Grafschaft Glatz (Schlesien) Neuigkeiten und Wissenswertes aus Schlesien

22.12.2025

DFK offen auch am Samstag 27.12. 2025

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 17:54
DFK Glatz – auch „zwischen den Jahren“ für jedermann geöffnet

Der DFK Glatz ist ganzjährig aktiv. Deshalb laden wir alle Interessenten
herzlich ein zu unseren regelmäßigen Treffen am Samstag – nun auch
„zwischen den Jahren“:
Auch am Samstag, 27. Dezember, von 11 h bis ca. 14 h 
werden wir uns über aktuelle Themen austauschen und bestimmt auch
Rückblick auf die dann zurückliegenden Festtage 2025 halten.
Übrigens: Schon steht die nächste Unternehmung des DFK an.
Unser rührige Chor unter Leitung von Ilse Hirschner wird am
letzten Dienstag des Jahres wieder im Schloss Fürstenstein (Ksiaz)
bei Waldenburg am Treffen der Chöre teilnehmen.
Ein weiteres Zeugnis, wie sehr die deutsche Kultur auch gegenwärtig
im Glatzer Land und in Schlesien gelebt und gepflegt wird.
Es berichtet Peter Becker.

19.12.2025

Weihnachtsfest des DFK Glatz e.V.

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 18:34

Am Samstag 13. Dezember und Vorabend des 3. Advent haben wir unser Weihnachtsfest des Vereins gefeiert.

In diesem Jahr im kleineren Rahmen und ohne Den DFK Waldenburg zu denen eine große Verbundenheit besteht. Viele Feste feiern wir gemeinsam, denn in den schwierigen Zeiten müssen wir uns gegenseitig unterstützen.

In diesem Jahr hatten wir zu einer größeren Veranstaltung keine Finanzen und so haben trotzdem über 40 Mitglieder teilgenommen.

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Wir begannen traditionsgemäß mit einem deutschen Gottesdienst in der  Klosterkirche der Klarissen. Unser Chor, unter der Leitung von Frau Ilse Hirschner begleitete die Messe musikalisch. Danach nur einige Schritte zum Gemeindezentrum in unserer Straße, wo unsere Helfer schon Tischdekoration und Verstärkeranlage vorbereitet hatten. Da viele ältere Mitglieder einen weiten Weg von Kudowa oder Habelschwerdt hinter sich hatten, gab es zunächst ein deftiges Mittagessen.

Bei Glühwein und Plätzchen von einem treuen, fördernden Mitglied aus Berlin, sorgten die Glatzer Sänger für die richtige Weihnachtsstimmung. Natürlich gab es bei den meist älteren Mitgliedern, die nur noch selten teilnehmen können, auch viel zu erzählen. Zu Kaffee und Kuchen berichtete der Vorsitzende über die geplanten und durchgeführten Projekte im Jahr und über die Zukunftsaussichten, da institutionelle Förderung abnimmt und eine Beantragung der Fördergelder auch immer komplizierter wird. Zum Glück haben wir immer noch unsere fördernden Mitglieder, die oft auch dann finanziell helfen, wenn es sonst keine Aussicht zur Durchführung unserer Projekte geht. So hoffen wir, auch im nächsten Jahr mit unserer Jugend wieder am Kirchweihfest in Königswusterhausen bei Berlin teilnehmen zu können.

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Zum Abschluss, und nach gemeinsamen Weihnachtsliedern gab es auch kleine Geschenke für alle. So gingen wir gegen 18 Uhr auseinander und unser Fahrdienst brachte Mitglieder, die nicht mehr so mobil sind, mit dem Auto nach Hause. Zum Abräumen der schönen Dekoration, Abwasch und Verladen der Musik u.s.w. sind immer hilfreiche Hände dabei, um den Saal wieder ordentlich zu verlassen, denn der ist in diesem Jahr Dank E U Projekt noch kostenlos und ganz in der Nähe der Kirche und unserer Geschäftsstelle des DFK Glatz.

 

Bericht

Horst Ulbrich

16.12.2025

Rechenschaftsbericht 2025 für Mitglieder und Sponsoren. 

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 16:17

Und wieder ist ein Jahr vorüber mit schönen, aber auch schlechten Erlebnissen. Also wie immer.

Zum Glück werden unsere Deutschlehrer über ein Projekt „Lernraum“ des VDG direkt aus Oppeln bezahlt und ich bin mit dieser  Beantragung und Abrechnung wenigstens teilweise entlastet. Glücklicherweise hat sich auch unsere Jugendabteilung unter der Leitung von Amelia Patzwald gut entwickelt. Durch unsere guten Kontakte zur Landsmannschaft in Österreich und deren finanzielle Unterstützung werden wir mit den Jugendlichen im Juli 2026 nach Berlin fahren können.

Auch der Kontakt zu einer Bundestagsabgeordneten ist positiv und sie wird uns im Bundestag empfangen und den Jugendlichen  die dortige Arbeit näherbringen. Wir werden auch am Kirchweihfest der kath. Gemeinde in Königs Wusterhausen teilnehmen, die uns immer wieder materiell und finanziell unterstützen. Bedanken möchten wir uns auch bei den großen Transporten des Sozial-Ehrenamtlichen Vereins Ostfriesland  die mit LKW 40 to. jedes Jahr in die Grafschaft kommen und uns großzügig mit Lebensmitteln und vor allem auch Süßigkeiten für die Kinderheime bringen. In dem Projekt unserer Sozialbetreuung eine ganz große Unterstützung auch für sozial Schwache. Die Großtransporte der Fa. Pollok haben uns in diesem Jahr nicht erreicht. Aber wie bekannt, konnten wir mit deren Unterstützung über 230 Pflegebetten an das Krankenhaus Scheibe liefern. Dort gab es bis Dato noch Betten mit Nachtschrank und einer genieteten Plakette mit der Aufschrift Deutsches Reichspatent. Für sozial Schwache haben wir immer noch über 50 E-Betten in der ständigen Ausleihe. Der Malteser Hilfsdienst hat auch in diesem Jahr wieder 3 Spezialbetten geliefert, sowie Pampers und Hygienemittel.

Ja, unser Sozialprogramm macht viel Arbeit, ist aber mit der Unterstützung sehr erfolgreich.

Das hat auch zu einem guten Verhältnis zur Bevölkerung und der Verwaltung beigetragen.

Leider in Deutschland immer noch zu wenig bekannt sind unsere Bemühungen deutsche Kultur nicht nur zu pflegen, sondern weiter in der Heimat bekannt zu machen.

Unter den, von den Russen vertriebenen und nun in Niederschlesien ansässigen Polen gibt es großes Interesse an der Geschichte unserer alten und ihrer neuen Heimat und unserer Zusammenarbeit.

Seit Beginn unserer Neugründung der „Deutschen sozial-kulturellen Gesellschaft Glatz e.V.“ in 2010 geben wir uns Mühe zur Aussöhnung zwischen den Völkern denn nur das hat Zukunft. Dazu haben wir in diesem Jahr unser 15. Jubiläum nach Neugründung gefeiert. Es gab auch 2 Auszeichnungen mit Orden, vom polnischen Innenministerium und dem Niederschlesischen Landtag für unser Engagement in der Heimat unserer Eltern.

Weitere gemeinsame Projekte:

Wir beteiligen uns seit Jahren an der Planung und Durchführung des Reimann Festivals damit der berühmte deutsche Komponist nicht in Vergessenheit gerät. Auch mit einer Kostenbeteiligung von 5000,- PLN, die wir bisher durch private Spenden finanzieren konnten.

Unsere Bemühungen zur Verbreitung und Förderung  der deutschen Sprache in den Schulen hat große Erfolge. Jedes Jahr im November veranstalten wir für die hiesigen Schulen einen Wettbewerb deutscher Lyrik. Zu dem Wettbewerb in diesem Jahr haben sich wieder über 50 Kinder aus den Schulen bis nach Breslau angemeldet. Ein großer Erfolg die Jugend für unsere Sprache und deutsche Dichtkunst zu begeistern.

Denkmal und Grabpflege in der Heimat können nur wir leisten.

Da habe ich, nach meiner Anfrage und Vorschlag, seit einiger Zeit Differenzen mit der Stiftung Grafschaft Glatz. Aber sind unsere Bemühungen in der Heimat nicht mehr gewollt? Sollen wir mit dem Ende der Kriegserlebnisgeneration der Heimatvertriebenen in Deutschland auch aufgeben? Wir haben die besten Voraussetzungen die Heimatpflege für unsere Eltern weiter zu führen.

Schon vor einiger Zeit haben sich polnische Historiker an uns gewandt, um unsere schlesische Mundart nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, und das hat uns total überrascht.

Natürlich auch mit der Anfrage einer Kostenbeteiligung und da sind wir bei allen Projekten seit langer Zeit in Finanzierungsnot.

Um nicht sofort absagen zu müssen habe ich die Abnahme von 20 Büchern zugesagt, falls das Projekt überhaupt gelingt.

Zu unserer großen Überraschung hat die „Stiftung zur deutsch-polnischen Zusammenarbeit“ die vorläufige Finanzierung übernommen und es ist ein sehr schönes,  illustriertes Buch mit Gedichten in unserer schlesischen Mundart entstanden.

Alle Gedichte sind auch auf Polnisch übersetzt und das trägt zum Verständnis der Polen für unsere schlesische Muttersprache bei. Zur Buchvorstellung am 30.August habe ich daraus Gedichte in schlesischer Mundart  vortragen, natürlich auch mit Gedichten unseres geliebten Erhard Gertler. Bei einer weiteren Veranstaltung zur Erhaltung unserer schlesischen Mundart hat der Vizevorsitzende Heinz-Peter Keuten den DFK Glatz vertreten, auch noch einmal Bücher dazugekauft.

Nun habe ich unsere Zusage eingehalten und 20 Bücher für 1500,- PLN übernommen und gezahlt. Wir können die Bücher für 19,50 € oder 80,- Zloty verkaufen.

Bei Interesse bitte um Info, wir senden das Buch per Post.

Zahlung Ko: Schlesienhilfe  im Briefkopf.

Wer hätte eine solche Wendung erwartet, wo in Deutschland die Heimatpflege und unsere Mundart ein Ende nimmt.

Wir können nur soweit tätig sein wie unsere Sponsoren in Deutschland noch mitfinanzieren können und das sind, zur Zeit noch  Leser des Boten und „ Neues aus Schlesien“ im Internet. Deshalb bin ich so aktiv, mögen unsere Gegner in Deutschland wenigstens das anerkennen.

Ich habe auf meinen Artikel: „In eigener Sache“ Zustimmung vieler Leser bekommen, aber auch Kritik aus der Stiftung Grafschaft Glatz. Ich wünsche mir immer noch eine bessere Zusammenarbeit und eine zeitgerechte Beurteilung der Situation in Deutschland.

Wir sind der Heimat Schlesien verpflichtet und  beim DFK Glatz in der Lage das zu leisten.

Ich bitte wieder den Jahresbeitrag von 20,- € auf das

Ko. DFK Glatz DE76 4945  0120  1112  5528  54 zu überweisen

 

Spenden für Sozialarbeit, Grab- und Denkmalpflege und Kulturarbeit bitte auf

Ko. Schlesienhilfe  DE02 4945 0120 1112 5511 79

Allen ein frohes Weihnachtsfest und vor allem Gesundheit im neuen Jahr.

 

Horst Ulbrich

 

 

Oh Du fröhliche……

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 16:12
 
„Oh Du fröhliche…“ schon am Samstag vor Weihnachten
 
Nach dem gut besuchten „Weihnachstag des DFK“ am letzten Samstag geht es locker
und entspannt weiter mit dem gemütlichen Beisammensein in Glatz:
Für Samstag, 20.Dezember, sind alle Weihnachts-Fans und Muffel eingeladen, ab 11 h bei Glühwein
und winterlichen Spezialitäten Erfahrungen und Tipps für die Weihnachtstage auszutauschen.
Geschichten und Erinnerungen tragen ihren Teil dazu bei, dass Körper und Geist sich in diesen
Stunden wohl fühlen werden – „Oh Du fröhliche Zeit“ soll für alle Anwesenden gelten.
Wo: Natürlich beim DFK, ul. lukasienskego
Wann: Ab 11  bis ca. 14 h oder länger
Mitzubringen: Nichts außer guter Laune
Versorgung: Gibt es bestimmt!
Geschenke: Gab es schon letzten Samstag.
Der DFK lädt ein.
Freundliche Grüße

Peter Becker

15.12.2025

Die Glatzer Mundart lebt – eine bemerkenswerte Veranstaltung in Kłodzko

Filed under: Neues aus Schlesien — Horst Ulbrich @ 11:59

Pauersch und Polnisch im November in Glatz: 

Der rührige Verlag Pressforum aus Altheide Bad veranstaltete am 22. November 2025 in Glatz/Kłodzko eine bemerkenswerte Konferenz zur Glatzer und schlesischen Mundart. Anlass war eine weitere Vorstellung des deutsch-polnischen Buches „Ze starego kufra („Aus dem alten Koffer“) mit dem Untertitel: „Wie es früher üblich in der Grafschaft Glatz und in Niederschlesien war“ – s. auch Blog vom 02. September 2025: Texte und Gedichte in Deutsch und Polnisch.

  Zum Vergrößern bitte auf die Bilder klicken.

Nachdem der Verleger Zbigniew Franczukowski gemeinsam mit der Autorin Joanna Kraczkowska Intentionen und Inhalt des neuen Werkes vorgestellt hatte, machte Peter Becker, übersetzt und unterstützt von Heinz-Peter Keuten (beide DFK Glatz) die Bedeutung des Dialekts aus germanistischer Sicht deutlich.

Dialekt bzw. Mundart, die in der Gegenwart eindeutig wieder an Wertschätzung gewinnen, stehen u.a. für die klare Absicht, „anders“ als Hochdeutsch zu sprechen und dabei mutig die eigene Sprachvariante auch öffentlich anzuwenden. In dieser lebendigen Kommunikation werden durch die besondere Sprache Identität, Heimatbewusstsein und regionale Tradition erhalten und anschaulich vermittelt – und genau damit sind zentrale Themen des Erhalts des Glatzer und des schlesischen Erbes in Gegenwart und Zukunft angesprochen.

Für die weitere Diskussion formulierten die beiden DFK-Vertreter die drei Fragen:

– Ist die „Glatzer Mundart“ eine schlesische Mundart?

– Oder lebt in der Glatzer Mundart der Gedanke der Grafschaft Glatz weiter?

– Sprechen wir heute „Pauersch“ im Glatzer Bergland?!

Der Abschluss im Glatzer Pauersch: „Vielen Dank on hoot an schiin’n Noochmettich doohier ei Glootz“, geäußert durch Heinz-Peter Keuten, führte dann die Konferenz vom Allgemeinen zum Konkreten des Glatzer „Pauersch“.

Um die Praxis der Mundart vorzuleben, folgte zunächst ein besonderer Höhepunkt der Veranstaltung: Heinz-Peter Keuten und sein Kollege Janusz Kobryń aus Habelschwerdt – einer der wenigen (vielleicht der einzige?) in der Grafschaft wohnenden Polen, die den deutschen Grafschafter Dialekt fließend sprechen (!), trugen in Glatzer Mundart als Zwiegespräch Texte und Gedichte aus dem neuen Buch vor, u.a. das bekannte Gedicht „Die Huxt eim Aprille”. Der reiche Beifall der ca. fünfzig Anwesenden belohnte Mut und Können der Mundart-Experten.

                                              

Sodann griff die Moderatorin des Nachmittags, Agnieszka Wideł aus Habelschwerdt, dankbar die genannten drei Fragen auf. Die lebhafte Diskussion in polnischer Sprache veranschaulichte das große Interesse am Glatzer Erbe auch in der Gegenwart. Dabei waren sich Deutsche und Polen einig: Der Erhalt der spezifischen Eigenheiten der einstigen Kultur der Grafschaft Glatz stellt in Gegenwart und Zukunft eine wichtige Aufgabe aller Kulturinteressierten dar, in Polen wie in Deutschland. Der anwesende Lokalpolitiker Adam Łąski unterstrich in diesem Zusammenhang die Bedeutung der reichen Kulturgeschichte des Glatzer Landes für die touristische Förderung der Region.

Die Anregung, in Zukunft einen Gesprächskreis z.B. in Form von Online-Meetings einzurichten, um Pauersch lebendig zu erhalten und an künftige Generationen weiterzugeben, beendete diesen Nachmittag, der einmal mehr Deutsche und Polen mit gemeinsamen Interessen zusammengeführt hat.

Die Autorin und der Verleger mussten im Anschluss zahlreiche Exemplare des neuen Buches mit einer Widmung und Unterschrift signieren. Das Werk, das auch direkt und günstig beim DFK zu erwerben ist, wird in diesen Wochen vermutlich auf etlichen Gabentischen seinen Platz finden.

Verfasst von Peter Becker (Berlin / Altheide Bad) und Heinz-Peter Keuten (Wölfelsdorf)

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