleichen Ziele der Völkerverständigung haben. Sie haben in gemeinsamer Arbeit den Hirschfelder Wander- und Pilgerweg von Tscherbeney bei Kudowa über Albendorf, Glatz und Habelschwerdt bis Winkeldorf festgelegt, der mit Hilfe der deutschen Stiftung aus Oppeln und dem Marschallamt nun mit Hinweistafeln in beiden Sprachen versehen wird. Herr Ulbrich lobte die gute Zusammenarbeit und schaut positiv in die Zukunft, was die polnisch-deutsche Versöhnung geht.

Viele polnische Mitbürger nehmen auch an den fünf Deutschkursen teil, die für unsere Mitglieder angeboten werden. Das neueste Projekt startet noch im März für Kinder im Vorschulalter von 3 bis 6 Jahren. Hier sind auch noch einige Plätze frei, interessierte Eltern mögen sich bitte samstags von 11 bis 14 Uhr in unseren Vereinsräumen auf der ul. Łukasinskiego 11 informieren. 3 Kurse für Erwachsene von Anfängern über Fortgeschrittene bis zum Konversationskreis Deutsch finden wöchentlich statt. Ein von der AGMO e.V. aus Deutschland gefördertes Projekt „Hilfe für den Deutschunterricht in der Grundschule“ wurde in das Gemeindezentrum Schwenz ausgelagert, weil zur gleichen Zeit der neu gegründete Chor seine Proben in den Vereinsräumen beginnt. Unser Vereinslokal steht jedem offen, das Raumangebot ist jedoch mitunter schon zu gering, um alle Projekte dort stattfinden zu lassen.

Der Vorsitzende zeichnete ein positives Bild für die Zukunft, obwohl die Fördermittel der deutschen Stiftung und des Konsulats aus Oppeln für 2012 gekürzt wurden.

Das nächste große Fest wird am 19. Mai 2012 stattfinden. Zu dem Niederschlesischen Frühlingsfest sind schon Chöre aus Görlitz, Waldenburg, Oppeln, Landeck und Habelschwerdt angemeldet. Dazu eine Anfrage an die Leser – wo können weitere Bänke und Tische ausgeliehen werden, um für ca. 300 Personen Sitzplätze zu schaffen?

Der Generalkonsul lobte ausdrücklich, dass eine gute Kooperation mit dem Polnisch-Deutschen Freundschaftskreis in Glatz besteht und viele Projekte unter Einbeziehung der polnischen Bevölkerung stattfinden. Das sei vom deutschen Konsulat ausdrücklich so gewünscht. Es gäbe auf beiden Seiten immer noch Vorurteile, die nur durch gegenseitiges Verständnis, Kommunikation und Kooperation positiv beeinflusst werden können. In diesen Sinn sei die deutsche Vertretung in Glatz auf einem guten Weg und er wünschte weiterhin Erfolg. Nach einer Aussprache mit den Teilnehmern bei Kaffee und Kuchen hatte er noch weitere Termine und verabschiedete sich.

Berichterstatter
H.-P. Keuten

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von re. DFK Mitglied Herr Handlos, Filialdirektor der Deutschen Bundesbank a.D.
Deutscher Generalkonsul in Polen Herr Dr. Zeitz und Kulturreferent Herr Sachs
DFK Mitglied Frau Ulbrich Übersetzer.

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Vorsitzender Herr Ulbrich bei der Präsentation der DFK Projekte.

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22.2.2012

Deutsch – Polnischer Schüleraustausch

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 21:11

Bericht vom deutsch-polnischen Schüleraustausch
zwischen dem Silverberg-Gymnasium Bedburg (D) und dem
Allgemeinbildenden Schulzentrum in Habelschwerdt/Bystrzyca Kłodzka (PL)
von der Schülerin Oliwia Pers, Habelschwerdt/Bystrzyca Kłodzka

 

Teil 1: Polen begrüßt die Deutschen

Wie fing alles an?

Am Anfang war ein Name: Franz Conrads. Und dieser Franz Conrads war bis 1932 Direktor am Aufbaugymnasium in Habelschwerdt und nach dem Zweiten Weltkrieg Leiter des Progymnasiums in Bedburg (NRW). Wenn man also will, ein „gemeinsamer“ Direktor.

Nach der Schließung des Lehrerseminars in Habelschwerdt in den 20er Jahren des 20. Jhs. wurde der aus dem Rheinland stammende Franz Conrads Gründungsdirektor der neuen staatlichen Regelschule in Habelschwerdt , die im Gebäude des Lehrerseminars eröffnet wurde und an der begabten Schülerinnen und Schülern aus der Umgegend die Möglichkeit gegeben wurde, die Allgemeine Hochschulreife zu erwerben. Franz Conrads war ein sehr engagierter Pädagoge und Zeitgenosse (unter anderem war er jahrelang Vorsitzender und später Ehrenvositzender des Glatzer Gebirgsvereins). Unter seiner Ägide wurde die Schule in Staatliche Felbiger-Aufbauschule umbenannt. Nach den Wirren des Krieges kehrte er in die Heimat seiner Familie zurück, nämlich nach Bedburg, wo er 1946 beauftragt wurde, die von den Nazis geschlossene höhere Schule wieder aufzubauen (zunächst allerdings nur in Form eines Progymnasiums). In späterer Zeit wurde diese Schule weiter ausgebaut und erhielt den Namen Silverberg-Gymnasium.

In Zusammenhang mit der von Frau Direktorin K. Magierowska-Kasza durchgeführten Renovierung unserer historischen Schulaula in Habelschwerdt in den Jahren 2008/9 und der Suche nach historischen Fotos der ehemaligen deutschen Direktoren der Schule stieß Herr Heribert Wolf von der Habelschwerdter Heimatgemeinschaft auf die o.g. Verbindung zwischen Habelschwerdt und Bedburg in Gestalt des Direktors Franz Conrads. Ihm verdanken wir also den Anstoß zum Aufbau unserer Schulpartnerschaft. Die konkreten Kontakte zur Schulleitung in Bedburg in Nordrhein-Westfalen hat dann unser Habelschwerdter Fremdsprachenlehrer Herr H.-P. Keuten (der selbst ebenfalls im Rheinland geboren ist, dessen Familie mütterlicherseits aber aus Wölfelsdorf stammt) hergestellt. Auf deutscher Seite lag die konkrete Planung und Durchführung des Austausches in den Händen von Frau Dr. K. Angelike und Frau N. Högemann sowie auf polnischer Seite in den Händen von Frau A. Karpińska-Jach, Frau L. Brzezicka sowie Herrn H.-P. Keuten.

Und so begann unser unvergessliches Abenteuer mit den Nachbarn aus Deutschland.

Was haben wir gemacht?

Es war Donnerstag, der 16. Juni 2011. Ungeduldig und erwartungsvoll standen wir auf dem Habelschwerdter Bahnhof und warteten auf die Ankunft des Zuges, der die deutschen Gäste zu uns bringen sollte. Manche waren ein bisschen nervös, andere nahmen es gelassen und wieder andere freuten sich darauf, endlich ihre deutschen Austauschpartner kennen lernen zu können, mit denen sie z.T. schon seit einigen Monaten in E-Mail-Kontakt gestanden hatten. Endlich, mit ein paar Minuten Verspätung, rauschte der Zug in den Bahnhof ein. Und jetzt waren endgültig alle aufgeregt und gespannt, was passieren würde. Der Zug hielt an und die Gruppe der Deutschen mit ihren Lehrerinnen stieg aus – ermüdet und von der langen Reise vollkommen fertig, aber glücklich, am Ziel angekommen zu sein. Und der Austausch konnte endlich beginnen. Alle begrüßten sich, als ob man sich schon Jahre kennen würde. Schnell hatte jeder seinen Partner gefunden und das persönliche Kennenlernen war sehr herzlich – wie gut, dass Jugendliche keine Grenzen und Barrieren kennen! Gleich entwickelten sich lebhafte Gespräche, die wir beim anschließenden gemeinsamen Mittagessen fortsetzen konnten. Nach dem Essen begleiteten wir die Deutschen erst einmal zu ihrer Unterkunft, wo sie sich einquartieren und frisch machen konnten.

Am Nachmittag haben wir uns dann bei sonnigem Wetter zu gemeinsamen Kennenlernspielen auf der Wiese vor der Unterkunft getroffen. Bei der Vorbereitung und Organisation dieser Spiele war ich maßgeblich beteiligt, und es hat mir große Freude bereitet, einige gute Ideen aus dem dpjw-Buch für Schülerbegegnungen auszusuchen und vorzubereiten. Bei den Kennenlernspielen haben wir viel gelacht, so zum Beispiel bei „Cip-cap“ oder „wie geht‘s?“. Da unsere Freunde kein Polnisch konnten, haben wir entweder auf Deutsch oder auf Englisch gespielt.

Unser Programm war reich an unterschiedlichen Attraktionen. Wir haben unsere deutschen Freunde in unsere Schule mitgenommen, so dass sie sehen konnten, wo wir unseren Schulalltag verbringen und wie der Unterricht und das Schulleben in Polen aussieht. Danach haben wir in deutsch-polnischen Paaren eine Stadtrallye gemacht. Das ist auf großes Interesse gestoßen, denn wir konnten mit unseren Partnern zusammenarbeiten und bekamen es auch irgendwie hin, uns mit ihnen zu verständigen. Das war super! Die besten Mannschaften sind mit originellen Preisen belohnt worden. Wir waren auch in Breslau, wo wir u.a. das Edith-Stein-Haus besucht haben. Dort haben wir auch einen Vortrag der in Habelschwerdt geborenen Historikerin M. Ruchniewicz zum Thema der Nachkriegsgeschichte der Grafschaft Glatz sowie der deutsch-polnischen Versöhnung gehört. Das war sehr interessant und lehrreich.

Ein Höhepunkt des Programms war der „Bunte Abend“, den wir veranstaltet haben. Die polnischen Familien haben keine Mühen gescheut, um den Gästen eine reiche Auswahl an traditionellen polnischen Gerichten zu präsentieren. Nach dem Büfett gab es eine Diskussionsrunde mit Zeitzeugen aus Habelschwerdt und den umliegenden Orten, d.h. zwei Deutschen aus Bad Kudowa, die nach dem Krieg in ihrer Heimat geblieben sind und bis heute hier leben, einer Deutschen, die 1946 als Kind mit ihrer Familie vertrieben wurde, sowie einem Polen, der aus den ehemaligen ostpolnischen Gebieten (der heutigen Ukraine) vertrieben und nach dem Krieg in der Grafschaft Glatz angesiedelt wurde. Die Jugendlichen aus Polen und aus Deutschland hörten den Berichten der vier Zeitzeugen gespannt zu und stellten anschließend viele Fragen.

Nach Ende des offiziellen Teils gab es noch ein Konzert der Schulrockband „MOZG“. Das war toll! Wir sangen und tanzten bis in die Nacht hinein und hatten viel Spaß zusammen.

Am Samstag haben wir die Stadt Glatz einschließlich des unterirdischen Festungslabyrinths besucht, waren beim DFK Glatz eingeladen (unter anderem zur Pizza) und besuchten nachmittags die Tropfsteinhöhle im Klessengrund. Abends waren wir noch auf einem Konzert der Musikschule Habelschwerdt im Rathaussaal, und der Abend klang aus mit einem gemeinsamen Grill.

Insgesamt hat mir der Austausch sehr gefallen. Da ich schon mehrmals an einem Austausch teilgenommen habe, kann ich vergleichend sagen, dass die Verständigung mit unseren ausländischen Nachbarn mit zunehmendem Alter eigentlich immer besser klappt. Zumindest für meinen Teil kann ich das behaupten. Die Stimmung war einfach großartig, und die Deutschen planen auch schon einen privaten Besuch in Polen im kommenden Jahr. Sie sind halt gut drauf, die Deutschen!

Wirklich tolle Erlebnisse

Die Vorbereitung des Austauschprogramms war recht anstrengend (so wurde u.a. auch die Broschüre „Gemeinsam Geschichte erleben“ dank der Unterstützung des dpjw verfasst und gedruckt), aber schließlich hat es sich gelohnt, denn wir konnten auch an Workshops teilnehmen (z.B. zum Thema Vorurteile) und haben in Gruppen Poster zum Thema der deutsch-polnischen Geschichte und auch der Geschichte unserer Region und unserer beiden Schulen hergestellt.

Abends erwartete uns immer irgendeine Überraschung, ein Bunter Abend, ein Konzert, gemeinsames Grillen oder auch Ausflüge mit den Partnern in den Ort. So haben wir gemeinsam mit unseren neuen Freunden eine unvergessliche Zeit erlebt.

Entsprechend schwer fiel allen der Abschied. Wir hatten kaum mehr als eine Woche miteinander verbracht, aber alle waren einander ans Herz gewachsen, so dass die Tränen beim Abschied flossen. Die Umarmungen und Verabschiedungen wollten kein Ende nehmen, und fast wäre der Zug schon ohne die Deutschen wieder abgefahren …

Und der Trennungsschmerz hielt auch nach der Abreise der Deutschen an. Aber da wissen sich Jugendliche des 21. Jahrhunderts guten Rat, denn wozu gibt es das Internet und Facebook. Dort haben wir gemeinsam mit den Deutschen die Tage bis zu unserem Gegenbesuch in Deutschland gezählt. Tag für Tag, Woche für Woche wurde die Zahl immer kleiner, bis der Kalender endlich den 22. September 2011 anzeigte und wir nach Bedburg abfuhren.

Teil 2: Deutschland begrüßt die Polen

Facebook war also unser Lebensretter. Wie oft haben wir geschrieben, dass wir es nicht erwarten können, bis wir endlich nach Deutschland fahren. Wir warteten und warteten, bis es schließlich so weit war!

Unsere Reise nach Deutschland war schrecklich … Vom Einstieg in den Bus in Glatz bis zur Ankunft in Bedburg vergingen sage und schreibe … 17 Stunden! Ich würde nicht sagen, dass dies gerade wenig war, aber trotzdem – seien wir ehrlich – war es eine amüsante Reise.

Jeder normale Mensch wäre nach solch einer Reise fertig, todmüde und apathisch. Aber wir doch nicht! Wir waren vollkommen aus dem Häuschen und konnten es nicht abwarten, endlich die Gesichter wiederzusehen, die wir drei Monate lang vermisst hatten!

Zunächst setzte uns der Bus morgens in Köln vor dem Dom ab, nur noch eine kurze Bahnfahrt vom Ziel unserer Reise entfernt. Als wir dann endlich auf dem kleinen Bedburger Bahnhof ausstiegen, kamen uns unsere Austauschpartner schon entgegen und begrüßten uns herzlich. Wir fuhren dann zunächst in unsere Gastfamilien, bei denen wir die nächsten Tage wohnen durften. Nach der Einquartierung haben wir uns dann gegen Abend in der Altstadt mit der ganzen Gruppe getroffen und den Austausch offiziell eröffnet.

In den nächsten Tagen konnten wir mehrmals am Unterricht des Silverberg-Gymnasiums teilnehmen und das Schulleben an einem deutschen Gymnasium erleben. Manchmal haben wir natürlich nicht alles verstanden, aber mit „body language“ kann man sich notfalls immer verständigen.

Wir haben auch einige tolle Ausflüge gemacht. Wir waren unter anderem in Köln sowie Aachen, wo wir die Denkmäler dieser schönen Städte bewundern konnten. Der lustigste Moment des Austausches war die „Erkundungsreise“ auf Kajaks auf der Erft. Es lässt sich mit Worten kaum beschreiben, wie viel wir gelacht haben. Danach haben die deutschen Gastfamilien einen „Bunten Abend“ für uns veranstaltet, wo wir traditionelle deutsche Gerichte kosten konnten. An diesem Tag konnten wir auch einem interessanten Vortrag einer älteren Dame lauschen, die vor dem Krieg in Habelschwerdt geboren ist. Auch Herr Wolf von der Habelschwerdter Heimatgemeinschaft (der übrigens nur ein paar Wochen vorher in unserer Schule zu Besuch gewesen war) war anwesend und begrüßte uns herzlich. Die ältere Dame erzählte uns, wie sie 1946 Habelschwerdt verlassen und in Westdeutschland ein neues Leben beginnen musste. Zwei Schüler aus der deutschen Gruppe sind übrigens mit ihr verwandt.

Den Unterricht in Deutschland zu erleben, war schon interessant. Manchmal ist der Unterricht schon anders, als wir es aus Polen gewohnt sind, beide Systeme haben ihre Vor- und Nachteile. Auch wenn ich mit dem zufrieden bin, wie es bei uns in Polen ist – es gibt stets Raum für Verbesserungen …

Zu den schönsten Erlebnissen des Austausches gehörten sicherlich die gemeinsamen Feiern und Stadttouren, die wir privat mit unseren Freunden unternommen haben. Da haben wir uns natürlich erst richtig privat kennen gelernt … aber mehr darf ich an dieser Stelle nicht darüber schreiben. An diese gemeinsamen Stunden erinnern wir uns alle besonders gern, andererseits machen sie uns aber auch traurig, weil die schöne Zeit so schnell vorbei ging und der Schulalltag uns nun wieder alle zurück hat.

Und dann kam der Tag, an dem wir uns wieder trennen mussten. Das war sehr schwierig, weil wir uns doch schon sehr angefreundet hatten. Alle waren sehr traurig und es kam zu Weinkrämpfen und langen Verabschiedungen. Auch wenn wir uns freuten, unsere Familien und Freunde zu Hause wiederzusehen, so wären wir andererseits am liebsten hier geblieben, in Deutschland. Aber unsere Freunde haben uns mit dem Versprechen getröstet, dass sie uns zu Ostern besuchen kommen würden …

LOHNT SICH DAS …?

Trotz einiger ausgestandener Ängste, z.B. ob ich sprachlich irgendwie über die Runden komme, wussten wir schon nach dem ersten Treffen mit den Teilnehmern und Organisatoren, dass der Schüleraustausch für uns zu einem unvergesslichen Erlebnis wird. Die Deutschen haben viel Energie und ihr ganzes Herz in die Vorbereitung und Durchführung dieses Austausches gesteckt. Alles war bestens vorbereitet und gut durchdacht. Wir alle haben uns sehr gefreut, nette Menschen kennenzulernen, bei denen wir wohnen und mit denen wir eine Zeitlang zusammenleben und Spaß haben durften. Selbst an deutsch-polnischem Techtelmechtel hat es während des Austausches nicht gefehlt, aber dieses Thema will ich hier nicht näher behandeln.

Zusammenfassend können wir nur alle Schüler und Schülerinnen auffordern, an einem solchen Austausch teilzunehmen. Es lohnt sich!

deutsch-polnische-schulergruppe-vor-dem-portal-des-zso-in-bystrzyca-klodzkahabelschwerdt.JPG Bild 1: Deutsch-Polnische Schülergruppe in Polen vor der Schule in Habelschwerdt.

deutsch-polnische-schulergruppe-vor-dem-kolner-dom-september-2011.jpg und in Deutschland vor dem Kölner Dom. Jeweils li. unser DFK Mitglied und Fremdsprachenlehrer in Polen, Herr H.P. Keuten.
Zum Vergrößern bitte auf die Bilder klicken.

geschrieben von Oliwia Pers, DFK-Mitglied, 3. Liceumsklasse ZSO Bystrzyca Kłodzka,
mit Unterstützung von Heinz-Peter Keuten, Lehrer an der ehem. Aufbauschule Habelschwerdt

13.2.2012

Referat beim BDV in Heppenheim

Filed under: Allgemein — Horst Ulbrich @ 18:31

Besuch des Vorsitzenden des DFK Glatz in Heppenheim und Bensheim

Auf Einladung des BDV Landesverband Hessen begab sich der Vorsitzende des DFK Glatz, Horst Ulbrich, nach Heppenheim. Die Kontakte wurden aber wohl durch Bürgermeister A.D. Herrn Stolle hergestellt, der 2011 als Repräsentant der Partnerstadt Bensheim in Glatz war, als Herr Ulbrich dort über die soziale und kulturelle Arbeit des DFK berichtete.
Horst Ulbrich war am Samstag 4.2.2012 als Hauptredner zur Landwirtschaftswoche Südhessen geladen um über die Landwirtschaft in Polen zu berichten. Sein Referat trug den Titel „ Landwirtschaft in Polen im Kontext zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung des Landes.“
Außer Landwirten und Zuhörern aus den Stadträten Heppenheim und der Glatzer Patenstadt Bensheim waren eine große Anzahl BdV-Mitglieder anwesend, um sich die Entwicklung in der Nachkriegszeit näher bringen zu lassen.
Herr Ulbrich beschrieb zunächst die Situation in der Grafschaft Glatz in den ersten Tagen nach der Vertreibung der deutschen Landbevölkerung, die Neuansiedlung der heutigen polnischen Bewohner und wie das Zusammenleben beider Völker sich entwickelte. Er berichtete über die zahlreichen Umstellungen der Landwirtschaft während der kommunistischen Zeit, die Konflikte der Partei mit den Bauern wie auch die Lebensmittelknappheit durch Misswirtschaft bis zur politischen Wende. Immer wieder gespickt mit eigenen Erlebnissen und denen seiner Familie. Dann aber auch die Situation nach 1989 mit einer neuen Landordnung und später die segensreichen Zahlungen aus EU-Mitteln, wie auch die neuen Regeln der Kreditvergabe über den Euro, die es den Landwirten nun ermöglichte, zu bezahlbaren Kreditzinsen neue Maschinen zu kaufen, um endlich mit Gewinn produzieren zu können.
Nach seinem Referat wurde er lange Zeit mit Fragen überschüttet und es dauerte fast eine Stunde, bis alle Fragesteller zufrieden waren. Danach bedankte sich der Stadtrat mit einem Sortiment edler Weine aus Heppenheim. Bürgermeister a.D. Herr Stolle aus Bensheim war schon ungeduldig und Herr Ulbrich konnte eine Einladung zum Essen mit dem BdV in Heppenheim nicht annehmen, denn er wurde sofort in die Partnerstadt Bensheim gefahren. Dort gab es nach einer Stadtbesichtigung ein Treffen mit dem Vizebürgermeister und eine Aussprache in Anwesenheit der Stadtbeauftragten. Nach den ganzen Pflichtprogrammen gab es gegen 16 Uhr eine Einladung zum Essen im alten Rathaus und der für alle wohl informative und erfolgreiche Tag wurde mit einem guten Glas Bensheimer Wein beendet. Nach einer weiteren Nacht im Hotel Goldener Engel in der historischen Altstadt von Heppenheim trat Herr Ulbrich die lange Heimreise nach Glatz in Polen an. Das nächste Treffen mit den Vertretern der Partnerstadt Bensheim wird es nach Absprache in Glatz geben. Ein Termin wird zu gegebener Zeit mit dem Bürgermeister in Glatz vereinbart.

Bericht
Heinz-Peter Keuten

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17.1.2012

Malteser Hilfsdienst in Schlesien mit Hilfsgütern

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 18:36

Mateusz hat neuen Lebensmut

Dieser Artikel wurde aus urheberrechtlichen Gründen gelöscht. © Westfälische Nachrichten 2012

Sie finden den Bericht unter:
http://www.westfaelische-nachrichten.de/lokales/kreis_warendorf/telgte/1751136_Mateusz_hat_neuen_Lebensmut.html

Zeitungsnotiz Westfälische Nachrichten

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 18:27

Schnelle Hilfe für ein sechsjähriges Kind

Dieser Artikel wurde aus urheberrechtlichen Gründen gelöscht. © Westfälische Nachrichten 2012

Sie finden den Bericht unter:
http://www.westfaelische-nachrichten.de/lokales/kreis_warendorf/telgte/1796492_Schnelle_Hilfe_fuer_ein_sechsjaehriges_Kind.html

13.1.2012

Trauer um eine verdiente einfache Frau

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 20:12

Deutscher Freundschaftskreis
Deutsche sozial-kulturelle Gesellschaft Glatz
Niemieckie Towarzystwo Społeczno-Kulturalne w Kłodzku
57-300 Kłodzko, ul. Łukasińskiego 11
E-Mail: hulbrich@op.pl
Tel./Fax: 0048 74-871 4361

Kurze Info:

Große Trauer in Eckersdorf

Heute wurde Frau Dorota Tomko in Eckersdorf zu Grabe getragen. Sie ist die Mutter unseres Prof. Dr. Andrzej Tomko aus Schwenz, Sekretär der päpstlich theologischen Fakultät in Breslau.

Frau Tomko war ihr leben lang sozial engagiert und Leihenschwester eines Ordens.

Zur Beerdigung waren über 70 Priester gekommen, wie auch Bischof Dec und Delegationen aus den Diözesen Breslau und Liegnitz. Aus der Politik waren der Bürgermeister Glatz, der Voit aus Neurode sowie auch Abgeordnete des Landtages gekommen, um ihr die letzte Ehre zu erweisen.

In der Kirche in Eckersdorf konnten nicht alle Trauergäste Platz finden, und so mussten viele vor der Kirche ausharren und über Lautsprecher die Trauermesse verfolgen.

So ist eine engagierte und überall beliebte, einfache Frau von uns gegangen. Mit großer Anteilnahme haben sich die Trauergäste,viele  auch  aus den umliegenden Dörfern von ihr verabschiedet.

Berichterstatter
Horst Ulbrich

p1030578.JPG n2-107.jpg Zum Vergrößern auf die Bilder klicken.

30.12.2011

Hirschfelder Symposium 23.9. bis 25.9.2011

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 23:16

Nun ist schon einige Zeit vergangen, aber hier endlich der Bericht und Bilder zum Hirschfelder Symposium.

Zum Vergrößern auf die Bilder klicken.

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1. Tafelenthüllung vor der Haftanstalt.  Großdechant  F.Jung, Bischof Dec, Bürgermeister Szpytma.
2. Ansprache des Großdechanten mit Übersetzer Frau Ulbrich
3. In der  Haftanstalt
4. In der Mitte: Frau Bazala, Großdechant Prälat Franz Jung, Bischof Dec, Regisseur und Mitarbeiter, Julian Golak und geistliche Würdenträger.
5. Gottesdienst in der Pfarrkirche Glatz,

Hirschfelder-Symposium vom 23.9. bis 25.09.2011
Wie allen bekannt ist, wurde Kaplan Hirschfelder nach zehnjährigem Seligsprechungsprozess endlich, und noch zu Lebzeiten der Kriegsgeneration, selig gesprochen. Das größte kirchliche Ereignis in Niederschlesien, mit der Seligsprechung in Münster Deutschland mit über 5000 Teilnehmern und der Dankesmesse in Kudowa mit noch einmal 2000 Gläubigen. Hierzu hat es viele Publikationen der Printmedien sowie Übertragungen in Rundfunk und Fernsehen gegeben.
Vor ca. 2 Jahren begann das Projekt Hirschfelder-Pilger- und Wanderweg, an dem der DFK Glatz maßgeblich beteiligt ist. Der Weg von Kudowa über alle Lebens – und Wirkungsstätten des Seligen, über Habelschwerdt/Bystrzyca Kłodzka und Maria Schnee bis nach Winkeldorf ist über 115 km lang und wird für deutsche Touristen und Gläubige in gleicher Weise eine Attraktion, aber auch eine Bereicherung Schlesiens. Unsere Mitglieder haben die Gesamtstrecke erwandert, die Strecke abseits der Verkehrswege festgelegt und katalogisiert, damit sie in dem nun fertigen Flyer gedruckt werden konnte. Sie haben einen großen Anteil an dem Gesamtprojekt, das unter Mitwirkung einiger polnischer Politiker und Offizieller aus Deutschland nun unter dem Dach des DFK Glatz seiner Vollendung entgegengeht.
Dankenswerterweise hat das Konsulat Oppeln die Druckkosten für den zweisprachigen Flyer übernommen, so kann 2012 schon eine Teilstrecke erwandert werden. Auch die deutsche Stiftung in Oppeln hatte sich an den Kosten beteiligen wollen, leider waren die Kriterien des Antragsverfahren der Stiftung aber nicht zu erfüllen, denn eine Auflistung der finanziellen Hilfen des Bistums Schweidnitz und der Polnischen Administration vom Bürgermeister bis zum Marschallamt zum Hirschfelder-Symposium konnten wir nicht, wie gefordert, im Voraus beibringen. Andere Institutionen hätten sich darauf auch nicht eingelassen.
Trotzdem wurde das Hirschfelder-Symposium über drei Tage eine konzertierte Aktion.
Der erste Tag, der 23.09.2011, begann mit einer Podiumsdiskussion im Franziskanerkloster und der Einweihung einer Gedenktafel an der Haftanstalt, wo der Selige bis zu seinem Abtransport nach Auschwitz inhaftiert war.
Am Nachmittag dann die Theateraufführung im Gefängnis, organisiert von unserem Vereinsmitglied Julian Golak. Finanziert vom DFK Glatz, weil die Aufführung eines speziell zu diesem Anlass geschriebenen Theaterstückes sonst aus Finanznot nicht stattgefunden hätte.
Der Regisseur und Choreograf, Herr Czarnota aus Breslau/Wrocław, hatte zu den Vorbereitungen in der Ferienwohnung des von uns mitbetreuten Wittigmuseums gewohnt, um täglich mit den Gefangenen das Theaterstück proben zu können. Zur Premiere am Freitag waren aus sicherheitstechnischen Vorgaben nur 50 Personen zugelassen. Eingeladen waren daher zunächst nur Gäste aus Kirche und Politik. Es war eine außergewöhnlich bewegende Veranstaltung durch den Ort und das perfekt vorgetragene Theaterstück durch die Gefangenen als Akteure. Die Vorbereitungszeit umfasste ca. ein Jahr, allein das Genehmigungsverfahren war sehr aufwendig. Unser Vereinsmitglied Jerzy Źelaszkiewicz, einer der Gefängnisdirektoren, war uns sehr behilflich und wir sind ihm zu Dank verpflichtet, denn anfänglich wurden die Sicherheitsrisiken als zu hoch eingestuft. Im Rahmen der Veranstaltung wurde auch an der Gefängniszelle, in der Kaplan Hirschfelder weggesperrt war, eine Gedenktafel angebracht. Es gab an weiteren Tagen Aufführungen, um allen Interessierten die Möglichkeit der Teilnahme zu geben.
Am zweiten Tag wurde dann ein Teilstück des Hirschfelder Wander- und Pilgerweges begangen, der Transport an die Wirkungsstätten, wurde aber wegen der Entfernungen mit bereitgestellten Bussen und Fahrzeugen organisiert.
Die Organisation des dritten Tages hatte der Bürgermeister und die Stadtverwaltung Glatz übernommen. Nach einer gemeinsamen Messe in der Pfarrkirche, einer der Wirkungsstätten des Seligen, wurde die Hirschfelder-Straße feierlich eingeweiht. Danach wurde das Geburtshaus und auch das Liceum (das ehemalige Glatzer Gymnasium) besucht, in dem der Kaplan einmal unterrichtet wurde. Die Aula des heutigen polnischen Liceums wurde offiziell in Gerhard-Hirschfelder-Aula umbenannt.
So ging nach drei Tagen für alle Besucher und die Einwohner der Stadt Glatz eine bewegende Zeit zu Ende. Bleibt zu hoffen, das es dem DFK gelingt, Fördermittel für die restlichen Schautafeln an den Wirkungsstätten und die Kosten für die Beschilderung des Hirschfelder-Wander- und Pilgerweges in der Landschaft zu organisieren, damit zum Saisonstart 2012 die Strecke erwandert werden kann.

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1. Einweihung der Hirschfelder Straße
2. Vor dem Geburtshaus, Mitte Bischof Dec und Großdechant Prelat F. Jung, re, der Bürgermeister der Stadt Glatz, eingeramt von Stadtverordneten.
3. Hirschfelder Kapelle in Winkeldorf, auf dem Pilger – und Wanderweg.
4. Dankmesse im Kurpark Bad Kudowa.
5. Flyer Seite 2,Wegbeschreibung mit den Wirkungsstätten.

Bericht
Horst Ulbrich

18.12.2011

Weihnachtsfeier des DFK 2011

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 19:35

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Weihnachtsfeier des DFK Glatz im Haus Lerchenfeld.

Der DFK Glatz hatte eingeladen und Alte und Junge der DFK Mitglieder, kamen zur gemeinschaftlichen Weihnachtsfeier nach Radochow bei Bad Landek. Leider mussten wir die Teilnehmerzahl aus Platz und Kostengründen auf 70 begrenzen, aber wie jedes Jahr bevorzugt unsere älteren Mitglieder eingeladen, die über das Jahr wenig Möglichkeit zur Teilnahme an unseren Projekten haben. Fürsorglich betreut von der Wirtin (Karina Fuglinska) und ihren Mädchen in schlesischen Trachten fühlten sich die Gäste sehr wohl und plauschten über alte Zeiten und aktuelle Sorgen. Im deutsch-polnischen Stimmengewirr konnte sich der Vorsitzende Horst Ulbrich nur mühsam mit Hilfe einer Glocke Gehör für seinen jährlichen Rechenschaftsbericht verschaffen. Er berichtete, zuerst in polnischer, dann in deutscher Sprache und übersetzt von Frau Irena Rogowska, über die vielfältigen sozialen und kulturellen Aktivitäten des DFK Glatz und vergaß auch nicht, besonders hilfreichen, ehrenamtlich tätigen Mitgliedern der Gesellschaft mit einem kleinen Präsent für ihre Unterstützung zu danken.
Nach einer teilweise langen Anreise per angemietetem Bus, war auch bald das Knurren der Mägen zu vernehmen.
Nach einem kräftigen Mittagessen gab es dann traditionsgemäß schlesischen Streuselkuchen. Die Kindertrachten – und Gesangsgruppe Violinchen, einer Privatinitiative von Frau Dorota Wieczerek unterhielten die Gäste mit dem Vortrag deutscher und polnischer Weihnachtslieder. Wir werden die Gruppe wahrscheinlich im nächsten Jahr in den DFK Glatz integrieren können. Auch das ist wieder ein Beispiel deutscher privater Aktivitäten in der Heimat, von denen wir bisher keine Kenntnis hatten. Dank sei Frau Klopot aus Bad Landeck, die, aus Deutschland zurück, mit ihrem Mann dort eine Pension neu gebaut und eröffnet hat, und uns diesen Kontakt zu den Violinchen ermöglichte. Vom Gesang der Kinder sprang der Funke über und das Singen der Gemeinschaft nahm lange kein Ende, begleitet von Herrn Fuglinski mit dem Akkordeon. Besonders die „Schülerinnen und Schüler“ der Deutschkurse von Heinz-Peter Keuten bewiesen nicht nur Sängermut, sondern legten auch Zeugnis von ihren fortgeschrittenen deutschen Sprachkenntnissen ab.
Dem Ruf des Busfahrers, der die meisten Gäste zurück nach Glatz brachte, folgten die Sänger nur unwillig. Aber man soll ja aufhören, wenn es am schönsten ist. So verabschiedete man sich mit Umarmungen und den besten Wünschen zum Fest, denn viele hatten ja noch einen langen Heimweg vor sich. Schließlich ist das Einzugs- und Betreuungsgebiet des DFK Glatz von Habelschwert / Bystrzyca Klodzka bis Kudowa. In der Woche vor Weihnachten besucht Herr Ulbrich wieder die Kranken und bedürftigen Rentner mit finanzieller Unterstützung der Medikamente und teilweise auch für Winterkohle.
Hermann Handlos

Schon am 6.12. kam der Nikolaus zu den ganz Kleinen, denn die Weihnachtsfeier des DFK wäre für sie doch zu langweilig gewesen, wohl für einige auch zu spät um das Ende der Feier nicht schlafend zu erleben. Einige konnten ein kleines Gedicht aufsagen und der Nikolaus beschenkte alle mit Süßigkeiten. Wir hoffen nun eine Finanzierung für den Deutschkursus unserer Kindergartenkinder  mit AGMO e.V gewährleisten zu können. Verhandlungen haben stattgefunden und wir sind guten Mutes im März beginnen zu können.

img_0270.JPG    img_0258.JPG    Zum Vergrößern auf das Bild klicken.

Nachfolgend  der Rechenschaftsbericht 2011 und die Projektplanung 2012 für Mitglieder, oder die es noch werden wollen um unsere Arbeit in der Heimat zu unterstützen.
Mitglieder des DFK Glatz

Glatz, den 7.11.2011

Ein turbulentes Jahr geht zu Ende. Wie im Juli geschrieben, sind wir umgezogen. Da wir nun zentral in Glatz hinter dem Rathaus unser Vereinslokal haben, kommen immer mehr Deutsche zu uns, und viele davon als Rückkehrer, meistens aus der Nachkriegsgeneration.Wir bitten Euch herzlich zu einem Besuch in Eurer Dienst – und Geschäftsstelle in der Heimat. Wir sind in der Frankensteiner Str. Nr. 11, / Glatz, Lukasinskiego 11, Klodzko. Die Öffnungszeiten haben wir auf Samstag verlegt, damit auch unsere Berufstätigen am Gemeinschaftsleben teilhaben können.

Samstags von 11 bis 14 Uhr sind wir immer erreichbar. Bei Gruppen aus Deutschland auch nach Vereinbarung unter Tel. Nr. 74 871 4361

In unserem neuen Domizil haben wir eine große Schaufensterscheibe und einen Schaukasten, um unsere Projekte bekannt zu machen. Auch um der polnischen Bevölkerung zu zeigen, wie aktiv Deutsche wieder in der Heimat sind. Außer einem Versammlungsraum mit Büro haben wir noch einen Vorratsraum, eine kleine Küche und eine Toilette. Das Problem wird im Winter die teure Elektroheizung sein, obwohl sie über eine Zeitsteuerung geregelt ist. Aber da fehlen uns noch die Erfahrungswerte. Ein Magazin für die benötigten Hilfsmittel, von Gehhilfen über Roll-stühle bis Pflegebett, die von uns kostenlos ausgeliehen werden, haben wir leider nicht mehr. In Schwenz bei Ulbrich wird aber ein Raum gebaut, um die Materialien dort unterzubringen. Wir hoffen nun alle Klippen umschifft zu haben, um endlich in Ruhe arbeiten zu können, denn für das nächste Jahr haben wir viel vor. Neue Projekte für Kleinkinder im Vorschulalter sollen gestartet werden. Leider ist unsere Monika Malaszuk, die das übernehmen wollte, für längere Zeit nach Italien gezogen und eine geeignete Kraft wird dringend gesucht. Aber wie das Glück uns manchmal hold ist, kam am letzten Samstag eine interessierte junge deutsche Frau zu uns, die nach vielen Jahren Lehrtätigkeit in Deutschland nun als Deutschlehrerin im Lyzeum Glatz arbeitet und sich vielleicht engagieren lässt. So wachsen die Mitgliederzahlen, und würde ich eine Annonce in den hiesigen Zeitungen platzieren mit der Überschrift „ Wo ist die deutsche Nachkriegsgeneration in Schlesien? Bitte meldet Euch beim DFK Glatz“, ich bin sicher, sehr viele wüssten nicht einmal mehr, das es den DFK gibt, denn 1. hat der DFK zu lange in einem Hinterhof residiert, 2. viele der Kriegserlebnisgeneration hatten Angst, sich als Deutsche zu bezeichnen und haben in diesem Sinn auch die Kinder erzogen. Deshalb ist unser Deutschkurs-angebot so sehr wichtig, denn viele sprechen kaum noch Deutsch, weil es auch zu Hause nicht mehr gesprochen wird. Aber es verändert sich viel mit der Nachkriegsgeneration hier. Vor zwei Jahren bin ich unter anderem als Mitglied Nr. 172 in den Deutschen Stammtisch in Breslau aufgenommen worden. Vor Monaten waren wir schon über 480 Mitglieder mit steigenden Zahlen. Wer vom Ende der Deutschen in der Heimat spricht, hat nicht mit den Nachkommen gerechnet. Wir sind von Seiten des Dachverbandes aus Oppeln und des Konsulats aufgerufen, gerade die jungen Leute wieder zu integrieren. Kindergartenprojekte, wie das von uns geplante, werden besonders gefördert. Also gibt es viel zu tun, packen wir es an! Wir sind in der Heimat unserer Eltern wieder präsent und aufgerufen, deren geistiges Erbe zu bewahren und den Zusammenhalt der Deutschen hier zu fördern.

Horst Ulbrich

Nachfolgend der Rechenschaftsbericht DFK Glatz als Anlage 2011:

  • 31.12.2010 Silvesterfeier mit der Dorfgemeinschaft Eckersdorf.
  • 8.4. 2011 Pastoralrat in Jauernik/Deutschland
  • 10.4. Ausflug zum Schloss Lomnitz.
  • 13.5. Sitzung der Vorstände beim DFK Breslau.
  • 9.5. Überregionaler Schülerwettbewerb Deutsch der Gymnasien, organisiert von Deutschlehrern des DFK.
  • 21. bis 23.5. Ausflug nach Mariazell in Österreich mit dem Reisebus, auf Einladung unseres Großdechanten.
  • 11.6. Kinder aus Problemfamilien zu Gast.
  • 14.6. Prüfung der Schülergruppe zum Zertifikat Deutsch des Goetheinstituts, an der Wirtschaftsuniversität Breslau. Vorbereitet von H.-P. Keuten
  • 17.6. bis 19.6. Schülerworkshop mit 32 Schülern und 5 Lehrern aus Polen und Deutschland. 18.6. Der Tag beim DFK Glatz. Geleitet von unserem Deutschlehrer H.-P. Keuten.
  • Deutsche Bildungsgesellschaft zu Gast beim DFK Glatz. Unsere Deutschlehrer haben ihre Projekte mit Jugendlichen und Erwachsenen der deutschen Nachkriegsgeneration vorgestellt. Der Vorsitzende stellte den DFK Glatz beim Empfang im Rathaus und im Lyzeum vor.
  • 23.bis 25. 9. Hirschfelder-Symposium unter Mitwirkung des DFK bei der Erstellung des Hirschfelder Pilger- und Wanderweges und dem Theater im Gefängnis, wo der Selige vor seinem Abtransport inhaftiert war.
  • Im September endlich unser Umzug in die neuen Vereinsräume Frankensteiner Str. 11
  • 20.10. Malteser mit dringend benötigten Hilfsmitteln zum 2. Mal in diesem Jahr beim DFK. Abends kleiner Umtrunk auf Ulbrichs Reiterhof.
  • Am 3.12.2011 Weihnachtsfeier im Haus Lerchenfeld, obwohl die Kasse leer ist. Für unsere Rentner und Bedürftigen ist der Transport mit gemietetem Bus ab Kloster Glatz organisiert.

Außerdem in unseren Vereinsräumen:

  • Regelmäßige Treffen der Jugend.
  • Seit Januar drei Deutschkurse, gefördert vom Konsulat Oppeln.
  • Zwei Deutschkurse ganzjährig, ein Kurs zum Zertifikat Deutsch beim Goetheinstitut.
  • Regelmäßige Treffen der Mitglieder.

Horst Ulbrich
Vorstandsvorsitzender DFK Glatz

30.10.2011

DFK Glatz ist umgezogen

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 21:08

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Zum Vergrößern auf die Bilder klicken!

Liebe Mitglieder und Freunde des DFK Glatz. Nachdem wir uns seit der Neuwahl März 2010 reaktiviert haben und Dank unseres Vereinsmitgliedes Julian Golak ein neues Vereinlokal bezogen hatten war die Welt in Ordnung und wir sehr froh, endlich aus dem Hinterhof in ebenerdigen Räumen arbeiten zu können. Auch das Haus wurde neu renoviert und gestrichen, aber es sollte wohl zu einfach gewesen sein, denn nach einem Jahr bekamen wir die Kündigung der Räume, da das Haus, als Eigentumswohnungen aufgeteilt, verkauft wird.

Unsere guten Kontakte zu Stadtverwaltung und Bürgermeister haben uns aber neue und bessere Räume in der Innenstadt hinter dem Rathaus beschert, in die wir nun endlich eingezogen sind. Vom Raumangebot etwas kleiner, dafür aber die zentrale Lage in der ul. Lukasinskiego / Frankensteiner Straße Nr. 11. Allerdings war auch hier zunächst Renovierung und Grundreinigung nötig, aber wir sind bis auf Kleinigkeiten fertig und der normale Betrieb geht weiter. Achtung, wir haben mit dem Umzug unsere Bürozeiten wegen der Berufstätigen auf Samstag von 11 bis 14 Uhr verlegt. Auch einen dritten Deutschkurs für unsere Mitglieder haben wir  begonnen.

Wir sind nun leicht zu finden: Die Straße hinter dem Rathaus macht eine scharfe Linkskurve. Nach ca. 100 Metern sieht man unsere große Reklame im Schaufenster.

Der weiße Kasten im Bild wird unser Schaukasten für Bekanntmachungen, ist aber noch nicht fertig. Die Gefangenen der Haftanstalt Glatz haben uns neue Bücherregale, Küchenzeile und Schränke gebaut. Nun fertigen sie noch einen neuen Schaukasten, dann sollte alles fertig sein. Unserem Mitglied Jerzy Zelaszkiewicz, einer der Gefängnisdirektoren sei Dank für seine Unterstützung. Ich hoffe die Bilder sind ansprechend. Leider sind damit auch unsere letzten finanziellen Mittel verbraucht und am 3. 12. findet im Derhämtehäusla in Lerchenfeld unsere Weihnachtsfeier statt. Leider darf ich hier keinen Spendenaufruf veröffentlichen, wer uns aber unterstützen möchte, möge sich des Spendenkontos erinnern, oder sich bei mir melden. Tel. 0048 74 871 43 61

Denen, die uns übers Jahr unterstüzt haben ganz herzlichen Dank. In der Winterzeit werde ich auch wieder Neues aus Schlesien berichten.

Horst Ulbrich

Malteser in der Grafschaft

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 19:48

Malteser Hilfsdienst in sozialer Mission in der Grafschaft Glatz.

neu1-005.JPGzum Vergrößern auf das Bild klicken.

Zum wiederholten Mal waren die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Malteser aus Telgte beim DFK in Glatz, um unsere soziale Arbeit mit Hilsmitteln aus Deutschland zu unterstützen. Sie waren mit zwei Fahrzeugen in der Grafschaft und brachten unter Anderem ein Pflegebett für eine behinderte Frau in Kudowa, dort auch einen elektrischen Rollstuhl für ein behindertes Mädchen, die überglücklich sofort damit gefahren ist. Ein weiterer E- Rollstuhl und Hilsmittel bis zu dringend benötigter Winterbekleidung wurde in unser Magazin eingelagert. Der DFK Vorsitzende Herr Ulbrich wird im November zu Konferenzen wieder in Deutschland sein und auf dem Rückweg den Malteser Standort in Telgte besuchen, um weitere Hilfsmittel für die behinderten Deutschen in der schlesischen Heimat zu übernehmen, die dringend benötigt werden.

Der Leiter der Malteser und Stadtbeauftragter aus Telgte, Herr Lodenkötter und sechs seiner Mitarbeiter waren auch in Bad Landek, um dort die in Reaktivierung befindliche Malteser Gruppe zu unterstützen. Schon seit vielen Jahren kommen sie aus Telgte nach Schlesien und haben schon bei dem Hochwasser in Glatz und Bad Altheide geholfen.

Der DFK Glatz bedankte sich bei den ehrenamtlichen Helfern und organisierte für sie ein Abendessen mit gemütlichem Beisammensein. Wir haben beschlossen, auch den Kontakt zu der Malteser Gruppe Bad Landek zu intensivieren, um die ehrenamtliche Arbeit dort zu unterstützen.

Am 27.10. wurden die Gäste aus Telgte von uns verabschiedet und traten die Heimreise an. Im Frühling 2011 erwarten wir sie wieder in der Grafschaft.

DFK Glatz


6.9.2011

Hirschfelder Symposium in Glatz

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 09:01

Deutscher Freundschaftskreis

Deutsche sozial-kulturelle Gesellschaft Gesellschaft in Glatz

57-300 Kłodzko, ul. Okrzei 20
E-Mail: hulbrich@op.pl — Tel./Fax: 0048 74-871 4361

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus.

Symposium Gerhard Hirschfelder 23. bis 25. September in Glatz / Kłodzko, Niederschlesien.

12 Jahre haben die Bemühungen zur Seligsprechung des Kaplans Hirschfelder, unter der Federführung des Großdechanten Prälat Franz Jung und fördernden Mitglied des DFK Glatz, zunächst gedauert. Im September 2010 war dann im Dom zu Münster Deutschland, die Seligsprechung mit ca. 5000 Schlesiern aus der Grafschaft Glatz, die aus ganz Deutschland und aus der schlesischen Heimat in Polen angereist waren. Einige Wochen später dann im Kurpark von Kudowa in Polen die Dankesmesse, organisiert vom Bischofsamt aus Schweidnitz / Swidnica unter der Schirmherrschaft und Mitwirkung des Bischofs Dec.

Symposium 23.bis 25. September:

Tag 1: Im Refugium des Franziskaner Klosters Glatz / Kłodzko wird am 23.9.2011 um 10 Uhr Direktor Dariusz Sakaluk das Symposium eröffnen. Hier wird auch eine Ausstellung mit dem Titel „ Der Selige Kaplan Hirschfelder“ gezeigt. Bischof Prof. Ignacy Dec, Bischof von Schweidnitz spricht über den Seligen „Geschenk und Aufgabe für die Schweidnitzer Kirche.“ Unter Anderem ist ein Beitrag von Prof. Helmut Goeke“ Gesellschaftliche Implikationen des Lebens und der Tätigkeit des Seligen Gerhard Hirschfelder“ , sowie eine Diskussionsrunde vorgesehen, mit dem Thema „Der Selige Gerhard – Patron neuer sozialer – religiöser Werke im Glatzer Land“. Um 17 Uhr dann die Premiere des Theaterstückes in der Haftanstalt Glatz / Kłodzko.

Die Idee, das Wirken des seligen Kaplan Hirschfelder in einem Theaterstück aufzuführen, kam dann auch von Herrn Julian Golak und konnte nach Verhandlungen mit der Gefängnisdirektion, dem Regisseur und anderen, in die Tat umgesetzt werden. Auch hier sind noch 5700,- Zloty für das Theaterprojekt zu finanzieren.

Herr Leszek Czarnota, empfohlen vom Theaterdirektor aus Breslau / Wroclaw, Regisseur und Choreograf, nahm sich der Aufgabe des Theaterstückes an, und da unser DFK Mitglied Herr Zelaszkiewicz Leiter der Werkstatt im Glatzer Gefängnis ist, nahm die Idee Gestalt an, dort das Theaterstück aufzuführen, wo auch der Selige Kaplan Hirschfelder inhaftiert war. Seit einiger Zeit wohnt nun Herr Czarnota in der Ferienwohnung des Wittigmuseums, das auch vom DFK Glatz betreut wird und übt nun täglich mit ausgewählten Gefangenen, die am Freitag 23.9. 2011 das Theaterstück aufführen werden. Die Theateraufführung ist eine außergewöhnliche Veranstaltung, weil sie im Gefängnis und dort von Inhaftierten aufgeführt wird. Das Gefängnis wird zu dem Termin für die Öffentlichkeit geöffnet sein, aber zur Premiere am 23.9. sind aus sicherungstechnischen Vorgaben nur 50 Personen zugelassen. Persönliche Einladungen an Konsulat, Stiftung, VDG und Personen aus Politik und Kirche werden wegen der Limitierung verschickt. Zwei weitere Aufführungen wird es in den nächsten Wochen für die Öffentlichkeit geben. An der Zellentür, wo der Selige inhaftiert war, wird im Rahmen der Veranstaltung eine weitere Gedenktafel eingeweiht.

Tag 2: Nach der Begrüßung der Pilgergruppen in der Maria – Himmelfahrtskirche Glatz Rundgang durch Glatz von Geburtshaus, über Wirkungsstätten des Seligen bis zum Gefängnis. Dort Enthüllung der ersten Infotafel. Mit den Bussen fahren wir einen Teil des Hirschfelder Pilger und Wanderweges, nach Habelschwert / Bystrzyca Kłodzka und weiter bis Tscherbeney zum Grab des Seligen Kaplans.

Zur Teilnahme an der Pilgerfahrt am Samstag sind alle Gläubigen der Diözese Schweidnitz und Besucher aus Nah und Fern herzlich eingeladen. Die gemeinsame Pilgerfahrt beginnen wir programmgemäß in Glatz.

Von einem ortskundigen Reiseführer wird die gesamte Fahrt begleitet.
Gruppenanmeldungen bis zum 22. September 2011 unter Tel. Nr. 74 868 1744 oder 501 812 592

Schon vor ca. 2 Jahren, während der Planungsarbeiten, nahm die Idee Gestalt an, einen Pilger und Wanderweg zu den Wirkungsstätten des Seligen anzulegen, siehe Flyer und Plan. Die Mitglieder des DFK Glatz haben die Aufgabe übernommen und in dieser Zeit ca. 80 Kilometer Wegstrecke von Kudowa bis Habelschwert / Bystrzyca Kłodzka erwandert, Wanderwege weitab der Straßen in einen Katalog aufgenommen, unzählige Bilder der Wegkreuze an den Feldwegen erstellt, um später die Genehmigungen zum Aufstellen der Hinweistafeln beantragen zu können. Herrn Jerzy Zelaszkiewicz und seinen Mitstreitern sei für den großen Einsatz gedankt.

Unser DFK Mitglied und Abgeordneter im Sejmik, Herr Julian Golak hat dann die Genehmigungen zum Aufstellen der Tafeln erfolgreich beantragt. Leider hatten wir wenig Unterstützung unserer deutschen Administration, auch eine persönliche Vorstellung des Projektes bei der Stiftung ist gescheitert. Zum unserem Glück hat das Konsulat Oppeln dann aus dem Budget DFK Glatz die Druckkosten für den Flyer des Pilger und Wanderweges übernommen, allerdings sind damit unsere Fördergelder 2011 schon im August ausgeschöpft. Ein Antrag auf Bezuschussung über die deutsche Stiftung scheiterte schon bei der Anfrage wegen der komplizierten Prozedur.

Zum Glück war auf polnischer Seite und den Unterstützern aus Deutschland das Verständnis für das Projekt des deutschen Seligen wesentlich erfolgreicher. Allen Unterstützern sei gedankt. So werden wir zunächst einen Teil des Weges beschildern können, in der Hoffnung weitere Unterstützung für das Aufstellen der restlichen Schilder zu bekommen. Alle Genehmigungen liegen uns vor.

Tag 3: Der Tag wird vom Bürgermeisteramt in Glatz / Kłodzko organisiert. Unter Anderem wird an diesem Tag die „ Kaplan Hirschfelder Straße“ eingeweiht. Die Gesamtorganisation hat unser DFK Mitglied Frau Theresa Bazala, Vorsitzende der Stiftung zur Erneuerung des Neuroder Landes übernommen.

Organisatoren:
Stiftung zur Erneuerung des Neuroder Landes, St. Bartholomäus Gemeinde Tscherbeney, Grafschaft Glatzer Tourismusverband, DFK Glatz.
Unterstützt durch öffentliche Medien: Radio „Rodzina“ Kirchenzeitungen „Swidnicki Gosc Niedzielny“, „Niedziela“, Zeitschrift „Ziemia Kłodzka / Glatzer Bergland“

Horst Ulbrich
Vorsitzender DFK Glatz

23.8.2011

Sommerfest 2011 DFK Glatz

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 21:36

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Sommerfest beim DFK Glatz am 14.8.2011

Was lange währt wird endlich gut, kann man bei den Wetterkapriolen und den immer noch großen finanziellen Problemen des DFK sagen. Zunächst behinderte uns die Kündigung der Vereinsräume unsere Festplanung, dann das fatale Aprilwetter mitten im Sommer. Das hatte uns veranlasst, das Sommerfest in den August und in die Reithalle auf Ulbrichs Reiterhof zu verlegen. Aber auch dort gab es zunächst Planungen mit der Reitlehrerin, da der von ihr geleitete Reitbetrieb bei schlechtem Wetter natürlich in der Halle stattfindet. Der 14.8. war dann der denkbar schlechteste Termin, denn wir hatten übersehen, das in Albendorf gleichzeitig das Treffen der Pilger stattfand und in Glatz auch noch ein Stadtfest war. Von den erwarteten 200 Teilnehmern kamen dann ca. 140 um ausgelassen unter Dach und im Trockenen zu feiern. Nun waren die Vorbereitungen natürlich sehr aufwendig, denn Tische und Bänke wurden aus der Nachbargemeinde geholt, zur Dekoration wurden aus Ulbrichs Wald Birken und Zweige mit Trecker und
Anhänger herangeschafft. Hürden vom Turnierplatz dienten als Absperrung und Umrahmung der Tanzfläche, die auf die Schnelle mit Spanplatten auf dem Sandboden der Halle zusammengeschraubt wurden.

Aber Sonntag 14.8. war alles bereit. Mit dem gemieteten Bus wurden unsere Mitglieder, die aus Richtung Kudowa und Habelschwert mit dem Linienbus in Glatz ankamen, dort am Kloster abgeholt. Auch der Chor aus Waldenburg kam mit dem Bus angereist und hat uns mit deutschen Liedern erfreut. Edwart vom Derhämtehäusla aus Lerchenfeld hat den Gesang mit seinem Akkordeon begleitet. Mit einem Grill in der Halle und dem Kuchenbüffee wurde für das leibliche Wohl gesorgt und als die Kapelle aufspielte, wurde auch die Tanzfläche gut besucht. Für die Kinder hatte die Reitlehrerin wieder  Ponys zur Verfügung gestellt und die Kinder hatten beim Reiten ihre Freude. Da es trotz schlechter Vorhersage ein schöner Sonnentag war, waren viele Eltern mit ihren Kindern auch auf dem Spielplatz und die älteren Semester, denen es drinnen zu laut war, saßen draußen unter den Sonnenschirmen.

Bis in die späten Abendstunden wurde getanzt und gesungen. So ging ein, trotz aller Widrigkeiten, gelungenes Sommerfest mit einem gemeinsamen Lied zu Ende. Jochen Straube sorgte dann mit seinem Bus für die pünktliche Abreise derer, die ihren Linienbus in Glatz erreichen mussten.

Am nächste Tag waren dann viele Helfer von Nöten um alles abzubauen und eine saubere Reithalle wieder seiner Bestimmung zu übergeben. Wer den DFK Glatz in Zukunft besuchen möchte, wir ziehen voraussichtlich noch in diesem Monat um, und zwar in die ul. Lukasinskiego Nr. 11. Das ist die Straße gleich hinter dem Rathaus und daher noch besser zu finden, als die alte Adresse.

Wir freuen uns auf Euren Besuch. Feste Bürozeiten immer noch Freitag 11 bis 14 Uhr. Alle anderen Öffnungszeiten variieren mit unseren Angeboten. Geplant ist zur Einweihung ein Straßenfest mit den Anwohnern, das aber wohl noch an der schwierigen finanziellen Lage des DFK scheitern könnte.

Horst Ulbrich

Vorstandsvorsitzender
DFK Glatz


18.7.2011

DFK Glatz on Tour

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 17:37

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Am Wochenende des 21./22.5.2011 fuhr eine Delegation des DFK Glatz (u.a. auch die Jugend)  auf Einladung unseres Großdechanten Franz Jung zum Marienwallfahrtsort Mariazell in Österreich.

Der Wallfahrtsort in der Steiermark liegt den Grafschaftern besonders nahe, weil der Wölfelsdorfer Christoph Veit 1750 von einer Wallfahrt nach Mariazell eine Nachbildung der Muttergottesfigur mitbrachte, die dann in der Grafschaft als wundertätig verehrt wurde. 1781 wurde dann die Wallfahrtskirche Maria Schnee auf dem Spitzigen Berge erbaut.

Unsere DFK-Mitglieder mussten sich schon am frühen Morgen des 21.5. in Tscherbeney einfinden, von wo der Bus pünktlich um 5 Uhr abfuhr. Direkt an der Grenze in Nachod stiegen dann die tschechischen Grafschafter zu, und die lange Reise nach Österreich konnte beginnen.

Auf der Reise wurde auf Deutsch, Polnisch und Tschechisch (und vor allem Pauersch!) gebetet, gesungen und erzählt, so dass die Zeit nicht lang wurde. Nach einer kurzen Rast vor der tschechisch-österreichischen Grenze waren wir gegen Mittag in Österreich. Die Alpen begrüßten uns leider mit Gewitter und Schneeregen, und auch als wir gegen 14 Uhr den Wallfahrtsort Mariazell erreichten, regnete es noch. Aber nicht mehr lange, denn nachdem wir unser Quartier im Pilgerwohnheim direkt neben der imposanten Wahlfahrtsbasilika bezogen hatten, kam auch schon wieder die Sonne heraus, die uns bis zum Sonntagabend begleiten sollte.

Nach einem kurzen Spaziergang durch den Wallfahrtsort trafen wir dann vor der Basilika die Wallfahrtsgruppe des Großdechanten aus Deutschland und feierten um 15.30 Uhr vor dem Gnadenaltar der Muttergottes von Mariazell, der „Magna Mater Austriae“, zusammen mit Prälat Franz Jung und mehreren Grafschafter Priestern eine Heilige Messe zu Ehren unseres Grafschafter Seligen, Kaplan Gerhard Hirschfelder.

Nach diesem ergreifenden Erlebnis traf sich die gesamte Wallfahrtsgruppe aus Deutschland, Tschechien und Polen zum geselligen Beisammensein und Abendessen.

Einen wundervollen Abschluss fand dieser Tag mit der traditionsreichen Lichterprozession, die in den Sommermonaten immer samstagabends in Mariazell stattfindet. Jugendliche unserer Wallfahrtsgruppe hatten dabei die Ehre, an der Spitze der Prozession mit den altehrwürdigen Wallfahrtsfahnen voranzugehen. Als Besonderheit wurde an diesem Abend vor dem Rathaus in Mariazell ein Denkmal zu Ehren des Seligen Papstes Johannes Paul II. eingeweiht, der dem österreichischen Wallfahrtsort sehr verbunden war und das an seinen Pastoralbesuch im September 1983 erinnert. Der Gang durch die nächtlichen, durch unsere Kerzen erleuchteten und von unserem Gesang und Gebet erhallenden Gassen Mariazells war ein beeindruckendes Erlebnis.

Nach dem Frühstück im Pilgerheim nahmen wir dann am Sonntagmorgen um 10 Uhr gemeinsam am Hochamt in der Basilika teil, die von Großdechant Franz Jung konzelebriert wurde und in der die Grafschaft Glatzer Wallfahrer auch namentlich begrüßt wurden.

Da wir am Sonntagabend zurück sein mussten (weil am Montag wieder normaler Arbeitstag war) hieß es für uns, aus Schlesien angereiste Grafschafter, nach dem Hochamt und dem obligatorischen Gruppenfoto leider schon wieder Abschied nehmen. Das Mittagessen nahmen wir bereits wieder auf tschechischer Seite ein (böhmische Küche – dem edlen Spender sei gedankt!), und nach 22 Uhr waren wir wieder zurück in Grenzeck bei Kudowa.

Insgesamt war die Mariazell-Wallfahrt ein zwar kurzes, aber intensives und unvergessliches Erlebnis, insbesondere für den Verfasser dieses Kurzberichts, der Nachfahre des Bruders von Christoph Veit (in der 8. Generation) ist und somit – nach der Rückkehr als „Rücksiedler“ in die Grafschaft – nun auf den Spuren seiner Vorfahren in die Steiermark wallfahren durfte. Unserem lieben Großdechanten und auch dem DFK sei gedankt für die Ermöglichung dieses gemeinschaftlichen Erlebnisses!

Heinz-Peter Keuten, Wölfelsdorf, Grafschaft Glatz
(Schriftführer und Schatzmeister im DFK Glatz)

23.6.2011

Neues aus unserer DFK Schülergruppe.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 12:30

Teilnehmer unserer Schülergruppe bestehen erfolgreich die Deutschprüfung des Goetheinstituts.

Seit November 2010 haben sich 10 Schülerinnen und Schüler auf die anspruchsvolle Prüfung des Goethe-Instituts vorbereitet, die zum Erwerb des international angesehenen „Zertifikats Deutsch“ führt. Die Vorbereitung auf die nicht einfache Prüfung (Sprachniveau B1 des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens) fand,  einmal wöchentlich unter Leitung unseres DFK Mitgliedes und Deutschlehrers im Gymnasium Habelschwert Herrn H.-P. Keuten in zweistündigen Abendkursen statt. Der Kurs einschließlich Lehrmaterial wurde finanziert durch den Deutschen Freundschaftskreis Glatz, mit Bezuschussung des Konsulates in Oppeln. Die Schüler bezahlten nur eine symbolische Gebühr von 1 PLN pro Unterrichtstunde.

Die schriftliche Prüfung zum Zertifikat Deutsch fand am 04.06.2011, die mündliche Prüfung am 11.06.2011 statt, beide an der Wirtschaftsuniversität Breslau. Die Prüfungsgebühr betrug 390 PLN, die bei Jugendlichen aus sozial schwachen Familien noch mit 200,- PLN unterstützt wurden, um die Teilnahme an der Prüfung zu gewährleisten. Die Schüler Oliwia Pers, Maria Soboń und Jan Kobryń erreichten die Abschlussnote „gut“.  Sie halten nun das international anerkannte „Zertifikat Deutsch“ in den Händen, das ihnen bei Bewerbungen in der Zukunft sicherlich von Nutzen sein wird. Wir gratulieren herzlich zu diesem Erfolg!

Horst Ulbrich

Vorstand DFK Glatz

21.6.2011

Rübezahl ist tot!

Filed under: Allgemein — Horst Ulbrich @ 19:35

Ein Beitrag unseres DFK Mitgliedes Günther Gröger

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 Rübezahl ist tot!

Seit der unverwundenen Vertreibung aus der schlesischen Heimat, die auch Rübezahl nicht zu verhindern vermochte, singen ganze Omnibusreisegruppen der Heimwehtouristen mit inniger Wehmut:

„Liegt die Heimat auch in weiter Ferne, doch Du Rübezahl hütest sie gut!“ Und nun diese Kunde!

Existiert ein „Grab Rübezahls“?

Ein westfälischer Freund befragte mich, ob ich die Grabstätte Rübezahls kennen würde. Voller Empörung antwortete ich mit dem obigen Liedtext, daß der schlesische Berggeist nach wie vor lebe und die Wächterfunktion ausübe. Noch nie hatte ich – in der Grafschaft Glatz beheimatet – anderes vernommen.

Darum wandte ich mich besorgt an einen schlesischen Freund, von dem ich wußte, daß er aus Schreiberhau stammt. Er kannte tatsächlich die Grablege aus seinen Kindertagen in der Heimat, dort zwischen Iser- und Riesengebirge, und konnte mir auch die örtlichen Gegebenheiten schildern.

Wo findet man den Ort der Grabanlage?

Im April dieses Jahres machte ich mich mit meiner Frau auf zu einem einwöchigen Urlaub in Bad Flinsberg am Fuße des Isergebirges. Bei einem Tagesausflug nach Schreiberhau pirschten wir uns an die angegebene Stelle heran.
Wir fuhren zunächst zum Museum der berühmten Dichterbrüder Karl und Gerhart Hauptmann und von dort etwa zwei Kilometer weiter zu einem Rehazentrum, wo wir unser Auto abstellten.
Zu Fuß wanderten wir noch einmal etwa zwei Kilometer nach einer polnischen Wanderkarte zum eingezeichneten „Grob Karkonosza“. „Karkonosz“ bzw. „Pan Liczyrzepa“ sind polnische Bezeichnungen für den übernommenen und für Werbezwecke eingesetzten schlesischen Berggeist Rübezahl.

Welche Gestalt hat die Grabstätte?
Nach einem kurzen Irrweg fanden wir schließlich in einem Waldgebiet aufgehäufte Felsblöcke und erkannten darin sogleich das steinerne Denkmal.
Uns wurde ganz eigen ums Herz; und ich ertappte mich bei dem Gedanken, hier, an diesem „historischen“ Ort, für das Seelenheil des berühmt-berüchtigten Herrn der Berge ein Gebet zu sprechen!
Als ich meinen Fotoapparat einsetzen wollte, stellte ich mich für die Aufnahmen auf eine ca. zwei Quadratmeter große, dicke Felsplatte. Da machte mich meine Frau darauf aufmerksam, daß unter meinen Füßen Buchstaben zu erkennen seien. Tatsächlich erschienen bei einer Säuberung von Laub, Fichtennadeln und Erdreich eine Reihe eingeritzter Zeichen. Deutlich wurden die Wörter „Rübezahls Grab“ sichtbar, dazwischen – auf dem Kopf stehend – das Wort „Karkonosz“.
Wie ich befürchtete, waren nach der Entwicklung des Films auf dem Foto die Schriftzüge kaum auszumachen. Weil ich das schon ahnte, überlegten wir, wie wir das Schriftbild besser kenntlich machen könnten. Meinen Vorschlag, in einem der nächsten Häuser um eine Tüte Salz oder Mehl zu bitten, verwarf meine Frau mit dem Hinweis, daß die Feuchtigkeit das Ansinnen zum Mißerfolg führen würde.
Also kehrten wir zum Auto zurück und fuhren die vielleicht sechs Kilometer in den Ort Schreiberhau zurück, wo wir in einem Schreibwarengeschäft eine Schachtel weiße Kreide (laut polnischem Wörterbuch: „Biala Kreda“) kauften.
Damit ausgerüstet besuchten wir die Grabanlage ein zweites Mal und zogen die Buchstaben mit der Kreide nach. Nun zeigt auch das Foto gut lesbar die Inschrift.
Nicht weit davon weisen Schrifttafeln auf diesen Ruheort und auf einen wunderbaren Aussichtspunkt hin. Für deutsche „Trauergäste“ allerdings unverständlich, denn die Texte wurden nur in Polnisch und Englisch abgefaßt!

Wer war Rübezahl?

Im Internet finden sich eine Reihe Angaben über den „Berggeist (Schrat) des Riesengebirges“. Die Entwicklung des Namens dieser Sagengestalt hat offenbar eine lange Vorgeschichte. Seit dem 16. Jahrhundert kennt man Bezeichnungen wie Rübenczal, Rübezal, Ribezal, Riebenzahl. Immer galt er in den Sudeten als der Herr über Geister und Gnomen und fand mit gespenstischen Geschichten und schaurigen Illustrationen Eingang in die deutschen Volksmärchen. So hören wohl auch die Buschweiblein, die nach einer Sage aus meinem Heimatdorf Altgersdorf im Bieletal in den Wäldern zu finden sind, auf seine gebieterische Stimme.

Wie kam er zu seinem heutigen Namen?
Recht bekannt geworden ist die Legende des Weimarer Poeten Johann Karl August Musäus (1735-1787), der berichtet, wie der Berggeist an der Tochter Emma des Herzogs Gefallen fand und diese entführte. Sie sollte seine Frau werden. Als Zeichen seiner Treue verlangte sie von ihm, er solle die Rüben auf einem großen Acker zählen; denn sie wolle an ihrem Hochzeitstag alle beleben, damit sie ihr dienstbar sein sollten.
Während der Bräutigam sich an die Arbeit machte, zauberte sie aus einer Rübe ein Pferd und floh damit in aller Eile zu ihrem Verlobten Ratibor, dem Gründer der gleichnamigen Stadt an der Oder. Als der Freier die Flucht bemerkte, war Emma bereits aus seinem Herrschaftsbereich entwichen. Er hatte das Nachsehen und erhielt den Spottnamen „Rübezahl“, über den er sich mächtig ärgerte.

Welche Charaktereigenschaften werden ihm zugesprochen?

Neben J. K. A. Musäus haben andere sich ebenfalls in der Literatur dem Berggeist Rübezahl gewidmet, so z. B. Friedrich Bischoff, Ferdinand Freiligrath, Georg Gustav Fülleborn, Carl und Gerhart Hauptmann, Paul Keller, Wolfgang Menzel, Martin Opitz, Johannes Praetorius, Otfried Preußler, Robert Reinick. Auch die Malkunst (Peter Carl Geissler, Ludwig Richter, Moritz von Schwind, Max Slevogt) und die Musik (Louis Spohr, Carl Maria von Weber) griffen das Thema auf.
Musäus sieht den Wirkungskreis Rübezahls weniger auf der Oberfläche der Erde. „Zuweilen gefällt es dem unterirdischen Fürsten, seine ausgedehnten Provinzen zu durchkreuzen, die unerschöpflichen Schatzkammern der Flöze und edlen Metalle zu beschauen, die Knappschaft der Gnomen zu mustern und zur Arbeit anzusetzen. Denn die Gewalt der Feuerströme im Eingeweide der Erde muß durch feste Dämme gebändigt, mineralische Dämpfe müssen aufgefangen und in taubes Gestein geleitet werden, damit es sich in edles Erz verwandelt.
Dann und wann nimmt er Urlaub von den Regierungsgeschäften, erhebt sich an die Oberwelt und treibt sein Wesen auf dem Riesengebirge, wo er die Menschen narrt oder beglückt, straft oder belohnt, je nachdem, wie ihm gerade zumute ist. Denn Rübezahl ist ein launischer, unberechenbarer Geist, ungestüm, ja roh, dann wieder weich und gutmütig, heute der wärmste Freund, morgen fremd und kalt.“

Bleibt Rübezahls Wirkkraft über das Grab hinaus?
Rübezahl herrscht wohl weiterhin aus der Geisterwelt heraus.
Hugo Hartung erklärt mit unverminderter Gewißheit, daß der Berggeist noch immer im schlesischen Riesengebirge daheim sei.
„Er spielt noch immer die eiserne Harfe der Eiszapfen an den Wetterfichten des Kammes; er reißt nachts an den Fensterläden der Bauden; er spielt noch immer die große Sturmorgel und lockt mit dem Silberspiel des Rauhreifs die Skiläufer und die allzu Vorwitzigen in den Abgrund. Er ist noch immer groß und königlich, gut und böse, Herr des Riesengebirges: Rüüübezahl!“

Günther Gröger, Altgersdorf

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