Grafschaft Glatz (Schlesien) Neuigkeiten und Wissenswertes aus Schlesien

11.11.2020

Feiern bis der Arzt kommt!!!

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 13:49

Ja heute in der Grafschaft Glatz gleich drei Feiern an einem Tag.

In Polen feiert man heute den Unabhängigkeitstag, wir Deutschen Sankt Martin mit den Kindern, ja und heute ist auch noch der Beginn der 5 Jahreszeit im Karneval.

Aber: Normalerweise sind wir zum Unabhängigkeitstag bei Freunden eingeladen. Fehlanzeige wegen Corona. St. Martin mit Umzügen finden wegen Corona auch nicht statt. Ja unsere beliebten Karnevalsfeiern die immer von unseren Mitgliedern mit Freuden vorbereitet wurden und die Frauen sich viel Mühe der Kostümierung, auch für ihre Männer, gaben. Wegen Corona abgesagt. Da soll man nicht depressiv werden.

Aber liebe Freunde ein Impfstoff ist kurz vor der Freigabe und wir hoffen auf baldigen Impfschutz. Wie im Fernsehen ein Virologe kundtat, soll auch die Desinfektion im Mund-und Rachenraum die weitere Ausbreitung der Viren einschränken, da sie sich zunächst dort ansiedeln und vermehren, sich erst danach weiter in Hals und Lunge ausbreiten. Na dem können wir abhelfen und das ist endlich eine gute Nachricht zum Karnevalsstart. Für die lustigen Beiträge sorgt in dieser Zeit Amerika mit dem scheidenden, aber renitenten Präsident Trump. Das kann man nur mit Humor ertragen.

     Karneval 2019 DFK Glatz

  Zum Vergrößern Bild anklicken.

So werde auch ich im home office heute meine Viren in Hals und Rachen bekämpfen und wünsche allen Karnevalisten: Nicht traurig sein, lieber gut desinfizieren. Geeignet sind wohl alle alkoholischen Getränke über 50 %. Und das gurgeln nicht vergessen!!!

 

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Prost Horst Ulbrich

9.11.2020

Es ist vollbracht!

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 12:46

Da wurde man schon in der Wahlnacht der USA wach gehalten und auch ich wartete auf ein Ergebnis wie in Deutschland üblich, aber Fehlanzeige. Nun sind die USA ja ein riesiges Land mit verschiedenen Zeitzonen und einem komplizierten Wahlsystem über Wahlmänner oder -frauen, die dann endlich den Präsidenten bestimmen.

Nach vier Tagen und 290 zu 214 Wahlstimmen sollte der nächste Präsident wohl doch Joe Biden sein. Dass es aber doch so eng ausgegangen ist, hat uns Deutsche mit unserem Demokratieverständnis gewundert. Wohl gerade bei der Landbevölkerung in Amerika hat man die Lügen und Beleidigungen gegen alle, die nicht der Meinung des scheidenden Präsidenten waren, nicht negativ gesehen. Es wird noch einige Zeit dauern, bis das Trumplager die Wahl anerkennt und die angedrohten Gerichtsverfahren sich als haltlos und reine Geldverschwendung erweisen. Schauen wir, ob Herr Trump am Ende noch als Hausbesetzer aus dem Weißen Haus entfernt werden muss. Beunruhigend waren aber die massiven privaten Waffenkäufe vor der Wahl und auch die Aussagen seiner Söhne. Da fielen Worte wie „der totale Krieg“ und auch „Kämpfen bis zum letzten Blutstropfen“…..

Woher die Rhetorik? Kennen wir Deutsche diese Worte doch noch aus vergangenen Zeiten des Dritten Reichs. Man kann nur hoffen, dass sich das – durch Donald Trump bewusst in Kauf genommene – zerstrittene Land mit den beruhigenden Worten des Joe Biden wieder vereinen lässt. So schauen wir alle positiv in die Zukunft, auch im Verhältnis zu Europa und unserem Deutschland, denn schlimmer konnte es nicht mehr kommen mit einem Präsidenten, der wissentlich lügt und Reporter, die nicht seiner Meinung sind, als Verbreiter von „Fake News“ beschuldigt. Aber sogar seine beleidigenden und haltlosen Twittergeschichten wurden dann nicht mehr veröffentlicht. Bei seiner Rede nach der Wahl, wo Donald Trump sich trotz der Niederlage als Sieger bezeichnete, sogar die Auszählung der Stimmzettel dort stoppen wollte, wo er gerade mal in Front lag, andere Wahllokale, wo es für ihn weniger positiv gelaufen war, sollten aber weiter zählen. Viele Reporter wollten dem Unsinn nicht weiter folgen und haben den Raum mitten in seiner Rede verlassen. Zum Glück bestimmen die Wahlgesetze und deren Durchführung immer noch die einzelnen Bundesstaaten. Nur dort, wo der Unterschied des Wahlausgangs weniger als ½ Prozent ist, muss neu ausgezählt werden. So haben auch die meisten Gerichte schnell reagiert und Klagen des Trumplagers abgewiesen. Aber vorbei ist der Streit noch nicht und man kann nur hoffen, dass es bei den vielen privaten Waffen im Volk keine Toten gibt. Joe Biden versucht aber die Wogen zu glätten mit seiner Aussage, der Präsident aller zu sein, auch der Republikaner. Zu erwähnen bleibt, Amerika hat einen ziemlich alten Herrn mit 78 Jahren gewählt, der zum Ende der ersten Amtsperiode dann 82 Jahre alt ist. Im Zweifel, dass er gesundheitliche Probleme bekäme und sein Amt nicht mehr ausführen kann, werden alle Amtsgeschäfte von der Vizepräsidentin Kamala Harris übernommen. Sie könnte sich dann profilieren, um bei der nächsten Wahl die erste Präsidentin in Amerika zu werden. Schauen wir, was die Zukunft bringt, es kann im interkontinentalen Verhältnis nur besser werden und Donald Trump erwarten nun einige Prozesse wegen Steuerhinterziehung und anderer Vergehen, vor denen er wegen seiner Immunität als Präsident bisher geschützt war. Joe Biden war als Vizepräsident unter Barack Obama auch schon einmal in Deutschland und gilt als besonnener Politiker.

Schauen wir im transatlantischen Verhältnis also positiv in die Zukunft.

Bericht Horst Ulbrich

Meinen Senf dazu…

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 12:40

Nachdem sich nun auch die Gerichte mit den Auswirkungen auf die Wirtschaft in Corona-Zeiten beschäftigen und das Volk rebelliert.
Leider bin ich am Sonntag zum Presseclub im Fernsehen nicht durchgedrungen, weil Telefonnummern, die mit 800 beginnen, vom Ausland aus nicht anwählbar sind. Deshalb hier meine Meinung.
Fakten:
Covid 19 überträgt sich durch Tröpfcheninfektion! Also Maske und Abstand, das wurde gut erkannt und als Wellenbrecher diskutiert. Im Fernsehen wurde diskutiert, es soll auch eine Mundspülung die Ausbreitung der Viren in Hals und Lunge zumindest einschränken. Das machen wir in der Heimat mit Wodka. Aber mehr können wir nicht tun, denn weder eine Schutzimpfung noch spezielle Medikamente stehen zur Verfügung.
Aber auch die psychische Komponente spielt zunehmend eine große Rolle bei der Volksgesundheit. Das äußert sich in Gewalt oder Depressionen. Mit der Schließung kleiner Unternehmen, Geschäfte und Restaurants machen wir einen ganzen Wirtschaftszweig kaputt und schaffen zusätzliche Konflikte. Die Nachverfolgung des Virus macht doch wegen der vielen täglichen Kontakte schon nach Tagen keinen Sinn mehr. Vorschlag:
Kirchen, Sportstätten und bei Restaurants, dann aber auch mit festgelegten Öffnungszeiten, um Ausschweifungen wegen „Alkoholverbrüderungen“ vorzubeugen, wieder öffnen. Wer ein funktionierendes Hygienekonzept vorlegt, kann probeweise öffnen. Danach wird man sehen, bei wem die Beschränkungen nicht greifen. Komplette Schließungen treffen auch die Einrichtungen mit gutem Konzept und die EU druckt nur so das Geld für die Ausfälle. Wie lange soll das, bei geschätzten zwei Jahren Pandemie, gut gehen? Wie weit wir von einer Herdenimmunität entfernt sind, weiß auch niemand. Dann wäre das Thema wie bei jeder Grippe erledigt. Wer war infiziert und hatte keine Symptome oder nur Beschwerden wie bei einer Erkältung? Die Dunkelziffer geht ins Uferlose. Auch unsere gesamte Familie hatte schon im Januar diese Symptome, auch mit hohem Fieber. Da war Corona noch kein Thema.
Also rüstet lieber die Krankenhäuser auf und schützt Vorgeschädigte und die ältere Generation, die nach bisheriger Erkenntnis im Infektionsfall schwerer betroffen sind. Die Situation soll ja noch zwei Jahre so sein, da lohnt es sich auch einen Versuch bei Unternehmen mit Hygienekonzept zu starten. Vergessen wir nicht den weiteren Fortschritt der psychischen Erkrankungen durch Isolation und Vereinsamung. Auch die Überbelastung vieler Familien mit Kindern muss man im Auge behalten.
Situation in der Grafschaft:
In der Grafschaft Glatz sind die Zahlen der Infizierten sprunghaft in die Höhe gegangen. Kirchen sind geschlossen. Franziskaner und das Kloster der Klarissen in Glatz infiziert und in Quarantäne. In Habelschwerdt sind 5 Pfarrer krank und wie viele Menschen durch die Gabe der Kommunion zum Mund angesteckt wurden, ist nicht bekannt. Mein Brief an den Bischof, wie schon geschrieben, war wohl schon zu spät, um die Situation zu ändern. Alle Corona-Patienten, die stationär aufgenommen werden müssen, kommen nach Glatz und dort gibt es ein Beatmungsbett. Andere werden aus dem Krankenhaus nach Neurode verlegt. Neue Corona-Erkrankte am 7.11. in Polen über 27 000 und das bei der Hälfte Bevölkerung wie in Deutschland.
Auch den DFK haben wir zunächst für 2 Wochen wieder geschlossen.

       
Krankenbesuche wie in der letzten Zeit mit Lebensmitteleinkauf und Medikamenten habe ich bis auf akute Notfälle eingestellt und bin hoffentlich bisher gut davon gekommen. Aber ich kann alleinstehende Bedürftige nicht ganz ohne Hilfe lassen. Wir telefonieren auch viel, um ein wenig Mut zu machen.
Da meine Eindrücke auch in der Presse und hier veröffentlicht werden, bekomme ich immer mehr Reaktionen, die mir zeigen, wo in der Welt man sich für die Grafschaft Glatz interessiert. Die letzten waren aus der Schweiz, Holland und den USA. Allerdings gibt es da auch Meinungen wie „ Das ist die Apokalypse“ oder „Der Weltuntergang ist nahe“, „Gottes Strafe“ und andere Bewertungen. Aber ich versuche alles zu beantworten, auch Ängste zu nehmen.

Lasst Euch nicht beeinflussen!!!
Das war ein kurzer Überblick.

Grüße aus der Heimat und bleibt alle gesund.
Horst Ulbrich

24.10.2020

Was ist los mit unserer Welt?

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 18:52

Polen nun auch rote Zone bei den Coronainfektionen.

Lange war Polen beispielgebend aber……

Bald droht in Polen der medizinische Notstand. Die Fallzahlen mit über 13.000 und steigender Tendenz sind sehr beunruhigend. Nach unserem Rat haben viele unserer Freunde aus Deutschland Fahrten nach Polen angesagt.

Warschau: Das Fußballstadion wird zu einem Corona Feldlazarett. Breslau: Die Jahrhunderthalle soll Coronazentrum werden. Die Krankenhäuser sind in vielen Regionen am Limit und Krankenwagen stehen vor Kliniken Schlange oder suchen anderweitig freie Plätze, weil sie ihre Patienten nicht los werden. Die marode medizinische Versorgung in Polen macht nun große Probleme. Im Umfeld unseres kleinen Dorfes Schwenz sind drei Pfarrer an Corona erkrankt. Wie viele Menschen sie mit der, in den Gottesdiensten immer noch üblichen Gabe der Hostie zum Mund angesteckt haben ist unbekannt. Mein Schreiben dazu an den Bischof, mit der Bitte die Pfarrer besser zu instruieren war ein Fehlschlag. Bei einer Familienfeier in unserem Dorf, an der einer der infizierten Pfarrer teilgenommen hatte war die Folge, dass eine Frau sogar stationär im Krankenhaus behandelt werden musste. Unser Dorfvorsteher aus Schwenz hatte wegen der Quarantäne Rat beim Gesundheitsamt gesucht und was er nun machen solle. Auskunft:: Achten Sie auf ihre Gesundheit und Ende der Beratung. Auch in den Restaurants wurden, zumindest in unserer Region keine Adressen der Gäste festgehalten und damit eine Nachverfolgung nicht möglich. Bei der heutigen Situation ist das, bei der Vielzahl sowieso nicht mehr möglich. Die neuen Regeln für die nächsten zwei Wochen sind.

Treffen von Personen außer den Familien: Maximal 5

Menschen über 70 Jahre sollen nur wichtige Besorgungen machen, sonst zu Hause bleiben.

Geschäfte und Apotheken sind von 10 bis 12 Uhr an Werktagen nur für Rentner geöffnet.

Schulen ab der 4. Klasse zunächst für 2 Wochen geschlossen.

Auch wir werden uns nun mehr zurückhalten. Aber Planungsgremien mit dem Konsulat für 2021 oder die Verbandsratssitzung am Annaberg mit Vertretern aus ganz Polen ließen sich nicht verhindern.

Siehe dazu auch Neues aus Schlesien im Internet.

Unsere Geschäftsstelle in Glatz haben wir nun auch wieder schließen müssen. Aber der deutsche Gottesdienst am letzten Samstag im Monat wird mit viel Abstand, auch in den schweren Zeiten mit Pater Marian aus Breslau, beibehalten. Wir benötigen nun alle Gottes Beistand.

In diesem Sinn wünsche ich allen Lesern:

Bleibt gesund und der Heimat treu.

Bericht

Horst Ulbrich

13.10.2020

Wettbewerb der Schulen zu Gerhard Hirschfelder.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 05:28

Den pandemiebedingten Schwierigkeiten zum Trotz fand auch in diesem Jahr in Habelschwerdt wieder ein Hirschfelder-Wettbewerb für die Schüler des dortigen Schulzentrums statt. Die Hirschfelder-Stiftung und Großdechant Franz Jung sowie der DFK Glatz hatten sich dafür eingesetzt, um trotz aller Einschränkungen auch im Jahr des 10-jährigen Jubiläums der Seligsprechung von Kaplan Hirschfelder einen solchen Wettbewerb stattfinden zu lassen.

   

Bitte auf die Bilder klicken.

Somit haben sich im September 2020 über einhundert (!) Habelschwerdter Grundschüler des 4. bis 8. Schuljahrs damit beschäftigt, Porträts und Bilder zum Leben des Seligen anzufertigen. Organisiert wurde der Wettbewerb durch den stellvertretenden DFK-Vorsitzenden und Fremdsprachenlehrer Heinz-Peter Keuten in Zusammenarbeit mit der Habelschwerdter Kunstlehrerin Emilia Idzi-Ważgint. Die besten acht „Kunstwerke“ der jungen Künstler wurden in einer kleinen Feierstunde am 12. Oktober 2020 mit Preisen ausgezeichnet, die in der Aula der Habelschwerdter Grundschule (ehem. Volksschule an der Gartenstraße) stattfand.

 

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Neben zwei kurzen Ansprachen und einem durch Grundschüler dargebotenen Musikprogramm trugen zwei Schülerinnen einen Überblick über das Leben des Seligen auf Polnisch und auf Deutsch vor, bevor dann der DFK-Vorsitzende Horst Ulbrich in Vertretung von Großdechant Franz Jung zusammen mit dem Schulleiter des Habelschwerdter Schulzentrums, Herrn Paweł Popiel, den Gewinnern eine Urkunde und die durch die Hirschfelderstiftung gestifteten Preise überreichten.

                         

Wir freuen uns, dass wir durch die Veranstaltung dieses Wettbewerbs trotz Pandemie auch im 10. Jahr nach der Seligsprechung dafür sorgen konnten, dass Gerhard Hirschfelder in der Grafschaft Glatz im Bewusstsein auch der nachwachsenden Generation lebendig bleibt, wozu sicherlich beiträgt, dass der Schulleiter in seiner Ansprache den anwesenden Schülern gegenüber erneut die Bedeutung des Seligen als Brückenbauer zwischen Deutschen, Polen und Tschechen hervorhob.

 

Bericht: Heinz-Peter Keuten

12.10.2020

Auszeichnung der Deutschen Botschaft in Warschau für Horst Ulbrich.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 11:44

Schon am Morgen vor der Abreise zur Verbandsratssitzung am 8.10. fand um 9 Uhr in der Franziskanerkirche in Glatz für Renate und Horst Ulbrich eine Dankesmesse statt. Der Abt des Klosters hatte dazu geladen weil Familie Ulbrich über die Malteser aus Deutschland einen E-Rollstuhl für den MS-kranken Klosterbruder organisiert hatte. Danach Anreise zum Annaberg zur Sitzung der Delegierten.

             

Die Auszeichnung für die völkerverbindende Kultur-und Sozialarbeit für unseren DFK-Vorsitzenden Horst Ulbrich sollte schon im April stattfinden, wurde aber wegen der Coronapandemie verschoben, wie die Konsulin aus Oppeln bei der Verleihung betonte.

                                     

Glückwünsche in Coronazeiten nicht per Handschlag.    Zum Vergrößern bitte auf die Bilder klicken.

Es sollte ein würdiger Rahmen gefunden werden, der mit dem Treffen der Delegierten aus ganz Polen zur Verbandsratssitzung am Annaberg gegeben war. Herr Ulbrich war total überrascht, als er nach der Begrüßung der Gäste auf die Bühne gebeten wurde, um dort die Auszeichnung entgegenzunehmen. Auch der Vorsitzende des VDG Bernard Gaida schloss sich mit einem weiteren Geschenk den Glückwünschen an.

 

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Herr Ulbrich betonte in seiner kurzen Dankesrede aber auch, dass ohne die Sponsoren wie die Malteser aus Telgte, die bis zu der Coronazeit mit mehreren Transporten den DFK Glatz unterstützt haben, wie auch den privaten Sponsor Herr Pollok, der mehrfach mit seinen 40t-LKW Hilfsgüter transportiert hat, eine so umfangreiche Hilfe nicht möglich gewesen wäre. Zu erwähnen sind auch die beiden Kirchengemeinden aus Buko und Königswusterhausen bei Berlin, die zwei mal jährlich zu den Festen Backwaren und Süßigkeiten sowie Kleidung für unsere Bedürftigen bringen. All denen sei Dank, denn nur so konnten wir unsere deutschen Bedürftigen, aber darüber hinaus auch das Krankenhaus in Glatz sowie Kinder- und Altenheime unterstützen. Wir machen bei Kranken und Bedürftigen keine Unterschiede der Volkszugehörigkeit, sagte Herr Ulbrich.

Er wurde zu einem kurzem Interview der Presse und Internetfernsehen gebeten, um danach weiterhin am Tagesprogramm der Delegierten teilzunehmen.

Bericht Heinz Peter Keuten.

Wer die Sozialarbeit des DFK Glatz unterstützen möchte.

Konto: Schlesienhilfe DE02 4945 0120 111 255 1179

10.10.2020

51.Verbandsratssitzung der Deutschen in Polen.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 17:19

 

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Wegen der Coronapandemie trafen sich in diesem Jahr verspätet, die Delegierten des VDG zu ihrem Jahrestreffen. Nach der deutschen Nationalhymne und Totenehrung ging es an die Bewältigung der mannigfachen Aufgaben der Tagesordnung, da mit Abstand und nur einer kurzen Pause zum Lüften, alle Punkte bis 14 Uhr abgearbeitet werden sollten.

      .

Sofort nach den Grußworten aus der Politik, nur unterbrochen von einer außergewöhnlichen Ehrung für Horst Ulbrich, (dazu extra Beitrag von H.P. Keuten) wurden

a. Tätigkeitsbericht

b. Finanzbericht

c. Bericht der Revisionskommission

ausführlich diskutiert und danach zur Entlastung des Vorstandes angenommen.

Es gab auch drei neue Aufnahmen in das Gremium:

Gesellschaft der Deutschen Minderheit in Lauenburg

Danziger Deutsche Minderheit.

Und das Forschungszentrum der Deutschen Minderheit.

Auch das Arbeitsprogramm des VDG 2021 und die gegenwärtige Situation der Deutschen Minderheit wurden ausgiebig diskutiert.

Nach der Abstimmung über die Anträge und Beschlüsse konnte tatsächlich die Sitzung kurz nach 14 Uhr beendet werden. Lobend zu erwähnen ist unter anderem der Start am 9.10. der Onlineplattform

deutschemedien.pl

Dort können sofort alle, dem VDG angehörige DFK Beiträge hochladen. Liebe Leser, schaut später auch mal auf diese Seite.

Bericht

Horst Ulbrich

27.9.2020

Kurznachrichten:

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 12:15

Zum Glück gibt es noch die guten Freunde, die unsere Sozial-und Kulturarbeit in der Heimat finanziell unterstützten.

In diesem Zusammenhang möchte ich mich noch einmal bei den Spendern zu Elisabeths Gedenkstein bedanken. Das erste, von mir organisierte Denkmal bei dem ich persönlich nicht finanziell helfen musste. Die Abrechnung mache ich wie schon geschrieben mit dem Großdechanten. Er kommt vom 9. bis 16.Oktober wieder in die Grafschaft.

Ein herzliches Vergelts Gott.

Nach Fertigstellung.  Zum Vergrößern auf das Bild klicken.

Der DFK Glatz wird auch in den nächsten Generationen noch für die Heimatbetreuung engagiert bleiben. Unsere Arbeit können nur fehlende Finanzen beeinträchtigen und da gibt es aus dem Innenministerium in Deutschland leider schlechte Nachrichten der Finanzierung unserer Räume sowie Bürokosten. Jetzt soll überall gespart werden.  Auch wegen der Finanzierung unserer Kulturprojekte des Außenministeriums bin ich am Montag in Oppeln zum Treffen mit der zuständigen Konsulin und Vertretern der Botschaft in Warschau. Aber wir geben die Hoffnung nicht auf und bleiben weiterhin engagiert.

Wer unsere Projekte unterstützen möchte, möge sich unserer Konten in Deutschland erinnern.

Mit 20,-€ Jahresbeitrag kann man dem DFK Glatz als Mitglied beitreten, auch Spenden für die Jugend-und Gemeinschaftsförderung. Am Jahresende gibt es dann immer einen Rechenschaftsbericht.

Ko. DE76 4945 0120 111 255 2854

Spenden für die Grab-und Denkmalpflege sowie Unterstützung Bedürftiger.

Ko. DE02 4945 0120 111 255 1179

Grüße aus der Heimat.

Horst Ulbrich

Zehnter Jahrestag der Seligsprechung Gerhard Hirschfelder.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 12:04

Wieder ein großes Treffen und eine, wie gewohnt hervorragende Organisation des Pfarrers Brudnowski aus Tscherbeney, der eine besondere Verbundenheit mit dem Seligen pflegt. Die Kirche wie zu erwarten voll mit einem hervorragenden Chor.

    

Nach der Messe versammelten sich alle noch einmal am Hirschfelder Grab zum Gebet. Auch die Gedenkstätte unserer Elisabeth wurde von allen besucht.

 

Zum Vergrößern bitte auf die Bilder klicken.

 

Nach der Messe hatte Pfarrer Brudnowski, außer dem Bischof und den anderen kirchlichen Vertretern, auch Mitglieder der deutschen Minderheit zum Essen eingeladen. Unter den Gästen war auch mein Freund aus Deutschland, der noch vom seligen Gerhard Hirschfelder getauft wurde.

Leider war unser Großdechant verhindert und eine Abordnung aus Deutschland war nicht gekommen. Vermisst habe ich trotzdem bei den Belobigungen eine Erwähnung des Großdechanten in der Kirche. Schließlich wäre ohne ihn eine Seligsprechung nicht möglich gewesen.

 

Großdechant Franz Jung hat den Seligsprechungsprozess begonnen und auch die erheblichen Finanzen gesammelt. Das sei hier auch einmal erwähnt.

Allerdings ist auch zu bemerken, nachdem der letzte Bischof Dec bei der Nachfeier zur Seligsprechung 2010 im Kurpark Bad Kudowa sagte: Seit der Seligsprechung gehört Gerhard Hirschfelder uns allen, hat die Kirche in Polen die weitere Organisation in der Heimat übernommen und ich bin sehr glücklich über das Engagement. Wer wird sich aus Deutschland langfristig um die Würdigung des Seligen kümmern können? Es gibt nur die Möglichkeit vor Ort und die Organisation ist in Tscherbeney mit Pfarrer Brudnowski beispielhaft. Der DFK wird sich weiterhin um Pflege der Gräber und das Hirschfelder Haus kümmern. Die Zukunft der Heimatbetreuung liegt bei uns in der Heimat. Leider haben das viele Grafschafter bisher ausgeblendet.

Bericht:  Horst Ulbrich

19.9.2020

Termine DFK Glatz: September und Oktober.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 18:15

20.9.Hirschfelder Messe Tscherbeney 12 Uhr. Danach Einladung vom neuen Bischof.

20.–27.9. Andreas Klose Berlin. Wandergruppe in der Grafschaft..

Grünberg Chortreffen 25.9.

Deutsch. Messe. 26.9.

H.Pollok Hilfstransport aus Münster abladen. 30.9.

Geburtstage und 10 Jahre DFK Reaktivierung am 3.10.

Annaberg Verbandsratssitzung 9. bis 11. 10.

Großdechent mit Herrn Pabsch 9. bis 16.10. in der Grafschaft

Beati Cantoris: Chor DFK Glatz im Kurtheater Waldenburg

am 17. oder 24.10.

Deutsch. Messe 31.10.

Planung:

November deutsche Lyrik. Wettbewrb der hiesigen Schulen.

Organisator DFK Glatz.

Chor Intensivkurs in Berlin oder Kloster Annaberg.

Weihnachten DFK Glatz am 5.12. DFK Kudowa 12.12.

Kurz gefasst:

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 16:27

Ja über mangelnde Kontakte brauchen wir uns zum Glück nicht beschweren und ich kann nicht alle Treffen ausführlich behandeln.

Mit meiner Frau kamen wir gerade aus Deutschland am Freitag 11.9. zurück. Samstag dann normale Öffnungszeit der Geschäftsstelle des DFK. Planung Chor und ein kleines Fest zu unserem 10jährigen Bestehen nach Reaktivierung des DFK Glatz durch das Trio Jochen Straube, Heunz Peter Keuten, Vizevorsitzender und Horst Ulbrich, Vorsitzender seit Reaktivierung. Plötzlich ging die Tür auf und singende Kinder mit einem deutschen Lied kamen zu uns mit dem Leiter der jüdischen Gemeinde in Glatz. Mit den Mitgliedern haben wir immer wieder gute Kontakte.

  Kinder der jüdischen Gemeinde.  Bitte auf die Bilder klicken.

Nachmittags dann schnell zum Gottwaldhof. Dort waren Prof. Ruchniewicz mit seiner Frau und unser Mitglied Prof. Arno Herzig und sprachen über ihre langjährige Zusammenarbeit der kulturellen Pflege Niederschlesiens. Wir hatten danach gute Gespräche einer zukünftigen Zusammenarbeit bei den Autorentreffen die bei uns jedes Jahr stattfinden. Auch mit dem Schriftführer des Boten habe ich über eine gute und weiterführende Zusammenarbeit gesprochen. Ich danke, dass nun auch endlich der DFK Glatz repräsentiert wird und nicht alle auf meine Seite im Internet Neues aus Schlesien angewiesen sind. Viele ältere Grafschafter haben keinen Zugang zu PC und Internet.

 

 

Am Montag kam plötzlicher Besuch mit dem singenden Tierarzt Alois aus Bayern und Herrn Hoffmann vom Freundschafts und Hilfswerk Ost mit seinem Bruder. Der Verein unterstützt uns immer wieder finanziell bei unserer Jugendarbeit. Ja und weil es so gemütlich wurde sind sie mit dem Wohnmobil auch bei uns über Nacht geblieben. Alois hat uns mit seinen Vorführungen erfreut, er ist wirklich ein schlesisches Urgestein.

   

Und noch nicht genug der verdienten Schlesier, da kam am anderen Morgen genau zur Frühstückszeit Josef Engel. Josef 90 Jahre ist bekannt durch seine Engel Reisen in die Grafschaft. Er erkundet immer zuvor alles privat und seine Reise in die Heimat 2021 ist schon ausgebucht. Natürlich auch immer beim DFK Glatz.

 

Heute 19.9. wieder normaler Betrieb beim DFK. Planung der deutschen Messe am kommenden Samstag mit Pater Arndt, auch Andreas Klose mit seiner Wandergruppe aus Berlin wird dann dabei sein. Schade das die Wandergruppe mit Michael Güttler, zu gleicher Zeit der Buchbesprechung im Derhämtehäusla, den Weg zu uns nicht gefunden hat. Wie zu erfahren war, soll es die letzte Reise gewesen sein? Wir hätten gern zu Kaffee und Kuchen beim DFK in Glatz geladen.

Berichtigung: Michael Güttler hat mich informiert, dass es nicht die letzte Wanderung in der Grafschaft gewesen ist. Ich bitte meine Falschmeldung zu entschuldigen. Das wurde in einer meiner vielen E-mail Kontakte so erwähnt und ich bin deshalb davon ausgegangen. Bleibt die Hoffnung auf eine bessere Zusammenarbeit in der Zukunft.

Bei Büroschluss kam noch eine ganze DFK Gruppe aus Oppeln zu einem Partnerschaftsbesuch. Meine Frau hatte in meiner Abwesenheit die Vorstellung unserer Projekte übernommen.

 

So geht es weiter mit vielen Terminen nach der Lockerung seit Coronabeginn. Zu unserem geplanten Fest „ 10 Jahre Reaktivierung“ am 3. Oktober wird auch endlich unsere Ilse nach Beendigung ihrer Lehrertätigkeit in Deutschland, als neue Chorleiterin in die Grafschaft ziehen. Ich bin glücklich die Chorleitung endlich wieder in professionelle Hände übergeben zu können.

Bericht Horst Ulbrich

13.9.2020

Eine andere Nachkriegsgeschichte.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 17:46

Nachdem der Beitrag im Grafschafter Boten erschienen ist, möchte ich auch die Lesern dieser Seite, die keine Botenleser sind, informieren.

Nun ist ja zumindest vielen bekannt, dass der Vorstand des DFK Glatz, also Heinz-Peter Keuten, Jochen Straube und Horst Ulbrich, zurück in die Heimat ihrer Eltern nach Niederschlesien gezogen sind. Heinz Peter ist Fremdsprachenlehrer am Gymnasium in Habelschwerdt, Jochen hat eine polnische Ärztin geheiratet und sie haben 2 Kinder. Sie betreiben nebenbei auch eine kleine Pension für Urlauber. Ich habe mit meiner Frau gleich nach der Wende Land gekauft und eine Reithalle gebaut. Auch ein Ferienhaus für Urlauber. Bei den heutigen Preisen wäre das nicht mehr möglich und gleich nach der Wende waren wir so etwas wie die deutschen Pioniere. Wir sind glücklich in der Heimat unserer Eltern angekommen zu sein. Aber einigen Grafschaftern ist das befremdlich und sie meiden unsere Kontakte, was wir nicht verstehen. Vielleicht hilft mein Beitrag zu mehr Verständnis, denn wir waren mutig zurückzukommen, ohne voreingenommen zu sein.

Ich war das erste Mal 1987 mit meinem Cousin in der Grafschaft Glatz. Er war Spätaussiedler und hatte als junger Mann nach dem Krieg in Eckersdorf seine polnische Frau kennengelernt und in deren Familie war nun eine Hochzeit. Ich bin, nach der Vertreibung meiner Mutter aus Eckersdorf im Januar 1946, dann 1947 in Herford NRW geboren. Vater kam aus der Kriegsgefangenschaft auch 1946 und über das Rote Kreuz haben sie sich gefunden. Da meine Familie immer wieder von der Heimat erzählten, auch oft geweint haben, beschloss ich 1987 mit in das heutige Polen zu fahren. Dort lernte ich meine spätere Frau Renia kennen, die deutsch sprach und von ihrer Familie beauftragt wurde, mir zu zeigen, wo meine Familie gewohnt und gearbeitet hat. Ihre Oma war Deutsche, ist in der Heimat geblieben und hat später den polnischen Bahnhofsvorsteher aus Mölten Kr. Glatz geheiratet.

Durch meine, durch Heirat erworbene polnisch-deutsche Verwandtschaft habe ich nun auch viel von dem Leid der hier verbliebenen Deutschen, aber auch der zwangsmäßig hier angesiedelten Polen erfahren.

Da wurde mir erzählt von einem alten Mann, der vor der Panzersperre (ca. 50 Meter vor unserem heutigen Haus) auf die ankommenden Panzer zulief. Er hatte geglaubt, die Deutschen kommen zurück und rief mit dem Arm in die Höhe „ Heil Hitler“. Der erste Panzer fuhr ohne Probleme über die Balken und sonstiges der improvisierten Panzersperre, hielt an und richtete die große Kanone auf den Mann. Die Oma meiner Frau und alle anderen, die das am Fenster mit Schrecken verfolgten, sahen aber dann, dass die Einstiegsluke des Panzers geöffnet wurde. Der Kommandant rief: Hitler kaputt, geh nach Hause! Es waren die ersten russischen Panzer, die das Dorf erreichten. Oma Gerda musste später, trotz ihres polnischen Mannes, mit ihm ihr eigenes Haus verlassen, ein polnischer Offizier hatte sich das Haus ausgesucht, was damals möglich war. Sie haben dann Jahre in dem maroden Nachbarhaus gewohnt, bis sie ihr eigenes Haus zurückkaufen konnte. Die Nichte, also meine Frau Renia, entschloss sich nach einigen Besuchen 1995 bei mir in Herford zu bleiben und wir haben geheiratet. Schon nach der Wende 1989 haben wir zunächst über die Schwiegereltern Land gekauft, Haus und Grundstück haben sie dann auch auf meine Frau übertragen. Schlesien ist wunderschön und so entschloss ich mich in die Heimat meiner Ahnen zu ziehen. Als auch Ausländer Grundbesitz erwerben konnten, haben wir weiteres Land gekauft, damals noch zu sehr günstigen Preisen.

Wir sind heute schon jenseits der Silberhochzeit und glücklich in Schwenz, dem Nachbardorf, wo meine Eltern und die ganze deutsche Verwandtschaft gewohnt hat. Ich habe nie Probleme mit den Polen gehabt, sonst wäre der Entschluss hier zu siedeln nicht gekommen. Das als Vorgeschichte.

Nun hört man ja bei Familienfesten und anderen Treffen auch die Erlebnisse der hier verbliebenen Deutschen und auch der zwangsmäßig neu zugezogenen Polen. Deutsche haben auch vor der Vertreibung Schlimmes erlebt, hauptsächlich mit den Russen. Die ersten ankommenden Russen, ohne Kultur und voller Hass, haben gemordet und vergewaltigt. Auch meine Mutter und ihre Schwester mussten das erleiden. Eine andere Tante wurde geschlagen und bei dem Verhör der Russen mit dem Stiefel mehrfach auf die Brust getreten, so dass später eine Brust amputiert werden musste. Als die Polen kamen, wurde es etwas besser, aber die Häuser wurden besetzt, die Bauern mussten als Arbeiter auf dem eigenen Hof weiter arbeiten, weil die Polen keine Ahnung von der Landwirtschaft mit Maschinen hatten.

Wie war die Lage nach der Besetzung:

Deutsche mussten teilweise in ihrem eigenen Haus in einem Zimmer wohnen, den Rest bewohnten nun die neuen Herren. Polen nahmen sich alles, was ihnen gefiel. Meiner Schwester nahm ein polnischer Junge mitten im Dorf das Fahrrad weg und da er damit nicht umgehen konnte und immer wieder hingefallen war, warf er das Fahrrad in die Bache, den Dorfbach.

Aber auch viele Polen hatten schweres Leid in ihren angestammten Gebieten beim Einmarsch der deutschen Wehrmacht erlitten und einige rächten sich nun an wehrlosen Zivilisten. Andere hatten durch die eigene Vertreibung aus Lemberg und der Ukraine durch die Russen Verständnis. So ein gebildeter Pole, der auch etwas Deutsch konnte und für dessen Familie meine Mutter Gardinen und anderes genäht hatte, um Milch für die Kinder zu bekommen. Der kam eines Tages mit fünf Broten und der Meldung: Heute Nacht warm anziehen, alle Deutschen müssen raus – und so kam es dann auch. Meine Mutter konnte nur noch die Nachbarn warnen, aber allein auf dem Weg zu Fuß zum Bahnhof nach Glatz sind einige, die keine Warnung bekommen hatten, bei minus 20 Grad im Januar erfroren.

Viele der zwangsmäßig angesiedelten Polen wollten auch wieder zurück in ihre Heimat und waren überzeugt, das politische Durcheinander würde sich legen. So legten sie keinen Wert auf die Erhaltung der Gebäude, ja einige verheizten im Winter sogar die Holztreppen, um später feststellen zu müssen, dass sie keine Chance hatten, in ihre alte Heimat zurückzukommen. Auch die Tante meiner Frau, Mariechen, war aus der Ukraine vertrieben worden, aber mit einem besonderen Schicksal. Ihr Vater hatte sich dort massiv gegen die Vertreibung gewehrt. So wurde die ganze Familie samt Kindern nach Sibirien verschleppt, um dort bei Mangelernährung in den Wäldern zu arbeiten. Tante Mariechen war damals 16 Jahre, und was sie sonst mit den Russen erlebte, hat sie nur angedeutet.

Erst nach fünf Jahren wurden sie entlassen und nach Schwenz bei Glatz transportiert. Ihr Vater war in der Zeit in Sibirien verhungert. Andere Polen erzählten mir von den Gräueltaten der SS beim Vormarsch durch Polen, die ich hier auslassen möchte. Das ganze Thema der Deutschen und Polen in und nach dem Krieg sollte in einem Buch zusammengefasst werden. Das würde zu einem besseren Verständnis der Völker mit ihren verschiedenen Kulturen führen.

Aber warum schreibe ich das überhaupt?

Wir leben heute in einem vereinten Europa, Polen sind überall als willige und gut ausgebildete Arbeiter gefragt. Deutsche in Polen als Touristen und Investoren beliebt und willkommen. Eine andere Zeit, die Verständnis auf beiden Seiten, vor allem der älteren Generation verlangt, junge Menschen haben da keine Probleme. Wir können nur verzeihen und um Verzeihung bitten, so haben es die katholischen Bischöfe beider Länder uns vorgemacht. Aber verdrängen dürfen wir die Geschichte nicht, auch die Verdrehung der Tatsachen der Vergangenheit nicht zulassen, in Polen und in Deutschland. Eins habe ich gelernt. Zu schnell geben wir die Verantwortung an ein ganzes Volk….. Die Polen sind an unserer Vertreibung schuld. Dort sagen viele, die Deutschen waren an allem schuld…. Ich denke, alle waren einem brutalen System unterworfen. Unter Hitler durfte niemand eine andere Meinung haben, und im Kommunismus war das nicht anders. Und wenn jemand seine andere Meinung sagte, waren die Konsequenzen zu tragen und das haben nur wenige gewagt.

Auf eine Resonanz wäre ich den Lesern dankbar. Auch gern per

E-Mail hulbrich75@gmail.com und schaut auf meine Seite im Internet Neues aus Schlesien

Ihr / Euer

Horst Ulbrich

25.8.2020

Gedenkgottesdienst für Elisabeth Kynast am 22.8.2020

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 13:46

                                 

Letzte Absprache mit dem Pfarrer.                                                        Zum Vergrößern bitte auf die Bilder klicken.

Da mit ihren Tod unsere Ortsgruppe DFK Kudowa führungslos wurde, gab es in Sachen Terminierung des Gedenkgottesdienstes und Gestaltung des Gedenksteins zunächst ein gewisses Durcheinander. Da eine gleichzeitige Umsetzung der verschiedenen Vorstellungen nicht möglich war, haben wir vom DFK Glatz als übergeordnete Organisation die Planung und Ausstattung übernommen und so wurde zunächst der Termin für die kath. Messe auf den 22.8.2220 festgelegt. Um den Text auf dem Gedenkstein haben sich viele bemüht. Da dieser auch in drei Sprachen verfasst sein sollte, was hohe Kosten mit sich gebracht hat, habe ich mich zunächst zurückgehalten, denn eine Finanzierung hatte ich für nicht realisierbar gehalten. Da aber auch Familie Kynast den Text so gestaltet haben wollte, habe ich mich an unsere Freunde und Förderer des DFK Glatz gewandt und tatsächlich die 13.000,- PLN sammeln können. Auch das Konsulat in Oppeln und das Heimatwerk haben sich zusätzlich zu den privaten Spendern beteiligt. Ein herzliches Vergelt‘s Gott allen Spendern, die bei der Realisierung des Projekts mitgeholfen haben.

   Jaroslaw Jung sang für Elisabeth in Tschechisch ein Marienlied.

Am 22.8. trafen sich dann zum Gottesdienst trotz verschärfter Coronavorschriften über 50 Personen. Zu Beginn der Messe wurde ein Nachruf für die Verstorbene in drei Sprachen verlesen, auch eine Grußbotschaft des Großdechanten Franz Jung. In der Predigt wurde ausführlich über Elisabeths Verdienste um den seligen Gerhard Hirschfelder und die Völkerverständigung zwischen Deutschen, Polen und Tschechen gesprochen.

           

                                         Horst Ulbrich und Theresa Bazala mit einem Nachruf.

      Pfarrer Brudnowski mit Gitarre.

Pfarrer Brudnowski berichtete auch über ihre Fürsorge, um den Friedhof und das von ihr geschaffene Lapidarium. Die Verstorbene verehnem Nachruf für Elisabeth.rte besonders Maria, deshalb nahm der Pfarrer am Ambo kurzerhand seine Gitarre und sang für unsere Elisabeth in der Messe ihre geliebten Marienlieder. Ein herausragender Pfarrer und eine ebenso gestaltete Messe. Schade, dass weder die Familie noch der Großdechant aus Deutschland teilnehmen konnte.

 

Julian Golak mit dem Pfarrer am Gedenkstein.    Weihung des Gedenksteins.

Nach der Messe versammelten sich alle am Lapidarium, wo der Gedenkstein für unsere Lisa eingeweiht wurde. Julian Golak, ehemaliger Vizevorsitzender des Niederschlesischen Landtages, sprach dann am Gedenkstein über die Zusammenarbeit und den Einsatz unserer Lisa für die Erhaltung der Zeitung „Glatzer Bergland“. Weiter ging es mit den DFK-Mitgliedern und Freunden zum Pfarrsaal. Am Eingang stand Maria, die jedem die Hände mit Desinfektion einsprühte, bevor der Saal betreten wurde. Leider gab es einen unschönen Vorfall mit einer uns bekannten Ärztin, die eine Desinfektion der Hände ablehnte und somit keinen Einlass bekam.

 

Die Gäste wurden zunächst mit Bigos, danach mit Kaffee mit Kuchen bewirtet. Während der Zeit, wo gegessen wurde und es im Saal ruhiger war, hat das Vorstandsmitglied Maria Stwerteschka eine vorbereitete Präsentation per Beamer über das Leben und Wirken der Verstorbenen gezeigt.

                  

                                                           Vorstellung des Vorstands

Im Anschluss haben wir den neuen Vorstand vorgeschlagen. Dazu hatten wir schon während der Treffen bei den Vorbereitungen engagierte Mitglieder gefunden, die als Vorstand in Frage kämen. Mit der Zustimmung der anwesenden Mitglieder und ohne Gegenstimmen wurde das auch per Wahl bestätigt, damit die umfangreiche Arbeit weitergeht.

Durch Wahl wurden bestätigt:

Frau Danuta Skalska : Vorsitzende

Frau Maria Stwertetschka : Schriftführung

Frau Jadwiga Teuber: Kassenwart

Herr Jaroslaw Jung: zuständig für die tschechischen Mitglieder.

   Besuch des Pfarrers.

Wir bedankten uns bei Pfarrer Brudnowski für die besondere Messe für eine außergewöhnliche Frau. Gegen 17 Uhr haben wir die Veranstaltung beendet. Ich bin durch die Bestätigung des neuen Vorstands unserer Ortsgruppe in Zukunft wieder entlastet und wünsche Erfolg für die Weiterführung aller Aufgaben, die unsere verstorbene Elisabeth nun nicht mehr leisten kann.

Bericht

Horst Ulbrich

11.8.2020

Stadtfest in Glatz 2020.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 17:30

Schon am Freitag begann das Fest mit einer Aufführung zur Pest in der Stadt im 17. Jahrhundert.

   

Nach dem erfolgreichen Spektakel über den Glatzer Architekten Andreas Ernst im letzten Jahr nun passend zu Corona-Pandemie eine gruselige Darstellung der Pestzeit. Mit vielen Darstellern an wechselnden Orten wurde bei Einbruch der Dunkelheit gespielt, was die Dramatik der Handlung förderte.

   

Zum Vergrößern bitte auf die Bilder klicken.

Leider waren viele Zuschauer ohne Maske, obwohl das bei so vielen Menschen angeordnet ist. Deshalb habe ich auch nur von Weitem Bilder gemacht. Mein Freund Rembert Böse, der zum Stadtfest immer aus Deutschland anreist wird später ausgiebig über das gesamte Fest berichten.

Aber noch eine Bemerkung: Wie Dr. Jäschke vom Grafschafter Boten recherchiert hat, gab es einen hundertjährigen Rhythmus der Pandemien, von dem die Welt betroffen wurde. 1720 die Pest,1820 die Cholera, 1920 die Spanische Grippe und 2020 die Corona-Pandemie. Was für ein Zufall???

Kurzbericht

Horst Ulbrich

Pilgermesse in Albendorf 2020.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 16:45

Wie in jedem Jahr einen Monat nach der deutschen Pilgermesse in Wartha nun in Albendorf am 9. August.

     

Auch hier bei bestem Wetter und der Aufenthalt in der kühlen Basilika war angenehm, den Pandemie Regeln entsprechend auch mit Abstand und Masken. Viele Pilger aus der Oppelner Gegend waren angereist. Auch die Konsulin Frau Fisel-Rösle und der Vorsitzende der deutschen Gesellschaften Herr Gaida waren gekommen.

 

Frau Wittek vom VDG war schon vor der Messe aktiv um die Aufgaben für die Lesungen und Fürbitten zu verteilen. Frau Konsulin und Frau Ulbrich erklärten sich bereit die Lesungen zu übernehmen, Frau Wittek dann die Fürbitten. Als Hauptzelebrand war Bischof Wolfgang Ipold aus Görlitz gekommen, die weitere Organisation übernahm wie immer Pater Dr.Arndt aus Breslau. Nach der Messe wurden in der Andacht Marienlieder gesungen bevor man wieder auseinanderging.

             

Mit dem Bischof wurden wir dann noch ins Refektorium zum Mittagessen geladen, wo ich endlich auch einmal die Problematik der Mundkommunion in Polen ansprechen konnte. Das war eine anregende Diskussion.

Die Bewirtung und das Mittagessen bei den Franziskaner war wieder sehr gut und so verabschiedeten wir uns mit dem Segen des Bischofs, um bald aus der Hitze nach Hause zu kommen.

Bericht

Horst Ulbrich

2.8.2020

Messe für die verstorbene Elisabeth Kynast.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 13:07

Liebe Leser dieser Seite.

Nach langer Zeit der Planung mit Unterbrechung durch die Einschränkungen wegen Korona haben wir nun einen Termin für die Messe am 22.8. um 12 Uhr in Tscherbeney.

Auch der Gedenkstein wird zu dem Termin fertig und aufgestellt sein. Die Gesamtkosten für den Gedenkstein in drei Sprachen belaufen sich auf ca 13 000,- Zloty, ca 3200,- € und sind noch nicht beisammen. Da der Termin zur Messe nun fest ist habe ich auf mein Risiko den Gedenkstein in Auftrag gegeben.

Spenden bitte auf das Konto Schlesienhilfe, Stichwort Elisabeth.

Ko. Nr. DE02 4945 0120 111 255 1179

Es ist in der Zeit nach unserer geliebten Elisabeth vieles neu zu organisieren.

Horst Ulbrich

  Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken.

 

Deutscher Freundschaftskreis

Deutsche sozial-kulturelle Gesellschaft

Kreisverband Glatz

Niemieckie Towarzystwo Społeczno-Kulturalne w Kłodzku

                                                                                                                   Ortsgruppe Bad Kudowa

                                                     E-Mail: hulbrich75@gmail.com Tel./Fax: 0048 74-871 4361

Herzliche Einladung zur hl.Messe für unsere verstorbene Vorsitzende der DFK Ortsgruppe Bad Kudowa, Elisabeth Kynast.

Die hl. Messe ist am 22. August um 12 Uhr in der Ortskirche Kudowa Zdroj Tscherbeney.

Anschließend wird der Gedenkstein für Elisabeth Kynast auf dem Lapidarium am Friedhof eingeweiht. Wir bitten danach zu einem Imbiss in den Pfarrsaal. Dort wird auch eine Versammlung der Mitglieder stattfinden. Es ist ein neuer Vorstand zu wählen damit die Kultur-und Vereinsarbeit im Sinn unserer Elisabeth weitergeführt wird.

Wir bitten daher um rege Beteiligung trotz Korona.

Für die Einhaltung der Bestimmungen wird gesorgt. Bitte Masken nicht vergessen.

Wer aus Deutschland anreist bitte bei mir melden, damit wir planen können.

DFK Ortsgruppe Bad Kudowa

Im Auftrag

Horst Ulbrich

 

15.7.2020

Gedenkstein für Elisabeth Kynast.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 09:39

Deutscher Freundschaftskreis

Deutsche sozial-kulturelle Gesellschaft

Kreisverband Glatz

Niemieckie Towarzystwo Społeczno-Kulturalne w Kłodzku

                                                                                            57-300 Kłodzko, ul. Łukasińskiego 11

                                                         E-Mail: hulbrich75@gmail.com Tel./Fax: 0048 74-871 4361

                                                                         Internet: Neues aus Schlesien. NIP 883 184 54 02

Liebe Leser dieser Seite.

Nun hat es viel Zeit in Anspruch genommen bis eine entsprechende Würdigung für unsere engagierte, verstorbene Elisabeth Kynast gefunden wurde. Jetzt gab es eine Fotomontage wie das Projekt aussehen soll. Den mittleren Stein zur Würdigung der Frauen im Krieg hatte noch Elisabeth organisiert und aufstellen lassen. Die Schriftzüge ihrer Würdigung rahmen nun den Stein für die Kriegsfrauen ein und es entstand ein harmonisches Gesamtbild. Nun sind wir in der Phase der Umsetzung die natürlich Kosten verursachen. Es entstehen Gesamtkosten von 12.000,- PLN ca. 3000,- € bei einem günstigen und qualifizierten Steinmetz.

 zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken.              Der Text auf dem Stein in drei Sprachen.

Nun bitte ich alle, Familie, Freunde und Institutionen um Spenden, um den Gedenkstein für eine außergewöhnlich engagierte Frau in die Tat umzusetzen.

Spenden bitte auf das Konto

Schlesienhilfe DE02 4945 0120 111 255 1179

Bitte Überweisungen immer mit dem Vermerk Elisabeth damit der Zahlungseingang zugeordnet werden kann.

Bei Spenden ab 100,- € kann eine Spendenbescheinigung für das Finanzamt erstellt werden. Ich werde das Projekt leiten und mit dem Großdechanten als Kontrollperson die Abrechnung erstellen.

Und schaut auch in das       Schlesienjournal VDG   im Internet. Dort jede Woche ein neuer Film zu aktuellen Themen.

Nun bitte ich alle um ihre Mithilfe und verbleibe mit Grüßen aus der Heimat

Horst Ulbrich

14.7.2020

Wallfahrt der Deutschen in Wartha 2020.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 14:48

Wie in jedem Jahr und trotz Korona trafen sich wieder viele Teilnehmer aus Nah und Fern zur Wallfahrt in Wartha. Auch aus Deutschland waren wieder Teilnehmer mit Herrn Damian Spielvogel von der Bundesgeschäftsstelle der Landsmannschaft Schlesien angereist. Ja man hatte sich lange nicht treffen können und so gab es schon vor der Messe auf dem Kirchplatz viele Gespräche.

   

In der Kirche dann alle mit dem bekannten Mundschutz, bis auf die Chordamen und denen sei es erlaubt.

Hauptzelebrant war Dr. Karl-Heinz Drobner aus dem Odenwald in Deutschland.

Die Festpredigt hielt sein jüngerer Bruder, Dr. Hubertus Drobner, Professor für Kirchengeschichte.

Im weiteren Altardienst der uns allen bekannte Dr. Peter Tarlinski, Diözesan Seelsorger der Minderheiten aus Oppeln.

Natürlich auch Pater Dr. Arndt, Seelsorger der Deutschen Minderheit aus Breslau, der auch monatlich zu uns nach Glatz zum Gottesdienst anreist.

           

V.li. Dr. Hubertus Drobner Festrede               Fürbitten: Berard Gaida Vorsitzender VDG                         Frau Ulbrich DFK Glatz

Musikalische Untermalung zur Kommunion von Waldemar Sgierczek und seinen Chordamen.

Die Verehrung der Mutter Gottes wurde in diesem Jahr ohne Berührung im Kirchenraum angeordnet und alles in bekanntem Abstand. Nach der Messe traf man sich wieder auf dem Kirchplatz und es hatte den Anschein eines großen Familientreffens.

   

Als bekannt wurde, dass Familie Ulbrich an dem Tag auch noch ihren Hochzeitstag hatten, gab es ein Ständchen aller Beteiligten mit vielen Segenswünschen. Am Ende noch ein Abschiedsfoto und auf ein Wiedersehen zur Wallfahrt in Albendorf am 9.August 2020.

Bericht

Horst Ulbrich

13.7.2020

Antwort aus dem Vatikan.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 10:03

Da hatte ich schon vor der Seligsprechung des Kaplans Gerhard Hirschfelder in 2010 dem Papst geschrieben. Da der Seligsprechungsprozess sehr lange Zeit in Anspruch nahm hatte ich dem damaligen deutschen Papst Benedigt geschrieben, dass die Vertriebenen im hohen Alter sind und darauf hoffen und dafür beten die Seligsprechung noch zu erleben.

Und tatsächlich bekam so ein unbedeutender Mensch wie ich eine Antwort aus dem Vatikan, vom Papst selbst unterschrieben. Er schrieb, die Seligsprechung sei auf einem guten Weg und bald darauf wurde auch der Termin bekannt. Nun hat das bestimmt nichts mit meinem Brief zu tun, die Antwort aber haben wir im Büro des DFK Glatz eingerahmt an der Wand hängen. Zum darauffolgenden Ostern bekam ich noch ein Bild vom Papst zugeschickt was mich sehr gefreut hat.

Ich hatte mich wieder einmal getraut und nun an Papst Franziskus zum Thema Priestermangel und Zölibat geschrieben. Ein heikles Thema und der Auslöser dazu war eigentlich die Veröffentlichung von Prof. Fittich, der sehr negativ über Schule und Lesben geschrieben hatte, ohne zu hinterfragen welche sexuelle Probleme junge Vikare und Priester haben können. Ich hatte das mit Chancen zu Veränderungen verbunden und beim Papst nachgefragt. Auch ob bei dem Priestermangel nicht Laien eingesetzt werden könnten, um einen normalen kirchlichen Ablauf zu gewährleisten. Da es mir ein wenig provokativ erschien hatte ich nicht mit einer Antwort gerechnet. Aber ein Brief vom Vatikan am 11.5.2020 abgestempelt erreichte mich in Glatz am 10.7.2020 durch die polnische Post mit der Bestätigung des Erhaltes und meinen persönlichen Überlegungen zum Wirken der Kirche in der Welt von heute……

Man kann also doch seine Sorgen um unsere kath. Kirche dem Papst schreiben und jemand befasst sich dann auch mit brisanten Themen die den Gläubigen auf der Seele liegen. Das lässt hoffen.

Bericht

Horst Ulbrich

                                                 

4.7.2020

Wahl zum Präsidenten in Polen.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 11:19

Am Wahltag kam es wie erwartet: Polens Präsidentenwahl geht in eine zweite Runde. Keiner der insgesamt elf Kandidaten konnte die notwendige Mehrheit von 50 Prozent der Stimmen holen. Ein hohe Wahlbeteiligung von über 60% der 30 Millionen Berechtigten. Auch in Schwenz zur Wahl nur mit Maske und am Eingang Hände desinfizieren, viele hatten sogar einen eigenen Kugelschreiber mitgebracht. Die Kommission hinter einer Wand aus Plastik. 

Nach Auszählung aller Wahlkreise setzte sich der, von der Regierungspartei PiS und Amtsinhaber Andrzej Duda mit knapp 44 Prozent durch – vor dem liberalen Warschauer Oberbürgermeister Rafal Trzaskowski von der Bürgerplattform mit gut 30 Prozent. Andere Kandidaten spielten keine Rolle mehr.

Der Mann des Rechtsaußen-Bündnisses „Konföderation“, Krzystof Bosak, bekam ca. 7% der Stimmen und heizte unmittelbar, nachdem die Wahl-Lokale um 21 Uhr geschlossen hatten, den Kampf für die Stich-Wahl an. Die PiS mit Duda will nun im ultrarechten Lager weitere Stimmen sammeln die zu den 50% noch fehlen. Duda sagte auf einer Wahlparty er habe ähnliche Ziele wie Bosak für ein starkes und sicheres Polen.

Eine zweite Amtszeit des Favoriten Duda würde das Machtmonopol der Pis Partei bis zur nächsten Parlamentswahl 2023 untermauern.

Ein Sieg des Herausforderers, dem Oberbürgermeister von Warschau, Rafal Trzaskowskis dagegen würde ein Regieren der Pis erschweren und demokratisch ausgewogener gestalten. Unter anderem will er nämlich die umstrittene Justizreform rückgängig machen, wegen der gegen Polen mehrere EU-Verfahren laufen.

Es scheint sich ein Kopf an Kopf Rennen zwischen Duda der Pis Partei und Trzaskowskis von der Bürgerplattform bei der nächsten Wahl abzuzeichnen. Schauen wir wie Polen sich entscheidet.

Bericht

Horst Ulbrich

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