Archive für Juli 2011
Trauer um Stephan Stache
30.7.2011 von GGV-BS.
Am 25. Juli 2011 verstarb nach schwerer Krankheit in Alter von 86 Jahren mit Stephan Stache ein heimatverbundener, fleißiger und zielstrebiger Landsmann und sehr guter Heimatfreund, der nicht nur der Grafschaft Glatz treu war sondern sich besonders um den Glatzer Gebirgs-Verein in Braunschweig verdient gemacht hat.
Stephan Stache war am 14. November 1924 in Schnellewalde (Kreis Neustadt/Oberschlesien) geboren und zog mit seinen Eltern als Kleinkind nach Plomnitz (Kreis Habelschwerdt/Grafschaft Glatz), wo sein Vater einen Fahrradhandel und ein Sägewerk betrieb.
Aus der Kriegsgefangenschaft konnte er nicht mehr in die Heimat zurückkehren und kam erkrankt nach Braunschweig. Dort fand er als gelernter Kaufmann bei Siemens eine Arbeit als Buchhalter, heiratete 1952 seine Ehefrau Ingeborg und wurde heimisch. Es kamen vier Kinder zur Welt, die die Familie inzwischen mit elf Enkelkindern bereichern.
Kurz nach der Wiedergründung des Glatzer Gebirgs-Vereins am 9. August 1951 in Braunschweig trat Stephan Stache dem GGV am 1. Mai 1952 bei und wurde schon bald im Vorstand mit verschiedenen Ämtern tätig. 1962 wurde er zum Kassierer bestellt, den er 44 Jahre bis 2006 ausübte. Er war der Initiator der GGV-Heimatstube, die er zusammen mit Walter Cleve im Vorstand durchsetzte und am 30. Mai 1987 in der Kreuzstraße in Braunschweig eröffnet wurde. 1990 übernahm er auch für 16 Jahre die Geschäftsstelle, als Paul Leister den Vorsitz an Hans-J. Taube in jüngere Hände gab.
Aufgrund seiner Verdienste um die Heimat, seine Mitmenschen und die deutsche Wanderbewegung wurden Stephan Stache zahlreiche und hochrangige Auszeichnungen verliehen: Zunächst erhielt er die silberne (1971) und goldene (1991) Ehrennadel des GGV, 1978 die silberne Ehrennadel der Landsmannschaft Schlesien, 1981 die silberne Ehrennadel des Sing- und Spielkreises Thune, 1984 den Ehrenteller des GGV, 1994 den Ehrenteller der Grafschaft Glatz, die silberne (1978) und goldene (1996) Ehrennadel des Deutschen Wanderverbandes.
Schließlich wurde Stephan Stache auf Antrag von Hubert Müller und Christian Drescher am 23. Mai 2005 vom Bundespräsidenten mit der Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland geehrt. Anläßlich seines Ausscheidens aus dem Vorstand wurde er mit großer Freude bei der Jahreshauptversammlung am 18. Februar 2006 mit der Ehrenmitgliedschaft im Glatzer Gebirgs-Verein ausgezeichnet.
Durch sein tatkräftiges Wirken hat er wesentlich zum Erfolg des Glatzer Gebirgs-Vereins beigetragen. Seine großartigen Verdienste und die bis heute existierende Heimatstube werden uns Stephan Stache noch sehr lange in bester Erinnerung bleiben.
Der Glatzer Gebirgs-Verein (GGV) Braunschweig e.V. wünscht seiner Familie, die allzu oft zugunsten des Vereins auf den Ehemann und Vater verzichten mußte, viel Kraft und Trost, den Verlust eines geliebten Menschen zu verarbeiten.
Christian Drescher
– Vorsitzender –
Nachgeborener (Vater aus Bielendorf,
Kreis Habelschwerdt/Grafsch. Glatz)
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DFK Glatz on Tour
18.7.2011 von Horst Ulbrich.
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Am Wochenende des 21./22.5.2011 fuhr eine Delegation des DFK Glatz (u.a. auch die Jugend) auf Einladung unseres Großdechanten Franz Jung zum Marienwallfahrtsort Mariazell in Österreich.
Der Wallfahrtsort in der Steiermark liegt den Grafschaftern besonders nahe, weil der Wölfelsdorfer Christoph Veit 1750 von einer Wallfahrt nach Mariazell eine Nachbildung der Muttergottesfigur mitbrachte, die dann in der Grafschaft als wundertätig verehrt wurde. 1781 wurde dann die Wallfahrtskirche Maria Schnee auf dem Spitzigen Berge erbaut.
Unsere DFK-Mitglieder mussten sich schon am frühen Morgen des 21.5. in Tscherbeney einfinden, von wo der Bus pünktlich um 5 Uhr abfuhr. Direkt an der Grenze in Nachod stiegen dann die tschechischen Grafschafter zu, und die lange Reise nach Österreich konnte beginnen.
Auf der Reise wurde auf Deutsch, Polnisch und Tschechisch (und vor allem Pauersch!) gebetet, gesungen und erzählt, so dass die Zeit nicht lang wurde. Nach einer kurzen Rast vor der tschechisch-österreichischen Grenze waren wir gegen Mittag in Österreich. Die Alpen begrüßten uns leider mit Gewitter und Schneeregen, und auch als wir gegen 14 Uhr den Wallfahrtsort Mariazell erreichten, regnete es noch. Aber nicht mehr lange, denn nachdem wir unser Quartier im Pilgerwohnheim direkt neben der imposanten Wahlfahrtsbasilika bezogen hatten, kam auch schon wieder die Sonne heraus, die uns bis zum Sonntagabend begleiten sollte.
Nach einem kurzen Spaziergang durch den Wallfahrtsort trafen wir dann vor der Basilika die Wallfahrtsgruppe des Großdechanten aus Deutschland und feierten um 15.30 Uhr vor dem Gnadenaltar der Muttergottes von Mariazell, der „Magna Mater Austriae“, zusammen mit Prälat Franz Jung und mehreren Grafschafter Priestern eine Heilige Messe zu Ehren unseres Grafschafter Seligen, Kaplan Gerhard Hirschfelder.
Nach diesem ergreifenden Erlebnis traf sich die gesamte Wallfahrtsgruppe aus Deutschland, Tschechien und Polen zum geselligen Beisammensein und Abendessen.
Einen wundervollen Abschluss fand dieser Tag mit der traditionsreichen Lichterprozession, die in den Sommermonaten immer samstagabends in Mariazell stattfindet. Jugendliche unserer Wallfahrtsgruppe hatten dabei die Ehre, an der Spitze der Prozession mit den altehrwürdigen Wallfahrtsfahnen voranzugehen. Als Besonderheit wurde an diesem Abend vor dem Rathaus in Mariazell ein Denkmal zu Ehren des Seligen Papstes Johannes Paul II. eingeweiht, der dem österreichischen Wallfahrtsort sehr verbunden war und das an seinen Pastoralbesuch im September 1983 erinnert. Der Gang durch die nächtlichen, durch unsere Kerzen erleuchteten und von unserem Gesang und Gebet erhallenden Gassen Mariazells war ein beeindruckendes Erlebnis.
Nach dem Frühstück im Pilgerheim nahmen wir dann am Sonntagmorgen um 10 Uhr gemeinsam am Hochamt in der Basilika teil, die von Großdechant Franz Jung konzelebriert wurde und in der die Grafschaft Glatzer Wallfahrer auch namentlich begrüßt wurden.
Da wir am Sonntagabend zurück sein mussten (weil am Montag wieder normaler Arbeitstag war) hieß es für uns, aus Schlesien angereiste Grafschafter, nach dem Hochamt und dem obligatorischen Gruppenfoto leider schon wieder Abschied nehmen. Das Mittagessen nahmen wir bereits wieder auf tschechischer Seite ein (böhmische Küche – dem edlen Spender sei gedankt!), und nach 22 Uhr waren wir wieder zurück in Grenzeck bei Kudowa.
Insgesamt war die Mariazell-Wallfahrt ein zwar kurzes, aber intensives und unvergessliches Erlebnis, insbesondere für den Verfasser dieses Kurzberichts, der Nachfahre des Bruders von Christoph Veit (in der 8. Generation) ist und somit – nach der Rückkehr als „Rücksiedler“ in die Grafschaft – nun auf den Spuren seiner Vorfahren in die Steiermark wallfahren durfte. Unserem lieben Großdechanten und auch dem DFK sei gedankt für die Ermöglichung dieses gemeinschaftlichen Erlebnisses!
Heinz-Peter Keuten, Wölfelsdorf, Grafschaft Glatz
(Schriftführer und Schatzmeister im DFK Glatz)
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