Grafschaft Glatz (Schlesien) Neuigkeiten und Wissenswertes aus Schlesien

9.3.2013

Vortrag unseres DFK Mitgliedes Manfred Spata im Museum Schweidnitz.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 20:53

dsci0014.JPG  Begrüßung durch den Museumsdirektor.                                 dsci0025.JPG  Manfred Spata bei seinem Vortrag

dsci0044.JPG  Das Museum Schweignitz am Ring                                             dsci0030.JPG  Eröfnung der Ausstellung

Zum Vergrößern bitte auf die Bilder klicken.

Schlesien in der Kartographie vom 15. bis 19. Jahrhundert               

Eine Präsentation von Manfred Spata im Muzeum Dawnego Kupiectwa in Schweidnitz

 Karten sind etwas aus der Mode gekommen.  Heute  schaltet  man den Navigator ein, der  mit ruhiger Stimme zum Zielort führt. Wer nie mit dem Finger auf der Landkarte sein Traumland gesucht hat, kann schwerlich verstehen, was den Reiz eines Atlanten ausmacht, der  von der näheren Heimat bis in ferne Regionen die Welt in Farben zeigt und erklärt. Das gilt in meinem Fall vor allem für historische Darstellungen. Sie zeigen zum Beispiel, dass Grenzen sich aufgrund geschichtlicher Entwicklungen vielfach verändern. Was  gesicherter geografischer Besitz eines Volkes war, kann schnell verloren gehen. Grenzen werden am grünen Tisch gezogen, und Gott sei Dank werden sie manchmal auch durchlässiger oder entfallen ganz. Weil wir vom DFK Glatz  wie viele andere Sinn und Unsinn von Landesgrenzen, Sprachbarrieren ganz gut kennen, hat uns die Ankündigung von Manfred Spata sehr neugierig gemacht, in Schweidnitz  unter dem Titel „Schlesien in der Kartographie vom 15. bis 19. Jahrhundert“ eine Ausstellung zu präsentieren, unter anderem die berühmte Schlesienkarte von Martin Helwig aus dem Jahr 1561.

10 Mitglieder des DFK Glatz  machten sich am 8. März auf den Weg in die schöne Stadt Schweidnitz. Das Zentrum mit Markt und Rathaus lag bei unserer Ankunft schon im winterlichen Dunkel,  beeindruckte uns aber auch im Schein der Laternen. Einige zückten schon jetzt ihre Fotoapparate. Im renovierten Museum begrüßten uns Manfred Spata und sein Sohn sehr herzlich mit den Worten: „ Die Grafschafter sind gut vertreten“. Freundlich empfangen und begrüßt vom Direktor des Museums, Herrn Mgr. Wieslaw Roskowicz und vom Leiter der Abteilung Geschichte, Herrn Dr. Dobieslaw Karst, leitete Manfred Spata seinen Vortrag vor mehr als 50 Besuchern mit Dankesworten für die Direktoren des Museums und die Leitung des Hauses Schlesien in Königswinter ein, die zum Gelingen der Ausstellung erheblich beigetragen haben. In seiner Präsentation  verstand es Manfred Spata sehr gut, die historische Bedeutung, ja Einmaligkeit der Schlesienkarte von Martin Helwig aus dem Jahr 1561 zu begründen. Er verknüpfte dabei die wichtigsten Entwicklungen (unter anderem Reformation, Erfindung des Buchdrucks) in der Zeit der Entstehung der Karte in sehr lehrreicher Form. Vor den Augen der Zuhörer entstand so ein plastisches Bild dieser Epoche.

Es soll hier nicht der Vortrag in voller Länge wiedergegeben werden. Wer neugierig geworden ist, möge die Erläuterungen zur Helwig-Karte im Internet unter „Manfred Spata“ nachlesen.

Drei Anekdoten möchte ich aber erwähnen:

Manfred Spata zeigte  die verblüffende Ähnlichkeit der historischen Silhouette von Schweidnitz mit den Ortsanfangs- und endeschildern auf den Straßen Polens hin.  Außerdem erläuterte er, dass Helwig sich im damals  wohl überwiegend katholischen Schweidnitz wie in babylonischer Gefangenschaft gefühlt habe und ein pekuniär weniger attraktives  Angebot der Lateinschule Maria-Magdalena in Breslau,  die er später erfolgreich als Rektor leitete, anderen Offerten vorzog. Dies zeigt, dass das Wort von Friedrich II. (Jeder soll nach seiner Fasson selig werden) damals in Schlesien noch nicht galt. Bei der Besichtigung der Ausstellung suchten die Grafschafter auf allen Karten natürlich zuerst Glatz und fanden es auch.  Sie stellten dabei fest, dass die Schreibweise im Lauf der Jahrhunderte mehrfach wechselte. Wir einigten uns darauf, dass die Schreibweise „Glotz“, wenn man das O etwas in die Länge zieht, der Aussprache des  Ortsnamens im Dialekt sehr nahe kommt.

Wer neugierig geworden ist:

Die Ausstellung in Schweidnitz ist vom 9. März bis 21. April (Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 10.00 bis 15.00 Uhr, Samstag und Sonntag von 11.00 bis 17.00 Uhr) geöffnet und wird im Museum, Rynek 37 gezeigt.

Hermann Handlos

Schriftführer DFK Glatz

dsci0033.JPG  Bild mit der Abordnung des DFK Glatz     dsci0031.JPG  M. Spata führt selbst durch die Ausstellung.

11.2.2013

Karneval 2013 beim DFK Glatz

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 19:24

karneval2013-038.JPG Gleich nach der Begrüßung das Ulbrich – Duo karneval2013-053.JPG Leider war das Licht für Bilder aus dem Saal sehr dunkel.

karneval2013-062.JPG Bei einigen Tanzspielen war Geschicklichkeit gefordert.  karneval2013-076.JPG  Und immer wieder Gruppenbilder.

karneval2013-013.JPG  Getanzt wurde bis in die Nacht.   karneval2013-047.JPG  Das Vorstandtrio quält die Gitarren.

Karneval beim DFK Glatz                                                                                   Zum Vergrößern die Bilder anklicken!

Plötzlich war sie da, die närrische Zeit, aber passt das zu Schlesien, wo in den Geschäften nicht einmal Karnevalartikel zu kaufen sind? Nun sind die Rückkehrer in der schlesischen Heimat unserer Eltern ja aus ganz Deutschland und haben den Karneval mit nach Schlesien gebracht.

So gab es nach vielen anderen Festen in 2012 nun den ersten Versuch einer Karnevalsveranstaltung beim DFK in Glatz und es war, wie erwartet, ein Erfolg. Nun hatte sich der Vorstand aus dem karnevalserprobten Westen auch gut vorbereitet, um mit allerlei Blödsinn für gute Stimmung zu sorgen. Da war der Auftritt des Ersatzheino, der wegen der Sonnenbrille seinen Text kaum lesen konnte und bei „Hoch auf dem gelben Wagen“ die Brille wechseln musste, und das war nicht geprobt. Gefolgt vom Ulbrich – Duo mit dem Lied Marmor Stein und Eisen bricht…“

Der DFK – Chor hatte seinen Auftritt mit Rheinliedern, teilweise auch geändert auf den Text „ Warum ist es in Glatz so schön…… weil die Mädel so lustig und die Burschen so durstig…“.

Der Vorstand brachte ein Potpourri zu Gehör und quälte dazu die Wimmerhölzer, auch Gitarren genannt. Es gab zu jeder Vorführung tosenden Applaus und es lag nicht nur an dem gesponserten deutschen Wein aus der Pfalz. Als Grundlage gab es gleich zu Beginn ein warmes Essen, das beim Wirt bestellt war. Die weiteren Speisen wurden aus Kostengründen  von den DFK – Mitgliedern selbst hergestellt. Bis in die Nacht wurde getanzt und ausgelassen gefeiert und alle waren sich einig, das sind die Feste, die den Zusammenhalt des DFK Glatz festigen und auch die jüngeren Mitglieder begeistert. Leider mussten wir auch hier wieder aus Kostengründen reduzieren und hatten Listen nur  bis zu 70 Teilnehmern im Büro ausgehängt. Hoffen wir, dass im nächsten Jahr alle in Kostümen an der Feier teilnehmen, auch die,die in diesem Jahr noch etwas skeptisch waren und in Anzug und Krawatte erschienen. Aber die ausgelassene Stimmung lässt hoffen.

Hier war bis vor Kurzem noch die Ankündigung zu unserem Sommerfest.  Das müssen wir leider aus Kostengründen ausfallen lassen. Aber das Oktoberfest wird stattfinden, voraussichtlich Ende September. Der genaue Termin wird noch bekannt gegeben.

Beitrag

Horst Ulbrich

Auf diesen Bericht, erreichte mich eine Information, dass der Karneval vor dem Krieg schlesische Tradition  gewesen sei, aber schlesischer Fasching genannt wurde und ich bitte Kenner der Materie um Aufklärung. Der DFK fühlt sich deutscher Kultur und alten Traditionen verpflichtet. Wir sind engagierte deutsche Rückkehrer in 2. Generation und für jede Information aus früheren Zeiten dankbar.

Unter Kommentare kann jeder seine Meinung äußern. Wir bitten ausdrücklich darum.

Horst Ulbrich

13.1.2013

Verdienstorden für unser DFK Mitglied Helmut Goebel.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 19:49

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Bild 1.   Frau Ewa Mankowska liest den Bescheid des polnischen Staatspräsidenten Komorowski zur Verleihung des Verdienstordens der Republik Polen V Klasse, vor.

Bild 2.  Herr Stanislaw Rakoczy , Staatssekretär des Innenministeriums beim Sektempfang nach der Verleihung.

Bild 3. Über 100 Personen aus Politik und Wirtschaft waren bei der Verleihung dabei.

 Polnischer Verdienstorden für Herrn Helmut Goebel

Das neue Jahr begann in Glatz mit einer erfreulichen Ehrung für die langjährige, erfolgreiche Arbeit von Helmut Goebel, der die Rekonstruktion und Erneuerung von Denkmälern in seinem ehemaligen Heimatdorf Niederschwedelsdorf (Szalejow Dolny) zu seinem Lebenswerk gemacht hat. Der polnische Staatspräsident Bronislaw Komorowski verlieh dem Mitglied des DFK Glatz, Herrn Helmut Goebel, in Würdigung seiner Verdienste um den Prozess der Annäherung lokaler polnischer und deutscher Vereinigungen den Verdienstorden der Republik Polen V.Klasse.

In Vertretung des Staatspräsidenten überreichte der Unterstaatsekretär des polnischen Innenministeriums, Herr Stanislaw Rakoczy, unserem Helmut das Ehrenzeichen. Der Geehrte konnte und wollte seine Rührung nicht verbergen, als er der Verleihungsrede (übersetzt von Frau Renata Ulbrich) lauschte.

Herr Rakoczy erinnerte daran, dass Helmut Goebel seit 1970 in Zusammenarbeit mit den Dorfbewohnern, den Mitgliedern des Erzengel-Michael- Vereins, dem Gemeindeamt und dem Amt für Denkmalschutz 36 Denkmäler, Kapellen, Wegkreuze erneuert habe. Er betonte die Verdienste von Helmut Goebel, der als Hauptinitiator der ganzen Aktion unermüdlich tätig gewesen sei und insbesondere die notwendigen finanziellen Mittel beschafft habe. Überzeugt von seinem Lebensmotto – „Denkmäler sind die geistige Botschaft der Vergangenheit“ – habe er über Jahre erfolgreich gewirkt und durch sein Talent, andere, insbesondere junge Gemeindebürger und deren Gemeinschaften in Niederschwedelsdorf (Szalejow Dolny) für die Mitarbeit an der großen Aufgabe zu begeistern, in hervorragender Weise zum besseren Verstehen zwischen Polen und Deutschen beigetragen. Das gegenseitige Verständnis zwischen Völkern, insbesondere wenn sie, wie das polnische und das deutsche Volk, in der mehrere Jahrhunderte währenden gemeinsamen Geschichte nicht nur gute Erfahrungen miteinander gemacht haben, könne nicht allein durch völkerrechtliche Verträge gefördert werden, so notwendig sie sein mögen. Entscheidend sei die Zusammenarbeit zwischen den Menschen verschiedener Nationalität, das Kennenlernen der Sitten und Gebräuche, der Sorgen und Nöte der anderen. So könnten Vorurteile abgebaut und die Voraussetzungen für eine friedvolle Zukunft geschaffen werden.

Helmut Goebel habe dies in exemplarischer Weise vorgelebt und mit der Einweihung der „Straße der Denkmäler“ im Rahmen des 550jährigen Bestehens der Grafschaft Glatz am 6. Juni 2009 eine Krönung seines Wirkens erfahren.

In seiner Dankesrede, die er, überwältigt von allzu verständlichen Gefühlen, mehrfach unterbrechen musste, vergaß der Geehrte nicht, auf die erfolgreiche Zusammenarbeit mit staatlichen polnischen Stellen hinzuweisen und sich für deren Einsatz im Sinne seines Anliegens zu bedanken. Offenbar hatte er seine Ausführungen gut vorbereitet, denn die Liste der Persönlichkeiten, die er ausdrücklich  nannte, schien kein Ende zu nehmen. Die erwähnten Honoratioren nahmen die Worte des neuen Ordensträgers aber alle mit sichtlichem Wohlgefallen auf. Natürlich galt Helmut Goebels Dank auch allen, die ihr Scherflein zur Finanzierung der Vorhaben beigetragen haben.

Besonders beeindruckt waren die Anwesenden als Helmut Goebel seine zahlreichen Mitarbeiter in Niederschwedelsdorf (Szalejow) erwähnte und dabei mit den Tränen kämpfte. Alle spürten, dass dort Freundschaften entstanden sind, die ein ganzes Leben dauern. Dies bestätigte sich in den Worten der Vertreterin des Erzengel-Michael-Vereins. Alle Zuhörer hatten den Eindruck, dass Helmut Goebel dort wie ein Vater verehrt, ja geliebt wird.

Für uns vom DFK Glatz, die wir wegen der Ehrung Helmut Goebels eingeladen waren, schien mit der Ordensverleihung der Höhepunkt des Neujahrstreffens der Stadt Glatz erreicht. Dennoch verfolgten wir das weitere Programm mit Interesse. Der Vortrag des Chores Makrotumnia aus Duszniki Zdr. (Bad Reinerz) zeigte auf, welches hohe Ziel der DFK Glatz mit seinem Chor anstreben sollte. Danach informierte der Gemeindevorsteher über das Investitionsprogramm für das Jahr 2013 und zeichnete besonders aktive Unternehmen mit dem Geschäftshufeisen, insbesondere für die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen. Den mit deutschen Neujahrsempfängen vertrauten Gästen kamen diese Programmteile sehr bekannt vor, insbesondere weil danach mit Sekt auf das Neue Jahr angestoßen wurde und ein Buffet dazu einlud, die guten Vorsätze vom Silvesterabend bezüglich einer Diät umgehend zu vergessen.

In bleibender Erinnerung wird uns aber die Ehrung für Helmut Goebel bleiben, dem wir an dieser Stelle noch einmal sehr herzlich zur Auszeichnung gratulieren möchten. Helmut, Du bist für uns ein leuchtendes Vorbild und wir wünschen Dir noch viele Jahre bei bester Gesundheit und rüstiger Tätigkeit.

Hermann Handlos

30.12.2012

Hilfe zu Weihnachten für bedürftige Mitglieder.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 13:21

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Besuch bei Frau Hauschke in Straußdörfel.     Bitte auf die Bilder klicken.

Wie immer in der Weihnachtszeit besuchen wir alte und kranke Mitglieder um kleine Geschenke zu bringen, aber auch Geld für die Medikamentenhilfe und manchmal auch Winterkohle.

Nun hatten wir in diesem Jahr das Glück aus zwei Kirchengemeinden aus Deutschland einen Transport mit Süßigkeiten, allerlei Backwaren und sehr viel Winterbekleidung zu bekommen. Zunächst haben wir, soweit die Größen geschätzt werden konnten, Sachen für unsere Bedürftigen ausgesucht, die nicht mehr zum DFK kommen können. Auch wenn das Wetter vor Weihnachten ja nicht zur Jahreszeit gepasst hat, so war es mir doch ganz recht und ich konnte alle erreichen. Im letzten Jahr bin ich in Karlsberg unter der Heuscheuer im Schnee stecken geblieben und nur ein Schlepper konnte mich wieder auf eine befahrbare Straße ziehen. In diesem Jahr hatte sich aber auch ein Vereinsmitglied mit einem Geländewagen angeboten, sollte es zu ähnlichen Wetterverhältnissen kommen. Man muss dann immer viel Zeit mitbringen, um alle alten Geschichten zu hören und ich bin bei alleinlebenden immer erstaunt, wie perfekt sie Deutsch sprechen, obwohl sie das ganze Jahr mit der Heimatsprache keine Kontakte haben. Es werden alte Bilder gezeigt und bei Frau Hauschke, deren Bilder ich veröffentlichen darf, werden wir im Frühjahr mit einigen Männern die alte Steintreppe richten. Sie hatte geklagt, bei Glätte schon öfter gefallen zu sein. Ich traf sie bei der Hinfahrt auf der Straße mit ihrer alten Mimmi, ein kleiner Hund und sie sagt, er sei wohl auch so alt wie sie. Kurzerhand wurde im überfüllten Auto für Frau Hauschke und die Mimmi Platz geschaffen und wir haben sie mit den Wintersachen und Geschenken nach Hause gefahren.

Nun leben einige unserer Bedürftigen in schlechten Wohnsituationen und auch weitab jeglicher Dörfer, wie besagte Frau Hauschke. Sie bewohnt das letzte Haus an der  Grenze und  weiter geht der Feldweg dann nicht mehr in den Berg hinein. Ihre Vorfahren lebten seit dem 16ten Jahrhundert in Strausdörfel und es wäre eine Dokumentation wehrt, ihre Erlebnisse mit den Grenzern beider Seiten, auch dem kleinen Handel über die Waldgrenzen u.s.w. in einer Geschichte  festzuhalten. Ich habe mir fest vorgenommen doch öfter als nur 2 Mal im Jahr Besuche zu machen, schließlich sind fast alle, die nicht mehr zum DFK kommen können, um und über die 80 Jahre alt.

Noch Heilig Abend dann die Tour Neurode und Jugow, denn zu Hause lag meine Frau mit Angina im Bett. Es war eine aufregende Vorweihnachtszeit, aber es tut dem Herzen gut, denen zu helfen, die es bitter nötig haben. Nach Weihnachten haben wir dann das Kleiderlager  in der Reiterstube eröffnet und den Rest den Ordensschwestern der Klarissen mit Backwaren gebracht. In deren Kirche findet jeden letzten Samstag im Monat unser deutscher Gottesdienst statt.

Privat war Weihnachten dann sehr ruhig, ich habe meine gewünschte Duschbürste bekommen. Einen weichen, weißen Rollkragenpullover, den ich mis gewünscht hatte, gab es nicht zu kaufen. Schon bei meinem Besuch im November in Deutschland nicht, wie auch in Schlesien. Na wenn man auch so ausgefallene Wünsche hat.

Allen Lesern ein gesundes Neues Jahr.

Unter jedem Bericht ist ein Feld „(Keine) Kommentar(e)“ zum Anklicken und man kann Kritik und Lob schreiben. Ich würde mich freuen, wenn sich dort jemand meldet.

 hilfe-001-2.JPGIm Kleiderlager wird nach Herren, Damen und Kinderkleidung sortiert. Bitte auf das Bild klicken

17.12.2012

Weihnachten beim DFK Glatz

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 17:47
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Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden vekündete Frau Hedwig Klopot die Überraschung. Unsere Kindergesangsgruppe, die Violinchen treten auf. Über 80 Mitglieder fanden sich im Kulturhaus Glatz zur Weihnachtsfeier ein. Die Violinchen mit ihrem ersten Auftritt. Auch unser neu gegründeter Chor sang deutsche Weihnachtslieder.
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Schülerin Ela spielte Weihnachtslieder auf der Flöte, begleitet von Heinz -Peter Keuten auf der Gitarre. 2. Auftritt der Violinchen Auch Gedichte und die Weihnachtsgeschichte wurde vorgetragen. Zum Vergrößern bitte auf die Bilder klicken.

Nun war es am 15.12. eigentlich schon die dritte Weihnachtsfeier, nach Nikolaus mit 26 Kindern und Eltern, und unserer Chor Reise zum Waldenburger DFK, zu deren Weihnachtsfeier.

Deshalb sollte es, auch aus Kostengründen eigentlich nur eine Feier für unsere alten und bedürftigen Mitglieder werden, die an unseren vielen Veranstaltungen übers Jahr, oft auch aus gesundheitlichen Gebrechen, nicht teilnehmen konnten. Aber so sind es von anfänglich 38 auf der ausgehängten Liste im DFK Büro 60, dann 76 geworden und am Ende waren es 86 Teilnehmer. Meine Frau musste laufend neue Teilnehmerzahlen dem Restaurant melden, denn viele kommen mit dem Bus von weit her. Durch die Vertreibung nach dem Krieg haben sich die verbliebenen  Deutschen in der Grafschaft damals wieder im DFK Glatz organisiert  und unser Einzugsgebiet ist von Bad Kudowa, wo eine neue Ortsgruppe geplant war, bis Habelschwert, also ca 80 Km. Deshalb richtet sich die Feier auch streng nach den Buszeiten, damit auch alle wieder gut nach Hause kommen.

So begannen wir schon um 13 Uhr mit einem kräftigen Mittagessen, während der Vorsitzende alle Mitglieder begrüßte und von den Projekten, Festen und Ausflügen dieses Jahres berichtete, aber auch, dass wir unsere Aktivitäten in 2013 zusammenstreichen müssen. Wir gehören nicht zum Dachverband der deutschen Minderheit, was niemand versteht, bekommen  daher finanzielle Unterstützung nur in eingeschränktem Rahmen, was eine weitere Reaktivierung unmöglich macht. Ein Jahr wie dieses wird es nicht mehr geben, auch die Gründung weiterer Ortsgruppen wurde aufgegeben. Trotzdem erwarten wir in den nächsten Monaten das 300dertste Mitglied aufnehmen zu können, denn die Nachkriegsgenerationen wollen sich wieder unter dem DFK Glatz versammeln. Er wies auch darauf hin, dass im nächsten Jahr seine Amtszeit abläuft  und Neuwahlen anstehen. Bester Termin dazu sei die Verbindung mit einem abschließenden Sommerfest, zu dem , wegen des Platzangebotes in der Reithalle, alle kommen können.  Man möge sich um Kandidaten bemühen. Hedwig Klopott, auf dem Bild in Tracht  mit dem Vorsitzenden  konnte eine große Überraschung verkünden, unsere Violinchen, die Kindergesangsgruppe, die wir aus Kostengründen nicht weiter unterstützen konnten, sind zurück und mit privaten Sponsoren unterstützt worden. Sie erfreuten uns mit zwei Auftritten, einmal in Tracht und deutschen Weihnachtsliedern, später in Kinderkostümen und polnischen Liedern. Die Gruppe besteht aus 13 Kindern, aber auch hier fehlen weitere Trachten für die Auftritte. Dank all denen, die nach der Aufgabe des Chores das möglich gemacht haben.  Die Freude war groß, dass sie zu unserer Weihnachtsfeier doch noch aufgetreten sind. Danach sang unser neu gegründeter Chor, der schon eine Woche zuvor im Theater Salzbrunn sein Debüt, beim Fest des DFK Waldenburg hatte. Vorgetragene deutsche Weihnachtsgedichte und Flötenspiel unserer Kinder überbrückten die Zeit bis zum Kaffee.  Es gab viel zu erzählen, gerade derer, die sich doch selten treffen und so machten viele vorgetragene Geschichten aus den  Weihnachtsbräuchen alter Zeiten die Runde. Es gab auch kleine Geschenke. Ein selbst zusammengestelltes Liederheft deutscher Weihnachtslieder, in der Hoffnung, dass auch zu Hause weiter deutsch gesungen wird und dazu einen Kugelschreiben mit unserer Vereinsadresse, die immer dabei sein sollte.

Nach 17 Uhr mussten aber viele schon aufbrechen um die Busverbindungen nicht zu verpassen. Der Chor und viele Mitglieder aus der Nähe blieben aber noch lange und mit viel Gesang ging eine schöne Feier zu Ende.

Bei der Feier wurde auch ein Teil der Medikamentenhilfe für Bedürftige mit weniger als 800,- PLN = ca 200,-€ ausgezahlt. In der nächsten Woche werden dann Behinderte und Kranke bis hoch nach Karlsberg besucht, die nicht mehr teilnehmen können. Sie bekommen auch kleine Präsente und Medikamentenhilfe, soweit es das Konto „Schlesienhilfe“ bei der Sparkasse Herford erlaubt.

Allen die unsere Arbeit übers Jahr unterstützt haben, ein herzliches vergelt`s Gott.

Allen Lesern dieser Seite ein frohes Fest gesundes Neues Jahr,
wünscht der Vorstand des DFK Glatz.

Horst Ulbrich

14.12.2012

DFK Glatz beim Forum für Touristik in Breslau

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 18:05
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Bild 1: In der Mitte Generalkonsul Dr. Zeitz mit Herren aus Wirtschaft und Politik beider Länder. Bild 2: von re. Organisatorin Frau Sylwia Losota, in der Mitte Prof.Dr. Bär, li. daneben der Leiter des Verbindungsbüros des Freistaates Herr Andreas Grapatin.

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Auf eine Einladung für den DFK Glatz, des polnischen Wirtschaftsamtes und des Verbindungsbüros des Freistaates Sachsen in Breslau, war ich zum wiederholten Mal beim Forum für Touristik in Breslau. Neben Ausbildungsstandart der Hotelbetriebe, der länderübergreifenden Zusammenarbeit zwischen dem Freistaat Sachsen und Niederschlesien, bei der Vermarktung touristischer Attraktionen und anderer touristisch relevanten Themen, ging es auch um sakrale und ökologische Wanderwege und deren Vermarktung.Unter Walderkundungswegen und dem Wanderweg auf den Spuren des Papstes in Schlesien  haben wir  den Hirschfelder Pilger- und Wanderweg, auch  den in der Planung befindlichen ökologischen Wanderweg des Theologen Professor Wittig in die Diskussion mit eingebracht. Dazu gab es einen Infostand des DFK Glatz, erstmalig auch in der Zusammenarbeit mit der Stadt Glatz, die zwei Mitarbeiter entsandt hatte.

Ca 15 Stände gab es von verschiedenen Städten und touristischen Einrichtungen und das Interesse der ca 150 Teilnehmer der Veranstaltung war gut.

Es begann mit der Begrüßung durch den deutschen Generalkonsul Dr. Zeitz und Würdenträgern der polnischen Politik. Danach gab es Referate, auch einiger Bürgermeister, wie von Herrn Terlecki aus Bad Altheide. Es wurde die Weiterentwicklung der Angebote, Qualitätstandarts und die Entwicklung der Statistik der Übernachtungen in Hotels und Pensionen behandelt.

Festgehalten wurde am Ende durch die Moderatorin, Frau Sylvia Lasotta, das Niederschlesien auf einem guten Weg ist, seine touristische Qualität bestens zu vermarkten. Am Ende gab es noch ein Bild mit Freunden und Ausstellern vor dem Stand des DFK, der leider aus Zeitgründen schon abgebaut war.

Aber die langen Diskussionen nach Beendigung des Forums haben viel Zeit in Anspruch genommen.

12.12.2012

Glatzer Chor zu Gast beim DFK Waldenburg

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 23:15

01.JPG Der Chor macht sich bereit. 2.JPG Aufmarsch mit Akkordeon
1.JPG Chor DFK Glatz auf der Bühne  dscf1386.JPG  Chor Waldenburg mitChorleitung

Der DFK Waldenburg hatte unseren Chor zur Weihnachtsfeier eingeladen, also haben wir wieder den günstigen Schulbus aus Eckersdorf geordert und  uns  mit unserem Chor auf den Weg gemacht. Bei der Abfahrt konnten wir noch aus den Fenstern schauen, als es aber über die Berge noch kälter wurde und der Fahrer  die zur Verfügung stehende Wärme an der Frontscheibe benötigte, gefroren alle Fenster im Nu.

Auf der Fahrt hat sich der Chor  warm gesungen und zum Glück ist Waldenburg, beziehungsweise Bad Salzbrunn nicht so weit. Nun hatten wir nicht erwartet, dass man das historische Theater für Veranstaltungen mieten kann und sind zunächst im Kurhaus und anderen Gebäuden gewesen, bis man uns den Weg gewiesen hat. Im Theater erwartete man uns schon und nach der Begrüßung wurde unser Chor auch schon auf die Bühne gebeten.

Zu bemerken bleibt, unsere Chorleiterin, die alle deutschen  Weihnachtslieder mit den Sängern geübt hatte, war verhindert. So wurde mir kurzerhand die Chorleitung übertragen und zum Einzug sollte ich „Ihr Kinderlein kommet“ auf dem Akkordeon spielen. Das konnte ich in C Dur auch schon, aber nein, für die Sänger zu tief sollte ich es noch in F Dur üben. Was macht man nicht alles, also rauf auf die Bühne das Akkordeon umgeschnallt und los ging es. Dann den Ton für den Chor angeben und fleißig mit den Armen im Takt gewedelt. Heinz Peter und Jochen unterstützten das Ganze mit Gitarren, und Andreas hatte seinen Solopart auf der Mundharmonika. Es war wohl gut gelungen, denn man dankte uns mit kräftigem Applaus.

Danach endlich Zeit für Kaffee und Kuchen, aber schon wurde ich beiseite gerufen, der Nikolaus wäre nicht gekommen und ich müsse die Situation retten, während der Waldenburger Chor auf der Bühne sein Können zeigte. Mann Gottes…. Ich kannte die Kinder nicht, die ein schönes Theaterstück aufgeführt hatten, auch viele Gäste im Saal nicht. Na gut die Maskerade passt jedem, aber  statt einer Rute bekam ich einen Krückstock. Ca 30 Kinder auf der Bühne und 80 Gäste im Saal. So habe ich halt zunächst über die modernen Gasheizungen und die neuen engen Kamine geschimpft, um ein Alibi für den Krückstock zu haben, auch damit in den Saal gedroht und alle Gäste zunächst ein deutsches Weihnachtslied singen lassen und die konnten das auch sehr gut, schließlich waren zwei Chöre dabei. Danach wurden die Kinder beschenkt und ich war froh, bald aus der viel zu warmen Nikolausgarnitur  heraus zu kommen.

Bis zur Rückfahrt saßen wir beisammen und sangen noch so manches deutsche Weihnachtslied. Gegen 18 Uhr machten wir uns auf den Heimweg. Unterwegs gab es, wie immer, den Vodka für alle und von Bad Salzbrunn bis Glatz wurde gesungen, auch um sich warm zu halten. Alle die sich ab Neurode zum Aussteigen bereitmachten, wurden mit dem Lied „ Auf Wiedersehen“ verabschiedet und so ging ein ereignisreicher, aber schöner Tag zu Ende. Weiter geht es mit unserer Weihnachtsfeier am 15.12. in Glatz.

Horst Ulbrich

3.JPG Blick in das historische Theater 4.JPG Der Nikolaus ist da…
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Nikolaus bei den Kindern des DFK Glatz

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 21:12

Der Nikolaus kommt zu den Kindern des Grundschulkurses Deutsch wurde bekannt gemacht und alle wollten ihre Geschwister mitbringen.

Das gab zunächst Diskussionen im Vorstand, wie das zu finanzieren sei, denn statt der 12 Kinder aus dem Kurs waren es nun 26 angemeldete Kinder, dazu die Eltern, die natürlich auch mit dabei sein wollten. Aber wer kann sich dem verschließen und zum großen Glück bekamen wir einige Tage vorher einen Hilfstransport der Pfarrgemeinden St. Hedwig aus Bukow und St. Elisabeth aus Königs Wusterhausen mit Wintersachen und Süßigkeiten.

Also wurde dem Antrag der Kinder entsprochen und am Nikolaustag fanden sich alle im Gemeindezentrum ein, denn wie bekannt ist unser Vereinslokal mit 57 Qm für fast alle Veranstaltungen zu klein. Nach einigen deutschen Weihnachtsliedern und dem lauten Rufen nach dem Nikolaus, ging endlich die Tür auf und der Nikolaus trat ein. Die Begrüßung übernahm Frau Ulbrich, danach wurden die Kinder einzeln aufgerufen, trugen teilweise Gedichte vor und bekamen dann Beutel mit Süßigkeiten, die Kleinen auch Stofftiere.

Als der Nikolaus sich verabschiedet hatte, saßen alle noch einige Zeit mit Tee und Gebäck beisammen.

Ein sehr gelungener Nikolaustag, der uns aber weiterhin  Probleme macht, denn die Stofftiere fehlen uns in der nächsten Woche bei der Kindergartengruppe „Spielend Deutsch lernen im Vorschulalter“ und kurzfristig sind Sponsoren nicht zu finden.

Alles ist  Improvisation in Zeiten der knappen Kassen, wo uns die Fördermittel  in 2012 um ein Viertel gekürzt wurden. Aber bisher haben wir alle Klippen umschiffen können  wie der Volksmund sagt und der DFK ist weiter gewachsen. Auch dank unserer Spender aus Deutschland, die uns immer wieder in schwierigen Zeiten geholfen haben.

Am 8.12. fahren wir mit unserem Chor zur Weihnachtsfeier nach Waldenburg und am 15.12. ist dann unsere Weihnachtsfeier.

Horst Ulbrich
Vorsitzender des Vorstandes DFK Glatz
nikolaus-2012-010.JPG nikolaus-2012-016.JPG Zum Vergrößern auf die Bilder klicken.

30.11.2012

Unerstützung der sozialen Arbeit in der Heimat

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 19:21

Zwei Pfarrgemeinden aus Deutschland unterstützen die soziale Arbeit des DFK Glatz.

Andreas Klose und Herrman Zwerschke waren mit den Hilfsgütern aus ihren Pfarrgemeinden St. Elisabeth in Königs Wusterhausen und der Pfarrgemeinde St. Hedwig in Bukow – Müncheberg, in der Grafschaft. Sie unterstützen uns bei der Betreuung unserer alten und gebrechlichen deutschen Mitglieder, wie auch Familien mit behinderten Kindern und in sozialen Notlagen. Gleich mit zwei vollgepackten Fahrzeugen, eines auch mit Anhänger wurde unser Lager mit Winterkleidung und vor allem auch Lebensmitteln und Weihnachtsgebäck gefüllt. Es gab außer Christstollen und Süßigkeiten aber auch Selbstgebackenes und Backzutaten. Spielzeug für Kinder verschiedenen Alters war auch dabei und so wird es in den Familien mit großen Problemen doch keine traurigen Kinderaugen sondern ein strahlendes Lächeln geben. Die Lebensmittel, auch Backzutaten werden wir schon in der ersten Adventwoche verteilen, damit die Weihnachtsbäckerei beginnen kann. Bei den jährlichen Besuchen der Kranken und Bedürftigen in der Weihnachtswoche bringen wir dann zu den Medikamentenhilfen und Winterkohle auch Süßigkeiten und Spielzeug.

Ja, es ist immer wieder eine logistische Herausforderung, was zu welcher Familie, bzw. den wachsenden Kindern passt.  Ob sie aus dem Alter des Puppenspiels heraus sind, sie für die vielen deutschen Märchenbücher schon gut genug gelernt haben u.s.w.

So müssen unsere Frauen auch in der Vorweihnachtszeit noch in sozialer Mission tätig sein und die Männer dann bis hoch zur Heuscheuer im Tiefschnee, oft auch mit Allradfahrzeugen, die Hilfsgüter verteilen. Aber es tut dem Herzen gut und wir begehen das eigene Weihnachtsfest mit Freude, auch anderen geholfen zu haben, denen es nicht so gut geht.

Allen Spendern und vor allem auch den beiden Männern einen herzlichen Dank. Andreas Klose und Hermann Twerschke haben mit ihren Freunden nicht nur Plakate entworfen, die Spenden gesammelt und den Transport organisiert, sie opfern wie auch wir ehrenamtlichen Helfer, ihre Freizeit und fahren auf eigene Kosten, um in der Grafschaft Glatz zu helfen.

Wie schon auf dieser Seite geschrieben, war auch der Malteser Hilfsdienst aus Telgte schon drei Mal in diesem Jahr bei uns und sie haben von Gehhilfen über Rollstühle bis Pflegebetten geliefert.

Es bleibt uns zum Jahresende nur  allen, die finanziell und materiell unsere Sozialarbeit unterstützt haben, ein herzliches Vergelts Gott zu sagen.

Möge der barmherzige Gott Euch beschützen und ich wünsche im Namen aller Mitglieder des DFK Glatz ein besinnliches und frohes Fest, verbunden mit guten Wünschen für das neue Jahr.

Horst Ulbrich
Vorstandsvorsitzender DFK Glatz

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13.11.2012

Neues Projekt des DFK Glatz

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 10:09

Leider komme ich erst heute dazu, von unserem schon seit längerer Zeit laufenden Projektes, „Spielend lernen im Vorschulalter“, zu berichten.

Unser Mitglied und Deutschlehrerin Frau Elena Pogoda, die ihre Tochter auch im gleichen Kindergarten betreuen lässt, hat die Aufgabe übernommen. Wie Leser dieser Seite wissen, durfte in den ersten Nachkriegsjahren, gerade hier in der Grafschaft die deutsche Sprache nicht gepflegt werden. Das hat dazu geführt, dass die Nachkriegsgeneration wie auch die folgenden, kaum oder nicht mehr Deutsch können, obwohl sie deutscher Abstammung sind. In einigen Familien wurde zu Hause noch teilweise Deutsch gesprochen, in anderen zu Weihnachten noch ein deutsches Lied gesungen. So ist es leider in kommunistischer Zeit gelungen, deutsche Sprache und Kultur in hohem Maße zu unterdrücken. Alle in der Grafschaft verbliebenen Deutschen sollten polonisiert werden. Zum Glück ist nach der Wende, in demokratischen Regeln,  wieder beides nicht nur erlaubt, sondern wird auch wegen der wirtschaftlichen Verbindungen zu Deutschland vorrangig gefördert.

Wie vielen bekannt, haben wir für alle Altersgruppen Fördermöglichkeiten der deutschen Sprache in unseren Projektangeboten. Grund – und Förderkurs für Erwachsene, Nachhilfe für die Grundschule, Vorbereitungskurs zur Erlangung des Zertifikates Deutsch beim Goetheinstitut für Jugendliche ab 16, wie auch das Kindergartenprojekt sind ein Teil unserer Angebote. Das hat auch maßgeblich zu der Rückgewinnung der verlorenen Mitglieder geführt. Die Projekte werden zur Zeit noch vom deutschen Konsulat finanziell  unterstützt, es bleibt aber immer ein Eigenanteil, um die Fördermittel zu erhalten.

Das Projekt im Kindergarten ist gut angelaufen, aber einige pädagogische Hilfsmittel sind gerade bei den Kleinkindern noch erforderlich. Wir hoffen bald eine große Puppenstube und einen Kaufmannsladen finanzieren zu können, um dort alle Gegenstände zu beschriften, damit die Kinder spielend die deutsche Sprache auch in den Anfängen schon in Schriftform erlernen können. Das wird eine große Hilfe für die Schulzeit und danach sein.

Bericht
Horst Ulbrich
kinder.jpg  Bitte auf das Bild klicken zum Vergrößern.

29.10.2012

Oktoberfest beim DFK Glatz am 27.10.2012

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 12:02

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1. Begrüßung der Gäste. 2. Ein gut gefüllter Saal. 3. Mit Sängerinnen aus Waldenurg. 4. Pater Arndt in der Mitte der Gäste.

Wieder einmal ein schönes Fest, um die Gemeinschaft der Mitglieder zu fördern, aber auch mit großen Hindernissen.

Zunächst mussten wir aus Platz- und Kostengründen die Teilnehmerzahl auf 100 begrenzen, was natürlich zu Diskussionen geführt hat. Aber wer schnell genug war und sich in die ausgehängte Liste eingetragen hatte, konnte dabei sein.

Am Tag vor dem Fest hatten wir noch den schönsten Sonnenschein. Aber schon am Morgen des Festtages gab es Minustemperaturen und Schnee, der im Laufe des Tages immer stärker wurde. Um 15 Uhr wollten wir, wie jeden letzten Samstag im Monat, mit unserem deutschen Gottesdienst beginnen, aber Pater Arndt war zu der Zeit noch in einem Stau in den Bergen um Wartha. Auch der Chor aus Waldenburg meldete per Handy Verspätung an, weil um Waldenburg schon 15 cm Neuschnee gefallen war. Als Pater Arndt eingetroffen war, begannen wir mit dem Gottesdienst und der Chor erreichte uns dann vor der Wandlung.

Die Weiterfahrt zum Festort war eine reine Rutschpartie, denn viele Pkw wie auch der Bus hatten noch keine Winterreifen. Dort angekommen erfuhren wir, die Musiker kommen später, das Auto steht am Berg im Schnee. Also wurde ein zweites mit Winterausrüstung geschickt, um die Musiker samt Ausrüstung zu holen.

Dann endlich konnte das Fest beginnen und der Waldenburger Chor erfreute uns nach Kaffee und Kuchen mit Liedern aus seinem Konzertprogramm. Danach sang auch unser Glatzer Chor, die „Glatzer Natzlan“, und brachte ein Liederpotpourri aus Schunkelliedern zu Gehör, unterbrochen nur von einer Lage Likör, um die nicht ganz so perfekten Stimmen zu ölen.

Inzwischen hatten auch die Tanzmusiker ihre Anlage aufgebaut und sorgten für ausgelassene Stimmung, nur unterbrochen vom warmen Essen, entsprechend dem Anlass natürlich Würstchen mit Kraut und Bier.

Wir haben uns gefreut auch Pater Arndt dabei zu haben, allerdings ist er wegen der Wetterkapriolen früher aufgebrochen, um sicher zurück nach Breslau zu kommen. Wie geschrieben, hatten wir die Teilnehmerzahl 100 begrenzen müssen, aber wegen des plötzlichen Wintereinbruches haben es nicht alle gewagt zu kommen. So waren am Ende doch nur 87 dabei. Gegen 21 Uhr machten sich auch die Waldenburger auf den Weg, schließlich mussten sie auch noch über die verschneiten Berge. Wir feierten mit Musik und viel Gesang weiter, und die Lebensgefährtin unseres Schriftführers Hermann Handlos, früher Sängerin in einer bekannten Band, sang mit Begleitung der Musiker zum Tanz. So ging eine schöne Feier spätabends mit einem gemeinsamen Lied zu Ende. Das Oktoberfest wird allen hoffentlich noch lange im Gedächtnis bleiben, denn angesichts der Mittelkürzungen aus Oppeln werden im nächsten Jahr solche Feste wohl nicht mehr möglich sein. Wir gehören leider offiziell nicht zum Dachverband der deutschen Minderheit und werden in der Diaspora geduldet, aber unsere Reaktivierungsbemühungen werden nicht entsprechend unterstützt. Das tut weh und wir werden uns das nicht gefallen lassen. Schließlich hatten wir schon einmal Erfolg mit einem Brief an den damaligen Bundespräsidenten, weil man uns aus Oppeln zur Aufgabe zwingen wollte. Aber wir sind noch da und werden weiter kämpfen, zum Wohle der deutschen Minderheit in der Grafschaft Glatz. Auch unsere drei Weihnachtsfeiern werden wir dieses Jahr noch einmal organisieren, für Kinder, dann für die vielen Senioren, am Ende für den Chor und die treuen Mitglieder, die übers Jahr immer geholfen und dazu eigenes Geld investiert haben. Als Vorsitzender bin ich stolz auf das Erreichte und danke allen, die in welcher Form auch immer den DFK Glatz unterstützt haben, um unser Überleben zu sichern.

Horst Ulbrich

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1. Chor „Glatzer Nazlan“. 2. Chor Waldenburg. 3. Messe vor dem Fest. 4. Anna singt mit der Band.

Pressemitteilung zum Film über die Grafschaft Glatz.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 11:21

Zum Vergrößern bitte die Bilder anklicken.

dsc_0210.jpg Horst Ulbrich zeigt der Moderatorin Beate Werner die Stadt
dsc_0213.jpg Am Brunnen vor dem Rathaus

Nach einer 2-tägigen Motivsuche hat das Team des MDR aus Deutschland in sieben Drehtagen einen Film über Landschaft, historische Begebenheiten, Brauchtum, kulturelle Einrichtungen und kulinarische Spezialitäten gedreht.

Drei Tage war auch die Moderatorin Beate Werner dabei um  mit Interviews bekannter Persönlichkeiten,wie dem Landtagsabgeordneten Julian Golak, der mit den Mitgliedern der Solidarnicz im Süden Polens maßgeblich  zur Wende beigetragen hat. Die Bäderstraße von Bad Altheide bis Bad Kudowa wurden ausgiebig mit ihren touristischen Attraktionen aufgenommen, wie auch die Freizeitangebote von Wandern über Reitmöglichkeiten bis zu Klettertouren im Gebirge. Die Herbstimpressionen des Glatzer Berglandes  werden am 10. November um 18,15 im MDR Fernsehen gezeigt.

Ein bestimmt interessanter Film, um die Grafschaft Glatz näher kennen zu lernen.

Horst Ulbrich

film-mdr-1.JPG Landschaftsaufnahmen um Bad Altheide
dsc_0259.jpg Nach 2 Stunden Schminken und Proben. Kinder mit dem Kameramann.

8.10.2012

Termine des DFK Glatz

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 19:33

Deutsche sozial-kulturelle Gesellschaft Kreisverband Glatz e.V.
Niemieckie Towarzystwo Społeczno-Kulturalne w Kłodzku
57-300  Kłodzko, ul. Łukasińskiego 11
E-Mail: hulbrich@op.pl – Tel./Fax: 0048 74-871 4361

Liebe Mitglieder des DFK Glatz:

Für alle, die nicht immer in unser Vereinslokal kommen können.
Hier die Termine DFK Glatz bis Dezember.
Deutscher Gottesdienst: 27.10. 15 Uhr danach Oktoberfest
Deutscher Gottesdienst: 24.11. 15 Uhr Wir bitten um rege Teilnahme, Pater Arndt aus Breslau wird kommen.
20.10. Chortreffen in Bad Salzbrunn.  Leider alles schon belegt, keine weiteren Anmeldungen.
27.10.2012 nach dem Gottesdienst ab 16,30 Uhr im Restaurant Majowy sen ist unser Oktoberfest. Gleiches Restaurant wie beim Frühlingsfest. Begrenzt auf 100 Personen. Bitte sofort in die Liste eintragen lassen und bringt Eure Eltern und Kinder mit. Der Waldenburger Chor und eine Trachtengruppe sind eingeladen. Auch unser Chor wird singen und Tanzmusik wird es geben. Wer kann mit einem Kuchen das Fest verschönern? Bitte melden. Tel. –74 8714 361–
08.12.2012 um 14 Uhr, Abfahrt am Kloster Glatz. Wir fahren mit dem Bus zur Weihnachtsfeier  DFK Waldenburg nach Salzbrunn. Bitte frühzeitig anmelden. Im Bus Platz für max. 40 Personen.
15.12.2012 ab 16 Uhr, Weihnachtsfeier des DFK Glatz im Restaurant Majowy sen. Unser Chor und der Waldenburger Chor werden Weihnachtslieder singen. Gedichte in Mundart werden vorgetragen u.s.w.
29.12.2012 Helferfete für alle unermüdlichen Helfer, die übers Jahr den Verein unterstützt haben.
Zu den Terminen bitte rechtzeitig anmelden, damit wir planen können. Zur Helferfete wird extra eingeladen.

Grüße vom Vorstand des DFK Glatz
Horst Ulbrich

4.10.2012

Tag der deutschen Einheit beim Generalkonsulat in Breslau

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 12:24

 gen-konsulat-020.JPG  gen-konsulat-039.JPG  Bild 1. Im Garten des Generalkonsulates. Bild 2. Dixiband, links der Generalkonsul.

Schon am Tag zuvor waren wir zu einer Ballettaufführung in die Oper geladen.

Zum Tag der deutschen Einheit hatte der Generalkonsul Dr. Zeitz dann Vertreter aus Wirtschaft, Kirche und Vorstände der deutschen Minderheit geladen. Bei schönstem Wetter spielte eine bekannte Dixiland Band zur Unterhaltung. Auch die Bewirtung war erfahrungsgemäß  wieder sehr gut. Ein Anlass Freunde und Bekannte aus dem politischen Umfeld, wie auch aus unserem deutschen Stammtisch in Breslau zu zwanglosen Diskussionen zu treffen. Der Vorsitzende der Deutschen Minderheit Herr Gaida, den ich zu treffen hoffte, war bei Konsul Eck in Oppeln geladen. Nun werde ich zu Gesprächen mit beiden doch nach Oppeln fahren müssen. Aber viele Freunde  waren dabei, die im Business der Region selbstständig sind. Wir sind immerhin schon mehr als 500 Mitglieder beim deutschen Stammtisch. Ein Verein, zur gegenseitigen Unterstützung in wirtschtftlicher Hinsicht, wie auch Finanzfragen, bis hin zur Jobvermittlung.

Alle hörten den Ausführungen des Generalkonsuls zum Tag der deutschen Einheit zu, eine Dolmetscherin übersetzte für die anwesenden Polen. Danach zwanglose Begegnungen mit den Botschaftsangehörigen sowie Freunden. So konnte ich auch den Dank unserer DFK  Teilnehmer an der Seniorenfreizeit in Ziegenhals weitergeben, die dieses Jahr wieder für unsere älteren Mitglieder ein schönes Erlebnis war. Ein gelungenes Fest bei schönstem Herbstwetter im Garten des Generalkonsulats.

Bericht Horst Ulbrich

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1. Generalkonsul Dr. Zeitz bei seiner Ansprache. 2. Alle Gäste versammeln sich dazu vor dem Brunnen.

27.9.2012

Gemeinsames Kulturerbe der Deutschen und Polen

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 20:09

konferenz-2012-016.JPG 032.JPG 012.JPG konferenz-2012-005.JPG Bitte auf das Bild klicken zum Vergrößern.

Bild 1 Referenten und Organisatoren. 2. Viel Arbeit für Frau Ulbrich als Dolmetscher mit Bischof Dec.  3. Referat Dr. Ora mit Dolmetscherin. 4. Grußworte des Landtagsabgeordneten und DFK Mitglied Julian Golak.

Botschaft des seligen Kaplan Gerhard Hirschfelder und Prof. Dr. Joseph Wittig
Eine Konferenz vom 21. bis 23. 09. 2012.

Nun bin ich weder Historiker  noch Kleriker, denen es zustehen würde eine wissenschaftliche Gesamtbeurteilung der Konferenz abzugeben. War es doch auch ein Unterfangen mit Hindernissen in beiden Bereichen, nämlich dem kirchlich liturgischen am Freitag und dem wissenschaftlichen Bereich ab Samstag.

Schon der  Beginn der Konferenz verzögerte sich weil der Bus aus Deutschland mit dem Großdechanten als Referenten in Neurode nicht durch die Unterführung passte und weit ab des Tagungshotels parken musste. Die Teilnehmer hatten dann noch einen weiten Fußweg zu bewältigen, was im Tagungsablauf zu Verzögerungen führte. Der erste Beitrag von Dr. Krzysztof Ora lag von Frau Ulbrich noch als deutsche Übersetzung vor, Bischof Dec  hielt sein Referat dann hauptsächlich in Polnisch mit einigen deutschen Erklärungen. Nach dem Beitrag unseres Großdechanten,“ Seliger Kaplan Hirschfelder – Führer und Vorbild auf den Wegen des Glaubens,  musste für das Referat von Priester Direktor Sakaluk Frau Ulbrich direkt ins Deutsche übersetzen, da eine Vorlage des Beitrages erst in der Nacht davor per E-Mail bei uns eingetroffen war und in der Kürze der Zeit nicht mehr zu bearbeiten war.

Der historisch / wissenschaftliche Teil am Samstag war ausschließlich in polnischer Sprache wie angekündigt, die deutsche Gruppe hatte an dem Tag auch andere Termine und alle anderen Teilnehmer, einschließlich unserer DFK Mitglieder, hatten keine Verständigungsprobleme. Auch dieser Bereich war hochkarätig mit Referenten bestückt. Die Einbeziehung der Werke des Prof. Wittig, dessen Museum der DFK Glatz mit betreut, in den Ablauf der Konferenz, gelang den Referenten sehr gut.  War es doch dieses Mal auch ein finanzielles Problem, die Konferenz überhaupt stattfinden zu lassen und bei einem reinen Wittigsymposium stehen die Chancen aus deutscher Sicht für die Zukunft denkbar schlecht. Beiträge von Günther Gröger „ Die narrative Theologie Joseph Wittigs, dargestellt in der Erzählung – Der Schulmeister von Altgersdorfund, ins Polnische übersetzt von Frau Irena Rofowska,  Prof. Kocwin sprach über „ Joseph Wittig, Mensch-Werk-Botschaft und der Stadtratsvorsitzenden Andrzej Behan mit seinem Beitrag „ Das Leben in der NS Zeit am Beispiel von Neurode“ integrierten Lebensabschnitt und Werke Prof. Wittigs in die Konferenz, wie auch Dr. Anna Gondek , die über Mut und Opferbereitschaft auf dem Weg zur Wahrheit eine Verbindung  des seligen Hirschfelder und Prof. Wittig behandelte.

Andere Referenten befassten sich aber auch mit dem deutschen Kulturerbe und deren zukunftsweisende Bewahrung. Für manche erstaunlich wie groß das Interesse an der deutschen Kultur und dem erweiterten Denkmalschutz nach der Wende in Polen ist. Da gibt es für uns hier lebende Deutsche noch ein großes Betätigungsfeld, in der Zusammenarbeit mit den Polen alte deutsche Denkmäler zu restaurieren und für die nächsten Generationen zu erhalten. Wie bekannt ist der DFK Glatz seit Jahren bemüht deutsches Kulturgut zu pflegen.  Kontakte der Zusammenarbeit haben wir bei der Konferenz mit  Frau Dr. Madej, Fachfrau für die „Beschaffung europäischer Mittel für den Schutz des kulturellen Erbes in Niederschlesien“ und Norbert Honka geknüpft.

Eine Ausstellung im Rathaus in Habelschwert mit bewegenden Bildern zum Schicksal des seligen Kaplan Hirschfelder wurde von der Bürgermeisterin Frau Renata Surma und Weihbischof Adam Balabuch am Sonntag  eröffnet. Zu dem Thema wurden auch Gedichte und Beiträge von polnischen und tschechischen  Schriftstellern vorgetragen. Zum Abschluss der Konferenz haben wir am Sonntag gemeinsam mit der Gruppe aus Deutschland, mit Weihbischof Adam Walabuch und dem Großdechanten den Abschlussgottesdienst gefeiert.

Es war eine hochkarätig besetzte und gelungene Konferenz. Leider mit dem finanziellen Problem  und durch den Mangel an Übersetzungen war es den Teilnehmern aus Deutschland nicht möglich allen Beiträgen zu folgen. Alle Beiträge in Polnisch werden mir in einigen Tagen zugeschickt. Wer hätte bei der Seligsprechung in Münster vorausgesehen, dass sich Polen so für das geistige Erbe des seligen Hirschfelder einsetzen und mit vielen Konferenzen und Veranstaltungen einer breiten Öffentlichkeit bekannt machen. Wenn uns das  bei Prof. Wittig nur ansatzweise gelingen würde, dann sähe die Zukunft anders aus. Der erste Ansatz eines ökologischen Wanderweges auf den Spuren von Prof. Dr. Wittig ist durch den Landtagsabgeordneten und DFK Mitglied Julian Golak begonnen und wird natürlich das Wittigmuseum mit einbeziehen. Vielleicht ein neuer Ansatz deutsch polnischer Zusammenarbeit.

Horst Ulbrich

konferenz-2012-029.JPG konferenz-2012-027.JPG konferenz-2012-034.JPG dsci0025.JPG Bitte auf das Bild klicken zum Vergrößern
1. Vorträge der Schriftsteller im Rathaus Habelschwerdt.  2. In der Mitte Bürgermeisterin Habelschwerdt, Großdechant Jung, Weihbischof Balabuch. 3. Bilder der Ausstellung. 4. Plakat der Konferenz.

Anschließend Programm:
INTERNATIONALE KONFERENZ „Die Wege des Glaubens finden – 70. Todestag des seligen Kaplan Gerhard Hirschfelder”
Freitag, 21. September 2012
NOWA RUDA Hotel – Dwór Górny, ul. Kościelna 30.
Programm:
10:00 – Eröffnung der Konferenz, Begrüßung der Gäste
10:15 – Einführung – Priester Dr. Krzysztof Ora – Direktor der Seelsorge der Schweidnitzer Bischofskurie –  apostolischer Brief PORTA FIDEI, der das JAHR DES GLAUBENS verkünden.
10:35 – „Glaube und Vernunft der Weg zur Wahrheit” – Prof. Dr. Hab. Ignacy Dec, Bischof von    Schweidniz
11:10 – Pause
11:30 – „Seliger Kaplan Gerhard Hirschfelder – Führer und Vorbild auf den Wegen des Glaubens” -Großdechant Franz Jung;
12:00 – „Glaube ohne Werke ist tot – Integration- und Schulungszentrum benannt nach Kaplan Gerhard Hirschfelder” – Präsentation; – Priester Direktor Dariusz Sakaluk – Institut „Kultur Sacra” ;
12:30 – Diskussion und Schlussfolgerungen
13:00 – Mittagessen und  Abschluss der Konferenz.
Organizator: Institut „Kultura Sacra”, ul. Dębowa 9, Polanica Zdrój, Tel. 74 868 25 45,
Mitorganisatoren: Stiftung zur Erneuerung der Region Nowa Ruda, Deutsche sozial-kulturelle Gesellschaft Glatz,
Medienpatronat: Radio Rodzina, Zeitschriften „Świdnicki Gość Niedzielny”, „Niedziela Świdnicka”, „Ziemia Kłodzka.”
Programm Samstag: Gemeinsames Kulturerbe der Deutschen und Polen
Botschaft der seligen Kaplan Gerhard Hirschfelder und Prof. Dr. Joseph Wittig
unter der Schirmherrschaft von Rafał Jurkowlaniec, Marschall der Woiwodschaft Niederschlesien
22-23 IX 2012 Nowa Ruda
Ehrenkomitee:
Ryszard Galla – Sejm – Abgeordneter der RP
Dr. Irena Tomys – Kanzlerin der Höheren Handelsschule in Wrocław
Julian Golak – Ratsmitglied des Woiwodschaftssejmiks Niederschlesiens
Andrzej Behan – Vorsitzender des Stadtrates  Nowa Ruda
Teresa Bazała – Präsidentin der Stiftung zur Erneuerung der Region Nowa Ruda
Wissenschaftliches Komitee der Konferenz:
Prof. Dr. Hab. Lesław Koćwin – Vorsitzender
Prof. Dr. Hab. Zdzisław Jagiełło
Prof. Dr. Hab. Zdzisław Knecht
Prof. Dr. Hab. Halina Lisicka – Sommer
Dr. Norbert Honka
Dr. Ilona Biernacka-Ligęza
Dr. Ing. Mieczysław Leniartek
Wissenschaftliche Sekretäre der Konferenz:
mgr Magdalena Adamska-Poszwa
mgr Anna Jagiełło-Szostak
PROGRAMM:
10.00 Eröffnung der Konferenz
Prof. Dr. Hab. Zdzisław Jagiełło – Rektor der Höheren Handelsschule in Wrocław
Andrzej Behan – Vorsitzender des Stadtrates  Nowa Ruda
10.20-13.00  I Podiumsdiskussion
„Historische Erinnerung – Geschichte erleben”. Deutsches Kulturerbe – eine Brücke oder ein Hindernis? – Leitung Prof. Dr. Hab. Tadeusz Fitych, Prof. Dr. Hab. Lesław Koćwin.
Günther Gröger „Die narrative Theologie Joseph Wittigs zeigt sich vielfach eingebunden in reale Bezüge, dargestellt an der Erzählung Joseph Wittigs „Der Schulmeister von Altgersdorf”
Magdalena Poszwa „Erinnerungspolitik und die Frage des Schutzes des kulturellen Erbes”.
Tadeusz Fitych „Marianischer Charakter  des Priesteramtes des seligen  Gerhard Hirschfelder“
Lesław Koćwin „Joseph Wittig. Mensch – Werk – Botschaft”.
Tadeusz Mirończuk „Botschaft des seligen Kaplan Gerhard Hirschfelder und Prof. Joseph Wittig”
Adrzej Behan „Das tägliche Leben im Glatzer Land in der NS-Zeit am Beispiel von Neurode”
Marek Sobociński „Zwischen sacrum und profanum im Schutz des kulturellen Erbes in Niederschlesien”.
Diskussion
13.00-14.30 Mittagspause
14.30-18.30 II Podiumsdiskussion
„Das kulturelle Erbe der früheren Generationen ist nicht nur ein Objekt des Stolzes, sondern auch ein Anliegen”. Schlussfolgerungen aus der Vergangenheit für die Zukunft. – Leitung Dr. Ilona Biernacka-Ligęza, Dr. Norbert Honka
Zdzisław Jagiełło „Spuren des kulturellen Erbes in der Mythologie des Militärs in Niederschlesien „.
Ilona Biernacka-Ligęza „Erinnerung an die Vergangenheit in der Erinnerung der Gegenwart. Schlesische Weber im Eulengebirge”.
Barbara Kobzarska-Bar „Polnisch-deutsches Kulturerbe: ein Hindernis oder eine Chance?”
Norbert Honka „Schutz des deutschen Kulturerbes am Beispiel des Denkmalschutzes in der Woiwodschaft Opole“
Dr Anna Gondek „Seliger Gerhard Hirschfelder und Prof. Joseph Wittig – über den Mut und die Opferbereitschaft auf dem Weg zur Wahrheit ”.
Mieczysław Leniartek „Ein neues soziales Verhalten – eine Grundlage für die Änderung des „unerwünschten Ortes“ in einen „Heimatort“.
Małgorzata Madej „Die Verwendung der europäischen Mittel für den Schutz des kulturellen Erbes in Niederschlesien (2007-2013)

19.9.2012

Historische Friedhofsanierung in Ebersdorf

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 17:37

Historische Friedhofsanierung jetzt anerkannt

In Polen gibt es seit dem 18.03.2010 ein neues „Gesetz über Denkmalschutz und Denkmalpflege“, dass auch für die sanierten deutschen Friedhöfe im früheren Schlesien gilt. Diese Auskunft stammt vom Deutschen Generalkonsulat in Breslau und wurde zwischenzeitlich auch von der zuständigen Polnische Behörde in Waldenburg bestätigt. Über diese „Frohe Botschaft“ können sich nicht nur alle zwischen 2006 und 2009 im früheren Ebersdorf/Kr. Habelschwerdt und heutigen Domaszkow an den Sanierungsarbeiten beteiligten ehrenamtlichen Helfer sehr freuen, sondern auch alle die Personen, die durch ihre großzügigen Geldspenden das Projekt finanziell ermöglich haben. Denn durch diese nachträgliche staatliche Anerkennung haben es die Ebersdorfer geschafft, aus einer kaum noch als Friedhof zu erkennenden Wildnis ein denkmalgeschütztes Objekt zu machen, selbst wenn die Staatliche Urkunde und das rot-weiße Hinweisschild noch fehlen.
Rückblickend betrachtet war es durchaus kein einfaches Unterfangen, sechzig Jahre nach der Vertreibung der deutschen Bevölkerung aus dem niederschlesischen Heimatdorf den jahrelang gehegten und immer wieder erfolglos geäußerten Wunsch nach einer Sanierung der noch vorhandenen Gräber erfüllt zu bekommen. Dass es doch noch geklappt hat, konnten die aktiv beteiligten Helfer und die spendablen Geldgeber bereits im Sommer 2009 aus Anlass der feierlichen Einweihung des Geländes unter Beteiligung des Großdechanten Franz Jung persönlich erfahren. Und bei der im September 2009 in Löhne/Herford gefeierten 56. Ebersdorfer Kirmes wurde ausführlich anhand von Bildmaterialien und  Dokumenten darüber informiert. So konnte man damals bereits erfahren, dass bei den sieben arbeitsreichen Einsätzen immerhin 140 Gräber und Grabsteine vor dem Dauerhaften Verlust gerettet und somit auch vor dem Vergessen bewahrt worden sind.
Weiterhin ist besonders erwähnenswert, dass während des mehrjährigen Verlaufes der Sanierungsmaßnahmen auch ein Stück weit „Versöhnung über den Gräbern“ stattgefunden hat, wie es durch das Projektmotto beabsichtigt war. Denn erfreulicherweise konnten bereits von Anfang  an zunächst polnische Jugendliche und dann auch erwachsenen Helferinnen und Helfer aus der polnischen Dorfgemeinschaft von Domaszkow im Kreis Bystryca Klodzka zur Mitarbeit gewonnen werden. So dass man von einer wenn auch nicht ganz problemlos gewachsenen deutsch-polnischen Kooperation sprechen kann. Und dass sich das für beide Seiten gelohnt hat, belegt allein rein zahlenmäßig eine polnische Projektstudie vom 18.Juli 2009, wonach dank der ausschließlich von der deutschen Seite finanzierten Sanierung  auf dem historischen deutschen Friedhof rund 330 Begräbnisplätze für die polnische Dorfgemeinde geschaffen worden sind. 
Gleichzeitig haben sich die ehemaligen Ebersdorfer eine würdige – und jetzt auch noch denkmalgeschützte- Gedenkstätte an ihre zum Teil vor über 100 Jahren lebenden Vorfahren geschaffen, die bis zur Vertreibung 1946 dort verstorben waren. Wobei das gesetzlich garantierte Bestandsrecht und die daraus resultierende Pflegeverpflichtung besonders wichtig sind. Anlass genug, aus diesem Grunde und in Verbindung mit der diesjährigen Schlesienreise der ehemaligen Ebersdorfer und Oberlangenauer Heimatgemeinschaften in Domaszkow ein Pressegespräch zu führen und allen polnischen Freunden und Unterstützern für Gastfreundschaft und Hilfe herzlich zu danken.
Rudolf Schmidt

EHRENBEZEUGUNG DEN EHEMALIGEN ORTSBEWOHNERN
EBERSDORF. Einhundertvierzig sanierte Gräber – dies erreichte ein Grüppchen Deutscher, unterstützt von polnischen Freiwilligen, während sieben  mehrtägigen Besuchen.
Der Friedhof unterscheidet sich scheinbar mit nichts von vielen ähnlichen, in den Dörfern des Glatzer Berglandes verstreuten. Er ist nicht zu groß, nicht zu klein, mit einer Menge alter Grab-steine, die aus einer Zeit stammen, als in diesen Gebieten Deutsch noch als Muttersprache herrschte. Beim genaueren Hinschauen bemerkt man allerdings eine sichtbare Andersartigkeit dieser Nekropole. Alles ist geordnet; alte Grabsteine, derer Inschrift gotische Buchstaben zieren, welche beim ersten Anblick den Slawen schwierig erscheinen, sind sauber und gut erhalten. Sie gehen nicht in den chaotisch wuchernden Sträuchern unter.  Ich gehörte der Organisation „Jugend für das Glatzer Bergland“ an, wir stammen von unseren Großmüttern ab, die Deutsche sind und eben aus diesen Gebieten stammen – sagt Volontär Adam Kwaśniewski aus Bad Altheide, der an der Sanierung der Ebersdorfer Nekropole teilgenommen hat.  – Als sich die Gelegenheit geboten hat, haben wir beschlossen, bei der Sanierung dieses Friedhofes mitzuhelfen.
Alles fing bereits vor mehreren Jahren an. Deutsche, hauptsächlich Rentner, hatten beschlossen diesen Friedhof zu sanieren, auf dem die Gebeine ihrer Väter und Großväter ruhen….
Sieben mehrtägige Aufenthalte in vier Jahren waren ausreichend, um ihr Ziel zu erreichen – 140 Grabsteine wurden saniert. Die Anfänge waren schwierig, das Vertrauen der Ortsbewohner musste gewonnen werden und das – in diesem Falle wichtigere – des Pfarrers.  Das erste Problem auf das wir gestoßen sind, war der Widerstand des Pfarrers – sagt in einem schönen Polnisch Siegfried Karpinski.  Er war über unser Vorhaben, die deutschen Gräber     restaurieren zu wollen, nicht begeistert, zeigte sich nicht kooperativ. Mehrere Gespräche stimmten ihn jedoch um. Letztendlich äußerte er sich dazu zufrieden stellend.
Laut Aussage der Deutschen herrschte anfänglich auch unter den Dorfbewohnern geteilte Meinung, ein Teil unterstützte die Sanierung, andere waren dagegen  – es fehlte an Informationen über das, was hier getan werden sollte. Als dies geklärt worden war, erhielten wir reichlich Unterstützung. Zum Beispiel strichen die Ortsbewohner den Friedhofszaun mit an, versorgten uns mit Kaffee, Tee und gebackenem Kuchen. Es war sehr angenehm. Es sind auch unangenehme Momente vorgekommen – so fragte man uns nach einer schriftlichen Genehmigung und als Zement für das Gießen der Sockel geliefert wurde, blockierte man die Zufahrt. Nun galt es, die Bewohner noch in unsere Richtung umzustimmen.  Man versuchte auch Jugendliche beider Länder zu gemeinsamer Arbeit im Rahmen einer Integra-tion zu mobilisieren. Leider ließ sich das bis zum Abschluss der Arbeiten nicht realisieren. Ein Lob muss allerdings den jungen Leuten aus unserer Gegend ausgesprochen werden, die im Sommer 2006 ihre Ferienzeit gerne in die Restaurierung der Gräber investiert haben. Im Falle der deutschen Jugend sah es nicht so gut aus. Der Wille, bei so einem Projekt mitzuhelfen war nicht vorhanden. Es gab viele bereitwillige Helfer aus dem ehemaligen Ebersdorf, aber wir erwarteten, dass sich junge Leute aus Deutschland melden. Dort zeigt die Jugend für so etwas kein Interesse. Für uns war dies eine große Enttäuschung, das sind doch Nachkommen der hier früher wohnenden Personen –  stellt deutlich vorwurfsvoll S. Karpinski fest – Letztendlich kam nur ein junger Mann. Gemeinsam mit polnischen Jungen goss er den ersten Teil des Sockels aus. Es waren Ferien und somit viel Freizeit, um diese sinnvoll zu nutzen, erklärte ich mich bereit, bei diesem Projekt mitzuhelfen sagt Karol Soboń – es stellt mich zufrieden und es freut mich, dass die Deutschen hierher kommen können, um ein Grablicht anzuzünden, oder am Grabe der ihnen  nahe stehenden Verstorbenen zu beten.
Ich helfe gerne – bestätigt Karol Pawiuk aus Schönfeld – es ist schön zu beobachten, wie jetzt alles aussieht – es herrscht Ordnung und alles ist im rechten Lot.
Die Deutschen, die diese Friedhofsanierung durchgeführt haben, kamen nach Ebersdorf vorwiegend aus der Bielefelder Gegend. Dort fanden sie nach dem Krieg ihren Lebensraum. Wie es scheint, können sich gemeinsame deutsch-polnische Friedhofsanierungen zum guten Mittel entwickeln, um das historische Trauma, das immerhin noch an beiden Nationen zehrt, zu verarbeiten.
140 Grabsteine wurden saniert und umgesetzt.
Die Deutschen werden hier noch oft wiederkommen – wenn auch nur, um ein Grablicht anzuzünden, oder ein Gebet zu sprechen.
Verfasser: Rudolf Schmidt

ebersd.jpg  Einweihung mit dem Großdechanten F. Jung und dem hiesigen Pfarrer aus Ebersdorf.  Bitte auf das Bild klicken zum Vergrößern.

4.9.2012

Herr Picard beim DFK Glatz

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 11:12

img_3913.JPG Zum Vergrößern auf das Bild klicken.

Lionel Picard aus Frankreich zum Abschluss seiner Doktorarbeit in der Grafschaft
Es ging um die letzten Recherchen zu seiner Doktorarbeit über die Heimatzeitung Grafschafter Bote, die ihn veranlasste die Grafschaft zu besuchen. Sein Doktorvater in Frankreich und gebürtiger Grafschafter, hatte ihn dazu bewogen, sich mit dem Thema zu befassen. Eine gründliche Arbeit mit bisher über 700 Seiten, die er uns freundlicherweise als Konzept schon zur Verfügung gestellt hat. Eine akribische Arbeit und Herr Picard hatte auch mich nach den Beweggründen meiner Artikel befragt und konnte alle mit Datum und Seitennummer belegen. Auch warum ich im Boten schrieb, ich verschenke einen Ha. Land wenn sich 20 Grafschafter aus Deutschland für den Bau von Ferienhäusern finden.Nach seiner Aussage ist die Vertreibung der Deutschen aus Schlesien in Frankreich kaum bekannt, wie auch das Verbleiben Deutscher in der Grafschaft Glatz unter anderer Nationalität.
Der DFK Glatz hat ihn weitreichend unterstützt und Kontakte zu den Deutschen hier, wie auch der polnischen Bevölkerung, ermöglicht. Von großem Interesse für ihn waren auch die Beweggründe derer, die in nächster Generation aus Deutschland wieder in die schlesische Heimat ihrer Eltern gezogen sind und warum sie hier wohnen, obwohl die Verdienstmöglichkeiten geringer sind und die Sozialversorgung keinem deutschen Standard entspricht. Ich habe ihn dazu das Buch Vertreibung und Versöhnung von Dr. Süß geschenkt, der einige Wochen vorher bei uns war.
Lange Gespräche gab es dann am letzten Samstag zu unseren regelmäßigen Öffnungszeiten. Andreas Fronik berichtete wie er als Grafschafter Ingenieur nach dem Krieg lange Jahre an der Eisenbahntrasse in Südafrika gearbeitet hat und nach weiteren Jahren in Österreich nun wieder in der Heimat ist. Andere haben per Zufall und durch unseren zentralen Standort in der Frankensteiner Str. 11 wieder zu uns gefunden, wie unser Schriftführer Hermann Handlos, der als Filialdirektor der deutschen Bundesbank in München gelebt hat, nach Übersiedlung nach Glatz erst per Zufall auf unser großes Schaufenster mit DFK Glatz aufmerksam wurde und so zu uns fand. Elfriede Weinhold berichtete aus ihrem Leben im Kommunismus und der Wende zur Demokratie. Auch ich konnte mit Erfahrungen vor und nach der Wende beisteuern, wie auch über politische Kontakte auf kommunaler Ebene und die Verbindungen zu unserer deutschen Administration der deutschen Minderheit.
Familie Picard wohnte in der Zeit auf unserem Reiterhof und so konnte seine Frau mit den beiden Kindern, Zwilling mit 5 Jahren, sich die Zeit mit Ponys und auf dem Spielplatz vertreiben, während Herr Picard mit Recherchen unterwegs war.
Am 20.8.2012 ist Familie Picard nach Sakopane weitergereist. Die Doktorarbeit soll noch in diesem Jahr beendet werden. Wir wünschen der Familie Picard alles Gute und warten auf den Abschluss der Doktorarbeit, die hoffentlich auch dazu beiträgt, die Geschichte der vertriebenen Deutschen auch in Frankreich der Öffentlichkeit bekannt zu machen.
Horst Ulbrich

29.7.2012

Denkmalpflege in Rotwaltersdorf

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 18:37

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Renovierung und Einweihung des Nepomukdenkmals in Rotwaltersdorf.

Wiedereinmal war unser Helmut Göbel in Schlesien unterwegs um deutsches Kulturgut zu retten. Dieses Mal nicht in seinem Heimatort Niederschwedeldorf, sondern auf ein Versprechen zu Lebzeiten des bekannten Alfred Hübner, der aus Rotwaltersdorf stammt, und das wollte Helmut Göbel nun einlösen. So war er wieder mit Schubkarre und allerlei Werkzeug im Einsatz, aber auch mit Hilfe des von ihm gegründeten polnischen Denkmalvereins „ Erzengel Michael“.

Nach der Fertigstellung war am 2. Juni 2012 die Einweihung. Erschienen waren aus Deutschland Rotwaltersdorfer, Eckersdorfer und Schlegler um dabei zu sein. Unser Großdechant Franz Jung, der zu den Festlichkeiten, 70. Todestag des seligen Kaplan Hirschfelder in der Grafschaft war, übernahm den Gottesdienst in der örtlichen Kirche und anschließend die Einweihung des Denkmals mit Diakon Ewald Pohl. Der anwesende und zuständige polnische Pfarrer Jan Ordowski hatte zu dem Anlass die Messe und Einweihung den Deutschen überlassen und wirkte nur im Hintergrund. Auch die heutigen Bewohner aus Rotwaltersdorf nahmen natürlich am Festgottesdienst und der Einweihung des Denkmals teil. Anschließend waren alle von der polnischen Dorfgemeinschaft zum Essen in das Gemeindezentrum eingeladen. Leider konnte ich nicht dabei sein, denn ich war zu gleicher Zeit bei einer wichtigen VDG Konferenz am Annaberg in Oberschlesien. Aber meine Frau war mit DFK Mitgliedern dabei. Wie mir berichtet wurde, war auch Herr Großpietsch unerwartet bei der Einweihung. Leider ist es zu keinem weiteren Kontakt mit dem DFK Glatz gekommen, was uns sehr  traurig macht. Hatten wir doch auch auf einen Besuch in unserer neuen Geschäftsstelle gewartet. Es waren wohl wichtige Termine, die einen Besuch nicht zustande kommen ließen. 

Aber die Einweihung war wieder einmal ein schönes Beispiel wo Deutsche und Polen gemeinsam aktiv werden und danach zusammen feiern. Leider ist das zu selten der Fall und viele Heimatreisende sind immer noch mit den Bussen unterwegs um die gleichen Ziele zu besuchen. Sie haben keinen Kontakt zur heutigen Bevölkerung und das wird von den wenigen jüngeren deutschen Mitreisenden der Grafschafter immer wieder bemängelt. Schlesien und die Grafschaft Glatz sind touristisch gut erschlossen und es kommen Gäste aus ganz Europa. Leider ist vielen Nachkommen der Vertriebenen das Herrgottsländchen noch nicht als lohnenswertes touristisches Ziel bekannt. Viele Gruppen logieren auch noch in polnischen Hotels, wo es doch immer mehr deutsche Hotels und Pensionen auch in der Grafschaft gibt, wie das neu erbaute Hotel unseres DFK Mitgliedes Hedwig Klopot in Bad Landek.

Wenn sich die Organisatoren der Heimatreisenden vorher beim DFK Glatz melden, können wir gemeinsam neue Perspektiven erarbeiten und auch Angebote machen.

Horst Ulbrich

p1000795a.jpg   p1000801a-freundschaft-in-rothwaltersdorf.jpg  Bitte auf die Bilder klicken.

13.7.2012

Probleme an der Basis der deutschen Minderheit in Polen

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 14:30

Deutscher Freundschaftskreis
Deutsche sozial-kulturelle Gesellschaft
Kreisverband Glatz e.V.
Niemieckie Towarzystwo Społeczno-Kulturalne w Kłodzku
57-300 Kłodzko, ul. Łukasińskiego 11, E-Mail: hulbrich@op.pl, Tel./Fax: 0048 74-871 4361, Handy 502 908 533

Liebe Freunde dieser Seite.
Bei unserer Administration der Deutschen in Polen gibt es ziemliche Differenzen, wie nun auch im Internet zu lesen ist. Dazu einen Link, wer sich dafür interessiert. Auch bei uns wurde ja längere Zeit versucht, eine Reaktivierung zu verhindern. Da sollte unser Vorstand nicht zur deutschen Minderheit gehören und ich sei deshalb als Vorsitzender nicht wählbar. Das haben wir uns dann per Anwalt bestätigen lassen. Unsere Satzung sollte danach nicht richtig sein, obwohl 1 zu 1 von Waldenburg übernommen und so weiter. Das hat sich durch meinen Brief an den letzten Bundespräsidenten dann schlagartig geändert, aber wären die Spender aus Deutschland nicht gewesen, hätten wir in 2011 aus Finanznot aufgeben müssen, denn auch die Miete für das erste Halbjahr 2011 wurde uns bis zu dem bewussten Brief vorenthalten. Nun hatte sich unsere Situation etwas entspannt, obwohl die Mittel für Kulturarbeit in 2012 wiederum grundlos gekürzt wurden und man von der deutschen Stiftung, nach Absprache mit dem VDG  Unterstützung verweigert, den Hirschfelder Pilger und Wanderweg endlich fertig stellen zu können. Das stößt bei den Polen natürlich auf Unverständnis, denn sie haben schon 24 000,- PLN Finanzhilfe geleistet. Leider endet die Beschilderung nun irgendwo im Wald, denn für die restlichen Tafeln fehlen ca 5000,- Euro, die wir per Antrag von der deutschen Stiftung erhofft hatten, denn dort werden Infrastrukturmassnahmen gefördert.
Aber das ist noch nicht alles, denn bei der VDG Konferenz am Annaberg war abends beim Bier zu erfahren, der DFK Glatz gehört nicht zum Dachverband der deutschen Minderheit VDG!!!!! Das hatten wir seit unserer Gründung März 2010 angenommen, um Zusammenarbeit gebeten und was zu diskutieren ist, aus welchen Gründen werden uns dann die Mittel von dort gekürzt, bzw. überhaupt zugeteilt?
Jetzt erscheint es uns auch logisch, warum wir beim VDG als „Sonstige“ geführt werden. Ich gehe davon aus, das der Vorsitzende Herr Gaida uns gewogen ist, denn er sagte mir nach der Konferenz, er habe eine Satzungsänderung des VDG vorgeschlagen, damit wir endlich dazugehören……
Wir verstehen langsam die ganzen Oppelner Zusammenhänge nicht mehr, ich bin aber sicher, dass die geforderte Reaktivierung der DFK`s an der Basis zunächst in unserer Administration stattfinden sollte, damit wir eine Chance der Zusammenarbeit für die Zukunft haben, denn die sieht nicht gerade rosig aus.
Da gibt es ein verwirrendes Antragsdurcheinander, für gemeinschaftsfördernde Maßnahmen, Konsolidierung, Kulturarbeit, Stiftungsgelder für Miete, Bürokosten u.s.w. Mit verschiedenen Kriterien und Antragszeiten die keiner begreift. Ein Beispiel: Unser Frühlingsfest 19. Mai, geplant seit Februar:
Anfrage beim VDG. Wir sollen einen Antrag stellen über gemeinschaftsfördernde Maßnahmen, aber die Konferenz ist erst Ende April 2012. Bei der Konferenz mussten andere DFK`s von ihrem Budget uns etwas abgeben, denn bisher hatte man den DFK Glatz davon ausgegrenzt. Der Antrag auf Bezuschussung sollte dann aber unter der Bezeichnung bei der Stiftung gestellt werden. Frisch ans Werk. Dort war zu erfahren, die Antragsfrist sei 2 Monate vorher, also nun zu spät. Weiterer Anruf um Hilfe beim VDG. Neuer Ratschlag::: Beantragung über Konsolidierung. Aber der Konsolidierungsbeauftragte kommt nicht, also beantragen wir selbst. Es folgen lange Gespräche mit der Regionalkonsolidierungsbeauftragten, also die Vorgesetzte Dame. Na gut, aus dem Frühlingsfest sollte zunächst ein Workshop, dann eine Konferenz werden um bezuschusst zu werden. Chöre und Tanzgruppen sollen Werksverträge mit dem VDG abschließen, mit Angaben der Steuernummer, auch des Kontos, damit nicht der DFK Glatz abrechnen kann. Die Fahrt – und Buskosten müssen aber sofort bezahlt werden. Alles in polnisch, was aus Deutschland keiner lesen konnte und von denen Unterschriften abgelehnt wurden. Kurz um, das Fest war ein großer Erfolg mit über 300 Teilnehmern, 4600,- PLN mussten wir wieder selbst finanzieren, der bewusste Konsolidierungshelfer ist bis heute nicht erschienen. Eine Bezuschussung für eine Exkursion zur Stadtentwicklung wurde von vornherein negativ beurteilt, die aber für den 4. uns 5. 8. fest geplant ist. Kosten 6400,- PLN
Bleibt die Erkenntnis, es wird extra kompliziert gemacht um eine Reaktivierung der DFK`s zu verhindern. Vielleicht betrifft es aber auch nur den DFK Glatz an der sogenannten Diaspora wie zu hören war. Hat man uns in 2010 von jeglichen Fördermitteln fern gehalten und wir nur mit privater Unterstützung überleben konnten. 2011 nach unserer Anmeldung als eigener Verein, bekamen wir endlich die gewünschten Formulare zur Beantragung von Zuwendungen und auch Unterstützung, in 2012 allerdings sofort wieder erhebliche Kürzungen, die eine Reaktivierung unmöglich machen. Selbst das Wort, in 2010 als große Propaganda eingesetzt ist verschwunden, dafür gibt es nun die Konsolidierung der DFK`s mit wieder neuen Antragsverfahren. Nur eine grundlegende Reform der Beantragung kann hier Abhilfe schaffen. Früher gab auch nur eine Anlaufstelle beim Konsulat. Heute wird beantragt bei der Stiftung, dem VDG, dem Konsulat, gemeinschaftsfördernde Maßnahmen sogar beim DFK Breslau mit Weiterleitung an die Stiftung, die befragt aber zunächst wieder den VDG, schickt dann weiter an die Stiftung in Oppeln, um endlich an die zahlende Stelle in Stuttgart Deutschland geschickt zu werden……. und so funktioniert es eben nicht.
Zur Zeit ist der Vorsitzende des VDG krank, nach seiner Genesung werden wir allerdings unsere Situation klären müssen, um das weitere Bestehen des DFK Glatz langfristig zu sichern und weiter expandieren zu können, oder wieder auf ein Kaffeekränzchen zu reduzieren, wie es vor der Übernahme des heutigen Vorstandes war. Unser engagierter Vorstand arbeitet viele Stunden in der Woche ehrenamtlich, unsere Fahrtkosten können wir wegen des schmalen Budgets kaum zur Hälfte abrechnen, wie auch viele andere Ausgaben für unsere Alten und Kranken, die wir privat bezahlen. Ein Lager für Hilfsmittel, von Gehhilfen bis Pflegebett wurde von uns auch privat gebaut und finanziert. In diesem Jahr werden wir wieder über 15 000,- PLN selbst finanzieren müssen, obwohl man uns Unterstützung aus Oppeln zugesagt hat, die aber wegen der komplizierten Verfahren nicht abzurufen sind. Es fehlt uns ein Buchhalter und Rechtsanwalt, um die uns zustehenden Mittel zu erhalten, aber wer kann diese Kosten übernehmen?
Fazit, es kann nur besser werden, also geben wir uns der Hoffnung hin.

Hier noch ein interessanter Link:
http://www.youtube.com/watch?feature=endscreen&v=BGJWHeADhHI&NR=1
Und hier noch ein weiterer interessanter Link:
http://www.simplesite.com/Oberschlesien/95569937

Ja da scheint sich die Basis zu wehren. Zu befürchten ist nur, das es für Veränderungen zu spät ist. Aber schauen wir mal……

Es grüßt aus der Grafschaft
Horst Ulbrich

Gedenken an den seligen Gerhard Hirschfelder

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 13:20

Ein Kardinal, ein Erzbischof, ein Bischof und der Großdechant – alle vereint im Glatzer Land

Gedenken an den Seligen Gerhard Hirschfelder und Einweihung der Begegnungsstätte mit Museum am 3. Juni 2012

Der Anlaß
Schon bei der Seligsprechung von Kaplan Gerhard Hirschfelder am 19. September 2010 in Münster wurde durch den Prager Erzbischof Dominik Duka OP (Dominikanerorden) die Idee geboren, sich am Grabe des Seligen in Tscherbeney bei Bad Kudowa in der Grafschaft Glatz bei einem gemeinsamen Pilgergottesdienst „international“ zu treffen und des Seligen zu gedenken. Wenn es nicht bereits früher geschah, so lag es nicht an mangelndem Willen, sondern einzig und allein an der schwierigen gemeinsamen Terminfindung.

Die Initiatoren
Kein geeigneterer Platz kann gedacht werden für eine nationen-übergreifende Verehrung als die Ruhestätte an der Kirche in Tscherbeney, im Dreieck von Schlesien, Böhmen und Mähren. Hier versammelten sich zu einem feierlichen Gottesdienst Dominik Kardinal Duka, Erzbischof Dr. Erwin Josef Ender, Bischof Ignacy Dec, Großdechant Franz Jung mit Prälat Romuald Brudnowski, dem hiesigen Ortspfarrer.
Kardinal Duka von Prag hat ein besonderes Verhältnis zu den Grafschaft Glatzern, denn er wurde im benachbarten Königgrätz geboren und war dort seit 1998 Bischof, bevor er 2010 als Erzbischof nach Prag berufen wurde und seit 2012 dem Kardinalskollegium angehört. Auf dem Bischofsstuhl in Prag gedachte er der tausendjährigen Zugehörigkeit des Glatzer Landes, das seit der Gründung des Bistums 973 bis 1972 Bestandteil der Diözese blieb. Der erste Erzbischof von Prag wurde 1344 Arnestus von Pardubitz. Er war der Sohn des Burgkastellans von Glatz, begann hier bei den Johannitern seine Ausbildung und bestimmte für seinen Grabplatz die Dekanatskirche in Glatz, wo ein Marmordenkmal an sein segensreiches Tun als Ratgeber Kaiser Karls IV. erinnert. Unter dessen Herrschaft legte er den Grundstein für die Prager Kathedrale, den Veitsdom, gründete die Universität und übernahm das Amt des Kanzlers. Darin liegt die bis auf den heutigen Tag bestehende innere Verbundenheit der Grafschafter zu Prag, soweit sie der sog. Erlebnisgeneration angehören, begründet.
Aus Rom eilte Erzbischof Dr. Erwin Josef Ender herbei, der aus dem kleinen Ort Steingrund bei Habelschwerdt stammt. 1990 berief ihn Papst Johannes Paul II. zum Titularerzbischof im Sudan und setzte ihn als Nuntius im diplomatischen Dienst ein. Zum Abschluß seiner kirchenpolitischen Karriere übernahm er 2003 bis zu seiner Emeritierung 2007 die Nuntiatur für Deutschland in Berlin.
Professor Dr. Ignacy Dec leitete als Rektor die Päpstliche Theologische Fakultät in Breslau. 2004 wurde er Bischof der neu gegründeten Diözese Schweidnitz, zu der jetzt die Grafschaft Glatz gehört, nachdem sie zwischenzeitlich dem Erzbistum Breslau zugeschlagen worden war. Bischof Dec hat die Seligsprechung von Gerhard Hirschfelder intensiv unterstützt und ist heute ein großer Verehrer des ersten Seligen seines jungen Bistums.
Der Apostolische Protonotar Großdechant Franz Jung, gebürtig aus Neundorf, ab 1938 aufgewachsen in Gläsendorf bei Habelschwerdt, ist die unumstößlich anerkannte religiöse Bezugsperson aller Katholiken aus der Grafschaft Glatz, wo immer sie leben mögen, wo immer sie für eine neue Beheimatung Wurzeln geschlagen haben.
Bei seinem zehnjährigen Einsatz auf dem Weg zur Seligsprechung von Gerhard Hirschfelder, dem 1942 im KZ Dachau umgekommenen Grafschafter Jugendseelsorger, dem ein Predigtwort „Wer der Jugend den Glauben an Christus aus dem Herzen reißt, ist ein Verbrecher!“ zum Verhängnis geworden war, fand er in Prälat Romuald Brudnowski, dem Ortspfarrer von Tscherbeney, einen überzeugten, hilfsbereiten Mitstreiter.

Gottesdienst auf der Pfarrwiese
Etwa 600 Verehrer des Seligen fanden sich an seinem Grabe ein. Auf der ans Pfarrhaus angrenzenden weiträumigen Pfarrwiese war ein schön geschmückter Altar errichtet worden. Hier wurden die versammelten Pilger/innen unterschiedlicher Nationalität – unter anderem auch vom Bürgermeister – sehr herzlich begrüßt. Die Pilgerschar setzte sich zusammen aus der heutigen polnischen Bevölkerung von Bad Kudowa und Umgebung sowie vielen ehemaligen Landsleuten, die 1945 auf tschechoslowakisches Gebiet geflohen waren und nicht mehr zurückkehren durften. In zwei Bussen waren weitere ehemalige Bewohner der Grafschaft Glatz als Pilger zu den Grafschafter Wallfahrtsorten Albendorf, Wartha, Maria Schnee, auf tschechischem Gebiet nach Grulich und Bärnwald angereist. Schließlich wurde speziell eine große Schar ursprünglich Tscherbeneyer Einwohner begrüßt, die hier vor Ort gemeinsam den 60. Jahrestag ihrer Erstkommunion feiern wollten.
Dominik Kardinal Duka gestaltete den Festgottesdienst in Konzelebration mit den eingangs aufgeführten geistlichen Würdenträgern. Eine große Gruppe von Priestern und Diakonen in gleichfarbenen Meßgewändern, angeführt von zahlreichen Meßdienern, umrahmte den Altarbereich. Unter ihnen fiel Julian Golak aus Neurode auf, der in der Ordenstracht der „Ritter vom heiligen Grab zu Jerusalem“ erschien, in einem weißen wallenden Mantel mit dem großen roten Kreuz und mit einem schwarzen Barett als Kopfbedeckung. Ein Chor junger Sänger und Sängerinnen intonierte melodisch und rhythmisch ansprechende moderne religiöse Gesänge. Für deutsche Augen etwas ungewohnt, standen in einiger Entfernung drei Beichtstühle bereit, die während der Meßfeier auch besucht wurden.

Begrüßung
Großdechant Jung sprach einleitend Worte der Begrüßung.
„Sehr geehrter Herr Kardinal, sehr geehrter Herr Bischof, lieber Nuntius, lieber Mitbruder Romuald, bei Dir möchte ich gerne anfangen. Ich habe hier ein Bild, das wir vor 10 Jahren in Tscherbeney aufgenommen haben, beim Gottesdienst zum 60. Todestag von Gerhard Hirschfelder. Damals waren wir Freunde, und als ich in den ersten Jahren hier in der Grafschaft, meiner Heimat, gewesen bin, hat der leider bereits verstorbene Pfarrer Stefan Witczak mich gefragt: „Willst Du nicht mein Bruder sein?“ Er hat mich in den Arm genommen. Das fand ich eine tolle Geste!
Ich möchte das jetzt wiederholen mit Dir, lieber Romuald, und sagen: Wir sind nicht Freunde, wir sind im Verständnis von Tschechen, Polen und Deutschen wirklich Brüder. Und ich möchte Dich einfach in den Arm nehmen aus Dankbarkeit dafür, daß Du die Arbeit für die Seligsprechung hier in der Grafschaft Glatz, vor allen Dingen hier in Cermna, so gut vorangetrieben hast.
Wir sind und bleiben Brüder, und ich möchte Dich in den Arm nehmen, hier vor allen Leuten.
Danke! Das ist ein Zeichen, das wir setzen wollen – auch für die Zukunft.
Lieber Herr Bischof, es ist wunderschön, daß Sie ebenso die Initiative ergriffen haben mit Ihrem Pfarrer und seiner Mannschaft, daß wir Gerhard Hirschfelder hier verehren dürfen als einen Freund von drei Nationen: Tschechen, Polen und Deutschen. Herzlichen Dank, Herr Bischof. Es war einfach toll, wie Sie das aufgegriffen haben und weiter verfolgen. Hier ist der Heimatort für Gerhard Hirschfelder; wenn wir Heimatvertriebenen, wenn wir früheren Bewohner nicht mehr sind, bleibt Gerhard Hirschfelder hier vor Ort, und das ist etwas Großartiges!
Daß wir heute hier sind mit drei Nationen, haben wir Ihnen, lieber Herr Kardinal, zu verdanken. Sie haben in Münster bei der Seligsprechung am 19. September 2010 – als Herr Bischof Dec sprach – mir ins Ohr geflüstert: „Können wir nicht eine gemeinsame Wallfahrt machen? Polen, Tschechen, Deutsche!“ Da habe ich gesagt: „Sofort! Wir kommen sowieso jedes Jahr, und heute ist das in Erfüllung gegangen. Über die Grenzen hinweg haben wir einen gemeinsamen Gottesdienst mit allen Menschen guten Willens – mit Tschechen, Polen und Deutschen. Herzlichen Dank, Herr Kardinal!“
Polnisch – Tschechisch – Deutsch im Wechsel
Bei den Meßtexten, den Fürbitten und Ansprachen wechselten sich die drei Sprachen Polnisch, Tschechisch und Deutsch regelmäßig ab, wobei übereinstimmend das tugendhafte Leben des Seligen im Blickpunkt stand.
Diakon Ewald Pohl aus Eckersdorf verlas den Evangelientext aus Matthäus 28, 16-20, worin der Missionsauftrag Jesu an seine Jünger verzeichnet steht – mit der Zusage: „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt!“
Kardinal Duka predigte ebenfalls dreisprachig. Er sprach seine Freude darüber aus, daß er 2010 bei der Seligsprechung durch Joachim Kardinal  Meisner in Münster dabei sein durfte. Dabei habe er auch das Grab des von ihm sehr verehrten Clemens August Kardinals Graf von Galen besucht, dem – wie Hirschfelder –  tapferen Widerstandskämpfer gegen das Hitlerregime.
„Wir sind da, Gott Dank zu sagen für das Beispiel des priesterlichen Lebens des jungen Priesters Gerhard Hirschfelder. … Wir sind da: Seine Schülerinnen und Schüler aus der Grundschule. Wir haben gehört, wie Gerhard Euch zur ersten heiligen Kommunion vorbereitet hat. …Wir sind da: Wir haben die Gelegenheit zu sehen, wie der junge Priester mit Ideen und Mut für die Ehre Gottes, für die Freiheit der Kirche gekämpft hat, und er ist wirklich ein Beispiel für die zukünftige Kirche in unseren Ländern. Nach dem zweiten Weltkrieg haben wir gehofft auf ein Leben in Freiheit, aber, das muß man sagen, unsere Hoffnungen waren naiv. Noch eine weitere sehr schlimme Diktatur ist gekommen, und sein Beispiel war wirklich Beispiel für viele Priester, hier, in Polen, auch in Böhmen, Mähren, auch in der Slowakei. Das muß man sagen: Wir sind wirklich dankbar für dieses Beispiel des priesterlichen Lebens. Diese jungen Priester, nach dem Muster des Seligen Gerhard Hirschfelder, braucht die Kirche in Polen, in Böhmen, in Deutschland, in aller Welt.
Beten wir, daß seine Fürsprache, des jungen Priesters, sich auch ausrichtet für uns Priester, uns Bischöfe von heute. Amen.“
Wenn Kardinal Duka das mutige Leiden im Kampf gegen die Nazidiktatur so hoch einschätzt, weiß er, wovon er spricht. Er selbst wurde bei seinem Widerstand gegen den atheistischen Kommunismus mehrfach inhaftiert, zeitweilig zusammen mit Vaclav Havel, dem späteren Staatspräsidenten.
Ein kleiner Versprecher soll noch angemerkt werden, indem er einmal statt „Seligsprechung“ das Wort „Heiligsprechung“ gebrauchte. Während bei einer Seligsprechung „eine lokale Verehrung gestattet“ ist, das heißt, mit ihm zu beten und seine Fürsprache anzurufen, gilt bei einer Heiligsprechung die Verehrung in der gesamten Kirche. Vielleicht weist dieses ungewollt ausgesprochene Wort schon den Weg in die Zukunft, bildet eine neue Zielvorgabe!

Fürbitten
Wie schon in der Predigt, richteten sich auch die Fürbitten an den Beistand des Seligen. Michael Güttler aus Bad Landeck trug vor:
„Für alle, die unter Not, Krieg und Katastrophen leiden; für alle, die ihre Heimat verloren haben: Um ein unerschütterliches Vertrauen auf die Nähe und den Beistand Gottes in ihrem Leben.
Für das polnische, für das tschechische und das deutsche Volk: Um die Bereitschaft, den Weg in die Zukunft miteinander zu gehen und gemeinsam am Aufbau Europas in christlichem Geist mitzuwirken.
Wir bitten Dich, erhöre uns!“

Zeichen des Dankes
Nach dem Abschluß der Meßfeier trat Elisabeth Kynast, die wenige hundert Meter von hier als die „Schmidt Liesel“ ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, mit spürbarer Freude und Fröhlichkeit ans Mikrofon, bedankte sich – vor allem im Namen der Tscherbeneyer – ganz herzlich für diese erhebende gottesdienstliche Feier und überreichte mehrere farbenprächtige Blumensträuße. Sie hat über die Jahrzehnte hinweg die Grabanlagen der hier ruhenden Deutschen gepflegt und für deren Erhalt Sorge getragen. Auch ist sie von Anfang an die treibende Kraft gewesen, nur eine kurze Wegstrecke vom Grab des Seligen entfernt eine Begegnungsstätte mit einem Museum einzurichten, die am Nachmittag den kirchlichen Segen erhalten sollte.
Bischof Dec ergriff ebenfalls noch das Wort, um seinen Dank an Kardinal Duka,
Erzbischof Ender und den Großdechanten auszusprechen sowie den Jubilaren der Erstkommunion zu gratulieren. Einen begeisterten Applaus erhielt er, als er sich abschließend an die ehemaligen Grafschaft Glatzer in der Pilgergruppe wandte: „Sie sind keine Gäste, sondern Sie sind hier in Ihrer Heimat. Sie besuchen Ihre Heimat.
Ich wünsche Ihnen alles Gute, Gottes Segen in reichem Maße und kommen Sie wieder. Kommen Sie wieder!“

Anschließend Volksfest
Unter der Regie von Prälat Brudnowski kümmerte sich anschließend ein Heer von freundlichen Helfern/innen um die Bewirtung der erwartungsvollen Volksmenge. Mit bewundernswerter Hilfsbereitschaft und geschickter Aufgabenbewältigung kam es zu einer schnellen Versorgung der dreisprachigen Gesellschaft. In großen Kübeln dampfte ein schmackhaftes „Bigos“ (Sauerkraut gedünstet mit Fleisch und Wurst) und auch die leckeren Stücke vom Spanferkel fanden lebhaften Zuspruch! Zusätzlich konnte man sich an Gebäck und Kuchen laben; dazu wurde eine Auswahl an Getränken angeboten. Das bunte Durcheinander der vielen Leute hatte durchaus Volksfestcharakter!

Einweihung der Begegnungsstätte mit Museum
Am Nachmittag stand noch ein weiterer Höhepunkt an, als in einer würdigen religiösen Feier das von der verstorbenen Rosa Rokitensky vermachte Wohnhaus – noch mit dem alten Mobiliar und den früher benutzten Einrichtungsgegenständen versehen – eingesegnet wurde. Kardinal Duka, Bischof Dec, Großdechant Jung und Prälat Brudnowski spendeten den Segen und besprengten den Museumsraum unter Gebeten mit Weihwasser. Es ist zu hoffen und zu erwarten, daß zahlreiche Besuchergruppen der Schädelkapelle auch an das Grab des Seligen treten, ihn um seine Fürbitte anflehen und die Gelegenheit wahrnehmen, sich über ihn ausführlich zu informieren.

Günther Gröger, Altgersdorf

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