Verfasser-Archiv
Denkmalpflege Heinrich Bender
6.5.2012 von Horst Ulbrich.
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Frühjahrsputz bei Heinrich Bender Eckersdorf.
Wie in jedem Frühjahr trafen sich engagierte DFK Mitglieder um bei dem 2010, für den Küster und Einsiedler Heinrich Bender , eingeweihten Denkmal Ordnung zu schaffen. Es handelt sich um das Denkmal an der früheren Lorettokapelle, die von russischen Soldaten beim Einmarsch geplündert wurde. Auch Heinrich Bender, der seine Kapelle nicht verlassen wollte, wurde später dort erschlagen gefunden. 1972 ist dann der Rest der Kapelle abgerissen worden. Heinrich Bender war bei bei den Grafen Magnis und der Bevölkerung sehr beliebt und damit er nicht in Vergessenheit gerät, wie auch der Standort der Kapelle, haben wir 2010 das Denkmal aus dem Schutt ausgegraben. Nach der Renovierung hat unser Großdechant Franz Jung mit dem polnischen Eckerdorfer Pfarrer das Denkmal geweiht. Dabei waren die Eckersdorfer Heimatgemeinschaft und auch zwei Klassen des Gymnasiums aus der Gesamtschule Eckersdorf. Wer es noch nicht gesehen hat, oberhalb von Eckersdorf mit dem schönsten Ausblick auf das Schloss und die Heuscheuer. Gute Parkmöglichkeit.
Wir, die Mitglieder des DFK Glatz sind hier immer wieder im Einsatz um das Denkmal in einem würdigen Zustand zu erhalten. Der nächste Termin ist am 2. Juni in Rothwaltersdorf mit der Einweihung des von Helmut Göbel renovierten Nepomukdenkmals.
Hl. Messe um 10 Uhr, danach Einweihung und Fest mit der Dorfgemeinschaft Rothwaltersdorf.
Herzliche Einladung.
Horst Ulbrich
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Sky tower in Breslau
25.4.2012 von Horst Ulbrich.
Breslau expandiert und kein Ende!
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Sky Tower Eingangsbereich Galerie |
Stockwerk Nr. 51 |
Panorama von oben |
In der Mitte der braune Wasserturm, heute Restaurant. |
Galerie ist fast fertig |
Über dem alten Wsserspeicher |
Liebe Freunde, heute einmal nicht DFK Glatz, sondern ein wenig Breslau.
Der DFK Vorstand war eingeladen den neuen Sky Tower in Breslau zu besichtigen. Nur etwas für schwindelfreie Menschen, denn schon der Aufzug war ein Erlebnis, gab es doch zu den oberen Stockwerken nur den Lastenaufzug, von dem man, auf einem Gitterrost stehend 52 Stockwerk tief und weitere 3 Stockwerke in die Tiefgaragen sehen konnte.
Oben war die Aussicht bis zum Horizont natürlich sehr schön, einige zogen es aber doch vor den Abstieg durch das Treppenhaus zu meistern. Bis zur Etage Nr. 25 ist das Gebäude fertig, darüber wird noch kräftig gearbeitet um die Komplettabnahme bis März 2013 zu schaffen.
Die Galerie in den ersten 4 Stockwerken eröffnet mit Kaufhäusern, vielen Geschäften und Restaurants schon im nächsten Monat. Eigentlich wird die Besichtigung im derzeitigen Zustand nur Investoren gestattet, aber als Mitglied beim Deutschen Stammtisch in Breslau ist vieles möglich, eben auch die Besichtigung des höchsten Gebäudes in Polen mit 2012 Metern. In Warschau wird gerade ein Hochhaus gebaut, allerdings nur mit einer Gesamthöhe von 205 Metern, wie die Investoren ausdrücklich betonen.
Mit dem Leiter des Sächsischen Verbindungsbüros, Herrn Grapatin waren wir dann noch beim Besitzer des Wasserturmes auf ein Glas Wein eingeladen. Natürlich auch dort mit Besichtigung des Turmes über dem Restaurant. Eine Empfehlung auch für Busreisende, denn ein großer Parkplatz steht zur Verfügung.
Bericht
Horst Ulbrich
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Neues vom DFK Glatz
21.4.2012 von Horst Ulbrich.
Deutscher Freundschaftskreis
Deutsche sozial-kulturelle Gesellschaft Glatz e.V.
Niemieckie Towarzystwo Społeczno-Kulturalne w Kłodzku
57-300 Kłodzko, ul. Łukasińskiego 11
E-Mail: hulbrich@op.pl - Tel./Fax: 0048 74-871 4361
Liebe Mitglieder des DFK Glatz,
wir freuen uns, dass wohl auch unter dem Einfluss der Frühlingssonne die Zahl der Besucher unserer regelmäßigen Treffen erfreulich zugenommen hat. Viele der ehemaligen Mitglieder sind zurück, auch deren Nachkommen interessieren sich für unsere Angebote.
Wir möchten daher erneut über anstehende Ereignisse unterrichten.
19.05. 2012: Ab 14.00 Uhr feiern wir unser Niederschlesisches Frühlingsfest mit Chören und Trachtengruppen aus Niederschlesien. Veranstaltungsort: Restaurant „Majowy Sen“, ul.. Wyspianskiego 40 in Glatz. Vom Zentrum Glatz in Richtung Habelschwert. Nach dem Kreisel geht es bergauf, hinter der Firma Peemer links. Hinweisschild steht an der Straße.
Vielleicht habt Ihr auch Lust auf ein Tänzchen im Anschluss an das offizielle Programm, eine gute Kapelle wird dazu spielen. Wir bitten um rege Teilnahme und um Anmeldung unter der Nummer 74 871 4361. Die große Zahl der erwarteten Besucher erfordert entsprechende organisatorische Vorbereitungen.
Am 2.Juni fahren wir nach Tscherbeney/Czermna. Festgottesdienst mit Kardinal Duka, Bischof Dec und dem Großdechanten. Bus am Kloster Glatz wird um ½ 11 Uhr bereitstehen. Bitte vorher anmelden. Tel. 74 871 4 361
Jeden letzten Samstag im Monat: 15.00 Uhr Gottesdienst in der Georg- und Adalbertskirche auf der ul. Lukasinskiego in Glatz. Vorher Treffen im DFK Vereinslokal. Nächster Termin 29. 04. 2012
Jeden Samstag von 11.00 bis 14.00 Uhr: Wöchentliches Treffen im Vereinslokal, ul. Lukasinskiego 11 in Glatz. Jeden Samstag nach dem Treffen übt unser Chor ebenfalls im Vereinsheim deshalb mussten wir aus Platzmangel den Deutschkurs Grundschule in das Gemeindezentrum verlegen, der zu gleicher Zeit stattfindet.
Wir weisen außerdem auf unsere Deutschkurse und die Kindergruppen hin. Nähere Informationen jeden Samstag beim Treffen oder unter der Nummer: 74 871 4361
Wir planen im Juli einen Ausflug nach Görlitz. Bitte informiert Euch im DFK Vereinslokal ab Juni.
Herzliche Grüße und auf ein Wiedersehen bei einem unserer Treffen.
DFK Glatz
Hermann Handlos
Schriftführer
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Workshop Konsolidierung der Begegnungsstätten 2012
15.4.2012 von Horst Ulbrich.
Rauchende Köpfe beim Workshop im Rahmen des Projekts: Konsolidierung der Begegnungsstätten organisiert vom VDG und unterstützt vom Haus der Deutsch – Polnischen Zusammenarbeit.
Am 13. bis 14.4. 2012 fand in Breslau ein VDG Workshop mit Schulung für die Beantragung der Fördermittel aus dem Fond der Konsolidierungsmittel.
Durch die lange Anreise mit teilweise über 400 Km einiger Teilnehmer, gab es zu Beginn um 17 Uhr zunächst ein Abendessen und um 18 Uhr begrüßte dann der Vorstandsvorsitzende des Verbands der deutschen sozial – kulturellen Gesellschaften in Polen, Herr Gaida die Teilnehmer.
Danach wurde das Konzept zur Belebung der lokalen DFK`s vorgetragen und die Ergebnisse der beiden vorherigen Editionen zur Diskussion gestellt.
Um 20 Uhr begann eine Podiumsdiskussion unter der Moderation von Herrn Norbert Rasch, Vorstandsvorsitzender der Gesellschaften im Oppelner Schlesien. Hier ging es um die Erfolge der bisherigen Projekte und der aktuelle Stand der Organisationen der deutschen Minderheit.
Der nächste Tag begann zunächst mit der Vorstellung der Entwicklungsstrategie für die Jahre 2010 bis 2015.
Anschließend stellte Regionalkoordinatorin Frau Kaminska die Projektbedürfnisse und Strategie der DMI vor.
Nach einem Mittagessen begannen dann die praktischen Informationen zur Antragstellung und Projektabrechnung. Frau Neumann, Büroleiterin des VDG in Oppeln und die Landeskoordinatorin des Projektes Frau Dzumla hatten schon die ersten Probleme zu verkünden.
Nun ist bekannt das die Mittel aus Deutschland so ihre Probleme mit der Beantragung mit sich bringen, aber pünktlich zur Schulung hatten sich einige Kriterien schon wieder geändert, die nicht einmal in die Unterlagen verbracht werden konnten, weil sie so kurzfristig erst bekannt wurden.
Es folgte eine lange Liste was nicht beantragt werden kann und wir Teilnehmer mussten immer wieder nachfragen, was denn nun endlich beantragt werden darf. Nun sind wir Vorsitzenden der DFK`s froh, das uns Regionalbetreuer zur Seite stehen werden, die Beantragung und Durchführung der Projekte übernehmen, wie auch bei der Abrechnung behilflich sind. Hier sehen wir endlich eine Unterstützung unserer Arbeit denn schon die komplizierte Beantragung vieler Projekte, teils in Deutsch, teils in Polnisch und teilweise auch in beiden Sprachen mit vielen Seiten und komplizierter Abrechnung lässt viele Vorstände resignieren. Teilweise werden dann überhaupt keine Projekte mehr gestartet, worunter wieder die Attraktivität der Dfk`s und der deutschen Gemeinschaft leidet.
Die netten Mitarbeiter, wie Frau Neumann VDG, wie auch die Projektleiter sind nicht zu beneiden, denn in der nächsten Zeit wird es von den engagierten DFK Vorsitzenden eine Antragsflut geben, die es zu bearbeiten gilt.
Erst gegen 17 Uhr verabschiedeten sich die Teilnehmer um ihren teilweise weiten Heimweg anzutreten.
Bericht
Horst Ulbrich
Auf dem Bild hinten re. Herr Gaida, Mitte Frau Neumann, li, Frau Dzumla
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DFK Glatz baut Lagerraum für Hilfsmittel
7.4.2012 von Horst Ulbrich.
Lagerraum für Hilfsgüter fertiggestellt!
Es wurde tatkräftig gearbeitet um den Lagerraum für die Hilfslieferung in letzter Minute fertig zu stellen, denn schon kam der zweite Transport von einem privaten Sponsor, Herrn Pollok. Zum Glück auch weitere Pflegebetten und Rollstühle, die dringend benötigt werden. Über jedes ausgeliehene Hilfsmittel wird Buch geführt, damit alles zurückkommt wenn kein Bedarf mehr besteht, um damit dann anderen Kranken helfen zu können.
Aber auch Stapelstühle für unser DFK Vereinslokal,die wir uns aus Eigenmitteln nicht kaufen könnten waren auf dem Transport. Die sind bei den steigenden Mitgliederzahlen dringend erforderlich und dafür ganz herzlichen Dank. Dank auch Frau und Herrn Haferkamp, die als Privathilfe ihre Freizeit opfern, mit PKW und großem Anhänger die vielen Kilometer von Münster in Westfahlen nach Glatz fahren, um uns hier in der Hilfe für Bedürftige bei zu stehen.
Horst Ulbrich
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Hilfstransport der Malteser für den DFK Glatz
2.4.2012 von Horst Ulbrich.
Malteser Hilfstransport beim DFK Glatz.
Wieder einmal waren die Malteser aus Telgte in der Grafschaft, um unsere soziale Arbeit bei der deutschen Minderheit zu unterstützen. Der DFK hat ein neues Domizil in der Innenstadt, leider dort aber keinen Platz mehr für die dringend benötigten Hilfsmittel. Auf dem Reiterhof Ulbrich wurde nun ein Lagerraum gebaut, um Platz für Rollstühle, Toilettenstühle, Pflegebetten, Kleidung und Pflegemittel zu schaffen. Die Malteser auf ihrer Jubiläumsfahrt, seit 30 Jahren mit Hilfsmitteln in Schlesien, waren dieses Mal mit vier Fahrzeugen unterwegs, denn sie unterstützen auch Krankenhäuser, wie auch Alten - und Kinderheime. Der DFK bekam unter anderem zwei dringend benötigte Pflegebetten. Allerdings haben wir für Schwerstkranke drei Anfragen. In der nächsten Woche kommt aber schon ein weiterer Transport von einem privaten Sponsor, Herrn Pollok. Er bringt uns mit seinem LKW auch dringend benötigte Stapelstühle für das Vereinslokal in Glatz und weitere Hilfsmittel. Hoffentlich ist dabei auch ein weiteres Pflegebett.
Wir sind den Helfern der Malteser sehr dankbar, sind doch unsere alten Mitglieder mit kleiner Rente auf Unterstützung angewiesen. Aus unseren aktiven Mitgliedern wird jemand die Verwaltung und Ausgabe übernehmen, damit die kostenlos überlassenen Hilfsmittel auch zurückkommen wenn sie nicht mehr benötigt werden, um weiteren Menschen helfen zu können.
Wie immer nach getaner Arbeit laden wir die ehrenamtlichen Helfer der Malteser abends zu einem Imbiss und geselligem Beisammensein ein. Am anderen Morgen ging ihre Fahrt weiter nach Oppeln.
Bericht
Horst Ulbrich
Helfer beim Ausladen |
Verabschiedung der Malteser |
Malteser beim Umtrunk nach getaner Arbeit. Der Leiter, Herr H. Lodenkötter gibt noch Anweisungen für den nächsten Tag. |
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Erster vom DFK Glatz organisierter deutscher Gottesdienst.
25.3.2012 von Horst Ulbrich.
Deutscher Freundschaftskreis
Deutsche Sozial-Kulturelle Gesellschaft Glatz
57-300 Glatz / Kłodzko, Frankensteiner Str. Nr. 11
E-Mail: hulbrich@op.pl - Tel./Fax: 0048 74-871 4361
DFK organisiert wieder deutschen Gottesdienst in Glatz
Am 24.3. 2012 hatten wir endlich wieder einen deutschen Gottesdienst in Glatz! Er fand in der Georg- Adalbertskirche auf der Frankensteiner Straße (der früheren evangelischen Kirche) statt, also in unmittelbarer Nähe der DFK-Vereinsräume.
Der Gottesdienst war durch unseren Vizevorsitzenden und Religionspädagoge Jochen Straube gut vorbereitet worden. Er hatte auch den gesamten Ablauf mit Gebeten und Liedern in einem Heft zusammengefasst, um denen eine Hilfe zu geben, die mit der deutschen Sprache noch Probleme haben. Die nach dem Krieg geborenen deutschen Mitglieder hatten bis zur Wende weder Möglichkeiten deutsch zu sprechen noch es in angebotenen Kursen zu erlernen. Aber unser Schatzmeister H.-P. Keuten, der im Habelschwerdter Gymnasium als Fremdsprachenlehrer für Französisch, Englisch und Deutsch tätig ist, hatte im Rahmen der Deutschkursangebote unseres DFK auch deutsche Kirchenlieder und das Vaterunser auf Deutsch mit seinen Schülern geübt, damit alle aktiv am ersten deutschen Gottesdienst teilnehmen konnten. Auch die Kinder aus einem unserer Deutschkurse, von Ursula Patzwald unterrichtet, waren gut vorbereitet und nahmen am Gottesdienst teil. So waren seit langer Zeit wieder Lieder wie “Großer Gott wir loben Dich” in der heute von den Glatzer Klarissinnen geführten Kirche zu hören. Leider war der für die deutsche Minderheit zuständige Pater Arndt aus Breslau verhindert. Er hatte mit Pfarrer Rajmund aus Grunwald aber für einen guten deutschsprachigen Ersatz gesorgt. Das Ehepaar Ulbrich übernahm die zweisprachigen Fürbitten und es wurde für alte und kranke Grafschafter wie auch ein friedvolles Zusammenleben beider Völker gebetet. Leider konnten wir aus finanziellen Gründen keinen Kirchenbus für unsere alten Mitglieder einsetzen. Aber 48 Mitglieder aus dem Raum Glatz kamen zum Gottesdienst. Unser Einzugsgebiet ist allerdings von Bad Kudowa bis Mittelwalde, also ca. 80 km. Unsere alten Mitglieder, die nicht mehr gut laufen und weiter entfernt wohnen, konnten leider nicht teilnehmen.
Wir wollen aber in Zukunft jeden letzten Samstag im Monat gemeinsam einen deutschen Gottesdienst feiern, auch um den Zusammenhalt der Gemeinschaft zu erhalten und zu fördern. Vorher bitten wir zu Kaffee und Tee in unseren Klubraum auf der Frankensteiner Straße, ganz in der Nähe der Kirche. Dorthin laden wir natürlich auch alle Heimatreisenden ganz herzlich zu einem Besuch ein.
Einladung zum Kaffee jeden Samstag 11 bis 14 Uhr. Danach ist Chorprobe.
Den Mitgliedern aus Deutschland sei für ihren Mitgliedsbeitrag gedankt. Da wir als in Polen registrierter Verein keine Möglichkeit haben, in Deutschland ein Konto zu eröffnen, und das DFK-Konto deshalb auf meinen Namen läuft, haben Neider unserer Arbeit in der Heimat leider böse und unhaltbare Gerüchte in die Welt gesetzt. Das hat uns ehrenamtlich Tätige in der Heimat sehr traurig gemacht, sind wir in 2010 doch neu gestartet, führen nun 6 Deutschkurse, vom deutschen Konsulat gefördert, durch und haben ein schönes Vereinslokal in der Innenstadt, unweit des Glatzer Rathauses, eine Kindergruppe „Violinchen“, ab 31.3.2010 wieder einen DFK-Chor und so weiter. Wegen der uns bekannt gewordenen Ungereimtheiten erwägen wir das Konto unter dem Namen des Großdechanten zu führen, obwohl sich in Ablauf und Kontrolle durch die Revisionskommission nichts ändern würde. Ein kurzes Vorgespräch mit dem Großdechanten hat in Münster stattgefunden.
Wer unsere Arbeit in der Heimat unterstützen möchte, möge sich bitte bei uns melden. Unsere Kontodaten dürfen wir hier leider nicht veröffentlichen.
Und noch einmal für alle Zweifler: Das ist nicht mein Privatkonto und steht ausschließlich dem DFK zur Verfügung, wird vom Schatzmeister verwaltet und durch eine Revisionskommission kontrolliert.
Grüße aus der Heimat
Horst Ulbrich
DFK Glatz
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75. Geburtstag des Großdechanten Franz Jung
23.3.2012 von Horst Ulbrich.
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Die kirchliche Feier
An diesem Sonnabend, dem 17. März 2012, drängten sich etwa 600 Gläubige in den Bänken und auf Zusatzgestühl in der St.-Clemens-Kirche in Hiltrup, um dem Festgottesdienst mit Weihbischof Dr. Reinhard Hauke aus Erfurt, dem seit 2009 „Beauftragten der Deutschen Bischofskonferenz für die Vertriebenen- und Aussiedlerseelsorge“ beizuwohnen. Sein Vorgänger (32 Jahre lang!), Weihbischof em. Dr. Gerhard Pieschl, Weihbischof em. Friedrich Ostermann von Münster, Propst Heinz Erdbürger von Telgte, Propst i. R. Josef Kuschel von Magdeburg und weitere Prälaten und Konsistorialräte zählten zu den 45 Priestern dieser herausragenden Zeremonie. In den Blick fielen auch einige Schwestern, Ordensbrüder und Diakone. Fünf Ordensritter vom Hl. Grab zu Jerusalem, unter ihnen der Großkomtur Heinz Blaser, und fünf Fahnenabordnungen zogen in die Kirche ein.
Weihbischof Dr. Hauke feierte das Meßopfer in Konzelebration mit Weihbischof em. Dr. Gerhard Pieschl, Visitator Dr. Joachim Giela, Prälat Johannes Adam, Propst Heinz Erdbürger, Pater Marian Arndt sowie Großdechant Franz Jung am Altar, assistiert von den Diakonen Ewald Pohl und Klaus Elsner. 19 Meßdiener/innen ergänzten das farbige Bild im Altarraum, alle in bewährter Art „dirigiert“ von Dieter Schöngart.
In seiner Predigt bezog sich Weihbischof Dr. Hauke auf das vom Jubilar Franz Jung 2005 herausgegebene Buch „Auf dem Weg durch die Jahrhunderte“. Er habe darin sein besonderes Interesse auf die Arbeit der Großdechanten nach 1946 gerichtet, die sich einerseits bemüht hätten, mit den Gläubigen das Leben in der Fremde zu bewältigen, andrerseits auch Kontakte zur alten Heimat zu erhalten. Dabei sei er auf ein Wort des Großdechanten Dr. Franz Monse gestoßen, das er wie folgt zitierte: „Man solle die Vertreibung nicht als Schicksalsschlag sehen, sondern als Erfahrung der Vorsehung Gottes.“ Er gebe gern zu, daß dieses mutige Wort nur zu verstehen sei, wenn man auf dem sicheren Boden der Kirche stehe, wenn man sich angenommen fühle durch Gott.
Es folgten eine Auslegung des Evangeliums vom wunderbaren Fischfang und die Klage über fehlendes Glaubenswissen in unserer Zeit. Die christlich-katholische Tradition der Glatzer durch die Jahrhunderte müsse an die kommenden Generationen weitergegeben werden. Er sei glücklich darüber, daß Dr. Giela für die Stabübergabe sein Ja gegeben habe.
Auf die Verabschiedung des bisherigen Amtsinhabers, der über annähernd drei Jahrzehnte - unermüdlich, wohl häufig übermüdet – mit Herz und Seele für die Grafschaft Glatzer Katholiken segensreich gearbeitet hat, ging Dr. Hauke nicht ein.
Den Höhepunkt des gottesdienstlichen Zeremoniells bildete die Einführung des neuen Visitators Dr. Joachim Giela, der zu seinem Aufgabenbereich für Breslau und Branitz nun noch die Betreuung der Katholiken aus dem ehem. Generalvikariat Glatz aufgebürdet erhielt. In einem Treueversprechen gelobte er dem Bischof seine volle Einsatzbereitschaft.
Der Grafschafter Chor gab der Feier ein festliches Gepräge. 60 Sänger/innen ließen ihre Stimmen, 20 Musizierende ihre Instrumente zum Lobe Gottes erklingen. Der Dirigent Georg Jaschke und die Orchesterleiterin Mona Veit hatten die „Festmesse in C“ von Ignaz Reimann (1820-1885), dem Grafschafter Komponisten aus Albendorf, ausgewählt und brachten sie zur Freude und Erbauung der Gottesdienstbesucher zu Gehör.
DFK Glatz überreicht ein Geschenk
Festakt in der Stadthalle Hiltrup
Hatte die kirchliche Feier die Einführung des neuen Visitators im Blickpunkt, so widmete sich der anschließende Festakt in Grafschafter Atmosphäre mit überaus herzlichem Dank und guten Wünschen ganz dem Jubilar und emeritierten Visitator Franz Jung, der 1983 auf dem Annaberg bei Haltern durch Weihbischof em. Dr. Gerhard Pieschl ins Amt eingeführt worden war und nun das Amt abgeben mußte.
In der mit 600 Gratulanten gefüllten Festhalle wurden die zahlreichen Ehrengäste nach einer Essenspause durch den Moderator Michael Güttler, der von Anfang an dem nun aufgelösten Pastoralrat angehörte, namens des Großdechanten und der Grafschafter Gremien begrüßt und vorgestellt.
Er hieß die große Zahl der Ehrengäste herzlich willkommen, allen voran Weihbischof Dr. Reinhard Hauke (Erfurt), dann Weihbischof Friedrich Ostermann (Münster), Weihbischof em. Dr. Gerhard Pieschl (Limburg), Visitator Dr. Joachim Giela (Münster) und viele, weitere Ehrengäste.
Die lange Liste bekunde, welchen Umfang dieses Fest genommen habe und wie viele sich verbunden fühlten.
Eine ganze Reihe von ihnen trat ans Mikrofon und formulierte dort ihre Glück- und Segenswünsche.
Der Grafschaft Glatzer Chor eröffnete mit einem frischen „Hoch soll er leben“ und „In dem Schneegebirge“.
Die großartige Feier, „ein rauschendes Fest“, klang aus mit Kaffee und schlesischem Kuchen, mit heiteren und freundschaftlichen Gesprächen in kleinen Gruppierungen .
Blick in die Zukunft:
Nicht entmutigen lassen!
Voll Dankbarkeit schauen die Grafschafter auf das segensreiche Wirken von Großdechant Prälat Franz Jung. Seine herausragende Leistung wurde 1990 durch die Verleihung des Titels „Apostolischer Protonotar“ gewürdigt, die staatliche Anerkennung 2001 durch die Verleihung des „Bundesverdienstkreuzes am Bande“, und von polnischer Seite erhielt er 2010 die höchste Auszeichnung der Diözese Schweidnitz, den „Stanislaw-Orden“.
Es steht eine Neuordnung der bisherigen Gremien an: Neue Namensgebungen, neue Zuordnungen, neue Wege der Zusammenarbeit müssen gefunden werden. Die seelsorglichen Zielsetzungen bleiben natürlich bestehen.
Unter der Führung von Dr. Giela wird die bewährte Arbeit fortgesetzt werden. Die Gläubigen erwarten weiterhin Wallfahrten, Heimattreffen, schriftliche Äußerungen zu religiösen und heimatbezogenen Themen sowie terminliche Informationen. Es ist zu wünschen, daß es Dr. Giela gelingt, aufgrund seiner uneingeschränkten polnischen Sprachkenntnisse die bereits bestehenden Kontakte zu den heutigen Bewohnern der Grafschaft Glatz weiter zu festigen und zu beiderseitiger Bereicherung auszubauen.
Die Grafschaft Glatz wird noch immer gern und liebevoll als „Herrgottswinkel“ und „Marienland“ gekennzeichnet. Die heutige polnische Bevölkerung zeigt ebenfalls eine ins Auge fallende, inbrünstige Marienverehrung. Die vorgefundenen Marienwallfahrtsorte werden ausnahmslos gepflegt und von frommen Pilgerscharen eifrig besucht.
Auf dieser gemeinsamen christlichen Grundhaltung kann ein gedeihlicher Zusammenhalt ausgebaut werden.
Günther Gröger, Altgersdorf
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Deutscher Generalkonsul zu Gast beim DFK Glatz
10.3.2012 von Horst Ulbrich.
Der deutsche Generalkonsul Dr. Zeitz zu Gast bei der Deutschen sozial-kulturellen Gesellschaft in Glatz/Kłodzko
Auf Einladung des DFK Glatz kam der deutsche Generalkonsul aus Breslau am 8.3.2012 in die Grafschaft Glatz, um sich über die kulturellen und sozialen Projekte der Gesellschaft zu informieren.
Nach der offiziellen Begrüßung berichtete der Vorsitzende, Herr Ulbrich, im Rahmen einer Multimedia-Präsentation über die vielen Aktivitäten des DFK. Im kulturellen Bereich gehören zu den herausragenden Projekten die Renovierung eines Denkmals oberhalb von Schwenz/Święcko zu Ehren des Küsters Heinrich Bender, der in den letzten Kriegstagen von Soldaten der Roten Armee umgebracht wurde. Auch die von ihm versorgte Kapelle war dabei zerstört worden. In den Rahmen der Kulturarbeit fällt auch die Zusammenarbeit mit Professor Fitych, mit dem zusammen eine Ausstellung über sakrale Bildstöcke im Raum Kudowa erstellt wurde.
Im Rahmen der sozialen Arbeit wird jährlich eine Gruppe Behinderter aus Waldenburg/Wałbrzych zum gemeinsamen Grillen eingeladen. Es werden ebenfalls Kinderheime aus der Region zum Spielen und Reiten auf dem Reiterhof des Vorsitzenden eingeladen. Gemeinsame Feste mit dem Polnisch- Deutschen Freundschaftskreis aus Glatz/Kłodzko, dessen Vorsitzender Herr Jerzy Żelaszkiewicz ist, gehören seit langer Zeit zur Tradition. Es ist zu einer engen Zusammenarbeit gekommen, da beide Vereine die gleichen Ziele der Völkerverständigung haben. Sie haben in gemeinsamer Arbeit den Hirschfelder Wander- und Pilgerweg von Tscherbeney bei Kudowa über Albendorf, Glatz und Habelschwerdt bis Winkeldorf festgelegt, der mit Hilfe der deutschen Stiftung aus Oppeln und dem Marschallamt nun mit Hinweistafeln in beiden Sprachen versehen wird. Herr Ulbrich lobte die gute Zusammenarbeit und schaut positiv in die Zukunft, was die polnisch-deutsche Versöhnung geht.
Viele polnische Mitbürger nehmen auch an den fünf Deutschkursen teil, die für unsere Mitglieder angeboten werden. Das neueste Projekt startet noch im März für Kinder im Vorschulalter von 3 bis 6 Jahren. Hier sind auch noch einige Plätze frei, interessierte Eltern mögen sich bitte samstags von 11 bis 14 Uhr in unseren Vereinsräumen auf der ul. Łukasinskiego 11 informieren. 3 Kurse für Erwachsene von Anfängern über Fortgeschrittene bis zum Konversationskreis Deutsch finden wöchentlich statt. Ein von der AGMO e.V. aus Deutschland gefördertes Projekt „Hilfe für den Deutschunterricht in der Grundschule“ wurde in das Gemeindezentrum Schwenz ausgelagert, weil zur gleichen Zeit der neu gegründete Chor seine Proben in den Vereinsräumen beginnt. Unser Vereinslokal steht jedem offen, das Raumangebot ist jedoch mitunter schon zu gering, um alle Projekte dort stattfinden zu lassen.
Der Vorsitzende zeichnete ein positives Bild für die Zukunft, obwohl die Fördermittel der deutschen Stiftung und des Konsulats aus Oppeln für 2012 gekürzt wurden.
Das nächste große Fest wird am 19. Mai 2012 stattfinden. Zu dem Niederschlesischen Frühlingsfest sind schon Chöre aus Görlitz, Waldenburg, Oppeln, Landeck und Habelschwerdt angemeldet. Dazu eine Anfrage an die Leser - wo können weitere Bänke und Tische ausgeliehen werden, um für ca. 300 Personen Sitzplätze zu schaffen?
Der Generalkonsul lobte ausdrücklich, dass eine gute Kooperation mit dem Polnisch-Deutschen Freundschaftskreis in Glatz besteht und viele Projekte unter Einbeziehung der polnischen Bevölkerung stattfinden. Das sei vom deutschen Konsulat ausdrücklich so gewünscht. Es gäbe auf beiden Seiten immer noch Vorurteile, die nur durch gegenseitiges Verständnis, Kommunikation und Kooperation positiv beeinflusst werden können. In diesen Sinn sei die deutsche Vertretung in Glatz auf einem guten Weg und er wünschte weiterhin Erfolg. Nach einer Aussprache mit den Teilnehmern bei Kaffee und Kuchen hatte er noch weitere Termine und verabschiedete sich.
Berichterstatter
H.-P. Keuten
von re. DFK Mitglied Herr Handlos, Filialdirektor der Deutschen Bundesbank a.D.
Deutscher Generalkonsul in Polen Herr Dr. Zeitz und Kulturreferent Herr Sachs
DFK Mitglied Frau Ulbrich Übersetzer.
Vorsitzender Herr Ulbrich bei der Präsentation der DFK Projekte.
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Deutsch - Polnischer Schüleraustausch
22.2.2012 von Horst Ulbrich.
Bericht vom deutsch-polnischen Schüleraustausch
zwischen dem Silverberg-Gymnasium Bedburg (D) und dem
Allgemeinbildenden Schulzentrum in Habelschwerdt/Bystrzyca Kłodzka (PL)
von der Schülerin Oliwia Pers, Habelschwerdt/Bystrzyca Kłodzka
Teil 1: Polen begrüßt die Deutschen
Wie fing alles an?
Am Anfang war ein Name: Franz Conrads. Und dieser Franz Conrads war bis 1932 Direktor am Aufbaugymnasium in Habelschwerdt und nach dem Zweiten Weltkrieg Leiter des Progymnasiums in Bedburg (NRW). Wenn man also will, ein „gemeinsamer“ Direktor.
Nach der Schließung des Lehrerseminars in Habelschwerdt in den 20er Jahren des 20. Jhs. wurde der aus dem Rheinland stammende Franz Conrads Gründungsdirektor der neuen staatlichen Regelschule in Habelschwerdt , die im Gebäude des Lehrerseminars eröffnet wurde und an der begabten Schülerinnen und Schülern aus der Umgegend die Möglichkeit gegeben wurde, die Allgemeine Hochschulreife zu erwerben. Franz Conrads war ein sehr engagierter Pädagoge und Zeitgenosse (unter anderem war er jahrelang Vorsitzender und später Ehrenvositzender des Glatzer Gebirgsvereins). Unter seiner Ägide wurde die Schule in Staatliche Felbiger-Aufbauschule umbenannt. Nach den Wirren des Krieges kehrte er in die Heimat seiner Familie zurück, nämlich nach Bedburg, wo er 1946 beauftragt wurde, die von den Nazis geschlossene höhere Schule wieder aufzubauen (zunächst allerdings nur in Form eines Progymnasiums). In späterer Zeit wurde diese Schule weiter ausgebaut und erhielt den Namen Silverberg-Gymnasium.
In Zusammenhang mit der von Frau Direktorin K. Magierowska-Kasza durchgeführten Renovierung unserer historischen Schulaula in Habelschwerdt in den Jahren 2008/9 und der Suche nach historischen Fotos der ehemaligen deutschen Direktoren der Schule stieß Herr Heribert Wolf von der Habelschwerdter Heimatgemeinschaft auf die o.g. Verbindung zwischen Habelschwerdt und Bedburg in Gestalt des Direktors Franz Conrads. Ihm verdanken wir also den Anstoß zum Aufbau unserer Schulpartnerschaft. Die konkreten Kontakte zur Schulleitung in Bedburg in Nordrhein-Westfalen hat dann unser Habelschwerdter Fremdsprachenlehrer Herr H.-P. Keuten (der selbst ebenfalls im Rheinland geboren ist, dessen Familie mütterlicherseits aber aus Wölfelsdorf stammt) hergestellt. Auf deutscher Seite lag die konkrete Planung und Durchführung des Austausches in den Händen von Frau Dr. K. Angelike und Frau N. Högemann sowie auf polnischer Seite in den Händen von Frau A. Karpińska-Jach, Frau L. Brzezicka sowie Herrn H.-P. Keuten.
Und so begann unser unvergessliches Abenteuer mit den Nachbarn aus Deutschland.
Was haben wir gemacht?
Es war Donnerstag, der 16. Juni 2011. Ungeduldig und erwartungsvoll standen wir auf dem Habelschwerdter Bahnhof und warteten auf die Ankunft des Zuges, der die deutschen Gäste zu uns bringen sollte. Manche waren ein bisschen nervös, andere nahmen es gelassen und wieder andere freuten sich darauf, endlich ihre deutschen Austauschpartner kennen lernen zu können, mit denen sie z.T. schon seit einigen Monaten in E-Mail-Kontakt gestanden hatten. Endlich, mit ein paar Minuten Verspätung, rauschte der Zug in den Bahnhof ein. Und jetzt waren endgültig alle aufgeregt und gespannt, was passieren würde. Der Zug hielt an und die Gruppe der Deutschen mit ihren Lehrerinnen stieg aus – ermüdet und von der langen Reise vollkommen fertig, aber glücklich, am Ziel angekommen zu sein. Und der Austausch konnte endlich beginnen. Alle begrüßten sich, als ob man sich schon Jahre kennen würde. Schnell hatte jeder seinen Partner gefunden und das persönliche Kennenlernen war sehr herzlich – wie gut, dass Jugendliche keine Grenzen und Barrieren kennen! Gleich entwickelten sich lebhafte Gespräche, die wir beim anschließenden gemeinsamen Mittagessen fortsetzen konnten. Nach dem Essen begleiteten wir die Deutschen erst einmal zu ihrer Unterkunft, wo sie sich einquartieren und frisch machen konnten.
Am Nachmittag haben wir uns dann bei sonnigem Wetter zu gemeinsamen Kennenlernspielen auf der Wiese vor der Unterkunft getroffen. Bei der Vorbereitung und Organisation dieser Spiele war ich maßgeblich beteiligt, und es hat mir große Freude bereitet, einige gute Ideen aus dem dpjw-Buch für Schülerbegegnungen auszusuchen und vorzubereiten. Bei den Kennenlernspielen haben wir viel gelacht, so zum Beispiel bei „Cip-cap” oder “wie geht‘s?“. Da unsere Freunde kein Polnisch konnten, haben wir entweder auf Deutsch oder auf Englisch gespielt.
Unser Programm war reich an unterschiedlichen Attraktionen. Wir haben unsere deutschen Freunde in unsere Schule mitgenommen, so dass sie sehen konnten, wo wir unseren Schulalltag verbringen und wie der Unterricht und das Schulleben in Polen aussieht. Danach haben wir in deutsch-polnischen Paaren eine Stadtrallye gemacht. Das ist auf großes Interesse gestoßen, denn wir konnten mit unseren Partnern zusammenarbeiten und bekamen es auch irgendwie hin, uns mit ihnen zu verständigen. Das war super! Die besten Mannschaften sind mit originellen Preisen belohnt worden. Wir waren auch in Breslau, wo wir u.a. das Edith-Stein-Haus besucht haben. Dort haben wir auch einen Vortrag der in Habelschwerdt geborenen Historikerin M. Ruchniewicz zum Thema der Nachkriegsgeschichte der Grafschaft Glatz sowie der deutsch-polnischen Versöhnung gehört. Das war sehr interessant und lehrreich.
Ein Höhepunkt des Programms war der “Bunte Abend”, den wir veranstaltet haben. Die polnischen Familien haben keine Mühen gescheut, um den Gästen eine reiche Auswahl an traditionellen polnischen Gerichten zu präsentieren. Nach dem Büfett gab es eine Diskussionsrunde mit Zeitzeugen aus Habelschwerdt und den umliegenden Orten, d.h. zwei Deutschen aus Bad Kudowa, die nach dem Krieg in ihrer Heimat geblieben sind und bis heute hier leben, einer Deutschen, die 1946 als Kind mit ihrer Familie vertrieben wurde, sowie einem Polen, der aus den ehemaligen ostpolnischen Gebieten (der heutigen Ukraine) vertrieben und nach dem Krieg in der Grafschaft Glatz angesiedelt wurde. Die Jugendlichen aus Polen und aus Deutschland hörten den Berichten der vier Zeitzeugen gespannt zu und stellten anschließend viele Fragen.
Nach Ende des offiziellen Teils gab es noch ein Konzert der Schulrockband “MOZG”. Das war toll! Wir sangen und tanzten bis in die Nacht hinein und hatten viel Spaß zusammen.
Am Samstag haben wir die Stadt Glatz einschließlich des unterirdischen Festungslabyrinths besucht, waren beim DFK Glatz eingeladen (unter anderem zur Pizza) und besuchten nachmittags die Tropfsteinhöhle im Klessengrund. Abends waren wir noch auf einem Konzert der Musikschule Habelschwerdt im Rathaussaal, und der Abend klang aus mit einem gemeinsamen Grill.
Insgesamt hat mir der Austausch sehr gefallen. Da ich schon mehrmals an einem Austausch teilgenommen habe, kann ich vergleichend sagen, dass die Verständigung mit unseren ausländischen Nachbarn mit zunehmendem Alter eigentlich immer besser klappt. Zumindest für meinen Teil kann ich das behaupten. Die Stimmung war einfach großartig, und die Deutschen planen auch schon einen privaten Besuch in Polen im kommenden Jahr. Sie sind halt gut drauf, die Deutschen!
Wirklich tolle Erlebnisse
Die Vorbereitung des Austauschprogramms war recht anstrengend (so wurde u.a. auch die Broschüre „Gemeinsam Geschichte erleben“ dank der Unterstützung des dpjw verfasst und gedruckt), aber schließlich hat es sich gelohnt, denn wir konnten auch an Workshops teilnehmen (z.B. zum Thema Vorurteile) und haben in Gruppen Poster zum Thema der deutsch-polnischen Geschichte und auch der Geschichte unserer Region und unserer beiden Schulen hergestellt.
Abends erwartete uns immer irgendeine Überraschung, ein Bunter Abend, ein Konzert, gemeinsames Grillen oder auch Ausflüge mit den Partnern in den Ort. So haben wir gemeinsam mit unseren neuen Freunden eine unvergessliche Zeit erlebt.
Entsprechend schwer fiel allen der Abschied. Wir hatten kaum mehr als eine Woche miteinander verbracht, aber alle waren einander ans Herz gewachsen, so dass die Tränen beim Abschied flossen. Die Umarmungen und Verabschiedungen wollten kein Ende nehmen, und fast wäre der Zug schon ohne die Deutschen wieder abgefahren …
Und der Trennungsschmerz hielt auch nach der Abreise der Deutschen an. Aber da wissen sich Jugendliche des 21. Jahrhunderts guten Rat, denn wozu gibt es das Internet und Facebook. Dort haben wir gemeinsam mit den Deutschen die Tage bis zu unserem Gegenbesuch in Deutschland gezählt. Tag für Tag, Woche für Woche wurde die Zahl immer kleiner, bis der Kalender endlich den 22. September 2011 anzeigte und wir nach Bedburg abfuhren.
Teil 2: Deutschland begrüßt die Polen
Facebook war also unser Lebensretter. Wie oft haben wir geschrieben, dass wir es nicht erwarten können, bis wir endlich nach Deutschland fahren. Wir warteten und warteten, bis es schließlich so weit war!
Unsere Reise nach Deutschland war schrecklich … Vom Einstieg in den Bus in Glatz bis zur Ankunft in Bedburg vergingen sage und schreibe … 17 Stunden! Ich würde nicht sagen, dass dies gerade wenig war, aber trotzdem - seien wir ehrlich – war es eine amüsante Reise.
Jeder normale Mensch wäre nach solch einer Reise fertig, todmüde und apathisch. Aber wir doch nicht! Wir waren vollkommen aus dem Häuschen und konnten es nicht abwarten, endlich die Gesichter wiederzusehen, die wir drei Monate lang vermisst hatten!
Zunächst setzte uns der Bus morgens in Köln vor dem Dom ab, nur noch eine kurze Bahnfahrt vom Ziel unserer Reise entfernt. Als wir dann endlich auf dem kleinen Bedburger Bahnhof ausstiegen, kamen uns unsere Austauschpartner schon entgegen und begrüßten uns herzlich. Wir fuhren dann zunächst in unsere Gastfamilien, bei denen wir die nächsten Tage wohnen durften. Nach der Einquartierung haben wir uns dann gegen Abend in der Altstadt mit der ganzen Gruppe getroffen und den Austausch offiziell eröffnet.
In den nächsten Tagen konnten wir mehrmals am Unterricht des Silverberg-Gymnasiums teilnehmen und das Schulleben an einem deutschen Gymnasium erleben. Manchmal haben wir natürlich nicht alles verstanden, aber mit “body language” kann man sich notfalls immer verständigen.
Wir haben auch einige tolle Ausflüge gemacht. Wir waren unter anderem in Köln sowie Aachen, wo wir die Denkmäler dieser schönen Städte bewundern konnten. Der lustigste Moment des Austausches war die „Erkundungsreise“ auf Kajaks auf der Erft. Es lässt sich mit Worten kaum beschreiben, wie viel wir gelacht haben. Danach haben die deutschen Gastfamilien einen “Bunten Abend” für uns veranstaltet, wo wir traditionelle deutsche Gerichte kosten konnten. An diesem Tag konnten wir auch einem interessanten Vortrag einer älteren Dame lauschen, die vor dem Krieg in Habelschwerdt geboren ist. Auch Herr Wolf von der Habelschwerdter Heimatgemeinschaft (der übrigens nur ein paar Wochen vorher in unserer Schule zu Besuch gewesen war) war anwesend und begrüßte uns herzlich. Die ältere Dame erzählte uns, wie sie 1946 Habelschwerdt verlassen und in Westdeutschland ein neues Leben beginnen musste. Zwei Schüler aus der deutschen Gruppe sind übrigens mit ihr verwandt.
Den Unterricht in Deutschland zu erleben, war schon interessant. Manchmal ist der Unterricht schon anders, als wir es aus Polen gewohnt sind, beide Systeme haben ihre Vor- und Nachteile. Auch wenn ich mit dem zufrieden bin, wie es bei uns in Polen ist – es gibt stets Raum für Verbesserungen …
Zu den schönsten Erlebnissen des Austausches gehörten sicherlich die gemeinsamen Feiern und Stadttouren, die wir privat mit unseren Freunden unternommen haben. Da haben wir uns natürlich erst richtig privat kennen gelernt … aber mehr darf ich an dieser Stelle nicht darüber schreiben. An diese gemeinsamen Stunden erinnern wir uns alle besonders gern, andererseits machen sie uns aber auch traurig, weil die schöne Zeit so schnell vorbei ging und der Schulalltag uns nun wieder alle zurück hat.
Und dann kam der Tag, an dem wir uns wieder trennen mussten. Das war sehr schwierig, weil wir uns doch schon sehr angefreundet hatten. Alle waren sehr traurig und es kam zu Weinkrämpfen und langen Verabschiedungen. Auch wenn wir uns freuten, unsere Familien und Freunde zu Hause wiederzusehen, so wären wir andererseits am liebsten hier geblieben, in Deutschland. Aber unsere Freunde haben uns mit dem Versprechen getröstet, dass sie uns zu Ostern besuchen kommen würden …
LOHNT SICH DAS …?
Trotz einiger ausgestandener Ängste, z.B. ob ich sprachlich irgendwie über die Runden komme, wussten wir schon nach dem ersten Treffen mit den Teilnehmern und Organisatoren, dass der Schüleraustausch für uns zu einem unvergesslichen Erlebnis wird. Die Deutschen haben viel Energie und ihr ganzes Herz in die Vorbereitung und Durchführung dieses Austausches gesteckt. Alles war bestens vorbereitet und gut durchdacht. Wir alle haben uns sehr gefreut, nette Menschen kennenzulernen, bei denen wir wohnen und mit denen wir eine Zeitlang zusammenleben und Spaß haben durften. Selbst an deutsch-polnischem Techtelmechtel hat es während des Austausches nicht gefehlt, aber dieses Thema will ich hier nicht näher behandeln.
Zusammenfassend können wir nur alle Schüler und Schülerinnen auffordern, an einem solchen Austausch teilzunehmen. Es lohnt sich!
Bild 1: Deutsch-Polnische Schülergruppe in Polen vor der Schule in Habelschwerdt.
und in Deutschland vor dem Kölner Dom. Jeweils li. unser DFK Mitglied und Fremdsprachenlehrer in Polen, Herr H.P. Keuten.
Zum Vergrößern bitte auf die Bilder klicken.
geschrieben von Oliwia Pers, DFK-Mitglied, 3. Liceumsklasse ZSO Bystrzyca Kłodzka,
mit Unterstützung von Heinz-Peter Keuten, Lehrer an der ehem. Aufbauschule Habelschwerdt
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