Das Ziel der Pilger am zweiten Sonntag im Juli:
Wieder, wie jedes Jahr, fand auch 2026 die Wallfahrt der deutschen Wallfahrer nach Wartha im Juli statt. Steht die 1 für einmalig, eine besondere religiöse Veranstaltung? Oder steht sie vielleicht für noch einmal?
Nein, letzteres ganz bestimmt nicht:
Denn auch an diesem Juli-Sonntag hatten sich Wallfahrer aus vielen Diözesen Schlesiens und sogar einige Pilger aus Deutschland pünktlich zur Mittagszeit in Wartha eingefunden, um diese so besondere Messe zu feiern. Natürlich erkannte Pater Marian auch einige bekannte Gesichter aus der Grafschaft Glatz sowie aus Waldenburg. Die traditionsreiche, prächtige Basilika in Wartha sorgte wieder für den wunderschönen Rahmen:
Hier begrüßte „unser“ niederschlesische Pater Marian (Breslau) die Gläubigen aus nah und fern. Der Konzelebrant war Prof. Andrzej Anderwalt (Oppeln). Er ging in seiner einfühlsamen Predigt auf das Evangelium, das Treffen von Maria und Elisabeth ein und stellte gelungene Bezüge auch zur Gegenwart dar: Mit Martin Bubers Worten „Alles wirkliche Leben ist Begegnung“ sprach er wohl jeden Pilger ganz persönlich an.
Die tiefe Empathie beider Geistlichen für die Gläubigen und für die Anwesenden beeindruckte auch bei der diesjährigen Wallfahrt. Der feierliche Gottesdienst wurde musikalisch ebenfalls sehr passend von Chor, Orgel und Musizierenden begleitet.
Doch an der Messe nahmen wieder deutlich weniger Besucher teil als in vergangenen Jahren:
Nach der abschließenden Andacht wurde dann in polnischer Sprache eindringlich die so bemerkenswerte Geschichte der Kirche, seit 2008 „Basilika minor“, ihrer Entstehung und Ausschmückung sowie auch die Historie der so anrührenden Marienfigur erläutert. Am Ende der Wallfahrt konnte dann jeder Anwesende persönlich das Gnadenbild grüßen und verehren.
Foto: Lea Herbst
Weil es an diesem Sonntag auch der wolkenverhangene Himmel gut meinte mit den Pilgern, rundeten noch viele persönliche Gespräche draußen vor der Kirche dieses schöne Treffen ab.
Natürlich gehört der Spaziergang durch den traditionsreichen Wallfahrtsort ebenfalls zum Programm eines solchen Tages. Die Verbindung von einst und jetzt, von deutschem Leben und polnischer Gegenwart im Alltag, ist besonders überzeugend gelungen bei der „Pfefferküchlerei“:
Auf der einen Seite in deutscher Sprache, auf der anderen Seite in Polnisch stellt das Schild an der Hauptstraße die Tradition des Gebäcks anschaulich dar. Zwar war der zugehörige Laden wie so vieles in Wartha auch an diesem Sonntag geschlossen, doch ganz in der Nähe der Basilika können die Lebkuchen und viele andere individuelle Souvenirs in einem speziellen Kunst- und Kulturgeschäft erworben werden. Dort liegt auch die Touristinformation von Wartha, die mit ihren freundlichen und engagierten jungen Mitarbeitern sowie mit vielen spannenden Informationen zum Ort und zu lohnenswerten Angeboten und Touren in der Region Vorbild für so manche touristische Einrichtung nicht nur in der Grafschaft sein kann.
Wohl alle Pilger waren sich am Ende dieses intensiven Tages in Wartha einig: Die Wallfahrt, wie schon seit mehr als zwanzig Jahren von Pater Marian vorbildlich organisiert und betreut, wird auch in Zukunft Menschen aus nah und fern verbinden.
Dieser Juli-Sonntag in Wartha steht für Vergangenheit und Zukunft des Glaubens, der Sprache und der Kultur der deutschsprachigen Schlesier. Die Erinnerung lebt von der gemeinsamen Pflege des Brauchtums, bei dem die Basilika einen ganz besonderen Platz einnimmt.
Bericht:
Peter Becker.




