Archive für 2010

Weihnachtsgruß

buro.JPGwinter1.JPGwinter2.jpgwinter3.JPG
Bitte auf die Bilder klicken

Liebe Freunde,

es wird Weihnachten, der Stress lässt in der letzten Woche bei Euch hoffentlich etwas nach und man schaut in den Briefkasten, ja heutzutage eher in die Mail Post, wer sich denn zum heiligen Fest so gemeldet hat.

Es ist der 4. Advent, draußen nach den Nachttemperaturen von unter 18 Grad Minus jetzt immer noch Minus 8 Grad, also die richtige Zeit zu schreiben. Morgen soll der Tannenbaum besorgt werden und da fallen mir so einige Schmankerl dazu ein.

Mein erstes Weihnachtsfest in Schlesien werde ich nicht vergessen. Schon Tage vorher hatte mein Schwiegervater 3 Bäume aus unserem Wald geholt, die aber von unseren Frauen gleich abgelehnt wurden. Da Bronek der Meinung war, es wären die Schönsten aus unserem Wald gewesen, machten wir uns auf den Weg in die Tannenschonung unseres bekannten Försters, der uns auch allein den sogenannten schönsten Baum suchen ließ. In teilweise bauchhohem Schnee kämpften wir uns durch die Schonung und immer wenn ich meinte, den Allerschönsten gefunden zu haben, glaubte Bronek einen noch besseren zu sehen und umgekehrt. Als wir uns nach langem Suchen endlich einig waren, ja das ist der schönste Baum um unser Wohnzimmer zu verschönern und der Förster wegen der alten Bekanntschaft auch kein Geld verlangte, machten wir uns stolz auf den Heimweg. Aber auch mit etwas skeptischen Gedanken, ob der Baum auch den kritischen Blicken unserer Frauen stand halten werde. Zu Hause wurde unser Wunderbaum auch kaum kritisiert. Als ich aber nach dem Aufstellen sah, das Schwiegervater mit Bohrmaschine und Gartenschere bewaffnet ins Haus ging, kamen mir Zweifel. Er hat dann nach Anweisung noch den einen störenden Ast entfernt und mit der Bohrmaschine Löcher in den Stamm gebohrt um Lücken mit den Ästen aus unserem Baummagazin aus dem Schuppen zu füllen. Nachdem unsere Frauen dann ein ganzes Schmucklager darauf dekoriert hatten, ja da war es endlich der aller wunderprächtigste Weihnachtsbaum, den ich je gesehen habe.

Wer es nicht weiß. Auch die Traditionen sind natürlich anders als ich es gewohnt war. Bei uns gab es früher schlesische weiße Bratwurst, die regelmäßig geplatzt ist, weil sie ungebrüht war und es eine Kunst ist, diese speziell nur zu Weihnachten produzierte Bratwurst unversehrt zu braten. Dazu Sauerkraut und Kartoffelbrei, die alten Schlesier werden es wissen. In Polen wird nach dem Frühstück und bis es dunkel ist nichts gegessen, Kinder sind eine Ausnahme. Bei uns auf dem Dorf ist die Christmesse schon um 18 Uhr, weil der Pfarrer mit seinem Vikar sonst die fünf zu betreuenden Kirchen nicht schafft. Zum Abendessen wird ein Gedeck mehr aufgelegt, denn es könnte ein armer oder hungriger Gast an der Tür klingeln, der immer willkommen wäre. Das Essen ist aufwendig und mit 12 Zutaten bereitet, wegen der 12 Jünger. Der Hausherr betet vor, danach bekommt jeder ein geweihtes Hostienblatt und geht von Einem zum Anderen, bricht ein Stück der Hostie ab, isst es und man wünscht sich so fröhliche Weihnachten.

Die geweihten Hostienblätter werden schon Tage vorher in der Kirche gekauft und auch oft mit der Weihnachtspost an Freunde im Ausland verschickt. Danach wird gegessen, nein die Völlerei geht los. Immer wieder unterbrochen von einem besonderen Verdauungsschnaps, oder einem Glas Wein. Nach dem deftigen Essen gibt es im Laufe des Abends Kuchen und Plätzchen, später auch etwas Saures wie Hering und Gurken. Es wird gesungen und wie bei uns quält jeder, der sich als Musiker berufen fühlt schon in der Vorweihnachtszeit sein Instrument, das oft übers Jahr nicht angesehen wird aber, um am heiligen Abend dann den weihnachtlichen Gesang mit Musik zu untermalen. Bei uns wird Gitarre, Geige, Akkordeon, Keebord und auch Blockflöte gequält und die Musik der nicht gestimmten Instrumente trägt oft zur Erheiterung des Abends bei. Spätestens dann, wenn niemand zu der angestimmten Dur singen kann. So findet unser Weihnachtsabend immer ein lustiges Ende und ich bin sicher, es wird auch dieses Jahr wieder so sein.

Liebe Freunde dieser Seite, ich wünsche Euch von Herzen ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gesundes Neues Jahr.

Ganz herzlich möchte ich mich bei allen Spendern bedanken, die mit Zahlung auf unsere Konten in Deutschland die DFK Arbeit hier in Schlesien unterstützt haben. Ohne Eure Hilfe wären viele Projekte nicht realisierbar. Spender, die auch DFK Mitglieder sind, haben einen Rechenschaftsbericht erhalten, damit Ihr seht was 2010 erreicht wurde. Auch das Konto  Schlesienhilfe für bedürftige deutsche Rentner habt Ihr mit Spenden bedacht und wir konnten wieder Medikamente und Winterkohle in finanziellen Notlagen bezahlen.

Dafür ein ganz herzliches Vergelts Gott.

Es grüßt Euch aus dem eingeschneiten Schlesien,

Horst Ulbrich

Vorstandsvorsitzender des DFK Glatz

Weihnachtsfeier DFK 2010

Weihnachtsfeier beim DFK Glatz am 11.12.2010

Vorwegnehmen möchte ich, es war ein voller Erfolg. Aber schon die Vorbereitungen waren sehr schwierig. Nun hatten wir im Oktober geplant und nach dem Sommerfest mit über 140 Teilnehmern, auch zur Weihnachtsfeier mit ca 100 Personen gerechnet und ein bezahlbares Fest geplant, denn hätten wir die Unterstützung unserer Mitglieder und Spender aus Deutschland nicht, wäre das nicht möglich gewesen.

Unser DFK Mitglied Helmut Stage verfügt in seiner Pension über entsprechende Räumlichkeiten und bot an, zu einem Pauschalpreis warmes Essen und Kaffee mit Kuchen zu bereiten. Wir sagten zu, hatten aber die schlesischen Wetterkapriolen nicht berechnet. Schon am Vortag der Feier, wir hatten angeboten Tische, Stühle und fehlendes Geschirr zu bringen, da hatte ich große Probleme mit unserem Pferdeanhänger überhaupt die Villa Sol zu erreichen. Zum Transport hatten wir wieder den günstigen Schulbus aus Eckersdorf bekommen, meine Frau ist dort im Schulausschuß, aber der Fahrer hatte sich geweigert von der Hauptstraße bis zu Helmut zu fahren. Na gut, meine Frau zählt die Häupter der Lieben bei der Abfahrt am Kloster Glatz, den wir für 12 Uhr dorthin bestellt hatten. Ich bin mit dem PKW voraus gefahren, um einen Parkplatz an der Hauptstraße in Reichenau für den Bus zu suchen, denn der Schneepflug hatte solche Berge an den Straßenrändern aufgetürmt, da war Parken unmöglich. Aber es fand sich in der Nähe eine Einfahrt zu einem Bauernhof und der Besitzer war einverstanden, wollte auch mit dem Trecker helfen, falls der Bus inzwischen einschneit. Zum Glück haben Franz und Reiner Allradfahrzeuge und übernahmen den Transport vom Bus zu unseren Feierdomiziel. Aber da kam schon die erste Hiobsbotschaft: Heinz Peter war in einer abschüssigen Kurve geradeaus gerutscht und zum Glück an einem Abhang hängengeblieben. Also Männer in die Allradfahrzeuge und zur Hilfe gefahren. Aber auch die bekamen das Fahrzeug nicht wieder auf die Straße und ein vorbeikommender LKW mit kräftigem Seil hatte dann geholfen. So war das Mittagessen schon vorbei und musste gewärmt werden, als die Retter und unser Heinz Peter endlich eintrafen.

Nach dem Essen gab es den Rechenschaftsbericht von mir, den auch alle Mitglieder in Deutschland erhalten haben, damit sie sehen was wir geleistet haben. Mit Computer und Beemer haben wir dazu passende Bilder an der Wand gezeigt. Auch die Kaffeezeit begann mit Verzögerung, weil fast alle zur Tombola in dem großen Flur verschwanden, die unser Franz organisiert und aufgebaut hatte. Bei einem Lospreis von 3 Zloty und ohne Nieten war der Andrang entsprechend groß. Inzwischen war auch der angekündigte Besuch aus München eingetroffen und Alois hat mit Mundartliedern uns alle erfreut. Nach dem Kaffee wurde dann kräftig aus dem selbstgefertigten Liederbuch gesungen und mit zwei Gitarren und Keebord begleitet. Gegen 18 Uhr hatte dann der Busfahrer doch einige Bedenken und mahnte zum Aufbruch. Der Abtransport zum Bus wieder mit den Allradfahrzeugen und im ersten Transport der Fahrer, um rund um den Bus den Schnee zu räumen. Die meisten PKW sind dann über Mittelsteine gefahren um nicht am hohen Berg Richtung Bad Altheide im Schnee stecken zu bleiben.

Mit Jochen Straube waren wir die Letzten und froh, das alles trotz der Widrigkeiten so gut geklappt hat. Alle sind auch wohlbehalten wieder zu Hause angekommen, nur mein Anhänger und die Tische werden noch einige Zeit bleiben müssen, denn nach Tauwetter haben wir Glatteis und es schneit und friert jetzt wieder.

Auf diesem Wege möchte ich allen, die unsere Arbeit in der Heimat unterstützen, noch einmal ganz herzlich danken, denn weder von der Botschaft, noch der deutschen Stiftung in Oppeln haben wir für unsere Projekte in 2010 Unterstützung erhalten, trotz vieler Anträge, die wir berechtigter Weise gestellt hatten. Vom Konto Schlesienhilfe habe ich unseren deutschen Rentnern hier, die eine kleine Rente bis 800,-Zloty = ca 200 € haben wieder 200,-Zloty bar ausgezahlt, damit sie zu Weihnachten etwas kaufen können. Medikamente werden ganzjährig gegen Quittung der Apotheken erstattet. Kranke werden von mir vor Weihnachten besucht um Lebensmittel und die 200,-Zloty zu bringen.

Wir werden bald selbstständig. Zur Zeit sind wir noch ein Ortsverein unter der Verwaltung Kreisverein Waldenburg. So sind unsere Förderanträge zur Begutachtung zunächst dorthin geschickt worden, nach Aussage des Vorsitzenden Martin Reichert schicken sie es dann weiter nach Breslau zum Kreisverband. Sollten dort unsere Anträge nicht dem Rotstift zum Opfer fallen, geht es weiter nach Oppeln zum Dachverband, der Pläne für ganz Polen beurteilt. Erst dann geht es weiter zur Botschaft oder deutscher Stiftung, die, die Fördermittel zur Verfügung stellen. Dort sind unsere Anträge nicht angekommen und hätte ich nicht gleichzeitig sie auch direkt geschickt, so wäre dort nichts bekannt geworden. Aus diesem Grund haben wir in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung beschlossen einen eigenen Verein beim Amtsgericht Breslau anzumelden und werden unsere Ansprüche in Zukunft direkt bei Botschaft und Stiftung einreichen. Dazu werde ich noch einmal einen eigenen Bericht schreiben, die gesamte Prozedur würde hier den Rahmen sprengen.

Bericht
Horst Ulbrich

 weihn1.JPGweihnachten-001.jpgweihn3.JPGweihn2.JPG
Zum Vergrößern auf die Bilder klicken!

Advent DFK

Singen im Advent beim DFK Glatz

Schon am nächsten Tag nach Nikolaus ging das Programm beim DFK weiter mit dem Singen im Advent. Trotz des andauernden Schneetreibens haben sich noch 26 unermüdliche Sänger eingefunden und man muss schon sagen, von Nah und Fern, denn unser Einzugsgebiet ist von Bad Kudowa bis Habelschwert.

Zum Aufwärmen gab es Glühwein aus Deutschland, den unser Vizevorsitzender Jochen Straube von seinen vielen Deutschlandfahrten mitbrachte. Mein Schwiegervater hatte den Grill in der Halle übernommen und für knackige Bratwurst gesorgt, war aber froh nach einer Stunde endlich ins Warme kommen zu können, denn bei Minus 15 Grad um 19 Uhr wärmt auch die Nähe am Grill die Füße nicht und die Halle wird natürlich nicht geheizt.

Drinnen hatte unser Protokollführer Heinz Peter Keuten die Rolle des Entertainers übernommen. Er war Kellner, Unterhalter der Gruppe und Musiker in einer Person und ich war von seinen Qualitäten überrascht. So wollte das Singen kein Ende nehmen. Das war auch als Probe für unsere Weihnachtsfeier bei unserem Mitglied Helmut Stage in Niwa gedacht. Im Laufe des Abends stellte sich heraus, dass es auch weitere Musikanten für Gitarre und Keebord gab. Ich hatte schon vorher Weihnachtslieder, von Ihr Kinderlein kommet bis Oh Tannenbaum kopiert und geheftet um den Nachgeborenen, die der deutschen Lieder nicht so richtig textsicher waren, eine Hilfe zur Hand zu geben. Aber auch in unserem Deutschkursus, Montags in den DFK Vereinsräumen hatte man sich schon mit den deutschen Texten befasst und so ging es sehr lustig zu. Auch der Glühwein trug wohl zur ausgelassenen Stimmung bei, aber gegen 23 Uhr wollten die Fahrer, die natürlich den Abend ohne den leckeren Glühwein zubrachten, nach Hause und mussten teilweise ihre sangesfreudige Gattin erst überreden.

Es war ein gelungener Auftakt in die Weihnachtszeit.

Bericht Horst Ulbrich

advent-2010-dfk-003.JPGadvent-2010-dfk-001.JPG

DFK Nikolaus

nikol2.JPG                       nikol1.JPG                                                    

Nikolaustag in der Reithalle bei Ulbrich.

Da haben die Enkel der in der Heimat verbliebenen Schlesier gestaunt. Am Nachmittag hatten die Kinder des Reitvereins zunächst ihr Können gezeigt und in verschiedenen Reitergruppen, von den ganz kleinen Kindern und Pferden bis zu den Jugendlichen ihre Quadrille gezeigt. Mit Saft und Plätzchen wurden die Kinder bewirtet, für die Erwachsenen gab es Kaffee und Glühwein. Auch der Grill war in der Halle aufgebaut und so war mit heißer Bratwurst auch für den großen Appetit gesorgt. Nach Eintreten der Dunkelheit kam dann der Nikolaus zu Pferd und brachte auch Knecht Ruprecht als Gehilfen mit.

Die Eltern hatten schon Geschenktüten mit Namen versehen bei der Reitlehrerin abgegeben, aber jedes Kind musste zunächst etwas vorführen, um vom Nikolaus beschenkt zu werden. Ein Gedicht oder Lied sollte es sein und wer nicht vorbereitet war konnte sich bis zum Ende noch schnell etwas überlegen.

Unser Dominik sollte was in Mundart bringen, hat dann aber drastisch abgekürzt:

Niklaus bist a guder Mon
ich will der a Gedichtla sän
do krieg ich keene Hiebe.

Nach der Bescherung der vielen Kinder sind viele frühzeitig den Heimweg angetreten, denn die Wetterkapriolen sind in diesem Jahr in Schlesien fatal. Von 25 Grad Minus in der Nacht plötzlich Tauwetter und dann wieder Frost, was zu vielen Unfällen geführt hat.

Grüße aus der Heimat

Horst Ulbrich

Theater in den DFK Vereinsräumen

Am 27.11. hatten wir die Theatergruppe einer Grundschule aus Glatz zu Gast. Eine unserer Deutschlehrer hatte den Kontakt hergestellt und die verantwortliche Lehrerin dort, wie auch die Kinder waren sofort von dem Vorschlag begeistert.

Nun sind wir in der glücklichen Lage, durch unsere neuen Vereinsräume, die durch eine breite Tür teilbar sind, eine Bühne zu improvisieren.

Während wir in in dem einen Raum gespannt warteten, kamen die Kinder vom Flur in den anderen Raum zur Ankleide, denn alle Kostüme hatte Jurek schon vorher dort deponiert.

Dann ging die Bühne auf und die Kinder haben uns mit ihrem Theaterstück sehr viel Freude gemacht. Zur Aufführung kam ein Stück über Prinzessin Marianne von Oranien und wir waren erstaunt, dass die Kinder mit 9 und 10 Jahren Mimik, Gestik und lange Monologe so perfekt beherrschten. Als kleines Dankeschön gab es nach der Vorstellung Süßigkeiten von uns, die wir in Tüten vorbereitet hatten.

Bericht

Horst Ulbrich

theater3.JPGtheater1.JPGtheater23.JPG
Zum Vergrößern bitte auf die Bilder klicken!

Kommunalwahlen in Polen

Am 21.11.2010 sind wieder Kommunalwahlen in Polen. Auch aus unserem DFK
Glatz stellen sich Kandidaten zur Wahl.

Im Wahlkreis Habelschwert unser Protokollführer Heinz Peter Keuten für einen Sitz im Kreisrat. Im Kreis Neurode Frau Veist aus Neudorf. Beide Kandidaten sind neu nach Schlesien gezogen und betätigen sich nun auf politischer Ebene.

In Neudorf gibt es große Proteste gegen eine geplante Steingrube die nahe dem Ortskern eröffnet werden soll. Viele Proteste hat es schon gegeben und die Wahl wird nun entscheiden, wie es weitergeht.

Von unserem Freund Julian Golak, der zum Landtag wieder kandidiert, stehen überall große Plakate und wir hoffen alle, dass er auch dieses Mal wieder in den Landtag einziehen kann. Wir teilen den Eingang unseres DFK Vereinslokals mit dem Bürgerkomitee und einem angrenzenden Büro eines Europaabgeordneten. Dadurch haben wir guteVerbindungen zur hiesigen Politik.

Persönlich habe ich mich bisher zurückgehalten und mein Wahlrecht in Deutschland behalten. Das erlischt automatisch, wenn man das Wahlrecht hier beantragt. Es ist aber auf kommunaler Ebene eine Überlegung wert, denn das würde meiner öffentlichen Kritik hier mehr Gewicht verleihen. Wir werden sehen wie es für unsere deutschen Kandidaten am Sonntag ausgeht, denn das Wahlrecht mit nur einer Daueraufenthaltsgenehmigung in Polen ist relativ neu. Früher konnte man nur mit polnischer Staatsangehörigkeit wählen und gewählt werden.

Aber wir werden immer mehr Deutsche, auch in Schlesien.

Im Jahr 2009 sind ca. 123.000 deutsche Bundesbürger nach Polen umgezogen und damit die höchste
Zahl der Auswanderungsgruppen nach Ländern!!!!

Das sollte den Dfk´s zu denken geben, denn der Anteil der “Rückwanderer” liegt bestimmt bei 80%.

Hier weitere Neuigkeiten:

Polen ist seit 2005 Jahr für Jahr Weltmeister was die Zahl der Übersetzungen deutscher Bücher angeht. 2009 wurden 525 Lizenzen vergeben, im Jahr davor 765.

Das Zertifikat der Deutschkenntnisse des Goetheinstitutes haben bisher über 50 000 polnische Schüler und Studenten erhalten.

Mit 2. 345.480 registrierten Deutschlehrern, ist Polen das Land in Europa, in dem flächendeckend als erste Fremdsprache Deutsch gelehrt wird.

Horst Ulbrich

Was die Mitglieder des DFK Glatz so leisten

kapelle.jpg  kapelle20×15.jpg

Liebe Freunde,

heute möchte ich Euch unser DFK Mitglied und Vizevorsitzenden JochenStraube aus Winkeldorf vorstellen.

Schon zu der Zeit, als er noch in München wohnte und Vorsitzender des Schlesiervereins dort war, hatte unser Jochen das marode Haus seiner Ahnen in Winkeldorf gekauft und es zu einer wunderschönen kleinen Pension ausgebaut. Viele Heimreisenden der Vertriebenen werden es kennen, weil ganz in der Nähe das Derhämtehäusla liegt.

Aber die Totalrenovierung seines Hauses war erst der Anfang. Als ihn die Liebe, er hatte zwischenzeitlich eine polnische Ärztin kennengelernt, ihn ganz in die alte Heimat, nach Winkeldorf umziehen ließ, da kümmerte er sich aufopfernd um die alte Dorfkirche. Dort wurden dann beim Abschlagen des Mörtels in der Kirche sogar alte Fresken gefunden und auch die ausgebauten Orgelpfeifen hatte er aus Landek wieder zurückgeholt,damit die Kirchgänger bald wieder zu Orgelklängen singen können.
Ja und weil neben der Kirche die Ruine einer Kapelle stand, hatte Jochen Straube die Idee, auch diese wieder in Stand zu setzen. Was für ein gewaltiger Kraftakt für einen Idealisten. Aber es gelang. Durch seinen Bekanntheitsgrad fand er Gleichgesinnte und Sponsoren, die ihn nach Kräften unterstützen. Da die Seligsprechung unseres schlesischen Kaplans, Hirschfelder näher rückte und der nun Selige zu Lebzeiten auch in Winkeldorf seine Wirkungsstätte hatte, wurde die Kapelle nach dem Wiederaufbau zur „Hirschfelder Kapelle“ geweiht. An den letzten Arbeiten auf dem Friedhof, um die vielen deutschen Gräber für die Feier her zu richten, waren dann auch wieder die Mitglieder des DFK Glatz mit Fleiß dabei.

Am 09.10.2010 war die Messfeier zur Einweihung mit unserem Großdechanten und dem Diakon Ewald Polhl. Bei schönstem Wetter waren viele Gläubige auch aus Deutschland dabei und der Tag bleibt allen noch lange im Gedächtnis. Alle tatkräftigen Helfer und Sponsoren sind zum Dank auf Messingtafeln in der Kapelle aufgelistet.

Wir vom DFK Glatz sind glücklich, wieder ein so tatkräftiges Mitglied im Vorstand zu haben.

Horst Ulbrich
Vorsitzender des DFK Glatz
neuer-ordner-038.JPG  100_4072.JPG  Zum Vergrößern die Bilder anklicken

Allerheiligen in Eckersdorf

Allerheiligen in Eckersdorf                 .alles-019.JPGalles-029.JPG

Ein Grund in Eckersdorf, in Schlesien begraben zu werden ist der heimische Totenkult. An Allerheiligen, nach der Messe, beginnt die Prozession auf dem Friedhof mit 5 Stationen, damit in der Nähe eines jeden Grabes die dort stehenden Angehörigen mit einbezogen werden. Zu diesem Tag reisen die Familien aus nah und Fern, viele aus Deutschland an, um bei ihren lieben Verstorbenen zu sein. Blumenschmuck und Kerzen mögen für manchen Betrachter zu üppig sein, aber jedes Familienmitglied bringt seinen eigenen Grabschmuck als Aufmerksamkeit. Der Friedhof ist dann übervoll und auch 3 Stunden Messe und Prozession sind keinem zu lang. Zum Glück dieses Jahr bei bestem Wetter, denn wir hatten an Allerheiligen auch manchmal Schnee und Kälte.

Abends bei Dunkelheit kommen alle noch einmal und der Friedhof gleicht einem Lichtermeer und leuchtet den Ankommenden schon von Weitem.

Wahrlich hier wird man nicht vergessen und auch unsere Verwandtschaft in Deutschland wird eines Tages hier die letzte Ruhe finden, das ist testamentarisch festgelegt.

Horst Ulbrich

alles-008.JPG                    Zum Vergrößern auf die Bilder klicken.

Eine Meinung aus Schlesien

Kastor und kein Ende.

Liebe Freunde, mal etwas anderes, aber ein Thema das nervt.

Ach was für ein schönes Spektakel und man könnte fast annehmen, es wäre extra für die Medien inszeniert.

Da wurde ja speziell der Transporttermin auf das Wochenende verlegt, um nicht nur Arbeitslosen und Studenten die Gelegenheit zu geben sich in Szene zu setzen, nein auch Schulkinder wurden mit auf Demotour
genommen, damit man endlich aus dem ach so grauen Alltag wieder ein Erlebniswochenende machen kann. Auch die 20 000 Polizisten profitieren endlich von Überstunden und Wochenendzuschlägen.

Da hatten wir hier in Schlesien schon Bedenken, es würden keine Radikalen erscheinen und die Organisatoren hätten keinen Grund auf die Polizei zu wettern, weil ja um friedliche Demonstration gebeten wurde. Aber nein, auf die Radikalen ist Verlass. So war es wieder ein ereignisreiches Wochenende und es gab zum Demofest sogar einen neuen Ausdruck zu feiern: Das Schottern!!!

Die Grünen werden sich freuen mit hohen Teilnehmerzahlen glänzen zu können, denn Dank der Politik und der zeitlichen Wahl konnten neue Höchstzahlen der Demonstranten bekannt gegeben werden. Der
Steuerzahler wird die Zeche schon bezahlen und der Fernsehzuschauer bekommt, wie die Demonstranten gemeldet, wo der nächste Einsatzort der Randalierer sein wird. So verpassen auch die Reporter nicht die Übertragungsorte. In Polen wird es in Zukunft auch bald das erste Atomkraftwerk geben und falls in Deutschland einmal das Licht ausgeht, wird Polen als Nachbarland bestimmt aushelfen, denn hier wäre ein solches sinnloses Spektakel nicht möglich. Bei aller Kritik an Atomstrom steht die Versorgung an erster Stelle und wenn die Erneuerbaren, wie auch Wind und Solar nicht reichen muss eben für eine gewisse Zeit Strom aus Atomkraftwerken kommen, bis es eine bessere Lösung gibt.

Das schreibt ein Atomstromkritiker aus Schlesien.

Horst Ulbrich

Seligsprechungsfeier in Kudowa

neuer-ordner-056.JPG15-kudowa.JPG21b-kudowa.JPGneuer-ordner-061.JPGneuer-ordner-071.JPGneuer-ordner-089.JPGneuer-ordner-084.JPG

Bild 1 Die Gläubigen versammeln sich im Kurpark       Zum Vergrößern auf das Bild klicken!

Bild2 Großdechant Franz Jung mit seinem Cheforganisator Dieter Schöngart

Bild 3 Ansprache des Großdechanten

Bild4 Festgottesdienst in der Wandelhalle

Bild4 Bischof Dec

Bild5 Am Grab des seligen Kaplan Hirschfelder

Bild6 DFK Stand auf der Pfarrwiese

Liebe Freunde Schlesiens,

nun ist über unseren seligen Kaplan Hirschfelder in allen Medien berichtet worden, es hat außer den Zeitungsberichten auch Sonderausgaben, Bücher und für Kinder ein informatives verständliches Büchlein gegeben.

Die Aufregung der letzten Wochen legt sich und so mancher Insider und Organisator ist auch froh, dass alles so reibungslos abgelaufen ist.

Allein die Hauptfeier in Münster im Dom und mit zwei Videowänden in weiteren Kirchen konnten die ca 4000 Gläubigen nicht fassen und es gab am Rande einige Tränen, weil nicht alle Platz gefunden hatten. Uns Grafschaftern wurde eine besondere Ehre zuteil. Wir haben mit dem Glatzer Bürgermeister und Glatzer Landrat die Hostien zum Altar gebracht. Der Besuch in Münster war allerdings für einige Teilnehmer unseres DFK auch anstrengend, denn 12 Stunden Busfahrt nach Münster und am anderen Tag wieder zurück, muss für ältere Menschen auch verkraftet werden.

Da war für uns die Anreise zu den Feierlichkeiten in Kudowa und Grenzeck natürlich kurz und die Busse aus Deutschland hatten die lange Reise zu bewältigen. Hier ist besonders zu bemerken, das unter der Leitung des Bischofssitzes in Schweidnitz die Feierlichkeiten auch hier perfekt organisiert waren. Wir Deutschen waren glücklich auch Beiträge und Lesungen in Deutsch zu hören,waren wir bei den Feierlichkeiten der Mutter Gottes in Albendorf noch enttäuscht, weil während des Hochamtes nicht ein deutsches Wort gesprochen wurde und auch für unseren Großdechant keine Redezeit einkalkuliert war.

Um so zufriedener konnten wir sein, dass sich Bischof Dec, vielleicht auf Grund des Briefes eines enttäuschten deutschen Gläubigen, eines Besseren besonnen hat und die Dankesmesse gleich Dreisprachig gehalten wurde, zur Zufriedenheit aller Anwesenden. Unserem Großdechanten wurde sogar eine besondere Ehre zuteil. Siehe Bild.

Nach der Messe dann die Prozession vom Kurpark zum Grab des Seligen in Grenzeck. Das Wetter war ideal und so konnten wir noch auf der Pfarrwiese beisammen sein, dort wurden Bigos und Getränke angeboten. Der DFK Glatz war mit einem Bücher- und Informationsstand präsent und wir haben dort wie überall uns bekannt gemacht.

Horst Ulbrich

Vorsitzender DFK Glatz