Grafschaft Glatz (Schlesien) Neuigkeiten und Wissenswertes aus Schlesien

5.10.2013

Geburtstag beim DFK Glatz.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 19:28

Geburtstag 007    Geburtstag 013  Zum vergrößern das Bild anklicken.

 

Vorsitzender und Schatzmeister wurden zusammen 116 Jahre alt und der Chor vom DFK Glatz hat mit einstudierten Liedern den Jubilaren entsprechende Ständchen gebracht.

Mit 66 Jahren da geht’s erst richtig rund, passend zum Wiegenfeste des Vorsitzenden und der hatte sich mit Wein und Imbiss bedankt. Um diesen Zusammenhalt der Mitglieder beneidet uns so manch anderer DFK. Schöne gemeinsame Stunden die gleichsam eine Probe für die nächsten Auftritte waren, denn am 30.11. ist schon unsere Adventfeier. Wir beginnen mit einem Deutschen Gottesdienst und dazu werden wieder über 100 Mitglieder erwartet, auch eine Abordnung unserer neu gegründeten DFK Ortsgruppe Kudowa. Herr Konsul Eck hat schon beim Treffen im Generalkonsulat Breslau, zum Tag der Deutschen Einheit seine Teilnahme am Fest zugesagt. Es wird unser Chor in Kirche und Festsaal singen, wie auch am 14.12. im Theater Bad Salzbrunn zum Weihnachtsfest des DFK Waldenburg. Aber vorher kommt am 6.12. noch der Nikolaus zu den Kindern. Das Jahr geht dann mit der Helferfete für Mitglieder, die sich über das ganze Jahr engagieren, zu Ende.

3.10.2013

Tag der Deutschen Einheit

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 20:38

Empfang im deutschen Generalkonsulat Breslau aus Anlass des Tages der Deutschen Einheit am 3. Oktober 2013

Die gefürchteten Morgennebel waren schon verschwunden, als wir vom DFK Glatz, Horst Ulbrich und ich, uns auf den Weg nach Breslau machten. Bald sahen wir „den blauen Himmel unverstellt, herbstkräftig die gedämpfte Welt in warmem Golde fließen“ (Mörike). Es war ein Tag wie aus dem Bilderbuch oder, wie man in Polen sagt: ein wunderschönerTag im goldenen, polnischen Herbst. Als ehemaliger Münchner sage ich dazu Altweibersommer und denke mit ein wenig Sehnsucht an sonnige Nachmittage auf dem Oktoberfest.

Dr. Zeitz hatte wie jedes Jahr auch Vertreter der deutschen Minderheit in Niederschlesien zum Empfang am Tag der Deutschen Einheit eingeladen. Dem Anlass entsprechend unterstrich der Generalkonsul in seiner Begrüßungsansprache die Bedeutung der polnischen Freiheitsbewegung für die deutsche Wiedervereinigung und erhielt dafür Beifall aller polnischen und deutschen Zuhörer. Es ist ja eine in Deutschland häufig zu wenig gewürdigte Tatsache, dass die polnische Solidarnosc und ihr Erfolg eine wesentliche Ursache für das Ende der kommunistischen Regime und damit auch eine der Vorbedingungen für die Wiedervereinigung war. Besonders haben wir uns darüber gefreut, dass Herr Dr. Zeitz die anwesenden Vertreter der, wie er sagte vitalen, deutschen Minderheit in Niederschlesien neben Exzellenzen und Magnifizenzen ausdrücklich gesondert begrüßte und Brückenbauer zwischen Polen und Deutschland nannte, die wesentlich dazu beigetragen haben, dass sich in Kultur und Wirtschaft enge, herzliche, ja freundschaftliche Netzwerke zwischen den beiden Völkern gebildet haben.

In ihrer Antwort dankte die Vizemarschallin der Wojewodschaft Niederschlesien für die Einladung und wünschte sich ein starkes Deutschland, das die Europäische Union mit sicherer Hand aus der Krise führen könne und dabei die volle Unterstützung Polens genießen werde. Auch wenn diese Aussage so ähnlich auch vom Außenminister Polens bekannt geworden ist, zweifelten meine Freunde und Bekannten der deutschen Minderheit, ob alle gesellschaftlichen Kräfte in Polen auch so denken.

Wie dem auch sei. Wir haben den Empfang genossen, vor allem weil er Gelegenheit bot, Freunde und Bekannte wiederzusehen und am gut bestückten Buffet miteinander zu plaudern. Übrigens: Ein paar Grad Celsius mehr hätten dem Aufenthalt im Garten des Generalkonsulats gut getan. Aber der bayerische Föhn kommt halt nicht bis Breslau.

Hermann Handlos

Schriftführer DFK Glatz

Tag der Einheit 007   Dr. Zeitz bei seiner Ansprache zum Tag der Deutschen Einheit.  ( Zum Vergrößern das bild anklicken)

Tag der Einheit 002  Geladene Gäste im Generalkonsulat Breslau

27.9.2013

Wieder ein gelungenes Oktoberfest des DFK Glatz.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 18:08

     Octoberfest 2013 069   

Chor Waldenburg                                                                          Oktoberfest 2013                                                                  Lehrerchor

Zum Vergrößern die Bilder anklicken

 

Schon am 14.9. 2013 feierte der DFK Glatz sein traditionelles Oktoberfest und damit waren wir schneller als das Fest in München, da nur ein Restaurant in Glatz die Kapazität für so viele Gäste hat. Leider mussten wir dem Wetter Tribut zollen und die Teilnehmerzahl auf 150 begrenzen, denn für den geräumigen Außenbereich des Restaurantes, den wir in 2012 mit über 250 Teilnehmern nutzen konnten, war es zu kalt. So konnten nur die dabei sein, die sich frühzeitig in die Liste in unseren Geschäftsräumen eingetragen hatten. Das Oktoberfest ist immer auch eine verbindende Veranstaltung, zu der wir den Chor des DFK Waldenburg und den Lehrerchor mit unserem Schatzmeister H.P.Keuten einladen. Eine Abordnung der Partnerstadt Bensheim, die auch an unserem Fest teilnehmen wollten, standen bis in die Abendstunden im Stau auf der Autobahn. Über den Besuch unseres VDG Vorsitzenden Herrn Gaida aus Oppeln und die Vizevorsitzende Frau Zajaczkowska haben wir uns besonders gefreut, war es doch der erste Besuch in Glatz seit unserer Reaktivierung im März 2010. Auch unsere Mitglieder und Sponsoren, Familie Barth und Familie Rolfing waren extra aus Deutschland angereist, um an unserem Fest teil zu nehmen.

Da viele aus Kudowa, Waldenburg und  Habelschwert einen weiten Weg hinter sich hatten, gab es gleich zu Beginn ein kräftiges Mittagessen. Da es beim Essen bekanntlich ruhig ist, nutze der Vorsitzende Horst Ulbrich die Zeit, einige Gäste zu begrüßen. Nach dem Essen begann sofort das Programm, denn es sollte am Ende auch Zeit für Gespräche und Kurzweil bleiben. Der Lehrerchor erfreute die Gäste mit einem internationalen Programm, gefolgt vom DFK Chor Waldenburg.

Unsere musikalischen Kinder spielten mit Klavier, Klarinette und Trompete und der Glatzer Chor trat dann mit  lustigem Gesang auf. Mein kleiner grüner Kaktus und warum ist es in Glatz so schön begeisterte das Publikum, unterbrochen von Glatzer Mundartgedichten, vorgetragen vom Vizevorsitzenden Joachim Straube. Zu Kaffee und Kuchen spielte Clara, zur Freude aller, auf dem Klavier Kaffeehausmusik. Danach wurde dann zum Tanz aufgespielt und bis in die Abendstunden fröhlich gesungen und das Tanzbein geschwungen. Leider vergehen schöne Stunden all zu schnell und gegen 20 Uhr mussten viele den weiten Heimweg antreten. Die Glatzer feierten dann weiter und wir haben noch lange auf den Stadtrat aus Bensheim gewartet, die es aber nicht mehr geschafft haben, zu uns zu kommen. Das Lied, so ein Tag so wunderschön wie heute beendete eine ausgewogene Feier mit viel Gesang, Tanz und Gesprächen zur Förderung der Gemeinsamkeit.

Am anderen Tag sind einige Mitglieder dann mit der Abordnung aus Bensheim weiter nach Warschau gefahren, um in fünf Tagen Sehenswürdigkeite wie Nationalstadion, Parlament, Deutsche Botschaft usw zu besichtigen.

Die Weihnachtsfeiern werden wir wie immer aufteilen müssen und das nächste große Fest wird erst wieder das Sommerfest 2014 in Ulbrichs Reithalle werden, wo endlich alle Mitglieder und Gäste Platz finden können.

    Octoberfest 2013 090   

Chor DFK Glatz                                                        Ausgelassene Stimmung mit der Adam Combo                                         Kindermusikgruppe

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Mundartvortrag mit Jochen Straube                                           Solo von Horst Ulbrich                                                Heinz Peter Keuten mit einer Schülerin

Bericht Horst Ulbrich

 

26.9.2013

Gründung der DFK Ortsgruppe Tscherbeney / Kudowa.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 22:13

Bischof Dec und Großdechant Jung

Bischof Dec und Großdechant Jung

Nach langen Vorgesprächen mit der Hirschfelder Stiftung, die dem DFK Kreisverband Glatz das Hirschfelder-Haus
Ul. Bolesława Chrobrego
57-350 Kudowa Zdrój
zur Gründung einer neuen DFK Ortsgruppe vermieten wird und Diskussionen mit den Deutschen im Grenzbereich Polen / Tschechien war es dann endlich soweit.

Zum Jahrestag des seligen Kaplan Hirschfelder, an dem erfahrungsgemäß viele Deutsche teilnehmen, hatte Elisabeth Kynast die Deutschen zu einer Gründungsversammlung in das Hirschfelder Haus geladen. Ca 70 meist ältere Deutsche sind dem Aufruf gefolgt und das Haus war oben und unten voll. Der angebotene Kaffee musste von Vielen im Stehen getrunken werden und die Wahl eines Vorstandes konnte nicht gelingen, weil alle auf mehrere Räume verteilt waren und es draußen regnete.  Aber es gab eine einhellige Willensbekundung und die Gründungsversammlung wurde auf den nächsten Tag verlegt, zudem nur Teilnehmer geladen waren, die auch ein Amt übernehmen wollten, oder durch ehrenamtliches Engagement helfen werden, die DFK Ortsgruppe zu betreuen.

Am nächsten Tag, also nach Absprache mit nur 27 Beteiligten wurde eine ordentliche Gründungsversammlung durchgeführt, was am Tag davor wegen der Masse der Interessierten nicht möglich war.

Ein Protokoll der Gründungsversammlung wurde erstellt und die ersten Wahlen vorgenommen.

Gründungsprotokoll Ortsgruppe DFK Kudowa unter dem Kreisverband der Deutschen sozial-kulturellen Gesellschaft Glatz.

1.  Anwesend waren 27 Gründungsmitglieder, die Beschlussfähigkeit wurde festgestellt.

2.  Eine Anwesenheitsliste wurde erstellt.

3.  Wahl:

Erste  Vorsitzende:
Elisabeth Kynast
Ul. Bolesława Chrobrego
57-350 Kudowa Zdrój

Zweiter Vorsitzender:
Jaroslaw Jung
Zatisi 1575
54701 Nachod

Kasse:
Jadwiga Teuber
Jakubowice 1
57-350 Kudowa Zdroj

Schriftführer:
Maria Stwertetschka
Ul. Kosciuszki 118
57-350 Kudowa Zstoj

Die Wahl bei allen Kandidaten war einstimmig. Herr Jung aus Tschechien wurde zum 2. Vorsitzenden gewählt, weil er deutsch, polnisch und tschechisch spricht und ein Ansprechpartner für alle Mitglieder ist. Er wird in nächster Zeit die Adressen der Deutschen auf Tschechischer Seite ermitteln, Frau Kynast auf der polnischen Seite. Nach Aussage der 1. Vorsitzenden sollen es über 280 ältere, in der Heimat verbliebene Deutsche sein.

Nach der Adressenermittlung ist das nächste Treffen auf den 22.11. festgelegt worden. Es soll zu dem Termin eine Weihnachtsfeier geplant werden, eventuell mit dem Kreisverband in Glatz. Der Vorsitzende des Kreisverbandes Glatz, Herr Ulbrich brachte eine Spende von 200,- PLN für die Kasse mit, die als erste Eintragung in das noch leere Kassenbuch eingetragen wurde. Herr Ulbrich wird die neue Ortsgruppe beim Dachverband VDG in Oppeln am 30.9. 2013 vorstellen. Ein Kostenrahmen ist schon im Voraus an den VDG versendet worden. Man geht von einer positiven finanziellen Unterstützung aus, da die Gründung der Ortsgruppe auch vom  Vorsitzenden VDG Herrn Gaida vor Jahresfrist vorgeschlagen wurde.

Gegen 19 Uhr wurde die Gründungsversammlung beendet.

Großer Andrang im Hirschfelder Haus

Großer Andrang im Hirschfelder-Haus

9.9.2013

67. Jahreswallfahrt der Grafschaft Glatz nach Telgte 2013

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 22:27

Joachim Kardinal Meisner
und Großdechant Franz Jung –
beide geschätzte schlesische Kirchenführer
mit eigenem Vertreibungserleben –
leiteten die

67. Jahreswallfahrt der Grafschaft Glatzer Katholiken
zur Gnadenmutter von Telgte
– 30./31. August 2013 –

 

Bitte auf die Bilder klicken.

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Der Wallfahrtsort für leidgeprüfte Menschen

Telgte, nur gut 10 km von Münster in Westfalen entfernt, bildet das Ziel für die Wallfahrer, die schweres Leid zu tragen haben. In ihrer Not pilgern sie zum Gnadenbild der schmerzhaften Muttergottes, jährlich um die 100 000. Hier finden sie keine Darstellung der Himmelskönigin, der Herrscherin, der Siegerin. Die Statue in Telgte schenkte durch die Jahrhunderte Trost, Linderung des Seelenleids, Seelenfrieden, bewirkt durch den Anblick des aus Pappelholz geschnitzten Bildnisses, das die sitzende Mutter Jesu zeigt, ihren totenstarren Sohn in ihren Armen haltend. Zu ihr steigen die Gebete auf, zu ihr, die selbst unbeschreibliches Leid getragen hat. Bei ihr erfleht man Verständnis und Hilfe in Sorge und Verlassenheit, weil sie aus eigenem Erleben Einsicht und Verstehen erwarten läßt. „Wer hat je umsonst deine Hilfe angefleht? Wann hast du vergessen ein kindlich Gebet?“

So wurde gerade diese Wallfahrtsstätte, seit 1651der Hauptwallfahrtsort des Münsterlandes, auch von den aus der Grafschaft Glatz Vertriebenen sinnvoll ausgewählt, als Zuflucht für die Heimatvertriebenen und Entrechteten. 

Fester Termin im Jahreslauf

Immer am letzten Wochenende im August versammeln sich hier die ehemaligen Bewohner des „Herrgottswinkels“, des „Marienlandes Glatz“. Über die Jahrzehnte hin lädt Großdechant Franz Jung seit 1983 in der Tradition seiner Vorgänger Dr. Franz Monse, Prälat Leo Christoph und Prälat Paul Sommer das Grafschafter Gottesvolk zum gemeinsamen Gebet, zur gemeinsamen Trauer, zum gemeinsamen Kraft-schöpfen ein, wobei sich die Pilger über das Schreckliche des erlittenen Unrechts austauschen, aber zugleich auch den Blick versöhnlich nach vorn richten. So wirkt das Wallfahrtsgeschehen noch lange nach; es gibt Halt und Zuversicht.  

Hoher Besuch

Joachim Kardinal Meisner verlieh in diesem Jahr der Wallfahrt durch seine Teilnahme eine besondere Note. Zu seinem Erzbistum Köln mit rund 8 Millionen Gläubigen gehören neben Köln die Diözesen Aachen, Essen, Limburg, Trier und auch Münster, so daß der Erzbischof bei seinem Besuch innerhalb der Grenzen seines bischöflichen Amtes blieb.

Als gebürtiger Schlesier aus Lissa nahe Breslau pflegt er ein gutes Verhältnis zu den Grafschaft Glatzern; es ist nicht seine erste Begegnung mit ihnen. Es sei hier zum Beispiel an die Einweihung des Wege- und Gedenkkreuzes des Bildschnitzers Alfred Langer (Neuwaltersdorf) am „Haus Schlesien“ in Königswinter-Heisterbacherrott am 26. Mai 1991 erinnert und vor allem an die Seligsprechung von Kaplan Gerhard Hirschfelder im Hohen Dom zu Münster am 19. September 2010! Dort sprach er die noch gut im Gedächtnis haftenden Lobesworte aus: „Gerhard Hirschfelder – Christ, Priester und Martyrer – ist einer von euch. Zunächst werden das im engeren Sinne die Grafschafter und Schlesier sagen dürfen.“

Durch die Patenschaft der Stadt Köln über Breslau im Jahre 1950 wurde eine neue Verbindung aufgebaut. Insofern war es eine gute Fügung, daß Bischof Joachim Meisner von Berlin 1989 zum Erzbischof von Köln berufen wurde!

Beide Bischofs- und Domstädte waren im Mittelalter durch die sog. „Hohe Straße“ (über Leipzig und Görlitz) als Messestädte der Hanse direkt miteinander verbunden. Die heutige Straßenführung geht über die A 4 und durchquert Erfurt, Dresden und Görlitz.

Seit 1987 gedenken beide Städte in großer Verehrung der Philosophin Edith Stein, die in Breslau geboren wurde, 1933 als Ordensschwester Teresia Benedicta vom Kreuz in den Kölner Karmel aufgenommen und 1942 von der Hitlerdiktatur in den Gaskammern in Auschwitz-Birkenau ermordet wurde. Papst Johannes Paul II. nahm 1987 ihre Selig-, 1998 ihre Heiligsprechung vor. Sie wurde von ihm zur Schutzheiligen Europas erklärt.

Kardinal Meisner pflegt die Beziehungen zu seiner Heimatstadt Breslau, so z. B., als er 1991 bei der Umbettung des Kardinals Bertram vom Friedhof Jauernig (seit 1945 dort bestattet) in den Breslauer Dom sowie 1997 beim Eucharistischen Weltkongreß in Breslau sehr präsent war. Er bekennt sich zum Schlesiertum! Sein Eintritt in den Ruhestand bedeutet einen herben Verlust!

Einzug zum Altar auf dem Zeltpodest

Vor der Propstei nahmen alle Mitwirkenden nach den Anweisungen des Zeremoniars Dieter Schöngart Aufstellung und zogen in Prozession durch das Kirchenschiff zum Zeltaltar auf dem großen Versammlungsplatz zwischen der Kirche und der Baumallee am Schwesternhaus. Messdiener/innen führten den Zug an. Es folgten Fahnenabordnungen – z. B. mit den Bildnissen des Arnestus von Pardubitz und des Seligen Gerhard Hirschfelder sowie des Glatzer Gebirgsvereins -, dann etwa 20 Priester und Diakone sowie eine gleich große Anzahl an Ordensschwestern, vier „Ritter vom Heiligen Grab zu Jerusalem“ in ihren weißen Mänteln mit dem Jerusalemkreuz und dem schwarzen Barett; den Abschluß bildeten Kardinal Meisner, Großdechant Jung und Visitator Dr. Giela.

Propst Heinz Erdbürger fand freundliche Worte zur Begrüßung und hieß alle herzlich willkommen.

Der Festgottesdienst

In Konzelebration mit Großdechant Franz Jung, Visitator Dr. Joachim Giela, Prälat Johannes Adam und Pfarrer Reinhard Gröger feierte Joachim Kardinal Meisner mit etwa anderthalb Tausend Gläubigen das Festhochamt. Ausdrücklich wünschte er sich als Eingangslied „Hier liegt vor deiner Majestät“ aus der „Michael-Haydn-Messe“, aus der weitere Lieder gesungen wurden, ergänzt durch Marienlieder „O Mutter mit dem Himmelskinde“, „Seht die Mutter voller Schmerzen“, „Geleite durch die Welle“ sowie „Uns zum Himmel zu erheben“ und „O höchstes Gut, o Heil der Welt“, die jeweils vom sangeskundigen Dirigenten Georg Jaschke angesagt wurden.

Predigt des Erzbischofs Joachim Kardinal Meisner

In seiner Ansprache wies sich Kardinal Meisner als inniger Marienverehrer aus, tiefgläubig in seiner schlesischen Mentalität und bestrebt, eine geschwisterliche Aussöhnung zwischen den europäischen Völkern zu erreichen. Schon die Anrede „liebe Landsleute aus Nah und Fern“ zeigte seine Heimatverbundenheit, und so stellte er die Mutter Jesu in der Frömmigkeit dar, wie es den Grafschaft Glatzer Katholiken schon immer eigen war.

„Jesus hat für sich eine irdische Mutter gewollt, damit seine Jünger nie mutterlos und damit heimatlos würden. … Das letzte Gleichnis der Heimat ist die Mutter. … Am Kreuz gibt Jesus in der Person des Johannes Maria uns allen zur Mutter: `Siehe, deine Mutter´(Joh. 19,27). Und damit ist das Haus mit Maria das Ur-Zuhause und die Ur-Heimat des Menschen schlechthin geworden. … Maria ist die gemeinsame Mutter aller Gläubigen, aller Italiener, aller Tschechen, Polen und Deutschen, und darum sind wir untereinander als Marienkinder auch wirkliche Geschwister. … Die Hand der Mutter führte uns ins Mutterhaus, auch ins Mutterhaus unseres Heimatortes, nämlich in die Heimatkirche, wo wir Gott zum himmlischen Vater und Maria zur himmlischen Mutter erhielten. Daher mussten wir keine heimatlosen Waisenkinder werden, auch dann nicht, wenn Vater oder Mutter oder beide gestorben sind oder uns die irdische Heimat verloren ging. So kommen wir hier nach Hause, nicht in die Fremde. Denn die Gottesmutter erwartet uns in ihrem stillen Heiligtum in Telgte.“

Dann trat er in eine Meditation und führte über das Gnadenbild aus: „Maria sitzt aufrecht und stellt die vertikale Linie des Kreuzes dar. Auf ihren Armen hält sie den toten Sohn, und er stellt die horizontale Linie des Kreuzes dar. Das Kreuz ist das plus-gewordene Minus der Welt durch den Einsatz Gottes. Und das hat in Maria, der Pieta, menschliche Gestalt angenommen. Beide Linien, die vertikale und die horizontale, kreuzen sich im Herzen der Mutter Jesu. … Maria steht auch – und vergesst das nicht – unter unseren persönlichen Kreuzen. … Auch in der letzten Stunde wird sie dabei sein: wir sterben zwar allein, aber nicht mutterseelenallein.“

Er  wandte auch den Blick hin zu der verlorenen Heimat, indem er erfreut anmerkte:

„Wir danken den Bewohnern unserer alten, lieben Heimat, daß sie unsere – also unsere gemeinsamen – Heiligtümer, Kirchen, Kapellen und Altäre hegen und pflegen, sodaß wir immer wieder nach Hause kommen können: nach Albendorf, auf den Schneeberg, nach Glatz, nach Wartha, auf den St. Annaberg.“

Recht gern vernahmen die Zuhörer/innen aus dem Munde des Predigers, wie er den Grafschaft Glatzer Seligen als Schutzbefohlenen der Gottesmutter vorstellte und erneut ein Lob anbrachte, daß er schon einmal vor drei Jahren aussprach. „Eine solch marianisch geprägte Person aus der alten Heimat ist der unvergeßliche Jugendseelsorger der Grafschaft Glatz, der selige Gerhard Hirschfelder. Ich kann euch Grafschafter nur beglückwünschen, daß ihr außerhalb der Grafschaft Glatz hier in Münster, eifrig, lautlos, tapfer an dem Selisprechungsprozeß gearbeitet habt, sodaß er uns gleichsam wiedergeschenkt wurde bei der Seligsprechung im Dom zu Münster. Er ist und bleibt einer von uns, der gezeichnet ist durch das Kreuz, durch die Pieta, durch die schmerzhafte Muttergottes. Er ist die kostbarste Gabe, die Mitgift, die ihr von zu Hause aus der alten Heimat hierher mitgenommen habt.“  

Fürbitten

Hierbei wurden die großen Anliegen der Kirche vorgetragen –

  • für eine gute Zukunft der Jugendlichen bei der Ausbildung, beim Recht auf Arbeit und Heimat,
  • für eine Überwindung von Grenzen zu Freiheit und Geschwisterlichkeit,
  • für alle in der Missionsarbeit und die Wohltäter an den Heimatvertriebenen,
  • für alle Verstorbenen – stellvertretend für Propst Günther Negwer, Schwester Christiane Schnorr und Anneliese Lechler – zur Aufnahme in die ewige Herrlichkeit,
  • für alle Völker zur Beendigung von Krieg und Feindschaften, besonders in Ägypten und Syrien.

Kreuzwegandacht

Während der Mittagspause, wo sich die Teilnehmer/innen in den verschiedenen Trefflokalen in gemeinsamer Wiedersehensfreude zusammenfanden, die „Glatzer Stube“ oder „Religio“, das Museum für religiöse Kunst besuchten, oder auch sich an den zahlreichen Verkaufswagen mit schlesischen Wurst- oder Backwaren stärkten, lud der treue und immer einsatzbereite Diakon Ewald Pohl zur Kreuzwegandacht in die Wallfahrtskirche, wo sich eine stattliche Anzahl einfand und mit ihm sang und betete.

„Heimatwerk der Grafschaft Glatz e. V.“ in unermüdlichem Einsatz

Rund um die Kirche und in den angrenzenden Straßen waren viele Helfer und Helferinnen eifrig bei der Arbeit, um die Pilger/innen zu betreuen. Es handelte sich vorwiegend – neben vielen zusätzlichen ehrenamtlichen Helfern/innen – um den Personenkreis, der vormals im „Pastoralrat“ mitarbeitete. Als dem Großdechanten das Amt des „Visitators“ 2012 aus Altersgründen aberkannt worden war, mußte sich der „Pastoralrat“ auflösen. Unter dem neuen „Firmennamen“ als „Mitarbeiterkreis des Großdechanten (MAK)“ im „Heimatwerk Grafschaft Glatz e.V.“ bildet die Gruppe ein solides Fundament, auf die sich der Großdechant weiterhin vertrauensvoll und zuverlässig stützen kann.

In großer Dankbarkeit nahm der Großdechant von dem vielseitigen Einsatz der Hilfskräfte Kenntnis, so z. B. im Cafe bei Kaffee und Kuchen, im Basar mit den schönen Bastelarbeiten, am reichhaltigen Büchertisch, beim Verteilen der Erbsensuppe des „Malteser Hilfswerks“ -,  und er führte später auch Kardinal Meisner an den „Tatort“, wo sich  beide persönlich mit einem herzlichen „Vergelt´s Gott“ bedankten.  

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 Marienandacht als Abschluß 

In der vollbesetzten Kirche feierten Großdechant Jung, Prälat Adam, Propst Erdbürger, Pater Galke und weitere Priester und Diakone mit den Pilgern/innen die Abschlußandacht.

Pater Georg Galke aus Dessau nahm als Predigtthema: „Wer glaubt, wird selig“ und wählte als Einstieg Überlegungen der Autorin Bettina Baltschev vom Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) auf ihrer Suche nach einer Beziehung zu Gott, zum Glauben an ihn. Ob sie eine Bindung an ihn, „an einen Gott, der es, wie sie selbst sagt, gut mit ihr meint, der ihr zum Heil ist, der sie also selig macht“,

finden wird, bleibt noch offen. Glauben, so erläutert Pater Galke, heißt, „mehr und mehr überzeugt zu sein, daß Gott uns liebt, daß wir ihm vertrauen können, daß wir ihn liebhaben dürfen und können, daß wir ihn also nie und nimmer fürchten, vor ihm Angst haben müssen, sondern daß er im Gegenteil liebevoll seinen Arm um uns legt“! Maria habe dieses große Vertrauen zu Jesus aufgebracht, „und so steht gerade bei uns Glatzern der Versuch, aus Marias Haltung zu leben, wie sie zu denken, zu urteilen und zu handeln, … voller Verständnis an der Seite der Menschen sein und mit ihnen gehen – in ihren Sorgen, Leiden, Fehlern und Freuden. … Und ich glaube, das war auch immer die Marienfrömmigkeit und die gläubige Sicht der Glatzer gegenüber Maria – es ging uns nicht um irgendwelche Lehrsätze und Dogmen, wir sahen Maria als unsere Begleiterin und Schutzfrau, der wir vertrauen, die wir lieben“. „Wenn ich an Gott, an Gottes Geist, den heilenden Atem Gottes glaube, dann bin ich in der Folge in der Lage, mich zu ändern, gar zu bessern. Das ist fürwahr seligmachend!“

Im Anschluß folgten Gebete und Lieder, wobei Pfarrer Karras mit seiner klangvollen Stimme mit der Gemeinde die „Grüssauer Rufe“ sang und Propst em. Kuschel mit heiterer Miene die Andachtsgegenstände segnete, die dann den Weg zu den Daheimgebliebenen antraten.

Durch ausgewählte Geschenke ehrte der Großdechant im Altarraum Ludwig und Hannelore Adelt, Johannes und Marianne Güttler und Peter Güttler für ihre wertvolle Unterstützung über vier Jahrzehnte bei den Wallfahrten, der Organisation und Betreuung bei Fahrten zu den Gnadenstätten in der Grafschaft Glatz sowie vieler hilfreicher Aktivitäten im ehemaligen Pastoralrat und anderen Grafschafter Gremien. Auch drei Ordensfrauen aus dem Schwesternhaus in Telgte ließ er eine Ehrung zuteil werden, die stetig und zuverlässig die Grafschafter Stelen in ihrem Garten gepflegt und mit Kerzenlicht versehen haben.

Großdechant Jung dankte noch einmal nach allen Seiten und brachte eine große Neuigkeit an die Öffentlichkeit:

Für Bruder Fortunatus Thanhäuser aus Volpersdorf (am 21.11.2005 verstorben in Kattappana) läuft der Selig/Heiligsprechungsprozeß, eingeleitet durch die „Barmherzigen Brüder“ und die indischen Bischöfe. Er wirkte im Urwaldgebiet des Hochgebirges von Kerala, wo er unter anderem für etwa 5000 Familien der Ärmsten ein Obdach geschaffen hat.

25000 Trauernde begleiteten den Sarg zur kleinen Grabkapelle und bewiesen ihm so die Ehre für sein frucht- und segensreiches Wirken durch den Aufbau von Krankenanstalten, Sozialeinrichtungen und die Gründung der Ordensgemeinschaft „Schwestern der Nächstenliebe vom heiligen Johannes von Gott“. 

Daran schloß sich das Gebet zum Seligen Gerhard Hirschfelder an und mit dem Heimatlied „Über die Berge schallt…“ endete das religiöse Großereignis. 

Merke: Es gibt inzwischen zwei Päpste,
aber immer nur einen Großdechanten!  

Günther Gröger, Altgersdorf

22.8.2013

Buchautor Herr Berke beim DFK in Glatz

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 10:58
Diskussionsforum  In der Mitte Dr. Süß mit Buch.

Diskussionsforum
In der Mitte Dr. Süß mit Buch.

Buchautor Herr Berke

Buchautor Herr Berke

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Am 3.8. war der schlesische Buchautor Joachim Berke beim DFK in Glatz

Joachim Berke
Geboren am 18.11.1930 in Bad Landeck/Niederschlesien.
Aufgewachsen von 1932 bis 1941 in Glatz/Schlesien, danach wieder in Bad Landeck wohnhaft. Besuchte das altsprachliche Gymnasium in Glatz. Zu Ostern im Jahr 1946 nach Ostfriesland vertrieben.
Der Autor fotografierte in zahlreichen Ländern auf mehreren Kontinenten und veröffentlichte Erzählungen, Fachliteratur, Bildbände und Bildberichte.

Wie so oft kommen Urlauber der Vertriebenengeneration aus Deutschland zu unseren Öffnungszeiten am Samstag von 11 bis 14 Uhr und manchmal sind es auch berühmte Schlesier. Joachim Berke war mit seiner Familie wieder einmal in Schlesien unterwegs und machte natürlich auch einen Besuch bei den Deutschen in der Grafschaft. Unserer deutschen Bibliothek überließ er dann einige seiner Werke, die sofort großes Interesse weckten und wie es der Zufall bringt, war zu dieser Zeit auch der Buchautor Dr. Süß in unserer DFK Geschäftsstelle zu Gast, der mit seiner Familie auf Ulbrichs Reiterhof seinen Urlaub verbrachte und dem Berkes Werke natürlich gut bekannt waren. So ergab sich sofort eine rege Diskussion, die in unserem wöchentlichen Diskussionsforum weiter geführt wird. Auch Dr. Süß hatte bei seinem letzten Besuch in der Grafschaft einige seiner Bücher zur Verfügung gestellt.
Wir danken noch einmal und sind glücklich immer wieder Gäste begrüßen zu können, die sich in Wort und Schrift um die alte Heimat bemühen.
Herzlichen Dank und ein schlesisches Vergelts Gott
Horst Ulbrich

24.7.2013

Einweihung des historischen Tores in Niederschwedeldorf.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 18:52
Nach der Renovierung von Tor und Ramen.

Nach der Renovierung von Tor und Ramen.

Niederschwedeldorf 005

Begrüßung durch die Dorfsprecherin Niederschwedeldorf

Niederschwedeldorf 019

Frau Ulbrich als Dolmetscher für die anwesenden Polen
Helmut Göbel
Großdechant Franz Jung

 

Anmerkungen zu Niederschwedeldorf (Szalejow Dolny) oder Arnost von Pardubitz und Helmut Göbel

Auf den ersten Blick ist Niederschwedeldorf (Szalejow Dolny) ein Dorf in der Grafschaft Glatz wie viele andere. In einem lieblichen Tal strebt ein gut und naturgerecht ausgebautes Flüsschen (Bystrzyca Dusznicka) der Glatzer Neiße zu. Am linken und rechten Ufer des Baches reiht sich Haus an Haus, nicht selten mit Garten und Blütenpracht vor und hinter dem Gebäude. Diese Gestaltung eines Dorfes erinnert an die planmäßige Anlage deutscher Siedlungen im Gebirge und dessen Vorland, die sogenannten Waldhufendörfer.
Auf den zweiten Blick, ergänzt durch die Lektüre der entsprechenden Artikel im Handbuch der historischen Stätten, Band Schlesien, wird klar, dass Niederschwedeldorf (bezeugt 1269 in einer Prager Urkunde und damit eines der ältesten dokumentierten Dörfer in der Grafschaft Glatz) auf eine nahezu 800jährige Geschichte zurückschaut. Arnestus von Pardubitz, der berühmte erste Prager Erzbischof, der erste Kanzler der Prager Universität und enge Berater von Kaiser Karl dem IV. kaufte das Dorf etwa 100 Jahre nach seiner ersten Erwähnung und schenkte den Besitz dem von ihm gegründeten Augustiner – Chorherrenstift in Glatz. Die Augustiner entfalteten insbesondere im 16. Jahrhundert eine rege Bautätigkeit in Niederschwedeldort und bewahrten die Erinnerung an Arnestus , indem sie unter anderem das Wappen seiner Familie in eines der Tore der Mauer um das Kirchengelände anbringen ließen.
Es wird Zeit, auf den eigentlichen Anlass dieser Zeilen einzugehen. Weitere historische Auslassungen würden den Leser vielleicht ermüden oder gar den Ausspruch provozieren: Der Autor möge aufhören, Eulen nach Athen zu tragen.
Wer kümmert sich heute um die steinernen, manchmal auch hölzernen Zeugnisse der Vergangenheit? Da ist zum Beispiel der Erzengel-Michael-Verein in Niederschwedeldorf mit einer ganzen Reihe aktiver Mitglieder, die sich um die Erhaltung der kulturellen Werte der Vergangenheit verdient gemacht haben. Dies ist bemerkenswert , weil es sich nicht um ihre, sondern vor allem um deutsche und böhmische Geschichte geht.
Und nicht zu vergessen: In und um Niederschwedeldorf ist Helmut Göbel seit Jahren unermüdlich tätig. Er hat die Rekonstruktion und Erneuerung von Denkmälern, Kapellen und Wegkreuzen (Straße der Denkmäler) in seinem Heimatdorf zu seinem Lebenswerk gemacht. Angefeuert durch seinen Enthusiasmus und unter seiner Regie haben viele Dorfbewohner mitgeholfen, sein Lebensmotto „Denkmäler sind die geistige Botschaft der Vergangenheit“ in der Realität umzusetzen. Helmut Göbel scheut sich aber auch nicht, seine guten Beziehungen zu polnischen und deutschen Institutionen und Firmen zu nutzen, um seine Ziele zu erreichen.
Eines dieser Ziele war seit langem, das unter Denkmalschutz stehende und seit Jahren nicht begehbare Törchen zur Kirchenmauer wieder in den ursprünglichen Zustand zu versetzen. Dazu mussten einige große Heuscheuer-Platten erneuert , die Wände neu gemauert , verputzt und gestrichen werden. Als Herkulesarbeit erwies sich der Einbau einer neuen Holztüre. Luftgetrocknetes Eichenholz wurde aus Westfalen beschafft, damit das Törchen wieder dem Originalzustand entspricht. Allerdings zeigt das Holz nicht zu tilgende Spuren der neueren Geschichte. Die vom Einmarsch der Amerikaner in Münster zurückgebliebenen Verfärbungen aufgrund eingeschlagener Granaten wurden bewusst nicht beseitigt. Helmut Göbel nahm dies mit Humor und sagte: „Das Holz der neuen Türe hat unter den Amerikanern gelitten, ich habe noch russische Granatsplitter im Leibe. Beide haben das überlebt.“
Im Juli konnten endlich fast alle Arbeiten abgeschlossen werden. Großdechant Jung war gekommen, um das neue Tor einzuweihen. Als symbolische Geste durften alle Teilnehmer an der Feier zum ersten Mal nach langer Zeit durch das Tor gehen. Helmut Göbel dankte in einer bewegenden Ansprache allen Helfern. Die Ortssprecherin Frau Mariola Nakwasinska von Niederschwedeldorf , Frau Elisabeth Kynast, ein Vertreter der Stadt Glatz und Horst Ulbrich DFK Glatz richteten Grußworte an die Versammelten. Die Gruppe der Dorffrauen musizierten zum Ausklang der Feier.
Möge das Tor auch in Zukunft ein kleines Zeichen für die Verbindung zwischen Völkern, für die Öffnung von realen und virtuellen Mauern bleiben!

Glatz, 22.07.2013
Hermann Handlos
Schriftführer DFK Glatz

16.7.2013

Deutsch / Polnisches Fest in Rotwaltersdorf

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 15:43
Deutsch / Polnischer Gottesdienst

Deutsch / Polnischer Gottesdienst

Im Kulturhaus Rotwaltersdorf

Im Kulturhaus Rotwaltersdorf

Dorffrauen aus Rotwaltersdorf und Niederschwedeldorf

Dorffrauen aus Rotwaltersdorf und Niederschwedeldorf

Fröhlicher Abschluss mit Grillen und Tanzmusik auf dem Reiterhof Ulbrich

Fröhlicher Abschluss mit Grillen und Tanzmusik auf dem Reiterhof Ulbrich

 

Ein schlesischer Sommertag in Rothwaltersdorf (Czerwieńczyce) und Schwenz (Święcko). Ein kleines Beispiel für gute deutsch-polnische Zusammenarbeit und Freundschaft

Am westlichen Fuß des Warthagebirges gelegen durchlebte das kleine Dorf Rothwaltersdorf seit seiner ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1347 eine wechselvolle Geschichte. Mehrfach änderte sich sein Name, eine Herrschaft löste die andere ab, Kriege überzogen den kleinen Ort mit Feuer und Schwert. Nach 1945 musste die deutsche Bevölkerung wie in ganz Schlesien ihre Heimat verlassen und neue Bewohner, zum Teil Heimatvertriebene aus Ostpolen, ließen sich in Rothwaltersdorf nieder.
Es scheint, dass die Menschen, hoffentlich für alle Zeit, aus der Geschichte gelernt haben und nunmehr ein hoffnungsvolles Kapitel des Zusammenlebens aufschlagen. In Rothwalterdorf und Umgebung jedenfalls sind Polen und Deutsche auf einem guten Weg. Dies zeigte auch eine mit Unterstützung des DFK Glatz durchgeführte Veranstaltung der Dorffrauen am 14. Juli 2013.
Am Vormittag versammelten sich an diesem wunderschönen Sommersonntag etwa 160 Gläubige (vor allem aus Rothwaltersdorf und Niederschwedelsdorf, darunter viele Frauen in Trachten sowie deutsche Gäste) in der im 18. Jahrhundert barockisierten Kirche Sankt Bartholomäus und feierten eine polnisch-deutsche Messe, in deren Verlauf Renate und Horst Ulbrich vom DFK Glatz die Fürbitten in Polnisch und Deutsch vortrugen. Anschließend begrüßten Frau Sołtys und Horst Ulbrich die zu Kaffee und Kuchen Eingeladenen im Gemeindezentrum Rothwaltersdorf. Das Jahrestreffen nach der Einweihung des Nepomukdenkmals in Rothwaltersdorf war eine Innitiative von Frau Inge Bulitz und Herrn Helmut Göbel, der auch die Renovierung des Denkmals vor Jahresfrist organisierte.
Nach einem Spaziergang durch das Dorf begaben sich etwa 60 Teilnehmer in bereits sehr aufgelockerter Atmosphäre zum Reiterhof Ulbrich, wo der grillerfahrene Joachim Straube vom DFK Glatz alsbald die Gäste mit verführerischen Düften anlockte und die Tanzmusik Adam aufspielte. Mit Speis und Trank, Gesang und Tanz verging die Zeit wie im Fluge. Nur drohende, schwarze Gewitterwolken konnten die ganze Gesellschaft von der Wahrheit des Sprichworts überzeugen: Man muss aufhören, wenn es am schönsten ist.
Wenn wir uns bemühen, die Atmosphäre dieses Sommersonntags in unseren Herzen zu bewahren, können wir gewiss sein, dass der Herr die vorgetragene Fürbitte erhören wird:

Hermann Handlos
Schriftführer DFK Glatz

18.6.2013

DFK Treffen mit den Patschkauer Wanderdohlen.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 10:16
Tafel an der Kirchenmauer

Tafel an der Kirchenmauer

Einweihung der Tafel mit Diakon A.Klose und em Pfarrer aus Geseeß

Einweihung der Tafel mit Diakon A.Klose und dem Pfarrer aus Geseß

Patschkauer und polnische Kirchengemeinde bei der Einweihung.

Patschkauer und polnische Kirchengemeinde bei der Einweihung.

Mit den Wanderdolen

Mit den Wanderdohlen

Horst Ulbrich mit den Patschkauer Wanderdohlen

Horst Ulbrich mit den Patschkauer Wanderdohlen

Zum Vergrößern auf die Bilder klicken.

DFK Treffen mit den Patschkauer Wanderdohlen.

Es immer wieder eine Freude, die treuen Freunde Schlesiens in der Grafschaft begrüßen zu können.
Nun sind die Wanderdolen eine der beständigsten Gruppen, die sich in Schlesien nicht nur zum Wandern aufhalten. Schon im Vorfeld hatten wir für sie eine Tafel in Deutsch und Polnisch anfertigen lassen und an der Kirche in Geseß, Nähe Patschkau angebracht. Sie weist am Friedhofseingang darauf hin, dass hier auch Deutsche ihre letzte Ruhe gefunden haben. Eine Aktion die Schule machen sollte. Stirbt uns die Erlebnisgeneration weg, so wird danach aus Deutschland niemand mehr Tafeln anbringen, die auf die deutsche Vergangenheit in Schlesien erinnert.
Eine wichtige und bleibende Erinnerung an deutsche Zeiten für die kommenden Generationen.

Nun höre ich schon wieder bei einigen Lesern::: die Polen werden die Tafeln zerstören oder entfernen….
Nein liebe Freunde, das wird von den meisten Polen gelobt und den Pfarrern gefördert. Natürlich gibt es hier und in Deutschland die Unverbesserlichen, die alle Aktionen in der Heimat unterbinden möchten. Aber das ist nicht die Zukunft von Aussöhnung und Verständigung. Es gibt auch immer wieder Heimatreisende die ganz bewusst den DFK in der Frankensteiner Str in Glatz nicht besuchen, weil sie unsere Arbeit in der Heimat nicht unterstützen wollen. Jedem hier lebenden Deutschen ist das unverständlich und es passt nicht in die Zeit nach der demokratischen Wende in Polen.
Zu loben ist deshalb jegliche Aktionen, die die Anwesenheit der Deutschen in Schlesien bekunden und die schlimmen Zeiten im Bewusstsein halten. In diesem Fall sei den Patschkauer Wanderdohlen gedankt, dass auch sie, wie andere Gruppen Zeichen hinterlassen.
Die Tafel wurde im Rahmen der gemeinsamen Messe eingeweiht und mit Blumen sowie einem Grablicht geschmückt. Bei einem Abschlusstreffen zum Kaffee im Derhämtehäusla wurde gemeinsam gefeiert und gesungen.

Horst Ulbrich
DFK Glatz

Großes Aufräumen auf dem jüdischen Friedhof in Glatz

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 09:20

Einsatz auf dem jüdischen Friedhof in Glatz.
In konzertierter Aktion des DFK Glatz mit dem polnisch – deutschen Freundeskreis aus Glatz wurde auf dem jüdischen Friedhof Ordnung geschaffen. Leider konnten die umgefallenen oder umgeworfenen Grabsteine ohne entsprechende Gerätschaften nicht wieder auf den alten Platz gestellt werden und die Mitglieder mussten sich auf grobes Aufräumen beschränken. Abgefallene Äste aus dem alten Baumbestand und das Laub wurde zu großen Haufen zusammengetragen.

Die Koordination der Arbeit übernahem der Vorsitzende des polnisch – deutschen Vereins Herr Zelaszkiewicz. Man beschloss die Laubhaufen gleich anzuzünden, damit sich das Laub beim nächsten Sturm nicht wieder ausbreitet. Aber kaum gezündelt war die, von Nachbarn alarmierte Feuerwehr da und hat gelöscht. Da Herr Zelaszkiewicz auch einer der Gefängnisdirektoren und bekannt ist, wurde kein Protokoll angefertigt, was eine Strafe zur Folge hätte.

Ich musste in dieser Zeit in unseren Geschäftsräumen eine deutsche Gruppe betreuen. Wir hatten aus der Kirchengemeinde Königswusterhausen auch ein elektronisches Klavier als Spende für unseren Chor bekommen, das für die Chorleiterin sehr wichtig war. Deshalb hatte ich nur den Transport der Gerätschaften übernommen. Nach vielen Stunden war der erste Arbeitseinsatz beendet und als kleines Dankeschön wurde danach auf Ulbrichs Reiterhof zu Bier und Bratwurst geladen.

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Zum Vergrößern bitte Bilder anklicken

Da der eigentliche Besitzer des Friedhofes eine jüdische Gemeinde aus Warschau ist, werden wir uns dorthin wenden, ob eine Möglichkeit besteht, finanzielle Unterstützung von Sponsoren zu erhalten, um mit schwerem Gerät die Grabsteine wieder auf ihren Platz zu stellen. Beim oberen Teil wird sich das kaum lohnen, da dort zum großen Teil auch die Grabumrandungen zerstört sind. Hier sollten die vorhandenen Steine in die Friedhofsmauer eingebaut und die Fläche planiert mit Gras bepflanzt werden.
Die weiteren Arbeiten sind ohne finanzielle Unterstützung nicht zu bewerkstelligen, aber ein Anfang ist gemacht die totale Verwahrlosung zu stoppen und dem fühlen wir uns auch als Christen verpflichtet.

Bericht Horst Ulbrich

4.6.2013

VDG Konferenz „Deutsche in Polen“

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 19:29

Zum Vergrößern bitte auf die Bilder klicken.

Podiumsdiskussion mit dem Vorsitzenden

Podiumsdiskussion mit dem Vorsitzenden

Konzert in der Basilika

Konzert in der Basilika; 2. Reihe v.links: Vorsitzender H. Gaida, Konsul Eck

St. Annaberg

Wallfahrt der Minderheiten

Dialog zwischen den Generationen: „Kompromiss oder Konflikt“

Vom 31.5. bis zum 2.6.2013 fand schon traditionsgemäß eine Konferenz beim Dachverband der DFk`s in ganz Polen statt. Der DFK Glatz gehört nicht zu dem Kreis, wird aber dazu eingeladen. Als Konferenzort wurde wieder das Pilgerheim am St. Annaberg gewählt. Dadurch hatten wir auch die Möglichkeit an der Minderheitenwallfahrt „Schöpft aus dem Glauben-gestaltet das Leben“ am 2.6. teilzunehmen.
Erfreulich bei der Konferenz war, dass es nicht nur Referate zu verschiedenen Themen gab, sondern interaktiv in workshops gearbeitet wurde, um gemeinsame Lösungen zu drei Themen zu erarbeiten.

1. Gruppe: Was gibt uns die Jugend in den DMI Strukturen?
(Erwartungen der Jugend – Erwachsenen)
2. Welche Strukturen brauchen wir für die Jugendarbeit in der DMI
( Deutsche Minderheit)
3. Wie kann man zusammenleben? Möglichkeiten des Kompromisses

Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden des Verbandes der deutschen sozial – kulturellen Gesellschaften in Polen, Bernard Gaida sprachen verschiedene Vorsitzende über die Perspektive zur Jugendarbeit in ihren Organisationen.
Persönlich hatte ich mich für die dritte Gruppe vorbereitet, „Wie kann man zusammenleben? Möglichkeiten des Kompromisses“. Wie vielen bekannt, war die Zusammenarbeit und Unterstützung, die wir nach unserer Neugründung des DFK Glatz in 2010, erhofft hatten, mehr als kontraproduktiv und ich hoffte auf bessere Akzeptanz und Zusammenarbeit in der Zukunft. Leider war, für mich völlig unverständlich, in dieser Gruppe die Konversationssprache polnisch und zu fachlichen Diskussionen reicht mein polnisch nicht aus. Da wir Glatzer nicht zum Dachverband VDG gehören, habe ich mich dazu nicht geäußert. Also wechselte ich mit meiner Frau in die 2. Gruppe. Ein wirklich abwechslungsreicher und motivierender workshop unter professioneller Führung von Herrn Klis von IFA und es bleibt zu hoffen, dass die Gruppen, bei denen Defizite in der Jugendarbeit zu verzeichnen sind, Erfahrungen aus dem Ergebnis umsetzten können.
Zu bemerken bleibt, ein erster Ansatz dieser Konferenzen, die Zuhörer nicht nur mit Referaten zu unterhalten, sondern zu breiten Diskussionen anzuregen. Ein wirklich positiver Wandel.
Da es in dieser Konferenz ausschließlich um die Bindung der Jugend und damit die Verjüngung der Gesellschaften ging, wurde mein Anliegen, Problematik der Orts – und Kreisgruppen der DMI durch Überalterung der Vorstände und das Auslaufen der Frischmittel in ca. drei Jahren, die uns das Überleben durch Übernahme der Miete und Bürokosten sichern, nicht behandelt.
Zur Kenntnis:
In Niederschlesien, wo die deutsche Bevölkerung durch Vertreibung wegen der Nähe zur Grenze fast zu 100 % war, ist der Zusammenhalt wegen der Entfernungen nicht einfach zu bewerkstelligen, was uns in Glatz, trotz des großen Einzugsgebietes von Bad Kudowa bis Habelschwerdt, ca. 80 km, bisher gelungen ist. Sorgen machen uns dabei die sehr alten Mitglieder, die regelmäßig zu betreuen und zu unterstützen sind. Es hätte uns natürlich gefreut, mehr Unterstützung des Verbandes zu erhalten. Als ich von „DFK on tour“ durch das Schlesische Wochenblatt Kenntnis bekam, habe ich sofort um einen Besuch gebeten. Leider musste ich erfahren, dass es nur für den Kreis Rybnik zuträfe. Hoffentlich wird auch für Niederschlesien endlich eine ähnliche Möglichkeit geschaffen, denn viele Gesellschaften haben große Probleme die dem Dachverband bisher unbekannt sind.
Bleibt zu hoffen, dass der VDG zur nächsten Konferenz vorher einmal bei Kreis – und Bezirksverbänden Erkundigungen einzieht, um auch überlebenswichtige Themen an der Basis der DMI mit zu behandeln.
Alles braucht wohl seine Zeit, aber ein Anfang zu interaktiver Arbeit ist gemacht.

Horst Ulbrich
Vorsitzender DFK Glatz

28.5.2013

Buchautorin Frau Taubitz beim DFK

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 16:06
Viel Interesse beim Konversationskurs

Viel Interesse beim Konversationskurs

Frau Taubitz und der DFK Vorstand

Frau Taubitz und der DFK Vorstand

Frau Taubitz mit Kursleiter H.P. Keuten

Frau Taubitz mit Kursleiter H.P. Keuten

Am Montag, dem 6. Mai 2013, war die bekannte schlesische Schriftstellerin Monika Taubitz zu Besuch beim DFK Glatz.

Eingeladen hatte sie der Deutsch-Konversationskreis, wo sich jede Woche Deutsche und Polen aus Glatz und Umgebung treffen, um unter Leitung unseres Vorstandsmitglieds und Fremdsprachenlehrers Heinz-Peter Keuten (Wölfelsdorf) gemeinsam ihre deutschen Sprachkenntnisse zu pflegen.
Monika Taubitz liegt die GrafschaftGlatz besonders am Herzen, weil sie als geborene Breslauerin bis 1946 in Eisersdorf gelebt hat. Diese Zeit ihrer Kindheit ist auch Gegenstand der meisten ihrer Werke. Zu der Einladung war es gekommen, weil am Konversationskreis auch eine gute polnische Freundin, DFK-Mitglied Magda Basińska, regelmäßig teilnimmt, die im heutigen Eisersdorf (Żelazno) wohnt.
Frau Taubitz, die heute in Meersburg am Bodensee wohnt, war Anfang Mai wieder einmal zu Besuch in der Grafschaft, um anschließend zu Dichterlesungen in Breslau und der Universität Warschau weiterzureisen. So hatten wir im DFK die besondere Ehre, sie auch wieder bei uns in Glatz begrüßen zu dürfen. Nach einer kurzen biographischen Einführung las sie aus mehreren Gedichten und Prosawerken vor. Anschließend stellte das interessierte Publikum viele Fragen zu Werk und Leben der Schriftstellerin. Insbesondere über das Gedicht „Kindheit an der Biele“ wurde ausführlich gesprochen. Zur Verbesserung der deutsch-polnischen Verständigung übersetzte dankenswerterweise Frau Zasępa, die auch Mitglied des Konversationskreises und Berufsübersetzerin ist, ins und aus dem Polnischen. Auch die Gedichte wurde in beiden Sprachen vorgelesen. Der bewegende Abend endete mit gemütlichem Zusammensein mit Getränken und einem kleinen Imbiss.

Heinz-Peter Keuten

30.4.2013

Vortrag beim DFK Glatz mit Fam. Jakobs

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 09:22

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Zum Vergrößern auf die Bilder klicken: Frau und Herr Jakobs bei ihrem Vortrag in den Räumen des DFK.

Am Sonnabend, den 27.04.2013, konnten wir in den Geschäftsräumen des DFK Glatz das Ehepaar Edith und Ernst-August Jocobs aus Cuxhaven begrüßen. Edith Jacobs geb. Thieler stammt aus Gompersdorf. Beide engagieren sich seit Jahren um den Erhalt unserer schlesischen Kultur und Tradition. Auf ihre Initiative hin konnte z.B. das „Hämtehäusla“ beim „Haus Lerchenfeld“, welches vielen bekannt sein dürfte, gebaut werden. Vor wenigen Tagen erhielt Edith Jacobs das Schlesierkreuz der Landsmannschaft. Wir konnten uns an diesem Tag über einen multimedialen Vortrag mit dem Thema
„Das Bauernjahr in den schlesischen Bergen“
freuen. Volles Haus und die Mitglieder des DFK Glatz waren begeistert, leider ist in unseren Geschäftsräumen nicht mehr Platz. Die älteren Mitglieder fühlten sich ein wenig in ihre Kindheit versetzt, wo mit wenigen Maschinen und viel Handarbeit auf den Feldern die Ernte eingebracht wurde. Die Nachkriegsgeneration, im Westen geboren und zurück in der schlesischen Heimat, kannten die Geschichten bisher nur aus Erzählungen der Eltern. Mit diesem Vortrag wurde noch einmal anschaulich mit vielen Bildern, Gedichten in der Mundart und musikalischer Untermalung das Leben in den schlesischen Bergen dokumentiert. Auch Pater Arndt aus Breslau kann dazu und im Anschluss feierten wir, wie immer am letzten Samstag im Monat, unseren deutschen Gottesdienst in der Kirche in der Frankensteiner Straße. Wieder ein ausgefüllter Tag der Begegnung in der Heimat, denn schon am Vormittag waren die Malteser aus Telgte beim DFK Glatz um unser Lager für Hilfsmittel  mit Pflegebetten, Rollstühlen usw. zu füllen, damit wir weiterhin unsere Mitglieder versorgen können.

Jochen Straube

28.4.2013

Hilfe aus Deutschland für Bedürftige Schlesier

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 21:13
Hilfe der kath. Kirche aus Königswusterhausen

Hilfe der kath. Kirche aus Königswusterhausen

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Private Hilfe aus Münster

Hilfsgüter

Malteser Hilfsdienst am 23.3.2013

Gesammelt

2. Hilfstransport am 27.4.2013

Schon vor drei Wochen waren die Malteser aus Telgte mit einem Hilfstransport beim DFK in Glatz.
Sie hatten drei Pflegebetten dabei und viele andere dringend benötigte Hilfsmittel. Da uns aber weitere Voranmeldungen für spezielle Betten für die häusliche Pflege vorlagen, wurde uns ein baldiger Hilfstransport in Aussicht gestellt. Schon am letzten Samstag kamen sie mit weiteren sechs Pflegebetten, Rollstühlen, Rolatoren und anderem Pflegematerial. In der nächsten Woche können wir damit Menschen nach Schlaganfall und anderen Behinderungen helfen. Herr und Frau Hüser von den Maltesern sind von Freitag 26.4. mit dem LKW die ganze Nacht gefahren, um Samstag bei uns abladen zu können. Nach einer kurzen Nacht in Schlesien sind sie dann am Sonntag wieder zurück, denn sie sind berufstätig und müssen am Montag wieder in Telgte ihren Dienst tun. Wir können uns nur im Namen der von uns betreuten kranken Menschen ganz herzlich bedanken und sind glücklich, dass es immer noch Menschen gibt, die ehrenamtlich helfen und die weiten Wege nach Glatz fahren.
Auch private Initiativen aus Deutschland helfen uns bei der immer umfangreicher werdenden Sozialarbeit. Herr Pollok aus Münster hatte für den DFK Glatz vor Ostern, wie auch schon vor dem Weihnachtsfest einen Hilfstransport, auch mit persönlich gepackten Päckchen mit Süßigkeiten und Geschenken für Bedürftige in seiner Kirchengemeinde organisiert, wie auch der Diakon Herr Klose aus Königswusterhausen. Nur durch die Hilfe aus Deutschland können wir hier so manche Not lindern helfen.
Dafür aus der Grafschaft Glatz ein herzliches vergelt’s Gott.

Horst Ulbrich
Vorstand DFK Glatz

Liceum Habelschwerdt: Wettbewerb in fremdsprachlicher Dichtung.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 13:00

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Bild 1 Vortrag der Schüler                                                      Bild 2 Das Prüfungsteam                                                     Bild 3 Teilnehmer des Wettbewerbes mit Prüfungskommission

 

Am 22. April 2013 fand am Allgemeinbildenden Liceum (der ehem. Hermann-Stehr-Aufbauschule) in Habelschwerdt der V. Wettbewerb für fremdsprachliche Dichtung statt, an dem Schülerinnen und Schüler aus drei weiterführenden Schulen aus Glatz und Habelschwerdt teilnahmen. Organisiert wurde der Wettbewerb von den Fremdsprachenlehrern Małgorzata Feszczuk und Heinz-Peter Keuten (DFK-Vorstandsmitglied). Die insgesamt 20 Kandidatinnen und Kandidaten trugen selbst ausgewählte Gedichte in vier Fremdsprachen vor: Deutsch, Englisch, Französisch und Russisch. Die Jury bestand aus Fremdsprachenlehrern der teilnehmenden Schulen sowie zwei Mitgliedern der Deutschen Sozial-Kulturellen Gesellschaft (DFK) aus Glatz – Hedwig Klopot und Elena Pogoda. Die Teilnehmer zeigten ein beachtliches Niveau beim Vortrag der z.T. sehr anspruchsvollen Werke (u.a. Gedichte von Heinrich Heine, Shakespeare, Jean de la Fontaine und Tolstoi, aber auch moderne Dichtung), manche brachten sogar beeindruckende Requisiten und musikalische Begleitung mit. Neben der richtigen Aussprache und Intonation wurde auch die Vortragsweise, Gestik und Mimik sowie der Kontakt zum Publikum bewertet. Die Sieger in den vier fremdsprachlichen Kategorien waren:
1. Französisch: Natalia Sakuta aus Glatz mit „Miroir transparent“ (Gilles Hénault)
2. Deutsch: Klaudia Raczak aus Glatz mit „Alle Männer müssen kämpfen“ (Xavier Naidoo)
3. Russisch: Ewelina Decker aus Glatz mit „Под лаской плющевото пледа” (Марина Цветаева)
4. Englisch: Klaudia Raczak aus Glatz mit „Material Girl“ (Madonna).

DANK ALLEN TEILNEHMERN UND HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH DEN GEWINNERN!
Die besten drei Kandidaten jeder Sprache erhielten wertvolle Sachpreise wie Wörterbücher, fremdsprachliche Literatur, Bildbände sowie Computerzubehör.
An dieser Stelle sei den Sponsoren der Sachpreise ein besonderer Dank ausgesprochen:
– Bürgermeisterin und Stadt Habelschwerdt (Amt für Stadtwerbung)
– Heimatgruppe Habelschwerdt mit ihrem Vorsitzenden Herrn Heribert Wolf
– Deutsche Sozial-Kulturelle Gesellschaft Glatz (DFK Glatz)
– Elternrat des Allgemeinbildenden Liceums in Habelschwerdt.

Bericht Horst Ulbrich

15.4.2013

Dieses BLOG wurde leider Opfer von Hacker-Angriffen

Filed under: Allgemein — admin @ 14:44

In den letzten Tagen wurde dieses BLOG der Grafschaft Glatz leider ein Opfer von Hacker-Angriffen mit zahlreichen SPAM-Kommentaren und Trackbacks.

Daher ist leider die automatische Registrierung nicht mehr möglich. Auch mussten die bisher registrierten Leser leider weitgehend gelöscht werden.

Vielen Dank für Ihr Verständnis!

9.3.2013

Vortrag unseres DFK Mitgliedes Manfred Spata im Museum Schweidnitz.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 20:53

dsci0014.JPG  Begrüßung durch den Museumsdirektor.                                 dsci0025.JPG  Manfred Spata bei seinem Vortrag

dsci0044.JPG  Das Museum Schweignitz am Ring                                             dsci0030.JPG  Eröfnung der Ausstellung

Zum Vergrößern bitte auf die Bilder klicken.

Schlesien in der Kartographie vom 15. bis 19. Jahrhundert               

Eine Präsentation von Manfred Spata im Muzeum Dawnego Kupiectwa in Schweidnitz

 Karten sind etwas aus der Mode gekommen.  Heute  schaltet  man den Navigator ein, der  mit ruhiger Stimme zum Zielort führt. Wer nie mit dem Finger auf der Landkarte sein Traumland gesucht hat, kann schwerlich verstehen, was den Reiz eines Atlanten ausmacht, der  von der näheren Heimat bis in ferne Regionen die Welt in Farben zeigt und erklärt. Das gilt in meinem Fall vor allem für historische Darstellungen. Sie zeigen zum Beispiel, dass Grenzen sich aufgrund geschichtlicher Entwicklungen vielfach verändern. Was  gesicherter geografischer Besitz eines Volkes war, kann schnell verloren gehen. Grenzen werden am grünen Tisch gezogen, und Gott sei Dank werden sie manchmal auch durchlässiger oder entfallen ganz. Weil wir vom DFK Glatz  wie viele andere Sinn und Unsinn von Landesgrenzen, Sprachbarrieren ganz gut kennen, hat uns die Ankündigung von Manfred Spata sehr neugierig gemacht, in Schweidnitz  unter dem Titel „Schlesien in der Kartographie vom 15. bis 19. Jahrhundert“ eine Ausstellung zu präsentieren, unter anderem die berühmte Schlesienkarte von Martin Helwig aus dem Jahr 1561.

10 Mitglieder des DFK Glatz  machten sich am 8. März auf den Weg in die schöne Stadt Schweidnitz. Das Zentrum mit Markt und Rathaus lag bei unserer Ankunft schon im winterlichen Dunkel,  beeindruckte uns aber auch im Schein der Laternen. Einige zückten schon jetzt ihre Fotoapparate. Im renovierten Museum begrüßten uns Manfred Spata und sein Sohn sehr herzlich mit den Worten: „ Die Grafschafter sind gut vertreten“. Freundlich empfangen und begrüßt vom Direktor des Museums, Herrn Mgr. Wieslaw Roskowicz und vom Leiter der Abteilung Geschichte, Herrn Dr. Dobieslaw Karst, leitete Manfred Spata seinen Vortrag vor mehr als 50 Besuchern mit Dankesworten für die Direktoren des Museums und die Leitung des Hauses Schlesien in Königswinter ein, die zum Gelingen der Ausstellung erheblich beigetragen haben. In seiner Präsentation  verstand es Manfred Spata sehr gut, die historische Bedeutung, ja Einmaligkeit der Schlesienkarte von Martin Helwig aus dem Jahr 1561 zu begründen. Er verknüpfte dabei die wichtigsten Entwicklungen (unter anderem Reformation, Erfindung des Buchdrucks) in der Zeit der Entstehung der Karte in sehr lehrreicher Form. Vor den Augen der Zuhörer entstand so ein plastisches Bild dieser Epoche.

Es soll hier nicht der Vortrag in voller Länge wiedergegeben werden. Wer neugierig geworden ist, möge die Erläuterungen zur Helwig-Karte im Internet unter „Manfred Spata“ nachlesen.

Drei Anekdoten möchte ich aber erwähnen:

Manfred Spata zeigte  die verblüffende Ähnlichkeit der historischen Silhouette von Schweidnitz mit den Ortsanfangs- und endeschildern auf den Straßen Polens hin.  Außerdem erläuterte er, dass Helwig sich im damals  wohl überwiegend katholischen Schweidnitz wie in babylonischer Gefangenschaft gefühlt habe und ein pekuniär weniger attraktives  Angebot der Lateinschule Maria-Magdalena in Breslau,  die er später erfolgreich als Rektor leitete, anderen Offerten vorzog. Dies zeigt, dass das Wort von Friedrich II. (Jeder soll nach seiner Fasson selig werden) damals in Schlesien noch nicht galt. Bei der Besichtigung der Ausstellung suchten die Grafschafter auf allen Karten natürlich zuerst Glatz und fanden es auch.  Sie stellten dabei fest, dass die Schreibweise im Lauf der Jahrhunderte mehrfach wechselte. Wir einigten uns darauf, dass die Schreibweise „Glotz“, wenn man das O etwas in die Länge zieht, der Aussprache des  Ortsnamens im Dialekt sehr nahe kommt.

Wer neugierig geworden ist:

Die Ausstellung in Schweidnitz ist vom 9. März bis 21. April (Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 10.00 bis 15.00 Uhr, Samstag und Sonntag von 11.00 bis 17.00 Uhr) geöffnet und wird im Museum, Rynek 37 gezeigt.

Hermann Handlos

Schriftführer DFK Glatz

dsci0033.JPG  Bild mit der Abordnung des DFK Glatz     dsci0031.JPG  M. Spata führt selbst durch die Ausstellung.

11.2.2013

Karneval 2013 beim DFK Glatz

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 19:24

karneval2013-038.JPG Gleich nach der Begrüßung das Ulbrich – Duo karneval2013-053.JPG Leider war das Licht für Bilder aus dem Saal sehr dunkel.

karneval2013-062.JPG Bei einigen Tanzspielen war Geschicklichkeit gefordert.  karneval2013-076.JPG  Und immer wieder Gruppenbilder.

karneval2013-013.JPG  Getanzt wurde bis in die Nacht.   karneval2013-047.JPG  Das Vorstandtrio quält die Gitarren.

Karneval beim DFK Glatz                                                                                   Zum Vergrößern die Bilder anklicken!

Plötzlich war sie da, die närrische Zeit, aber passt das zu Schlesien, wo in den Geschäften nicht einmal Karnevalartikel zu kaufen sind? Nun sind die Rückkehrer in der schlesischen Heimat unserer Eltern ja aus ganz Deutschland und haben den Karneval mit nach Schlesien gebracht.

So gab es nach vielen anderen Festen in 2012 nun den ersten Versuch einer Karnevalsveranstaltung beim DFK in Glatz und es war, wie erwartet, ein Erfolg. Nun hatte sich der Vorstand aus dem karnevalserprobten Westen auch gut vorbereitet, um mit allerlei Blödsinn für gute Stimmung zu sorgen. Da war der Auftritt des Ersatzheino, der wegen der Sonnenbrille seinen Text kaum lesen konnte und bei „Hoch auf dem gelben Wagen“ die Brille wechseln musste, und das war nicht geprobt. Gefolgt vom Ulbrich – Duo mit dem Lied Marmor Stein und Eisen bricht…“

Der DFK – Chor hatte seinen Auftritt mit Rheinliedern, teilweise auch geändert auf den Text „ Warum ist es in Glatz so schön…… weil die Mädel so lustig und die Burschen so durstig…“.

Der Vorstand brachte ein Potpourri zu Gehör und quälte dazu die Wimmerhölzer, auch Gitarren genannt. Es gab zu jeder Vorführung tosenden Applaus und es lag nicht nur an dem gesponserten deutschen Wein aus der Pfalz. Als Grundlage gab es gleich zu Beginn ein warmes Essen, das beim Wirt bestellt war. Die weiteren Speisen wurden aus Kostengründen  von den DFK – Mitgliedern selbst hergestellt. Bis in die Nacht wurde getanzt und ausgelassen gefeiert und alle waren sich einig, das sind die Feste, die den Zusammenhalt des DFK Glatz festigen und auch die jüngeren Mitglieder begeistert. Leider mussten wir auch hier wieder aus Kostengründen reduzieren und hatten Listen nur  bis zu 70 Teilnehmern im Büro ausgehängt. Hoffen wir, dass im nächsten Jahr alle in Kostümen an der Feier teilnehmen, auch die,die in diesem Jahr noch etwas skeptisch waren und in Anzug und Krawatte erschienen. Aber die ausgelassene Stimmung lässt hoffen.

Hier war bis vor Kurzem noch die Ankündigung zu unserem Sommerfest.  Das müssen wir leider aus Kostengründen ausfallen lassen. Aber das Oktoberfest wird stattfinden, voraussichtlich Ende September. Der genaue Termin wird noch bekannt gegeben.

Beitrag

Horst Ulbrich

Auf diesen Bericht, erreichte mich eine Information, dass der Karneval vor dem Krieg schlesische Tradition  gewesen sei, aber schlesischer Fasching genannt wurde und ich bitte Kenner der Materie um Aufklärung. Der DFK fühlt sich deutscher Kultur und alten Traditionen verpflichtet. Wir sind engagierte deutsche Rückkehrer in 2. Generation und für jede Information aus früheren Zeiten dankbar.

Unter Kommentare kann jeder seine Meinung äußern. Wir bitten ausdrücklich darum.

Horst Ulbrich

13.1.2013

Verdienstorden für unser DFK Mitglied Helmut Goebel.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 19:49

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Bild 1.   Frau Ewa Mankowska liest den Bescheid des polnischen Staatspräsidenten Komorowski zur Verleihung des Verdienstordens der Republik Polen V Klasse, vor.

Bild 2.  Herr Stanislaw Rakoczy , Staatssekretär des Innenministeriums beim Sektempfang nach der Verleihung.

Bild 3. Über 100 Personen aus Politik und Wirtschaft waren bei der Verleihung dabei.

 Polnischer Verdienstorden für Herrn Helmut Goebel

Das neue Jahr begann in Glatz mit einer erfreulichen Ehrung für die langjährige, erfolgreiche Arbeit von Helmut Goebel, der die Rekonstruktion und Erneuerung von Denkmälern in seinem ehemaligen Heimatdorf Niederschwedelsdorf (Szalejow Dolny) zu seinem Lebenswerk gemacht hat. Der polnische Staatspräsident Bronislaw Komorowski verlieh dem Mitglied des DFK Glatz, Herrn Helmut Goebel, in Würdigung seiner Verdienste um den Prozess der Annäherung lokaler polnischer und deutscher Vereinigungen den Verdienstorden der Republik Polen V.Klasse.

In Vertretung des Staatspräsidenten überreichte der Unterstaatsekretär des polnischen Innenministeriums, Herr Stanislaw Rakoczy, unserem Helmut das Ehrenzeichen. Der Geehrte konnte und wollte seine Rührung nicht verbergen, als er der Verleihungsrede (übersetzt von Frau Renata Ulbrich) lauschte.

Herr Rakoczy erinnerte daran, dass Helmut Goebel seit 1970 in Zusammenarbeit mit den Dorfbewohnern, den Mitgliedern des Erzengel-Michael- Vereins, dem Gemeindeamt und dem Amt für Denkmalschutz 36 Denkmäler, Kapellen, Wegkreuze erneuert habe. Er betonte die Verdienste von Helmut Goebel, der als Hauptinitiator der ganzen Aktion unermüdlich tätig gewesen sei und insbesondere die notwendigen finanziellen Mittel beschafft habe. Überzeugt von seinem Lebensmotto – „Denkmäler sind die geistige Botschaft der Vergangenheit“ – habe er über Jahre erfolgreich gewirkt und durch sein Talent, andere, insbesondere junge Gemeindebürger und deren Gemeinschaften in Niederschwedelsdorf (Szalejow Dolny) für die Mitarbeit an der großen Aufgabe zu begeistern, in hervorragender Weise zum besseren Verstehen zwischen Polen und Deutschen beigetragen. Das gegenseitige Verständnis zwischen Völkern, insbesondere wenn sie, wie das polnische und das deutsche Volk, in der mehrere Jahrhunderte währenden gemeinsamen Geschichte nicht nur gute Erfahrungen miteinander gemacht haben, könne nicht allein durch völkerrechtliche Verträge gefördert werden, so notwendig sie sein mögen. Entscheidend sei die Zusammenarbeit zwischen den Menschen verschiedener Nationalität, das Kennenlernen der Sitten und Gebräuche, der Sorgen und Nöte der anderen. So könnten Vorurteile abgebaut und die Voraussetzungen für eine friedvolle Zukunft geschaffen werden.

Helmut Goebel habe dies in exemplarischer Weise vorgelebt und mit der Einweihung der „Straße der Denkmäler“ im Rahmen des 550jährigen Bestehens der Grafschaft Glatz am 6. Juni 2009 eine Krönung seines Wirkens erfahren.

In seiner Dankesrede, die er, überwältigt von allzu verständlichen Gefühlen, mehrfach unterbrechen musste, vergaß der Geehrte nicht, auf die erfolgreiche Zusammenarbeit mit staatlichen polnischen Stellen hinzuweisen und sich für deren Einsatz im Sinne seines Anliegens zu bedanken. Offenbar hatte er seine Ausführungen gut vorbereitet, denn die Liste der Persönlichkeiten, die er ausdrücklich  nannte, schien kein Ende zu nehmen. Die erwähnten Honoratioren nahmen die Worte des neuen Ordensträgers aber alle mit sichtlichem Wohlgefallen auf. Natürlich galt Helmut Goebels Dank auch allen, die ihr Scherflein zur Finanzierung der Vorhaben beigetragen haben.

Besonders beeindruckt waren die Anwesenden als Helmut Goebel seine zahlreichen Mitarbeiter in Niederschwedelsdorf (Szalejow) erwähnte und dabei mit den Tränen kämpfte. Alle spürten, dass dort Freundschaften entstanden sind, die ein ganzes Leben dauern. Dies bestätigte sich in den Worten der Vertreterin des Erzengel-Michael-Vereins. Alle Zuhörer hatten den Eindruck, dass Helmut Goebel dort wie ein Vater verehrt, ja geliebt wird.

Für uns vom DFK Glatz, die wir wegen der Ehrung Helmut Goebels eingeladen waren, schien mit der Ordensverleihung der Höhepunkt des Neujahrstreffens der Stadt Glatz erreicht. Dennoch verfolgten wir das weitere Programm mit Interesse. Der Vortrag des Chores Makrotumnia aus Duszniki Zdr. (Bad Reinerz) zeigte auf, welches hohe Ziel der DFK Glatz mit seinem Chor anstreben sollte. Danach informierte der Gemeindevorsteher über das Investitionsprogramm für das Jahr 2013 und zeichnete besonders aktive Unternehmen mit dem Geschäftshufeisen, insbesondere für die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen. Den mit deutschen Neujahrsempfängen vertrauten Gästen kamen diese Programmteile sehr bekannt vor, insbesondere weil danach mit Sekt auf das Neue Jahr angestoßen wurde und ein Buffet dazu einlud, die guten Vorsätze vom Silvesterabend bezüglich einer Diät umgehend zu vergessen.

In bleibender Erinnerung wird uns aber die Ehrung für Helmut Goebel bleiben, dem wir an dieser Stelle noch einmal sehr herzlich zur Auszeichnung gratulieren möchten. Helmut, Du bist für uns ein leuchtendes Vorbild und wir wünschen Dir noch viele Jahre bei bester Gesundheit und rüstiger Tätigkeit.

Hermann Handlos

30.12.2012

Hilfe zu Weihnachten für bedürftige Mitglieder.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 13:21

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Besuch bei Frau Hauschke in Straußdörfel.     Bitte auf die Bilder klicken.

Wie immer in der Weihnachtszeit besuchen wir alte und kranke Mitglieder um kleine Geschenke zu bringen, aber auch Geld für die Medikamentenhilfe und manchmal auch Winterkohle.

Nun hatten wir in diesem Jahr das Glück aus zwei Kirchengemeinden aus Deutschland einen Transport mit Süßigkeiten, allerlei Backwaren und sehr viel Winterbekleidung zu bekommen. Zunächst haben wir, soweit die Größen geschätzt werden konnten, Sachen für unsere Bedürftigen ausgesucht, die nicht mehr zum DFK kommen können. Auch wenn das Wetter vor Weihnachten ja nicht zur Jahreszeit gepasst hat, so war es mir doch ganz recht und ich konnte alle erreichen. Im letzten Jahr bin ich in Karlsberg unter der Heuscheuer im Schnee stecken geblieben und nur ein Schlepper konnte mich wieder auf eine befahrbare Straße ziehen. In diesem Jahr hatte sich aber auch ein Vereinsmitglied mit einem Geländewagen angeboten, sollte es zu ähnlichen Wetterverhältnissen kommen. Man muss dann immer viel Zeit mitbringen, um alle alten Geschichten zu hören und ich bin bei alleinlebenden immer erstaunt, wie perfekt sie Deutsch sprechen, obwohl sie das ganze Jahr mit der Heimatsprache keine Kontakte haben. Es werden alte Bilder gezeigt und bei Frau Hauschke, deren Bilder ich veröffentlichen darf, werden wir im Frühjahr mit einigen Männern die alte Steintreppe richten. Sie hatte geklagt, bei Glätte schon öfter gefallen zu sein. Ich traf sie bei der Hinfahrt auf der Straße mit ihrer alten Mimmi, ein kleiner Hund und sie sagt, er sei wohl auch so alt wie sie. Kurzerhand wurde im überfüllten Auto für Frau Hauschke und die Mimmi Platz geschaffen und wir haben sie mit den Wintersachen und Geschenken nach Hause gefahren.

Nun leben einige unserer Bedürftigen in schlechten Wohnsituationen und auch weitab jeglicher Dörfer, wie besagte Frau Hauschke. Sie bewohnt das letzte Haus an der  Grenze und  weiter geht der Feldweg dann nicht mehr in den Berg hinein. Ihre Vorfahren lebten seit dem 16ten Jahrhundert in Strausdörfel und es wäre eine Dokumentation wehrt, ihre Erlebnisse mit den Grenzern beider Seiten, auch dem kleinen Handel über die Waldgrenzen u.s.w. in einer Geschichte  festzuhalten. Ich habe mir fest vorgenommen doch öfter als nur 2 Mal im Jahr Besuche zu machen, schließlich sind fast alle, die nicht mehr zum DFK kommen können, um und über die 80 Jahre alt.

Noch Heilig Abend dann die Tour Neurode und Jugow, denn zu Hause lag meine Frau mit Angina im Bett. Es war eine aufregende Vorweihnachtszeit, aber es tut dem Herzen gut, denen zu helfen, die es bitter nötig haben. Nach Weihnachten haben wir dann das Kleiderlager  in der Reiterstube eröffnet und den Rest den Ordensschwestern der Klarissen mit Backwaren gebracht. In deren Kirche findet jeden letzten Samstag im Monat unser deutscher Gottesdienst statt.

Privat war Weihnachten dann sehr ruhig, ich habe meine gewünschte Duschbürste bekommen. Einen weichen, weißen Rollkragenpullover, den ich mis gewünscht hatte, gab es nicht zu kaufen. Schon bei meinem Besuch im November in Deutschland nicht, wie auch in Schlesien. Na wenn man auch so ausgefallene Wünsche hat.

Allen Lesern ein gesundes Neues Jahr.

Unter jedem Bericht ist ein Feld „(Keine) Kommentar(e)“ zum Anklicken und man kann Kritik und Lob schreiben. Ich würde mich freuen, wenn sich dort jemand meldet.

 hilfe-001-2.JPGIm Kleiderlager wird nach Herren, Damen und Kinderkleidung sortiert. Bitte auf das Bild klicken

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