Grafschaft Glatz (Schlesien) Neuigkeiten und Wissenswertes aus Schlesien

16.7.2013

Deutsch / Polnisches Fest in Rotwaltersdorf

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 15:43
Deutsch / Polnischer Gottesdienst

Deutsch / Polnischer Gottesdienst

Im Kulturhaus Rotwaltersdorf

Im Kulturhaus Rotwaltersdorf

Dorffrauen aus Rotwaltersdorf und Niederschwedeldorf

Dorffrauen aus Rotwaltersdorf und Niederschwedeldorf

Fröhlicher Abschluss mit Grillen und Tanzmusik auf dem Reiterhof Ulbrich

Fröhlicher Abschluss mit Grillen und Tanzmusik auf dem Reiterhof Ulbrich

 

Ein schlesischer Sommertag in Rothwaltersdorf (Czerwieńczyce) und Schwenz (Święcko). Ein kleines Beispiel für gute deutsch-polnische Zusammenarbeit und Freundschaft

Am westlichen Fuß des Warthagebirges gelegen durchlebte das kleine Dorf Rothwaltersdorf seit seiner ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1347 eine wechselvolle Geschichte. Mehrfach änderte sich sein Name, eine Herrschaft löste die andere ab, Kriege überzogen den kleinen Ort mit Feuer und Schwert. Nach 1945 musste die deutsche Bevölkerung wie in ganz Schlesien ihre Heimat verlassen und neue Bewohner, zum Teil Heimatvertriebene aus Ostpolen, ließen sich in Rothwaltersdorf nieder.
Es scheint, dass die Menschen, hoffentlich für alle Zeit, aus der Geschichte gelernt haben und nunmehr ein hoffnungsvolles Kapitel des Zusammenlebens aufschlagen. In Rothwalterdorf und Umgebung jedenfalls sind Polen und Deutsche auf einem guten Weg. Dies zeigte auch eine mit Unterstützung des DFK Glatz durchgeführte Veranstaltung der Dorffrauen am 14. Juli 2013.
Am Vormittag versammelten sich an diesem wunderschönen Sommersonntag etwa 160 Gläubige (vor allem aus Rothwaltersdorf und Niederschwedelsdorf, darunter viele Frauen in Trachten sowie deutsche Gäste) in der im 18. Jahrhundert barockisierten Kirche Sankt Bartholomäus und feierten eine polnisch-deutsche Messe, in deren Verlauf Renate und Horst Ulbrich vom DFK Glatz die Fürbitten in Polnisch und Deutsch vortrugen. Anschließend begrüßten Frau Sołtys und Horst Ulbrich die zu Kaffee und Kuchen Eingeladenen im Gemeindezentrum Rothwaltersdorf. Das Jahrestreffen nach der Einweihung des Nepomukdenkmals in Rothwaltersdorf war eine Innitiative von Frau Inge Bulitz und Herrn Helmut Göbel, der auch die Renovierung des Denkmals vor Jahresfrist organisierte.
Nach einem Spaziergang durch das Dorf begaben sich etwa 60 Teilnehmer in bereits sehr aufgelockerter Atmosphäre zum Reiterhof Ulbrich, wo der grillerfahrene Joachim Straube vom DFK Glatz alsbald die Gäste mit verführerischen Düften anlockte und die Tanzmusik Adam aufspielte. Mit Speis und Trank, Gesang und Tanz verging die Zeit wie im Fluge. Nur drohende, schwarze Gewitterwolken konnten die ganze Gesellschaft von der Wahrheit des Sprichworts überzeugen: Man muss aufhören, wenn es am schönsten ist.
Wenn wir uns bemühen, die Atmosphäre dieses Sommersonntags in unseren Herzen zu bewahren, können wir gewiss sein, dass der Herr die vorgetragene Fürbitte erhören wird:

Hermann Handlos
Schriftführer DFK Glatz

18.6.2013

DFK Treffen mit den Patschkauer Wanderdohlen.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 10:16
Tafel an der Kirchenmauer

Tafel an der Kirchenmauer

Einweihung der Tafel mit Diakon A.Klose und em Pfarrer aus Geseeß

Einweihung der Tafel mit Diakon A.Klose und dem Pfarrer aus Geseß

Patschkauer und polnische Kirchengemeinde bei der Einweihung.

Patschkauer und polnische Kirchengemeinde bei der Einweihung.

Mit den Wanderdolen

Mit den Wanderdohlen

Horst Ulbrich mit den Patschkauer Wanderdohlen

Horst Ulbrich mit den Patschkauer Wanderdohlen

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DFK Treffen mit den Patschkauer Wanderdohlen.

Es immer wieder eine Freude, die treuen Freunde Schlesiens in der Grafschaft begrüßen zu können.
Nun sind die Wanderdolen eine der beständigsten Gruppen, die sich in Schlesien nicht nur zum Wandern aufhalten. Schon im Vorfeld hatten wir für sie eine Tafel in Deutsch und Polnisch anfertigen lassen und an der Kirche in Geseß, Nähe Patschkau angebracht. Sie weist am Friedhofseingang darauf hin, dass hier auch Deutsche ihre letzte Ruhe gefunden haben. Eine Aktion die Schule machen sollte. Stirbt uns die Erlebnisgeneration weg, so wird danach aus Deutschland niemand mehr Tafeln anbringen, die auf die deutsche Vergangenheit in Schlesien erinnert.
Eine wichtige und bleibende Erinnerung an deutsche Zeiten für die kommenden Generationen.

Nun höre ich schon wieder bei einigen Lesern::: die Polen werden die Tafeln zerstören oder entfernen….
Nein liebe Freunde, das wird von den meisten Polen gelobt und den Pfarrern gefördert. Natürlich gibt es hier und in Deutschland die Unverbesserlichen, die alle Aktionen in der Heimat unterbinden möchten. Aber das ist nicht die Zukunft von Aussöhnung und Verständigung. Es gibt auch immer wieder Heimatreisende die ganz bewusst den DFK in der Frankensteiner Str in Glatz nicht besuchen, weil sie unsere Arbeit in der Heimat nicht unterstützen wollen. Jedem hier lebenden Deutschen ist das unverständlich und es passt nicht in die Zeit nach der demokratischen Wende in Polen.
Zu loben ist deshalb jegliche Aktionen, die die Anwesenheit der Deutschen in Schlesien bekunden und die schlimmen Zeiten im Bewusstsein halten. In diesem Fall sei den Patschkauer Wanderdohlen gedankt, dass auch sie, wie andere Gruppen Zeichen hinterlassen.
Die Tafel wurde im Rahmen der gemeinsamen Messe eingeweiht und mit Blumen sowie einem Grablicht geschmückt. Bei einem Abschlusstreffen zum Kaffee im Derhämtehäusla wurde gemeinsam gefeiert und gesungen.

Horst Ulbrich
DFK Glatz

Großes Aufräumen auf dem jüdischen Friedhof in Glatz

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 09:20

Einsatz auf dem jüdischen Friedhof in Glatz.
In konzertierter Aktion des DFK Glatz mit dem polnisch – deutschen Freundeskreis aus Glatz wurde auf dem jüdischen Friedhof Ordnung geschaffen. Leider konnten die umgefallenen oder umgeworfenen Grabsteine ohne entsprechende Gerätschaften nicht wieder auf den alten Platz gestellt werden und die Mitglieder mussten sich auf grobes Aufräumen beschränken. Abgefallene Äste aus dem alten Baumbestand und das Laub wurde zu großen Haufen zusammengetragen.

Die Koordination der Arbeit übernahem der Vorsitzende des polnisch – deutschen Vereins Herr Zelaszkiewicz. Man beschloss die Laubhaufen gleich anzuzünden, damit sich das Laub beim nächsten Sturm nicht wieder ausbreitet. Aber kaum gezündelt war die, von Nachbarn alarmierte Feuerwehr da und hat gelöscht. Da Herr Zelaszkiewicz auch einer der Gefängnisdirektoren und bekannt ist, wurde kein Protokoll angefertigt, was eine Strafe zur Folge hätte.

Ich musste in dieser Zeit in unseren Geschäftsräumen eine deutsche Gruppe betreuen. Wir hatten aus der Kirchengemeinde Königswusterhausen auch ein elektronisches Klavier als Spende für unseren Chor bekommen, das für die Chorleiterin sehr wichtig war. Deshalb hatte ich nur den Transport der Gerätschaften übernommen. Nach vielen Stunden war der erste Arbeitseinsatz beendet und als kleines Dankeschön wurde danach auf Ulbrichs Reiterhof zu Bier und Bratwurst geladen.

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Zum Vergrößern bitte Bilder anklicken

Da der eigentliche Besitzer des Friedhofes eine jüdische Gemeinde aus Warschau ist, werden wir uns dorthin wenden, ob eine Möglichkeit besteht, finanzielle Unterstützung von Sponsoren zu erhalten, um mit schwerem Gerät die Grabsteine wieder auf ihren Platz zu stellen. Beim oberen Teil wird sich das kaum lohnen, da dort zum großen Teil auch die Grabumrandungen zerstört sind. Hier sollten die vorhandenen Steine in die Friedhofsmauer eingebaut und die Fläche planiert mit Gras bepflanzt werden.
Die weiteren Arbeiten sind ohne finanzielle Unterstützung nicht zu bewerkstelligen, aber ein Anfang ist gemacht die totale Verwahrlosung zu stoppen und dem fühlen wir uns auch als Christen verpflichtet.

Bericht Horst Ulbrich

4.6.2013

VDG Konferenz „Deutsche in Polen“

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 19:29

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Podiumsdiskussion mit dem Vorsitzenden

Podiumsdiskussion mit dem Vorsitzenden

Konzert in der Basilika

Konzert in der Basilika; 2. Reihe v.links: Vorsitzender H. Gaida, Konsul Eck

St. Annaberg

Wallfahrt der Minderheiten

Dialog zwischen den Generationen: „Kompromiss oder Konflikt“

Vom 31.5. bis zum 2.6.2013 fand schon traditionsgemäß eine Konferenz beim Dachverband der DFk`s in ganz Polen statt. Der DFK Glatz gehört nicht zu dem Kreis, wird aber dazu eingeladen. Als Konferenzort wurde wieder das Pilgerheim am St. Annaberg gewählt. Dadurch hatten wir auch die Möglichkeit an der Minderheitenwallfahrt „Schöpft aus dem Glauben-gestaltet das Leben“ am 2.6. teilzunehmen.
Erfreulich bei der Konferenz war, dass es nicht nur Referate zu verschiedenen Themen gab, sondern interaktiv in workshops gearbeitet wurde, um gemeinsame Lösungen zu drei Themen zu erarbeiten.

1. Gruppe: Was gibt uns die Jugend in den DMI Strukturen?
(Erwartungen der Jugend – Erwachsenen)
2. Welche Strukturen brauchen wir für die Jugendarbeit in der DMI
( Deutsche Minderheit)
3. Wie kann man zusammenleben? Möglichkeiten des Kompromisses

Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden des Verbandes der deutschen sozial – kulturellen Gesellschaften in Polen, Bernard Gaida sprachen verschiedene Vorsitzende über die Perspektive zur Jugendarbeit in ihren Organisationen.
Persönlich hatte ich mich für die dritte Gruppe vorbereitet, „Wie kann man zusammenleben? Möglichkeiten des Kompromisses“. Wie vielen bekannt, war die Zusammenarbeit und Unterstützung, die wir nach unserer Neugründung des DFK Glatz in 2010, erhofft hatten, mehr als kontraproduktiv und ich hoffte auf bessere Akzeptanz und Zusammenarbeit in der Zukunft. Leider war, für mich völlig unverständlich, in dieser Gruppe die Konversationssprache polnisch und zu fachlichen Diskussionen reicht mein polnisch nicht aus. Da wir Glatzer nicht zum Dachverband VDG gehören, habe ich mich dazu nicht geäußert. Also wechselte ich mit meiner Frau in die 2. Gruppe. Ein wirklich abwechslungsreicher und motivierender workshop unter professioneller Führung von Herrn Klis von IFA und es bleibt zu hoffen, dass die Gruppen, bei denen Defizite in der Jugendarbeit zu verzeichnen sind, Erfahrungen aus dem Ergebnis umsetzten können.
Zu bemerken bleibt, ein erster Ansatz dieser Konferenzen, die Zuhörer nicht nur mit Referaten zu unterhalten, sondern zu breiten Diskussionen anzuregen. Ein wirklich positiver Wandel.
Da es in dieser Konferenz ausschließlich um die Bindung der Jugend und damit die Verjüngung der Gesellschaften ging, wurde mein Anliegen, Problematik der Orts – und Kreisgruppen der DMI durch Überalterung der Vorstände und das Auslaufen der Frischmittel in ca. drei Jahren, die uns das Überleben durch Übernahme der Miete und Bürokosten sichern, nicht behandelt.
Zur Kenntnis:
In Niederschlesien, wo die deutsche Bevölkerung durch Vertreibung wegen der Nähe zur Grenze fast zu 100 % war, ist der Zusammenhalt wegen der Entfernungen nicht einfach zu bewerkstelligen, was uns in Glatz, trotz des großen Einzugsgebietes von Bad Kudowa bis Habelschwerdt, ca. 80 km, bisher gelungen ist. Sorgen machen uns dabei die sehr alten Mitglieder, die regelmäßig zu betreuen und zu unterstützen sind. Es hätte uns natürlich gefreut, mehr Unterstützung des Verbandes zu erhalten. Als ich von „DFK on tour“ durch das Schlesische Wochenblatt Kenntnis bekam, habe ich sofort um einen Besuch gebeten. Leider musste ich erfahren, dass es nur für den Kreis Rybnik zuträfe. Hoffentlich wird auch für Niederschlesien endlich eine ähnliche Möglichkeit geschaffen, denn viele Gesellschaften haben große Probleme die dem Dachverband bisher unbekannt sind.
Bleibt zu hoffen, dass der VDG zur nächsten Konferenz vorher einmal bei Kreis – und Bezirksverbänden Erkundigungen einzieht, um auch überlebenswichtige Themen an der Basis der DMI mit zu behandeln.
Alles braucht wohl seine Zeit, aber ein Anfang zu interaktiver Arbeit ist gemacht.

Horst Ulbrich
Vorsitzender DFK Glatz

28.5.2013

Buchautorin Frau Taubitz beim DFK

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 16:06
Viel Interesse beim Konversationskurs

Viel Interesse beim Konversationskurs

Frau Taubitz und der DFK Vorstand

Frau Taubitz und der DFK Vorstand

Frau Taubitz mit Kursleiter H.P. Keuten

Frau Taubitz mit Kursleiter H.P. Keuten

Am Montag, dem 6. Mai 2013, war die bekannte schlesische Schriftstellerin Monika Taubitz zu Besuch beim DFK Glatz.

Eingeladen hatte sie der Deutsch-Konversationskreis, wo sich jede Woche Deutsche und Polen aus Glatz und Umgebung treffen, um unter Leitung unseres Vorstandsmitglieds und Fremdsprachenlehrers Heinz-Peter Keuten (Wölfelsdorf) gemeinsam ihre deutschen Sprachkenntnisse zu pflegen.
Monika Taubitz liegt die GrafschaftGlatz besonders am Herzen, weil sie als geborene Breslauerin bis 1946 in Eisersdorf gelebt hat. Diese Zeit ihrer Kindheit ist auch Gegenstand der meisten ihrer Werke. Zu der Einladung war es gekommen, weil am Konversationskreis auch eine gute polnische Freundin, DFK-Mitglied Magda Basińska, regelmäßig teilnimmt, die im heutigen Eisersdorf (Żelazno) wohnt.
Frau Taubitz, die heute in Meersburg am Bodensee wohnt, war Anfang Mai wieder einmal zu Besuch in der Grafschaft, um anschließend zu Dichterlesungen in Breslau und der Universität Warschau weiterzureisen. So hatten wir im DFK die besondere Ehre, sie auch wieder bei uns in Glatz begrüßen zu dürfen. Nach einer kurzen biographischen Einführung las sie aus mehreren Gedichten und Prosawerken vor. Anschließend stellte das interessierte Publikum viele Fragen zu Werk und Leben der Schriftstellerin. Insbesondere über das Gedicht „Kindheit an der Biele“ wurde ausführlich gesprochen. Zur Verbesserung der deutsch-polnischen Verständigung übersetzte dankenswerterweise Frau Zasępa, die auch Mitglied des Konversationskreises und Berufsübersetzerin ist, ins und aus dem Polnischen. Auch die Gedichte wurde in beiden Sprachen vorgelesen. Der bewegende Abend endete mit gemütlichem Zusammensein mit Getränken und einem kleinen Imbiss.

Heinz-Peter Keuten

30.4.2013

Vortrag beim DFK Glatz mit Fam. Jakobs

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 09:22

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Zum Vergrößern auf die Bilder klicken: Frau und Herr Jakobs bei ihrem Vortrag in den Räumen des DFK.

Am Sonnabend, den 27.04.2013, konnten wir in den Geschäftsräumen des DFK Glatz das Ehepaar Edith und Ernst-August Jocobs aus Cuxhaven begrüßen. Edith Jacobs geb. Thieler stammt aus Gompersdorf. Beide engagieren sich seit Jahren um den Erhalt unserer schlesischen Kultur und Tradition. Auf ihre Initiative hin konnte z.B. das „Hämtehäusla“ beim „Haus Lerchenfeld“, welches vielen bekannt sein dürfte, gebaut werden. Vor wenigen Tagen erhielt Edith Jacobs das Schlesierkreuz der Landsmannschaft. Wir konnten uns an diesem Tag über einen multimedialen Vortrag mit dem Thema
„Das Bauernjahr in den schlesischen Bergen“
freuen. Volles Haus und die Mitglieder des DFK Glatz waren begeistert, leider ist in unseren Geschäftsräumen nicht mehr Platz. Die älteren Mitglieder fühlten sich ein wenig in ihre Kindheit versetzt, wo mit wenigen Maschinen und viel Handarbeit auf den Feldern die Ernte eingebracht wurde. Die Nachkriegsgeneration, im Westen geboren und zurück in der schlesischen Heimat, kannten die Geschichten bisher nur aus Erzählungen der Eltern. Mit diesem Vortrag wurde noch einmal anschaulich mit vielen Bildern, Gedichten in der Mundart und musikalischer Untermalung das Leben in den schlesischen Bergen dokumentiert. Auch Pater Arndt aus Breslau kann dazu und im Anschluss feierten wir, wie immer am letzten Samstag im Monat, unseren deutschen Gottesdienst in der Kirche in der Frankensteiner Straße. Wieder ein ausgefüllter Tag der Begegnung in der Heimat, denn schon am Vormittag waren die Malteser aus Telgte beim DFK Glatz um unser Lager für Hilfsmittel  mit Pflegebetten, Rollstühlen usw. zu füllen, damit wir weiterhin unsere Mitglieder versorgen können.

Jochen Straube

28.4.2013

Hilfe aus Deutschland für Bedürftige Schlesier

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 21:13
Hilfe der kath. Kirche aus Königswusterhausen

Hilfe der kath. Kirche aus Königswusterhausen

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Private Hilfe aus Münster

Hilfsgüter

Malteser Hilfsdienst am 23.3.2013

Gesammelt

2. Hilfstransport am 27.4.2013

Schon vor drei Wochen waren die Malteser aus Telgte mit einem Hilfstransport beim DFK in Glatz.
Sie hatten drei Pflegebetten dabei und viele andere dringend benötigte Hilfsmittel. Da uns aber weitere Voranmeldungen für spezielle Betten für die häusliche Pflege vorlagen, wurde uns ein baldiger Hilfstransport in Aussicht gestellt. Schon am letzten Samstag kamen sie mit weiteren sechs Pflegebetten, Rollstühlen, Rolatoren und anderem Pflegematerial. In der nächsten Woche können wir damit Menschen nach Schlaganfall und anderen Behinderungen helfen. Herr und Frau Hüser von den Maltesern sind von Freitag 26.4. mit dem LKW die ganze Nacht gefahren, um Samstag bei uns abladen zu können. Nach einer kurzen Nacht in Schlesien sind sie dann am Sonntag wieder zurück, denn sie sind berufstätig und müssen am Montag wieder in Telgte ihren Dienst tun. Wir können uns nur im Namen der von uns betreuten kranken Menschen ganz herzlich bedanken und sind glücklich, dass es immer noch Menschen gibt, die ehrenamtlich helfen und die weiten Wege nach Glatz fahren.
Auch private Initiativen aus Deutschland helfen uns bei der immer umfangreicher werdenden Sozialarbeit. Herr Pollok aus Münster hatte für den DFK Glatz vor Ostern, wie auch schon vor dem Weihnachtsfest einen Hilfstransport, auch mit persönlich gepackten Päckchen mit Süßigkeiten und Geschenken für Bedürftige in seiner Kirchengemeinde organisiert, wie auch der Diakon Herr Klose aus Königswusterhausen. Nur durch die Hilfe aus Deutschland können wir hier so manche Not lindern helfen.
Dafür aus der Grafschaft Glatz ein herzliches vergelt’s Gott.

Horst Ulbrich
Vorstand DFK Glatz

Liceum Habelschwerdt: Wettbewerb in fremdsprachlicher Dichtung.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 13:00

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Bild 1 Vortrag der Schüler                                                      Bild 2 Das Prüfungsteam                                                     Bild 3 Teilnehmer des Wettbewerbes mit Prüfungskommission

 

Am 22. April 2013 fand am Allgemeinbildenden Liceum (der ehem. Hermann-Stehr-Aufbauschule) in Habelschwerdt der V. Wettbewerb für fremdsprachliche Dichtung statt, an dem Schülerinnen und Schüler aus drei weiterführenden Schulen aus Glatz und Habelschwerdt teilnahmen. Organisiert wurde der Wettbewerb von den Fremdsprachenlehrern Małgorzata Feszczuk und Heinz-Peter Keuten (DFK-Vorstandsmitglied). Die insgesamt 20 Kandidatinnen und Kandidaten trugen selbst ausgewählte Gedichte in vier Fremdsprachen vor: Deutsch, Englisch, Französisch und Russisch. Die Jury bestand aus Fremdsprachenlehrern der teilnehmenden Schulen sowie zwei Mitgliedern der Deutschen Sozial-Kulturellen Gesellschaft (DFK) aus Glatz – Hedwig Klopot und Elena Pogoda. Die Teilnehmer zeigten ein beachtliches Niveau beim Vortrag der z.T. sehr anspruchsvollen Werke (u.a. Gedichte von Heinrich Heine, Shakespeare, Jean de la Fontaine und Tolstoi, aber auch moderne Dichtung), manche brachten sogar beeindruckende Requisiten und musikalische Begleitung mit. Neben der richtigen Aussprache und Intonation wurde auch die Vortragsweise, Gestik und Mimik sowie der Kontakt zum Publikum bewertet. Die Sieger in den vier fremdsprachlichen Kategorien waren:
1. Französisch: Natalia Sakuta aus Glatz mit „Miroir transparent“ (Gilles Hénault)
2. Deutsch: Klaudia Raczak aus Glatz mit „Alle Männer müssen kämpfen“ (Xavier Naidoo)
3. Russisch: Ewelina Decker aus Glatz mit „Под лаской плющевото пледа” (Марина Цветаева)
4. Englisch: Klaudia Raczak aus Glatz mit „Material Girl“ (Madonna).

DANK ALLEN TEILNEHMERN UND HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH DEN GEWINNERN!
Die besten drei Kandidaten jeder Sprache erhielten wertvolle Sachpreise wie Wörterbücher, fremdsprachliche Literatur, Bildbände sowie Computerzubehör.
An dieser Stelle sei den Sponsoren der Sachpreise ein besonderer Dank ausgesprochen:
– Bürgermeisterin und Stadt Habelschwerdt (Amt für Stadtwerbung)
– Heimatgruppe Habelschwerdt mit ihrem Vorsitzenden Herrn Heribert Wolf
– Deutsche Sozial-Kulturelle Gesellschaft Glatz (DFK Glatz)
– Elternrat des Allgemeinbildenden Liceums in Habelschwerdt.

Bericht Horst Ulbrich

15.4.2013

Dieses BLOG wurde leider Opfer von Hacker-Angriffen

Filed under: Allgemein — admin @ 14:44

In den letzten Tagen wurde dieses BLOG der Grafschaft Glatz leider ein Opfer von Hacker-Angriffen mit zahlreichen SPAM-Kommentaren und Trackbacks.

Daher ist leider die automatische Registrierung nicht mehr möglich. Auch mussten die bisher registrierten Leser leider weitgehend gelöscht werden.

Vielen Dank für Ihr Verständnis!

9.3.2013

Vortrag unseres DFK Mitgliedes Manfred Spata im Museum Schweidnitz.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 20:53

dsci0014.JPG  Begrüßung durch den Museumsdirektor.                                 dsci0025.JPG  Manfred Spata bei seinem Vortrag

dsci0044.JPG  Das Museum Schweignitz am Ring                                             dsci0030.JPG  Eröfnung der Ausstellung

Zum Vergrößern bitte auf die Bilder klicken.

Schlesien in der Kartographie vom 15. bis 19. Jahrhundert               

Eine Präsentation von Manfred Spata im Muzeum Dawnego Kupiectwa in Schweidnitz

 Karten sind etwas aus der Mode gekommen.  Heute  schaltet  man den Navigator ein, der  mit ruhiger Stimme zum Zielort führt. Wer nie mit dem Finger auf der Landkarte sein Traumland gesucht hat, kann schwerlich verstehen, was den Reiz eines Atlanten ausmacht, der  von der näheren Heimat bis in ferne Regionen die Welt in Farben zeigt und erklärt. Das gilt in meinem Fall vor allem für historische Darstellungen. Sie zeigen zum Beispiel, dass Grenzen sich aufgrund geschichtlicher Entwicklungen vielfach verändern. Was  gesicherter geografischer Besitz eines Volkes war, kann schnell verloren gehen. Grenzen werden am grünen Tisch gezogen, und Gott sei Dank werden sie manchmal auch durchlässiger oder entfallen ganz. Weil wir vom DFK Glatz  wie viele andere Sinn und Unsinn von Landesgrenzen, Sprachbarrieren ganz gut kennen, hat uns die Ankündigung von Manfred Spata sehr neugierig gemacht, in Schweidnitz  unter dem Titel „Schlesien in der Kartographie vom 15. bis 19. Jahrhundert“ eine Ausstellung zu präsentieren, unter anderem die berühmte Schlesienkarte von Martin Helwig aus dem Jahr 1561.

10 Mitglieder des DFK Glatz  machten sich am 8. März auf den Weg in die schöne Stadt Schweidnitz. Das Zentrum mit Markt und Rathaus lag bei unserer Ankunft schon im winterlichen Dunkel,  beeindruckte uns aber auch im Schein der Laternen. Einige zückten schon jetzt ihre Fotoapparate. Im renovierten Museum begrüßten uns Manfred Spata und sein Sohn sehr herzlich mit den Worten: „ Die Grafschafter sind gut vertreten“. Freundlich empfangen und begrüßt vom Direktor des Museums, Herrn Mgr. Wieslaw Roskowicz und vom Leiter der Abteilung Geschichte, Herrn Dr. Dobieslaw Karst, leitete Manfred Spata seinen Vortrag vor mehr als 50 Besuchern mit Dankesworten für die Direktoren des Museums und die Leitung des Hauses Schlesien in Königswinter ein, die zum Gelingen der Ausstellung erheblich beigetragen haben. In seiner Präsentation  verstand es Manfred Spata sehr gut, die historische Bedeutung, ja Einmaligkeit der Schlesienkarte von Martin Helwig aus dem Jahr 1561 zu begründen. Er verknüpfte dabei die wichtigsten Entwicklungen (unter anderem Reformation, Erfindung des Buchdrucks) in der Zeit der Entstehung der Karte in sehr lehrreicher Form. Vor den Augen der Zuhörer entstand so ein plastisches Bild dieser Epoche.

Es soll hier nicht der Vortrag in voller Länge wiedergegeben werden. Wer neugierig geworden ist, möge die Erläuterungen zur Helwig-Karte im Internet unter „Manfred Spata“ nachlesen.

Drei Anekdoten möchte ich aber erwähnen:

Manfred Spata zeigte  die verblüffende Ähnlichkeit der historischen Silhouette von Schweidnitz mit den Ortsanfangs- und endeschildern auf den Straßen Polens hin.  Außerdem erläuterte er, dass Helwig sich im damals  wohl überwiegend katholischen Schweidnitz wie in babylonischer Gefangenschaft gefühlt habe und ein pekuniär weniger attraktives  Angebot der Lateinschule Maria-Magdalena in Breslau,  die er später erfolgreich als Rektor leitete, anderen Offerten vorzog. Dies zeigt, dass das Wort von Friedrich II. (Jeder soll nach seiner Fasson selig werden) damals in Schlesien noch nicht galt. Bei der Besichtigung der Ausstellung suchten die Grafschafter auf allen Karten natürlich zuerst Glatz und fanden es auch.  Sie stellten dabei fest, dass die Schreibweise im Lauf der Jahrhunderte mehrfach wechselte. Wir einigten uns darauf, dass die Schreibweise „Glotz“, wenn man das O etwas in die Länge zieht, der Aussprache des  Ortsnamens im Dialekt sehr nahe kommt.

Wer neugierig geworden ist:

Die Ausstellung in Schweidnitz ist vom 9. März bis 21. April (Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 10.00 bis 15.00 Uhr, Samstag und Sonntag von 11.00 bis 17.00 Uhr) geöffnet und wird im Museum, Rynek 37 gezeigt.

Hermann Handlos

Schriftführer DFK Glatz

dsci0033.JPG  Bild mit der Abordnung des DFK Glatz     dsci0031.JPG  M. Spata führt selbst durch die Ausstellung.

11.2.2013

Karneval 2013 beim DFK Glatz

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 19:24

karneval2013-038.JPG Gleich nach der Begrüßung das Ulbrich – Duo karneval2013-053.JPG Leider war das Licht für Bilder aus dem Saal sehr dunkel.

karneval2013-062.JPG Bei einigen Tanzspielen war Geschicklichkeit gefordert.  karneval2013-076.JPG  Und immer wieder Gruppenbilder.

karneval2013-013.JPG  Getanzt wurde bis in die Nacht.   karneval2013-047.JPG  Das Vorstandtrio quält die Gitarren.

Karneval beim DFK Glatz                                                                                   Zum Vergrößern die Bilder anklicken!

Plötzlich war sie da, die närrische Zeit, aber passt das zu Schlesien, wo in den Geschäften nicht einmal Karnevalartikel zu kaufen sind? Nun sind die Rückkehrer in der schlesischen Heimat unserer Eltern ja aus ganz Deutschland und haben den Karneval mit nach Schlesien gebracht.

So gab es nach vielen anderen Festen in 2012 nun den ersten Versuch einer Karnevalsveranstaltung beim DFK in Glatz und es war, wie erwartet, ein Erfolg. Nun hatte sich der Vorstand aus dem karnevalserprobten Westen auch gut vorbereitet, um mit allerlei Blödsinn für gute Stimmung zu sorgen. Da war der Auftritt des Ersatzheino, der wegen der Sonnenbrille seinen Text kaum lesen konnte und bei „Hoch auf dem gelben Wagen“ die Brille wechseln musste, und das war nicht geprobt. Gefolgt vom Ulbrich – Duo mit dem Lied Marmor Stein und Eisen bricht…“

Der DFK – Chor hatte seinen Auftritt mit Rheinliedern, teilweise auch geändert auf den Text „ Warum ist es in Glatz so schön…… weil die Mädel so lustig und die Burschen so durstig…“.

Der Vorstand brachte ein Potpourri zu Gehör und quälte dazu die Wimmerhölzer, auch Gitarren genannt. Es gab zu jeder Vorführung tosenden Applaus und es lag nicht nur an dem gesponserten deutschen Wein aus der Pfalz. Als Grundlage gab es gleich zu Beginn ein warmes Essen, das beim Wirt bestellt war. Die weiteren Speisen wurden aus Kostengründen  von den DFK – Mitgliedern selbst hergestellt. Bis in die Nacht wurde getanzt und ausgelassen gefeiert und alle waren sich einig, das sind die Feste, die den Zusammenhalt des DFK Glatz festigen und auch die jüngeren Mitglieder begeistert. Leider mussten wir auch hier wieder aus Kostengründen reduzieren und hatten Listen nur  bis zu 70 Teilnehmern im Büro ausgehängt. Hoffen wir, dass im nächsten Jahr alle in Kostümen an der Feier teilnehmen, auch die,die in diesem Jahr noch etwas skeptisch waren und in Anzug und Krawatte erschienen. Aber die ausgelassene Stimmung lässt hoffen.

Hier war bis vor Kurzem noch die Ankündigung zu unserem Sommerfest.  Das müssen wir leider aus Kostengründen ausfallen lassen. Aber das Oktoberfest wird stattfinden, voraussichtlich Ende September. Der genaue Termin wird noch bekannt gegeben.

Beitrag

Horst Ulbrich

Auf diesen Bericht, erreichte mich eine Information, dass der Karneval vor dem Krieg schlesische Tradition  gewesen sei, aber schlesischer Fasching genannt wurde und ich bitte Kenner der Materie um Aufklärung. Der DFK fühlt sich deutscher Kultur und alten Traditionen verpflichtet. Wir sind engagierte deutsche Rückkehrer in 2. Generation und für jede Information aus früheren Zeiten dankbar.

Unter Kommentare kann jeder seine Meinung äußern. Wir bitten ausdrücklich darum.

Horst Ulbrich

13.1.2013

Verdienstorden für unser DFK Mitglied Helmut Goebel.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 19:49

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Bild 1.   Frau Ewa Mankowska liest den Bescheid des polnischen Staatspräsidenten Komorowski zur Verleihung des Verdienstordens der Republik Polen V Klasse, vor.

Bild 2.  Herr Stanislaw Rakoczy , Staatssekretär des Innenministeriums beim Sektempfang nach der Verleihung.

Bild 3. Über 100 Personen aus Politik und Wirtschaft waren bei der Verleihung dabei.

 Polnischer Verdienstorden für Herrn Helmut Goebel

Das neue Jahr begann in Glatz mit einer erfreulichen Ehrung für die langjährige, erfolgreiche Arbeit von Helmut Goebel, der die Rekonstruktion und Erneuerung von Denkmälern in seinem ehemaligen Heimatdorf Niederschwedelsdorf (Szalejow Dolny) zu seinem Lebenswerk gemacht hat. Der polnische Staatspräsident Bronislaw Komorowski verlieh dem Mitglied des DFK Glatz, Herrn Helmut Goebel, in Würdigung seiner Verdienste um den Prozess der Annäherung lokaler polnischer und deutscher Vereinigungen den Verdienstorden der Republik Polen V.Klasse.

In Vertretung des Staatspräsidenten überreichte der Unterstaatsekretär des polnischen Innenministeriums, Herr Stanislaw Rakoczy, unserem Helmut das Ehrenzeichen. Der Geehrte konnte und wollte seine Rührung nicht verbergen, als er der Verleihungsrede (übersetzt von Frau Renata Ulbrich) lauschte.

Herr Rakoczy erinnerte daran, dass Helmut Goebel seit 1970 in Zusammenarbeit mit den Dorfbewohnern, den Mitgliedern des Erzengel-Michael- Vereins, dem Gemeindeamt und dem Amt für Denkmalschutz 36 Denkmäler, Kapellen, Wegkreuze erneuert habe. Er betonte die Verdienste von Helmut Goebel, der als Hauptinitiator der ganzen Aktion unermüdlich tätig gewesen sei und insbesondere die notwendigen finanziellen Mittel beschafft habe. Überzeugt von seinem Lebensmotto – „Denkmäler sind die geistige Botschaft der Vergangenheit“ – habe er über Jahre erfolgreich gewirkt und durch sein Talent, andere, insbesondere junge Gemeindebürger und deren Gemeinschaften in Niederschwedelsdorf (Szalejow Dolny) für die Mitarbeit an der großen Aufgabe zu begeistern, in hervorragender Weise zum besseren Verstehen zwischen Polen und Deutschen beigetragen. Das gegenseitige Verständnis zwischen Völkern, insbesondere wenn sie, wie das polnische und das deutsche Volk, in der mehrere Jahrhunderte währenden gemeinsamen Geschichte nicht nur gute Erfahrungen miteinander gemacht haben, könne nicht allein durch völkerrechtliche Verträge gefördert werden, so notwendig sie sein mögen. Entscheidend sei die Zusammenarbeit zwischen den Menschen verschiedener Nationalität, das Kennenlernen der Sitten und Gebräuche, der Sorgen und Nöte der anderen. So könnten Vorurteile abgebaut und die Voraussetzungen für eine friedvolle Zukunft geschaffen werden.

Helmut Goebel habe dies in exemplarischer Weise vorgelebt und mit der Einweihung der „Straße der Denkmäler“ im Rahmen des 550jährigen Bestehens der Grafschaft Glatz am 6. Juni 2009 eine Krönung seines Wirkens erfahren.

In seiner Dankesrede, die er, überwältigt von allzu verständlichen Gefühlen, mehrfach unterbrechen musste, vergaß der Geehrte nicht, auf die erfolgreiche Zusammenarbeit mit staatlichen polnischen Stellen hinzuweisen und sich für deren Einsatz im Sinne seines Anliegens zu bedanken. Offenbar hatte er seine Ausführungen gut vorbereitet, denn die Liste der Persönlichkeiten, die er ausdrücklich  nannte, schien kein Ende zu nehmen. Die erwähnten Honoratioren nahmen die Worte des neuen Ordensträgers aber alle mit sichtlichem Wohlgefallen auf. Natürlich galt Helmut Goebels Dank auch allen, die ihr Scherflein zur Finanzierung der Vorhaben beigetragen haben.

Besonders beeindruckt waren die Anwesenden als Helmut Goebel seine zahlreichen Mitarbeiter in Niederschwedelsdorf (Szalejow) erwähnte und dabei mit den Tränen kämpfte. Alle spürten, dass dort Freundschaften entstanden sind, die ein ganzes Leben dauern. Dies bestätigte sich in den Worten der Vertreterin des Erzengel-Michael-Vereins. Alle Zuhörer hatten den Eindruck, dass Helmut Goebel dort wie ein Vater verehrt, ja geliebt wird.

Für uns vom DFK Glatz, die wir wegen der Ehrung Helmut Goebels eingeladen waren, schien mit der Ordensverleihung der Höhepunkt des Neujahrstreffens der Stadt Glatz erreicht. Dennoch verfolgten wir das weitere Programm mit Interesse. Der Vortrag des Chores Makrotumnia aus Duszniki Zdr. (Bad Reinerz) zeigte auf, welches hohe Ziel der DFK Glatz mit seinem Chor anstreben sollte. Danach informierte der Gemeindevorsteher über das Investitionsprogramm für das Jahr 2013 und zeichnete besonders aktive Unternehmen mit dem Geschäftshufeisen, insbesondere für die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen. Den mit deutschen Neujahrsempfängen vertrauten Gästen kamen diese Programmteile sehr bekannt vor, insbesondere weil danach mit Sekt auf das Neue Jahr angestoßen wurde und ein Buffet dazu einlud, die guten Vorsätze vom Silvesterabend bezüglich einer Diät umgehend zu vergessen.

In bleibender Erinnerung wird uns aber die Ehrung für Helmut Goebel bleiben, dem wir an dieser Stelle noch einmal sehr herzlich zur Auszeichnung gratulieren möchten. Helmut, Du bist für uns ein leuchtendes Vorbild und wir wünschen Dir noch viele Jahre bei bester Gesundheit und rüstiger Tätigkeit.

Hermann Handlos

30.12.2012

Hilfe zu Weihnachten für bedürftige Mitglieder.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 13:21

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Besuch bei Frau Hauschke in Straußdörfel.     Bitte auf die Bilder klicken.

Wie immer in der Weihnachtszeit besuchen wir alte und kranke Mitglieder um kleine Geschenke zu bringen, aber auch Geld für die Medikamentenhilfe und manchmal auch Winterkohle.

Nun hatten wir in diesem Jahr das Glück aus zwei Kirchengemeinden aus Deutschland einen Transport mit Süßigkeiten, allerlei Backwaren und sehr viel Winterbekleidung zu bekommen. Zunächst haben wir, soweit die Größen geschätzt werden konnten, Sachen für unsere Bedürftigen ausgesucht, die nicht mehr zum DFK kommen können. Auch wenn das Wetter vor Weihnachten ja nicht zur Jahreszeit gepasst hat, so war es mir doch ganz recht und ich konnte alle erreichen. Im letzten Jahr bin ich in Karlsberg unter der Heuscheuer im Schnee stecken geblieben und nur ein Schlepper konnte mich wieder auf eine befahrbare Straße ziehen. In diesem Jahr hatte sich aber auch ein Vereinsmitglied mit einem Geländewagen angeboten, sollte es zu ähnlichen Wetterverhältnissen kommen. Man muss dann immer viel Zeit mitbringen, um alle alten Geschichten zu hören und ich bin bei alleinlebenden immer erstaunt, wie perfekt sie Deutsch sprechen, obwohl sie das ganze Jahr mit der Heimatsprache keine Kontakte haben. Es werden alte Bilder gezeigt und bei Frau Hauschke, deren Bilder ich veröffentlichen darf, werden wir im Frühjahr mit einigen Männern die alte Steintreppe richten. Sie hatte geklagt, bei Glätte schon öfter gefallen zu sein. Ich traf sie bei der Hinfahrt auf der Straße mit ihrer alten Mimmi, ein kleiner Hund und sie sagt, er sei wohl auch so alt wie sie. Kurzerhand wurde im überfüllten Auto für Frau Hauschke und die Mimmi Platz geschaffen und wir haben sie mit den Wintersachen und Geschenken nach Hause gefahren.

Nun leben einige unserer Bedürftigen in schlechten Wohnsituationen und auch weitab jeglicher Dörfer, wie besagte Frau Hauschke. Sie bewohnt das letzte Haus an der  Grenze und  weiter geht der Feldweg dann nicht mehr in den Berg hinein. Ihre Vorfahren lebten seit dem 16ten Jahrhundert in Strausdörfel und es wäre eine Dokumentation wehrt, ihre Erlebnisse mit den Grenzern beider Seiten, auch dem kleinen Handel über die Waldgrenzen u.s.w. in einer Geschichte  festzuhalten. Ich habe mir fest vorgenommen doch öfter als nur 2 Mal im Jahr Besuche zu machen, schließlich sind fast alle, die nicht mehr zum DFK kommen können, um und über die 80 Jahre alt.

Noch Heilig Abend dann die Tour Neurode und Jugow, denn zu Hause lag meine Frau mit Angina im Bett. Es war eine aufregende Vorweihnachtszeit, aber es tut dem Herzen gut, denen zu helfen, die es bitter nötig haben. Nach Weihnachten haben wir dann das Kleiderlager  in der Reiterstube eröffnet und den Rest den Ordensschwestern der Klarissen mit Backwaren gebracht. In deren Kirche findet jeden letzten Samstag im Monat unser deutscher Gottesdienst statt.

Privat war Weihnachten dann sehr ruhig, ich habe meine gewünschte Duschbürste bekommen. Einen weichen, weißen Rollkragenpullover, den ich mis gewünscht hatte, gab es nicht zu kaufen. Schon bei meinem Besuch im November in Deutschland nicht, wie auch in Schlesien. Na wenn man auch so ausgefallene Wünsche hat.

Allen Lesern ein gesundes Neues Jahr.

Unter jedem Bericht ist ein Feld „(Keine) Kommentar(e)“ zum Anklicken und man kann Kritik und Lob schreiben. Ich würde mich freuen, wenn sich dort jemand meldet.

 hilfe-001-2.JPGIm Kleiderlager wird nach Herren, Damen und Kinderkleidung sortiert. Bitte auf das Bild klicken

17.12.2012

Weihnachten beim DFK Glatz

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 17:47
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Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden vekündete Frau Hedwig Klopot die Überraschung. Unsere Kindergesangsgruppe, die Violinchen treten auf. Über 80 Mitglieder fanden sich im Kulturhaus Glatz zur Weihnachtsfeier ein. Die Violinchen mit ihrem ersten Auftritt. Auch unser neu gegründeter Chor sang deutsche Weihnachtslieder.
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Schülerin Ela spielte Weihnachtslieder auf der Flöte, begleitet von Heinz -Peter Keuten auf der Gitarre. 2. Auftritt der Violinchen Auch Gedichte und die Weihnachtsgeschichte wurde vorgetragen. Zum Vergrößern bitte auf die Bilder klicken.

Nun war es am 15.12. eigentlich schon die dritte Weihnachtsfeier, nach Nikolaus mit 26 Kindern und Eltern, und unserer Chor Reise zum Waldenburger DFK, zu deren Weihnachtsfeier.

Deshalb sollte es, auch aus Kostengründen eigentlich nur eine Feier für unsere alten und bedürftigen Mitglieder werden, die an unseren vielen Veranstaltungen übers Jahr, oft auch aus gesundheitlichen Gebrechen, nicht teilnehmen konnten. Aber so sind es von anfänglich 38 auf der ausgehängten Liste im DFK Büro 60, dann 76 geworden und am Ende waren es 86 Teilnehmer. Meine Frau musste laufend neue Teilnehmerzahlen dem Restaurant melden, denn viele kommen mit dem Bus von weit her. Durch die Vertreibung nach dem Krieg haben sich die verbliebenen  Deutschen in der Grafschaft damals wieder im DFK Glatz organisiert  und unser Einzugsgebiet ist von Bad Kudowa, wo eine neue Ortsgruppe geplant war, bis Habelschwert, also ca 80 Km. Deshalb richtet sich die Feier auch streng nach den Buszeiten, damit auch alle wieder gut nach Hause kommen.

So begannen wir schon um 13 Uhr mit einem kräftigen Mittagessen, während der Vorsitzende alle Mitglieder begrüßte und von den Projekten, Festen und Ausflügen dieses Jahres berichtete, aber auch, dass wir unsere Aktivitäten in 2013 zusammenstreichen müssen. Wir gehören nicht zum Dachverband der deutschen Minderheit, was niemand versteht, bekommen  daher finanzielle Unterstützung nur in eingeschränktem Rahmen, was eine weitere Reaktivierung unmöglich macht. Ein Jahr wie dieses wird es nicht mehr geben, auch die Gründung weiterer Ortsgruppen wurde aufgegeben. Trotzdem erwarten wir in den nächsten Monaten das 300dertste Mitglied aufnehmen zu können, denn die Nachkriegsgenerationen wollen sich wieder unter dem DFK Glatz versammeln. Er wies auch darauf hin, dass im nächsten Jahr seine Amtszeit abläuft  und Neuwahlen anstehen. Bester Termin dazu sei die Verbindung mit einem abschließenden Sommerfest, zu dem , wegen des Platzangebotes in der Reithalle, alle kommen können.  Man möge sich um Kandidaten bemühen. Hedwig Klopott, auf dem Bild in Tracht  mit dem Vorsitzenden  konnte eine große Überraschung verkünden, unsere Violinchen, die Kindergesangsgruppe, die wir aus Kostengründen nicht weiter unterstützen konnten, sind zurück und mit privaten Sponsoren unterstützt worden. Sie erfreuten uns mit zwei Auftritten, einmal in Tracht und deutschen Weihnachtsliedern, später in Kinderkostümen und polnischen Liedern. Die Gruppe besteht aus 13 Kindern, aber auch hier fehlen weitere Trachten für die Auftritte. Dank all denen, die nach der Aufgabe des Chores das möglich gemacht haben.  Die Freude war groß, dass sie zu unserer Weihnachtsfeier doch noch aufgetreten sind. Danach sang unser neu gegründeter Chor, der schon eine Woche zuvor im Theater Salzbrunn sein Debüt, beim Fest des DFK Waldenburg hatte. Vorgetragene deutsche Weihnachtsgedichte und Flötenspiel unserer Kinder überbrückten die Zeit bis zum Kaffee.  Es gab viel zu erzählen, gerade derer, die sich doch selten treffen und so machten viele vorgetragene Geschichten aus den  Weihnachtsbräuchen alter Zeiten die Runde. Es gab auch kleine Geschenke. Ein selbst zusammengestelltes Liederheft deutscher Weihnachtslieder, in der Hoffnung, dass auch zu Hause weiter deutsch gesungen wird und dazu einen Kugelschreiben mit unserer Vereinsadresse, die immer dabei sein sollte.

Nach 17 Uhr mussten aber viele schon aufbrechen um die Busverbindungen nicht zu verpassen. Der Chor und viele Mitglieder aus der Nähe blieben aber noch lange und mit viel Gesang ging eine schöne Feier zu Ende.

Bei der Feier wurde auch ein Teil der Medikamentenhilfe für Bedürftige mit weniger als 800,- PLN = ca 200,-€ ausgezahlt. In der nächsten Woche werden dann Behinderte und Kranke bis hoch nach Karlsberg besucht, die nicht mehr teilnehmen können. Sie bekommen auch kleine Präsente und Medikamentenhilfe, soweit es das Konto „Schlesienhilfe“ bei der Sparkasse Herford erlaubt.

Allen die unsere Arbeit übers Jahr unterstützt haben, ein herzliches vergelt`s Gott.

Allen Lesern dieser Seite ein frohes Fest gesundes Neues Jahr,
wünscht der Vorstand des DFK Glatz.

Horst Ulbrich

14.12.2012

DFK Glatz beim Forum für Touristik in Breslau

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 18:05
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Bild 1: In der Mitte Generalkonsul Dr. Zeitz mit Herren aus Wirtschaft und Politik beider Länder. Bild 2: von re. Organisatorin Frau Sylwia Losota, in der Mitte Prof.Dr. Bär, li. daneben der Leiter des Verbindungsbüros des Freistaates Herr Andreas Grapatin.

Zum Vergrößern auf die Bilder klicken.

Auf eine Einladung für den DFK Glatz, des polnischen Wirtschaftsamtes und des Verbindungsbüros des Freistaates Sachsen in Breslau, war ich zum wiederholten Mal beim Forum für Touristik in Breslau. Neben Ausbildungsstandart der Hotelbetriebe, der länderübergreifenden Zusammenarbeit zwischen dem Freistaat Sachsen und Niederschlesien, bei der Vermarktung touristischer Attraktionen und anderer touristisch relevanten Themen, ging es auch um sakrale und ökologische Wanderwege und deren Vermarktung.Unter Walderkundungswegen und dem Wanderweg auf den Spuren des Papstes in Schlesien  haben wir  den Hirschfelder Pilger- und Wanderweg, auch  den in der Planung befindlichen ökologischen Wanderweg des Theologen Professor Wittig in die Diskussion mit eingebracht. Dazu gab es einen Infostand des DFK Glatz, erstmalig auch in der Zusammenarbeit mit der Stadt Glatz, die zwei Mitarbeiter entsandt hatte.

Ca 15 Stände gab es von verschiedenen Städten und touristischen Einrichtungen und das Interesse der ca 150 Teilnehmer der Veranstaltung war gut.

Es begann mit der Begrüßung durch den deutschen Generalkonsul Dr. Zeitz und Würdenträgern der polnischen Politik. Danach gab es Referate, auch einiger Bürgermeister, wie von Herrn Terlecki aus Bad Altheide. Es wurde die Weiterentwicklung der Angebote, Qualitätstandarts und die Entwicklung der Statistik der Übernachtungen in Hotels und Pensionen behandelt.

Festgehalten wurde am Ende durch die Moderatorin, Frau Sylvia Lasotta, das Niederschlesien auf einem guten Weg ist, seine touristische Qualität bestens zu vermarkten. Am Ende gab es noch ein Bild mit Freunden und Ausstellern vor dem Stand des DFK, der leider aus Zeitgründen schon abgebaut war.

Aber die langen Diskussionen nach Beendigung des Forums haben viel Zeit in Anspruch genommen.

12.12.2012

Glatzer Chor zu Gast beim DFK Waldenburg

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 23:15

01.JPG Der Chor macht sich bereit. 2.JPG Aufmarsch mit Akkordeon
1.JPG Chor DFK Glatz auf der Bühne  dscf1386.JPG  Chor Waldenburg mitChorleitung

Der DFK Waldenburg hatte unseren Chor zur Weihnachtsfeier eingeladen, also haben wir wieder den günstigen Schulbus aus Eckersdorf geordert und  uns  mit unserem Chor auf den Weg gemacht. Bei der Abfahrt konnten wir noch aus den Fenstern schauen, als es aber über die Berge noch kälter wurde und der Fahrer  die zur Verfügung stehende Wärme an der Frontscheibe benötigte, gefroren alle Fenster im Nu.

Auf der Fahrt hat sich der Chor  warm gesungen und zum Glück ist Waldenburg, beziehungsweise Bad Salzbrunn nicht so weit. Nun hatten wir nicht erwartet, dass man das historische Theater für Veranstaltungen mieten kann und sind zunächst im Kurhaus und anderen Gebäuden gewesen, bis man uns den Weg gewiesen hat. Im Theater erwartete man uns schon und nach der Begrüßung wurde unser Chor auch schon auf die Bühne gebeten.

Zu bemerken bleibt, unsere Chorleiterin, die alle deutschen  Weihnachtslieder mit den Sängern geübt hatte, war verhindert. So wurde mir kurzerhand die Chorleitung übertragen und zum Einzug sollte ich „Ihr Kinderlein kommet“ auf dem Akkordeon spielen. Das konnte ich in C Dur auch schon, aber nein, für die Sänger zu tief sollte ich es noch in F Dur üben. Was macht man nicht alles, also rauf auf die Bühne das Akkordeon umgeschnallt und los ging es. Dann den Ton für den Chor angeben und fleißig mit den Armen im Takt gewedelt. Heinz Peter und Jochen unterstützten das Ganze mit Gitarren, und Andreas hatte seinen Solopart auf der Mundharmonika. Es war wohl gut gelungen, denn man dankte uns mit kräftigem Applaus.

Danach endlich Zeit für Kaffee und Kuchen, aber schon wurde ich beiseite gerufen, der Nikolaus wäre nicht gekommen und ich müsse die Situation retten, während der Waldenburger Chor auf der Bühne sein Können zeigte. Mann Gottes…. Ich kannte die Kinder nicht, die ein schönes Theaterstück aufgeführt hatten, auch viele Gäste im Saal nicht. Na gut die Maskerade passt jedem, aber  statt einer Rute bekam ich einen Krückstock. Ca 30 Kinder auf der Bühne und 80 Gäste im Saal. So habe ich halt zunächst über die modernen Gasheizungen und die neuen engen Kamine geschimpft, um ein Alibi für den Krückstock zu haben, auch damit in den Saal gedroht und alle Gäste zunächst ein deutsches Weihnachtslied singen lassen und die konnten das auch sehr gut, schließlich waren zwei Chöre dabei. Danach wurden die Kinder beschenkt und ich war froh, bald aus der viel zu warmen Nikolausgarnitur  heraus zu kommen.

Bis zur Rückfahrt saßen wir beisammen und sangen noch so manches deutsche Weihnachtslied. Gegen 18 Uhr machten wir uns auf den Heimweg. Unterwegs gab es, wie immer, den Vodka für alle und von Bad Salzbrunn bis Glatz wurde gesungen, auch um sich warm zu halten. Alle die sich ab Neurode zum Aussteigen bereitmachten, wurden mit dem Lied „ Auf Wiedersehen“ verabschiedet und so ging ein ereignisreicher, aber schöner Tag zu Ende. Weiter geht es mit unserer Weihnachtsfeier am 15.12. in Glatz.

Horst Ulbrich

3.JPG Blick in das historische Theater 4.JPG Der Nikolaus ist da…
Zum Vergrößern auf die Bilder klicken.

Nikolaus bei den Kindern des DFK Glatz

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 21:12

Der Nikolaus kommt zu den Kindern des Grundschulkurses Deutsch wurde bekannt gemacht und alle wollten ihre Geschwister mitbringen.

Das gab zunächst Diskussionen im Vorstand, wie das zu finanzieren sei, denn statt der 12 Kinder aus dem Kurs waren es nun 26 angemeldete Kinder, dazu die Eltern, die natürlich auch mit dabei sein wollten. Aber wer kann sich dem verschließen und zum großen Glück bekamen wir einige Tage vorher einen Hilfstransport der Pfarrgemeinden St. Hedwig aus Bukow und St. Elisabeth aus Königs Wusterhausen mit Wintersachen und Süßigkeiten.

Also wurde dem Antrag der Kinder entsprochen und am Nikolaustag fanden sich alle im Gemeindezentrum ein, denn wie bekannt ist unser Vereinslokal mit 57 Qm für fast alle Veranstaltungen zu klein. Nach einigen deutschen Weihnachtsliedern und dem lauten Rufen nach dem Nikolaus, ging endlich die Tür auf und der Nikolaus trat ein. Die Begrüßung übernahm Frau Ulbrich, danach wurden die Kinder einzeln aufgerufen, trugen teilweise Gedichte vor und bekamen dann Beutel mit Süßigkeiten, die Kleinen auch Stofftiere.

Als der Nikolaus sich verabschiedet hatte, saßen alle noch einige Zeit mit Tee und Gebäck beisammen.

Ein sehr gelungener Nikolaustag, der uns aber weiterhin  Probleme macht, denn die Stofftiere fehlen uns in der nächsten Woche bei der Kindergartengruppe „Spielend Deutsch lernen im Vorschulalter“ und kurzfristig sind Sponsoren nicht zu finden.

Alles ist  Improvisation in Zeiten der knappen Kassen, wo uns die Fördermittel  in 2012 um ein Viertel gekürzt wurden. Aber bisher haben wir alle Klippen umschiffen können  wie der Volksmund sagt und der DFK ist weiter gewachsen. Auch dank unserer Spender aus Deutschland, die uns immer wieder in schwierigen Zeiten geholfen haben.

Am 8.12. fahren wir mit unserem Chor zur Weihnachtsfeier nach Waldenburg und am 15.12. ist dann unsere Weihnachtsfeier.

Horst Ulbrich
Vorsitzender des Vorstandes DFK Glatz
nikolaus-2012-010.JPG nikolaus-2012-016.JPG Zum Vergrößern auf die Bilder klicken.

Gerhart Hauptmann, schlesischer Nobelpreisträger

Filed under: Allgemein — Horst Ulbrich @ 21:05

Der schlesische Nobelpreisträger Gerhart Hauptmann wurde im November 1862, also vor 150 Jahren  in Ober Salzbrunn geboren. Dass Hauptmann nicht vergessen ist, beweisen Gedenkfeiern unter anderem im Gasteig München und in der Staatsbibliothek in Berlin . Der deutsche Generalkonsul in Breslau, Dr. Gottfried Zeitz,  und der Vorstand der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Niederschlesien e.V. haben  aus Anlass des 150. Geburtstages des Schriftstellers zu einer Festveranstaltung eingeladen. Die Festrede hielt Prof. Dr. hab Wojciech Kunicki, ein bekannter polnischer Germanist.  Im Rahmen der Feier wurde zudem der Film „Gerhart Hauptmann – Nobelpreisträger aus dem Riesengebirge“ uraufgeführt. Außerdem hat  das offizielle Deutschland eine Sonderbriefmarke und einer 10 Euro Sondermünze zu Ehren Hauptmanns ausgegeben.

Die Literaturszene in Deutschland hat um den Jahrestag freilich nicht besonders viel Aufhebens gemacht. Hauptmann ist also nicht vergessen, aber ein bisschen aus der Mode gekommen.  Leider war es mir nicht möglich, in Breslau dabei zu sein. Aber die Einladung hat genügt, um meine Erinnerung an den Dichter aufzufrischen. Und so habe ich den „Bahnwärter Thiel“, „Die Weber“ und den „Biberpelz“, Lektüren aus längst vergangenen Zeiten im Gymnasium, aus dem Bücherschrank hervorgekramt und an einigen Abenden mit wachsendem Interesse darin geschmökert.

Nun bin ich kein Experte, kein Germanist, der sich  mit den literarischen Qualitäten des Hauptmannschen Werkes auseinandersetzen oder gar ein Urteil über dessen literarischen Rang erlauben kann. Zu Hauptmann, seinem Leben und der Rezeption seines Oevres haben sich viele kompetente Experten, auch kritisch, geäußert. Mit Schiller („Wallensteins Lager“) könnte man auch von Hauptmann sagen: „Von der Parteien Gunst und Haß verwirrt, schwankt sein Charakterbild in der Geschichte“. Das mögen einige kontroverse Zitate unter Beweis stellen:

So schreibt Hans von der Hülsen im Nachwort zum „Bahnwärter Thiel“ (Reclam, Stuttgart, 1965, Seite 51, 58): „Es würde unseres Volkes wahrhaft würdig sein, wenn es seine großen Dichter geruhig am sausenden Webstuhl der Zeit der Gottheit lebendiges Kleid weben ließe, ohne sie in das Prokrustesbett einer mehr oder minder künstlichen Beziehung zur „Zeit“ zu zwängen, wie das im Falle Hauptmann in der Ära des kaiserlichen Deutschland und in der nachfolgenden Zeit und auch nach seinem Tod allzu oft versucht wurde.“ Und weiter: „So meinen wir, dass heute, vier Jahrzehnte später, Hauptmanns Werk längst in die Liebe der Nation gebettet ist, in der es sicher ruht, wie die großen Schätze deutscher Dichtung seit ihrem Anbeginn bis auf unsere Tage.“

Differenziert äußern sich andere Autoren, so Golo Mann (Deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, S. Fischer Verlag, 19. Auflage der Sonderausgabe, Frankfurt am Main, 1987, Seite, 571)

„…..so durchlebte Gerhart Hauptmann die Periode Wilhelms II. von Anfang bis zu Ende, und dann noch die republikanische, und dann noch eine andere, und fand in jeder wohl oder übel seinen Platz. Unter den Hohenzollern war er Gegner gewesen, jetzt war er der König der Literatur. Und das muss man sagen, dass die imposante Gestalt des Dramatikers dem Volk ungleich näher stand als der französisierende Romancier (Heinrich Mann), der die Deutschen belehrte, ohne sie leiden zu können. Darin, vor allem, heimelte Hauptmann seine Landsleute an, dass er im Grund unpolitisch war, ein Dichter, der seine Sache aufs Fühlen und Gestalten, nicht aufs scharfe Denken gestellt hatte. Das Leid der Armen, Zertretenen hatte sein Mitleid zum Klingen gebracht, mitunter, im historischen Schauspiel, sogar das leidige Schicksal der Nation. Jetzt war er alt und hatte sein bestes Werk getan; ließ sich`s aber gefallen, der Dichterfürst der Republik zu sein und bei ihren Staatsakten sein majestätisches Haupt zu zeigen. Als es mit ihr zur Neige ging, schwieg er; als sie es nicht mehr gab, kam er wohl ohne sie und erträglich aus mit ihren Mördern.“

Noch kritischer schreibt Gordon A. Craig (Deutsche Geschichte 1866 – 1945, C.H. Beck, München, 2. Auflage 1999, Seite 694):

„Aber keine Zwangslage vermag zu erklären, warum Männer wie Gerhart Hauptmann und Carl Schmitt, Martin Heidegger und Gottfried Benn, die eine anerkannte Stellung innehatten und breites Ansehen genossen, freiwillig zum Nationalsozialismus überschwenkten und damit den Propagandisten der Partei ein Argument gegen jene lieferten, die dem Regime vorhielten, es werde von den besten Köpfen und den bedeutendsten Künstlern des Landes abgelehnt…… Man möchte argwöhnen, dass Hauptmann, gleich, welche Regierung 1933 an die Macht gekommen wäre, Anlass gefunden hätte, ihr seine Unterstützung anzubieten. Aus dem hageren jungen Radikalen von 1890, der mit seinem Stück „Die Weber“ das Publikum schockiert und aufgerüttelt hatte, war mit den Jahren eine gewichtige und etablierte gesellschaftliche Figur geworden; stolz auf seine vermeintliche Ähnlichkeit mit dem größten Dichter Deutschlands, die er auf jede erdenkliche Weise herauszustreichen versuchte.“

Ich bin nur ein Amateur, das heißt Liebhaber  der Literatur.  Deshalb scheue ich mich,  die Aussagen der Gelehrten zu kommentieren. Nur so viel: Mir scheint, die Werke der Literatur und anderer Künste sollte man, zumindest gedanklich, von den Urhebern trennen. Ein Gedicht von Bert Brecht, Gottfried Benn oder Stefan George wirkt durch sich selbst. Es gibt nur gute oder schlechte Gedichte. Der sie schrieb, mag was immer gewesen sein. Mir sind gute Gedichte von Autoren, die ich politisch oder persönlich ablehne, lieber als schlechte Gedichte von Dichtern, mit denen ich in Fragen der Politik oder Moral übereinstimme. Jetzt aber Schluss mit „Lieschen Müller“- Literaturkritik. Ich kann im Weiteren nur höchst subjektiv berichten, was Hauptmann und seine Werke für mich bedeuten. Die Tatsache zum Beispiel, dass mir  in der Schule beim damals noch selbstverständlichen Lesen der Novellen und Dramen Gerhart Hauptmanns zum ersten Mal meine schlesische Herkunft richtig bewusst wurde. Mein Vater, der aus Niederschlesien stammt, hat  begeistert reagiert, als ich ihm über die Schullektüre berichtete, was bei meiner sonstigen Lektüre, Karl May und Agatha Christie, nicht unbedingt der Fall war. Er kannte ganze Passagen aus dem Biberpelz auswendig und  erzählte dann viel aus seiner Jugendzeit, über das Riesengebirge, Liegnitz und Breslau. Und dann zählte er alle schlesischen Kurorte auf, die er kannte, darunter natürlich auch Bad Salzbrunn, den Geburtsort von Hauptmann. So hat der Schriftsteller dazu beigetragen, dass ich seit dieser Zeit meine schlesische Herkunft nicht mehr vergessen habe.

Die Geschichte des Bahnwärter Thiel, der seine zweite Frau und das gemeinsame Kind tötete, weil sein geliebter, erster Sohn aus der Ehe mit der verstorbenen ersten Frau wegen der Unachtsamkeit der Frau vom Zug überfahren wurde,  habe ich damals sicher nicht verstanden. Heute weiß ich, zu welchen Verzweiflungstaten Menschen fähig sein können, wenn sie ihrem Leidensdruck nicht mehr gewachsen sind.

Der Biberpelz ist mir vor allem als Hörspiel mit Therese Giehse als Mutter Wolffen in Erinnerung. Meinem damals rebellischen Geist hat besonders gefallen, dass in der Komödie die staatliche Autorität die Eigentumsordnung nicht durchsetzt sondern frecher Mutterwitz siegt. So etwas beeindruckt einen Jugendlichen, der ich damals war, und der Siege über das „Establishment“ gern  gesehen hat.

Der realen Vorkommnissen im Schlesien des 19. Jahrhunderts recht nahe Text  im Drama  „Die Weber“ hat mir in dieser Zeit gefallen, weil ich ihn als Aufruf zum Wiederaufleben der 1848 gescheiterten Revolution interpretiert habe. Das schien mir in die 60ger Jahre des 20. Jahrhunderts zu passen, worin ich mich gründlich geirrt habe. Heute berührt mich vor allem  ein Satz aus diesem Stück: „A jeder Mensch hat halt ne Sehnsucht“, der auch in den Rand der bereits genannten Sondermünze eingeprägt ist.

Wegen dieser Erinnerungen schätze ich Gerhart Hauptmann auch heute noch. Ich bin nach Agnetendorf gefahren, ich war an seinem Grab in Hiddensee. Ich war bestürzt, als ich las (Als die Deutschen weg waren, Rowohlt, Reinbek, 2007), dass polnische Milizionäre schon kurz nach seinem Sterben ihre Genugtuung über seinen Tod auf einer Demonstration kundtaten. Umso mehr freut es mich, dass heute in Bad Salzbrunn ein Platz nach ihm benannt ist. Hauptmann soll unmittelbar vor seinem Tod in Agnetendorf noch gefragt haben: „Bin ich noch in meinem Haus?“ Allen Lesern wünsche ich, dass sie auf diese Frage immer antworten können: „Ja, ich bin in meinem Haus, in meiner Heimat.“

Glatz, den 06.12.2012
Hermann Handlos

30.11.2012

Unerstützung der sozialen Arbeit in der Heimat

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 19:21

Zwei Pfarrgemeinden aus Deutschland unterstützen die soziale Arbeit des DFK Glatz.

Andreas Klose und Herrman Zwerschke waren mit den Hilfsgütern aus ihren Pfarrgemeinden St. Elisabeth in Königs Wusterhausen und der Pfarrgemeinde St. Hedwig in Bukow – Müncheberg, in der Grafschaft. Sie unterstützen uns bei der Betreuung unserer alten und gebrechlichen deutschen Mitglieder, wie auch Familien mit behinderten Kindern und in sozialen Notlagen. Gleich mit zwei vollgepackten Fahrzeugen, eines auch mit Anhänger wurde unser Lager mit Winterkleidung und vor allem auch Lebensmitteln und Weihnachtsgebäck gefüllt. Es gab außer Christstollen und Süßigkeiten aber auch Selbstgebackenes und Backzutaten. Spielzeug für Kinder verschiedenen Alters war auch dabei und so wird es in den Familien mit großen Problemen doch keine traurigen Kinderaugen sondern ein strahlendes Lächeln geben. Die Lebensmittel, auch Backzutaten werden wir schon in der ersten Adventwoche verteilen, damit die Weihnachtsbäckerei beginnen kann. Bei den jährlichen Besuchen der Kranken und Bedürftigen in der Weihnachtswoche bringen wir dann zu den Medikamentenhilfen und Winterkohle auch Süßigkeiten und Spielzeug.

Ja, es ist immer wieder eine logistische Herausforderung, was zu welcher Familie, bzw. den wachsenden Kindern passt.  Ob sie aus dem Alter des Puppenspiels heraus sind, sie für die vielen deutschen Märchenbücher schon gut genug gelernt haben u.s.w.

So müssen unsere Frauen auch in der Vorweihnachtszeit noch in sozialer Mission tätig sein und die Männer dann bis hoch zur Heuscheuer im Tiefschnee, oft auch mit Allradfahrzeugen, die Hilfsgüter verteilen. Aber es tut dem Herzen gut und wir begehen das eigene Weihnachtsfest mit Freude, auch anderen geholfen zu haben, denen es nicht so gut geht.

Allen Spendern und vor allem auch den beiden Männern einen herzlichen Dank. Andreas Klose und Hermann Twerschke haben mit ihren Freunden nicht nur Plakate entworfen, die Spenden gesammelt und den Transport organisiert, sie opfern wie auch wir ehrenamtlichen Helfer, ihre Freizeit und fahren auf eigene Kosten, um in der Grafschaft Glatz zu helfen.

Wie schon auf dieser Seite geschrieben, war auch der Malteser Hilfsdienst aus Telgte schon drei Mal in diesem Jahr bei uns und sie haben von Gehhilfen über Rollstühle bis Pflegebetten geliefert.

Es bleibt uns zum Jahresende nur  allen, die finanziell und materiell unsere Sozialarbeit unterstützt haben, ein herzliches Vergelts Gott zu sagen.

Möge der barmherzige Gott Euch beschützen und ich wünsche im Namen aller Mitglieder des DFK Glatz ein besinnliches und frohes Fest, verbunden mit guten Wünschen für das neue Jahr.

Horst Ulbrich
Vorstandsvorsitzender DFK Glatz

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Zum Vergrößern auf die Bilder klicken

13.11.2012

Neues Projekt des DFK Glatz

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 10:09

Leider komme ich erst heute dazu, von unserem schon seit längerer Zeit laufenden Projektes, „Spielend lernen im Vorschulalter“, zu berichten.

Unser Mitglied und Deutschlehrerin Frau Elena Pogoda, die ihre Tochter auch im gleichen Kindergarten betreuen lässt, hat die Aufgabe übernommen. Wie Leser dieser Seite wissen, durfte in den ersten Nachkriegsjahren, gerade hier in der Grafschaft die deutsche Sprache nicht gepflegt werden. Das hat dazu geführt, dass die Nachkriegsgeneration wie auch die folgenden, kaum oder nicht mehr Deutsch können, obwohl sie deutscher Abstammung sind. In einigen Familien wurde zu Hause noch teilweise Deutsch gesprochen, in anderen zu Weihnachten noch ein deutsches Lied gesungen. So ist es leider in kommunistischer Zeit gelungen, deutsche Sprache und Kultur in hohem Maße zu unterdrücken. Alle in der Grafschaft verbliebenen Deutschen sollten polonisiert werden. Zum Glück ist nach der Wende, in demokratischen Regeln,  wieder beides nicht nur erlaubt, sondern wird auch wegen der wirtschaftlichen Verbindungen zu Deutschland vorrangig gefördert.

Wie vielen bekannt, haben wir für alle Altersgruppen Fördermöglichkeiten der deutschen Sprache in unseren Projektangeboten. Grund – und Förderkurs für Erwachsene, Nachhilfe für die Grundschule, Vorbereitungskurs zur Erlangung des Zertifikates Deutsch beim Goetheinstitut für Jugendliche ab 16, wie auch das Kindergartenprojekt sind ein Teil unserer Angebote. Das hat auch maßgeblich zu der Rückgewinnung der verlorenen Mitglieder geführt. Die Projekte werden zur Zeit noch vom deutschen Konsulat finanziell  unterstützt, es bleibt aber immer ein Eigenanteil, um die Fördermittel zu erhalten.

Das Projekt im Kindergarten ist gut angelaufen, aber einige pädagogische Hilfsmittel sind gerade bei den Kleinkindern noch erforderlich. Wir hoffen bald eine große Puppenstube und einen Kaufmannsladen finanzieren zu können, um dort alle Gegenstände zu beschriften, damit die Kinder spielend die deutsche Sprache auch in den Anfängen schon in Schriftform erlernen können. Das wird eine große Hilfe für die Schulzeit und danach sein.

Bericht
Horst Ulbrich
kinder.jpg  Bitte auf das Bild klicken zum Vergrößern.

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